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polar-chat.de  Der Hund
SchwarzerRudi

Calcium / Phosphor Verhältis bei Kochenmehl statt RFK

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Moin!

 

Ich bastel grad am Speiseplan für Herrn Hund. Er ist gerade ein Jahr alt geworden und wiegt 26kg, bei 75mg CA pro Kilogramm Körpergewicht, käme man also auf knapp 2000mg pro Tag.

Ausgehend von einem P/Ca Verhältnis von 1:1,2 hieße das also 2000mg Calcium und knapp 1700mg Phosphor.

Soweit so gut. Knochen werden allerdings nur gelegentlich gefüttert, daher der Plan Knochenmehl zuzufüttern.

Nachdem was ich bisher in Erfahrung gebracht habe liegt der Phosphorgehalt von Rindfleisch bei ca 220mg auf 100g (Muskelfleisch und Innereien überschlägig im Schnitt), was auf die Fütterungsmenge von 600g rund 1300mg Phosphor ergibt.

 

Nun zur Preisfrage... bei den meisten Knochenmehlen ist der Phosphorateil so hoch (z.b. Grau, 36%Ca / 26%P), das ich bei Zufütterung von 2000mg automatisch zuviel Phosphor dabei habe.

Das "beste" (Fleisch)Knochenmehl das ich finden konnten kommt auf 25,5% Ca zu 7% P, damit würde ich dann auf 2000mg Ca und 1850mg P rauskommen, recht nah dran.

 

Habe ich da irgendwo einen Denkfehler, oder woran liegt es, das mit den meisten Knochenmehlen kein Verhaltnis von 1:1,2 zu erreichen ist (außer bei höherer Ca/P Dosierung)? Algenkalk, Eierschale bzw Calciumcarbonat möchte ich nicht füttern, auch wenn diese einen wesentlich geringe Phosphatanteil haben.

 

 

Danke für eure Tipps!

 

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(bearbeitet)

Ein höherer Phosphor und Calciumwert sind eigentlich kein Problem. Phosphor kannst du bei gesunden Fleischfressern nicht überdosieren.* Bei Calcium ist es so, dass bei erwachsenen Tieren  zuviel Calcium einfach ausgeschieden wird.  Davon abgesehen gibt es noch viele andere Parameter  die die Calcium-Phosphor Aufnahme regulieren. 

 

* Das liegt einfach daran, das Phophor einer der Hauptbestandteile von Fleisch und Knochen ist. Eigentlich ist es Schwachsinn Phosphor als Bedarfswert zu deklarieren, Das macht nur bei zuwenig oder zum Beispiel nierenkranken Tieren Sinn. 

Calciumcitrat wäre im übrigen weitaus besser als Calciumcarbonat. 

 

Das du mit Knochenmehlen in der Regel kein Vernünftiges Ca/Ph -Verhältnis hinbekommst liegt daran, dass Knochen von Natur aus einfach kein vernünftiges Verhältnis haben, bzw Fleisch eben "zu viel" Phopshor liefert. Das heißt im Endeffekt nichts anderes, als das natürliche Fütterung nicht mit wissenschaftlichen Bedarfswerten in EInklang zu bringen ist. Das Problem hast du ebenfalls bei anderen Bedarfswerten wie Natrium, Jod, Vitamin A, Vitamin D und Vitamin E. 

 

Das ist eigentlich ein sehr spannendes und auch sehr kontrovers diskutiertes Thema in vielen Fachforen. Die wissenschaftlche Seite argumentiert mit Studien und teilweise sehr weit auseinanderliegenden Bedarfswerten und dem Argument " in der Natur werden die Tiere eben nicht so alt" die Naturfütterseite argumentiert mit "nicht aussagekräftogen Studien", " keine Berücksichtigung rasseindivueller Individualitäten", " die Nährwertgehalte der Zutaten schwanken oft stark", " Natur (siehe auch Muttermilch) ist perfekt" und "beim Menschen setzt sich auch keiner damit auseinander". 

Man stelle sich mal vor Nestle und Co würden pro Fertigmilch bei Babies werben, weil Menschen in der Natur früher auch nicht so alt wurden....:lol:

 

Welcher Fraktion man sich anschließt, muss jeder Barfer für sich selber entscheiden. Ich fahre, wenn ich barfe ( bin kein Dauerbarfer) mittlerweile einen Mittelweg. Ich stelle mir Rezepte nach Bedarfswerten zusammen, aber es ist für mich kein Beinbruch mehr, wenn es davon Abweichungen gibt. 

 

Ganz interessanter Link:

 

https://www.artgerecht-tier.de/hunde/d-calcium-phosphor-387102762

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vor 9 Stunden schrieb SchwarzerRudi:

 

Habe ich da irgendwo einen Denkfehler

 

Nein hast du wohl nicht, ich bin zum gleichen Ergebnis gekommen und gebe deswegen Knochenmehl und Calciumcitrat.

(z.B. für ca. 400g Rindfleisch für 30 Kilo Hund, Bedarf Calcium mit 65mg /Kg KM angenommen: 3g Knochenmehl und 5g Calciumcitrat)

 

Zu bedenken ist, dass Nudeln, Hirse, Haferflocken etc einen recht hohen P-Gehalt haben (falls du sowas zufütterst) -->  weniger Knochenmehl, mehr Calciumcitrat.

 

Allerdings bin ich mit gelegentlichen Abweichungen auch recht entspannt ...wenn ich ihr einen Lappen Pansen in den Garten werfe, gibt es kein Pülverchen hinterher :D

 

 

 

 

 

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Danke für eure Rückmeldung, dann liege ich also garnicht so falsch. Ich werde mich nach einem Knochenmehl umsehen das aus Pferdeknochen hergestellt wird, das scheint ein besseres Verhältnis zu habe. Und vielleicht noch ein wenig Citrat, das hatte ich auch schon im Auge!

 

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Das Ca/P Verhältnis war lange Zeit die heilige Kuh des Barfens.

Man darf aber nie vergessen, dass diese Werte aus dem Versuchslabor stammen und nicht aus der Natur. Das ideale Ca/P Verhältnis wird man ohne Zusätze niemals erreichen und das sollte einem zu denken geben, weil es zeigt, wie realistisch die Zahlen sind.

Natürlich sollte man versuchen, den Wert als Zielsetzung im Auge zu behalten und sich bewusst sein, dass die Verwertung Verfügbarkeit am besten ist, je näher man dem theoretischen Idealverhältnis kommt, aber man sollte es nicht als absolutes Muss sehen, damit der Hund gesund leben kann.

 

Abweichende Werte sind kein Problem, so lange sie nicht in die Extreme verfallen.

Ich füttere seit über 10 Jahren roh und nie hatte einer meiner Futterpläne das ideale Verhätlnis. Hat nie einem der Hunde geschadet. so lange der Futterplan ausgewogen ist, die Komponenten im Verhältnis vorliegen und die Energiedichte stimmt, ist alles im grünen Bereich und man muss nicht anfangen mit künstlichem Ca Supplement zu strecken, um den Hund gesund zu füttern.

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Am ‎14‎.‎09‎.‎2018 um 06:32 schrieb Eifelkater:

Man stelle sich mal vor Nestle und Co würden pro Fertigmilch bei Babies werben, weil Menschen in der Natur früher auch nicht so alt wurden...

 

Naja, das haben sie vielleicht nicht genau so formuliert, aber im Grunde war das ja das Vorgehen, mit dem sie ihr Image in den 70ern vor die Wand gefahren haben...

https://de.wikipedia.org/wiki/Nestlé_tötet_Babys

 

Aktuell sind sie deswegen übrigens schon wieder in der Kritik:

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/unternehmensethik-nestle-geraet-wegen-babynahrung-erneut-in-die-kritik/22603548.html?ticket=ST-8762503-ZeZnViFP0zk45esS9ODN-ap4

http://changingmarkets.org/wp-content/uploads/2018/02/BUSTING-THE-MYTH-OF-SCIENCE-BASED-FORMULA.pdf

 

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