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Hundeforum Der Hund
alice94

"Sie haben da ja ein richtiges Monster!"

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Hallo Allerseits!

Ich weiß das ein Rat im Internet nicht ein professionelles Training mit einem Hundetrainer ersetzt, allerdings hatten wir erst kürzlich eine unschöne Erfahrung mit einer Trainerin (kräftig an der Leine ziehen sei die Lösung für alles, Anraten von Würgehalsband/Leine um den Hals des Hundes legen). Deshalb hat vielleicht jemand ein Paar Ratschläge für uns, bis wir einen passenden Trainer gefunden haben.

Zuerst einmal zur Hündin selbst: Sandy ist ein Schäferhund-Mix. Sie wurde von der Tierärztin fünf Jahre alt geschätzt. Aus ihrer Vergangenheit wissen wir leider nicht viel, außer das Sie als Zuchthund gehalten wurde. Außerdem vermuten wir das sie gebissen wurde, da sie einige Narben hat.
Mittlerweile wohnt sie seit etwa zwei Monaten bei uns. An der Leine machte Sie Anfangs den Eindruck, als würde Sie das Gassi gehen gar nicht kennen. Sandy war total aufgeregt, zog wie verrückt in alle Richtungen und war generell sehr gestresst. Die Leinenführigkeit klappt mittlerweile immer besser, trotzdem steckt hier noch eine Menge Arbeit vor uns da ihr Stresslevel draußen noch immer sehr hoch ist.

Das größte Problem ist: Sie versucht draußen alles und jeden zu verbellen. Spaziergänger, Radfahrer, Jogger, Autos in Schrittgeschwindigkeit.. Alles wird als potenziell gefährlich angesehen. Hier ist allerdings die Distanz bevor sie komplett ausrastet gering genug, das wir oft rechtzeitig einen Bogen laufen oder den abstand vergrößern können bevor Sie komplett ausrastet.
Bei Hundebegegnung sieht das leider noch schlimmer aus. Hier agiert Sie bereits aus größerer Distanz.
Entweder schmeißt Sie sich direkt in die Leine und reagiert so agressiv (bzw ich würde eher sagen panisch) als würde es um ihr Leben gehen. Sie knurrt, wirft sich in die Leine, fletscht die Zähne und bellt.
Wenn der Hund noch weiter weg ist zieht sie die Ohren ein, legt sich wie ein Sandsack flach auf den Boden und hat die Rute ganz dicht am Körper. Sie dann weg zu bewegen ist unmöglich. Einfach weiter gehen bringt gar nichts, da ich sie so einfach nur über den Boden schleifen würde. Auf die Füße stellen bringt nichts, da sie sich total schwer macht und sich direkt wieder hinlegt. Man kann sie auch nicht locken (nicht mal mit Leberwurst) oder sonst irgendwas. Wenn der andere Hund dann dichter bei uns ist, wirft sie sich wieder todesmutig in die Leine und bellt.

Hat jemand eine Idee wie wir so eine Situation Handhaben können? Wie könnten wir sie zum weitergehen animieren und wie ihr langfristig die Angst vor solchen Situationen nehmen?

Seitdem die Trainerin bei uns war, versucht sie auch jeglichen Besuch zu verbellen.

Zur Sicherheit und damit sie auch mal die Möglichkeit hat Menschen und Hunde im zu beschnüffeln, bauen wir Zuhause den Maulkorb langsam positiv mit Ihr auf.

Sandy wegzugeben ist für uns keine Option. Eigentlich ist Sie eine sehr verschmuste und Familienbezogene Maus, die es nicht verdient hat von anderen als Monster betitelt zu werden :( 

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Hallo und willkommen!

Ich habe hier auch so ein “Monster“. 

Lass dir gesagt sein: Es wird besser, je geringer der Stresslevel ist. Einen Bogen zu laufen ist schon mal sehr gut. Sagt dir “Zeigen und Benennen“ was? Wir haben damit gute Erfolge erzielt. Gib das mal in die Forensuche ein bzw bei Google kommt da auch was raus. 

 

Mit positiver Bestärkung könnt ihr sicherlich einiges erreichen. Eure Hündin ist sehr sehr wahrscheinlich überhaupt nicht aggressiv, sondern nur unsicher. Da ihr nicht wisst, wie weit sie gehen würde, ist ein Maulkorb ne gute Sache. 

 

Wenn du schreibst, wo du ungefähr wohnst, können User dir vielleicht einen Tipp für einen Trainer geben.

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na, dann kennt ihr mein Monsteer nicht.

 

Leider hat er es auch noch richtig gelernt bekommen, dass nach vorne gehen und zu beißen

 

@Freefalling schreibt es ja schon.

ich habe ein ruhiges Maulkorbtraining gemacht.

Das hilft mir , den anderen HH und dem Hund.

Ohne Maulkorb gehen wir nicht mehr raus.

 

Ich übe mit Ramse das Bei Fuss gehen, regelmäßig immer wieder.

Wir laufen jeden Tag , immer  an abwechselnd Zäunen vorbei, wo Hunde kräftig bellen und hin und her rennen.

Jetzt habe ich mir eine wieder befüllbare Futtertube gekauft.

Diese Tube (Leberwurst) setzte ich nur bei dem Kommando "bei Fuss" ein.

Vielleicht hat Dein Hund auch Leckerlis, an denen sie nicht vorbei kommt, z.B. Hühnerherzen, Hühnerfleisch.

 

 

 

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@Freefalling Hallo und vielen Dank :D zeigen und benennen sagt mir etwas, habe es auch schon aus großer Distanz versucht mit Ihr zu üben. Sie fixiert aber den anderen Hund sehr schnell und reagiert dann auf keinen Clicker mehr, selbst wenn der andere Hund quasi nur ein Punkt am Horizont ist. 

Wir wohnen im schönen Westerwald-Kreis :) 

 

@agatha An Leberwurst kommt Sandy eigentlich auch nicht vorbei, aber in solchen Stresssituationen nimmt Sie gar nichts wahr :(. Bei Fuß laufen wird zuhause in Ruhe schon fleißig geübt :)

 

 

 

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@alice94 als Ramse anfing zu fixieren, habe ich mich mit ihm ungedreht und bin in entgegengesetzter Richtung gelaufen, manchmal im Kreis , ihm dabei erklären, dass das ein lieber Hund ist,bla,bla, Leckerli usw.

(jaaaa, die HH hier sehen mich echt merkwürdig an)

Er darf bei Fuss seine Nase (ich meine auch seine Nase!) nicht vor meinem Knie haben.Wenn er so fast hinter mir geht, ich zwischen ihm und dem "Bösen", dann geht es jetzt meist ruhig und gesittet vorbei.

 

Aber wehe, er läuft etwas vor mir, d.h., sein Kopf ist vor meinem Knie.

 

Manchmal habe ich es satt, aber was solls, schließlich kann Ramse nichts für seine ehemaliges Training.

 

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@alice94 

 

Hast du schon mal erfahrene HH kontaktiert und die angesprochen mit ruhigen Hunden?

 

Evtl. könnt ihr euch dann mal treffen und es ganz langsam agehen, zeigen das nicht alle anderen Hunde sch.... sind,  nicht jede Situation schlimm etc, der Hund scheint nach deiner Schilderung nicht viel kennen gelernt zu haben, dass Vertrauen muss man ganz behutsam erst mal aufbauen.

 

Gruppen halte ich für nicht so sinnvoll im Moment.

 

Falls du zufällig aus der Nähe bist, helfe immer gerne, komme aus Dortmund.

 

Und zum Trainer sag ich jetzt mal nix, ist glaube ich sehr eindeutig, leider negativ hier.

 

noch was, die ganze Nebenschauplätze, Fuß, Sitz, was auch immer sind im Moment nicht so weit vorne, Vertrauen, Ruhe und Sicherheit geben ist erst mal an erster Stelle, macht auch nicht zu viel auf einmal, ganz behutsam, eins nach dem Nächsten...

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Bei Fixieren hilft bei uns: Leckerlie vor die Nase halten / ins Maul schieben, Party feiern, weil da ein anderer Hund ist und Richtungswechsel.

Ganz am Anfang habe ich stur gegenkonditioniert. Egal, ob mein Hund ausgerastet ist oder nicht. Hundesichtung = Leckerlie und viele positive Worte. 

Das hat bewirkt, dass er mir die Hunde nun zeigt. Du brauchst keinen Clicker. Ein “super!“ tuts vollkommen. Erstmal willst du auch kein Verhalten bestätigen, sondern der Hund soll sich besser fühlen und in eine weniger negative Erwartungshaltung kommen. Da brauchst du kein exaktes Timing. Erst wenn du die Aufmerksamkeit hast, kannst du Alternativverhalten üben (abgesehen vom Distanzaufbau).

Bis dahin... Leckerlie en masse bei jedem Hund. Egal wie sie sich verhält.

 

 

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Wisst ihr, ob Sandy in der Zeit als Zuchthündin überhaupt eine Prägung oder Sozialisierung kennen gelernt hat? Wenn nicht, dann würde ich mich an deiner Stelle mal mit dem Thema Deprivation befassen. 

 

Mal zum Nachlesen für dich: 

 

 

 

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Also ganz ehrlich. Für mich klingt das schon nach einem ziemlich großem Problem. Klar, zeigen und benennen etc. sind alles prima Tipps die ich auch ausprobieren und üben würde - dennoch glaube ich das Du dieses große Problem damit alleine nicht in den Griff bekommen wirst. Da sie ja schon total überreagiert wenn sie den anderen Hund schon von weitem sieht.

Ich denke in Deinem Fall brauchst Du weniger nach einem Hundetrainer suchen, da der mit sowas schnell an seine Grenzen kommen kann. Ein guter Verhaltenstherapeut für Hunde ist da meiner Meinung nach ehr angeraten.

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wofür meinst du benötigt man hier einen Verhaltentherapeuten? Für Dinge, die ein Hund einfach nicht kennt oder kennen lernen durfte, deshalb so reagiert wie er es wahrscheinlich jetzt macht?

 

Mal ein Thema nach dem Anderen angehen, Ruhe bewahren, den Dingen nicht aus dem Weg gehen sonderen daran arbeiten, diese Woche das Thema jogger, nächste Woche Radfahrer, alos immer bewegliche Dinge. Muss doch jeder Hund lernen, jeder Welpe, dieser wird es noch nicht kennen.

 

Das ganze kann man doch super mit Freunden und, oder anderen Hundehaltern üben, erst wenige Reize, dass je nach Fortschritt steigern, ohne den Hund zu überfordern, Sicherheit geben als HH, alles doch ganz normale Vorgänge.

 

Bin gerade aber auch etwas hochgepusht , da ich hier gerade einen Fall bearbeite, Hündin drei mal gebissen, nun Polizei, Strafanzeige, 3 Trainer, Ordnungsamt kontrolliert, das volle Programm. Hier wird aus einem Problemchen ein Problem gemacht, obwohl es einfach nur eine Hündin mit 7 Jahren ist, die es einfach nicht gelernt hat. Ist aber OT hier, zeigt mir aber gerade, dass die oft so großen Probleme nicht immer Probleme sein müssen, es kann machmal auch alles recht  einfach sein wenn man es einfach mal erkennt und differenziert und wertfrei an die Themen geht. In diesem Fall hieß es, bissiger Hund mit Verteidigung des Haus und Grundstück, Nachbarn haben Angst und ich treffe auf eine Hündin aus meiner Sicht, die einfach nur schiss hat und nicht weiss wie sie mit den Situationen umgehen soll, da ihr HH dies nicht sieht und ihr hilft, einfach nur schade für mich.

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