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Hundeforum Der Hund
Hades

Niereninsuffizienz

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Hallo, unser fast zehn Jahre alter Beagle leider von Welpenbeinen an unter chronischer Niereninsuffizienz. Als Junghund hieß es, er würde nicht älter als fünf Jahre werden. Aber weit gefehlt.

 

Er war immer in tierärztlicher Behandlung, aber die letzten vier Jahre verliefen eher ruhig. Seit einem Vierteljahr kommen die Einschläge aber näher.

 

Anfang September hat er eine mehrtägige Infusionstherapie erhalten. Er hatte große Schmerzen, wollte nicht mehr essen (Gewicht ist aber noch okay) und konnte nur noch schlecht laufen. Danach ging es aber schlagartig aufwärts.

 

Seit einer Woche geht es wieder abwärts. Er hatte seit Mittwoch vier starke Krampfanfälle mit Herzbeteiligung. Aber er steht jedes Mal wieder auf und kämpft sich gegen alle neurologischen Ausfälle zurück auf die Beine. Er will noch leben. Er frisst auch wieder und möchte Gassi gehen.

 

Er will aber nicht mehr allein bleiben und braucht Körperkontakt beim Schlafen. Das war vorher nie so. Er durfte auch nie mit ins Bett. Jetzt geht es nicht mehr anders und meine Töchter schläft mit ihm auf einer Matratze.

Die Harnvergiftung ist momentan unter Kontrolle, die Zähne sind aber braun. Der Kreatinwert (hoffentlich richtig geschrieben) liegt bei 3,0. Also nicht sooo tragisch. Die Anfälle machen uns größere Sorgen. 

 

Wir wissen einfach nicht, wann der richtige Zeitpunkt ist, ihn einzuschläfern. Er ist in Behandlung, bekommt zweimal wöchentlich Infusionen, was ihn zunehmend nervt und wird natürlich entsprechend ernährt. Aber langsam wird es hart für alle Beteiligten. Wir müssen ihn auch von unseren beiden anderen Hunden separieren, weil die Hündin versucht hat ihn zu töten, seit es ihm so schlecht geht.

 

Wenn die Ferien vorbei sind muss er außerdem wieder allein bleiben, was ihm im Moment große Angst bereitet. Aber wir können ihn doch nicht töten, solang er noch Spaß am Leben hat?

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Eine unheimlich schwere Entscheidung. Ich finde, dass es immer nicht ganz einfach ist objektiv zu entscheiden, ob der Hund wirklich noch Lebensfreude hat oder ob man nicht vielmehr sieht,was man sehen will. So schwer es auch fällt, versuche wirklich genau hinzusehen und frage doch mal den TA, was er denkt. Ich meine sind all diese Maßnahmen kurativ oder palliativ? Wie viel Zeit gewinnt ihr damit und ist diese Zeit qualitativ gute Zeit für die Fellnase? Ich habe meine erste Hündin an einem Nierenleiden verloren. Der Grat zwischen alles noch grade so ok und großem Leid ist wahnsinnig schmal. Rückblickend betrachtet, hätte ich es lieber eine Woche vorher beenden müssen. Seit dem ist meine Philosophie, dass ich es lieber einen Monat zu früh tue, als auch nur einen Tag zu spät. Ich wünsche dir alles Gute und noch eine schöne Zeit mit dem Fellkind.

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Hallo. 

Das tut mir leid, dass es deinem Hund nicht gut geht. Ich kann dich und diesen Zwiespalt auch sehr gut verstehen. 

Meine fast 15 jährige Hündin leidet ebenfalls an Niereninsuffizienz. Vor über 2 Jahren sah es katastrophal aus und man gab ihr auch kaum Chancen. 

Doch wir haben den Versuch gestartet und seitdem bekommt sie alle 2 Tage Infusion zuhause. 

Das wäre für euch doch auch eine Möglichkeit und stressfreier für das Tier. Das geht wirklich sehr einfach. Ich habe es mir einmal in der Klinik zeigen lassen und nun ausschließlich daheim. 

 

Wenn ihr ihn nicht allein lassen könnt, sucht euch einen Hundesitter oder liebe Freunde bzw Nachbarn, wo er bleiben kann. 

Oder einen Aushang am schwarzen Brett. Diesen Tipp habe ich auch hier im Forum bekommen und dadurch eine zeitlang eine super Betreuung gefunden. 

Inzwischen haben wir uns und alles drum herum so organisiert, dass sie immer jemanden bei sich hat, kommt teilweise mit auf Arbeit. 

 

Es ist eine große Herausforderung, die sehr viel Nerven kostet. Wir kommen oft an unsere Grenzen. Dennoch denke und hoffe ich, den richtigen Zeitpunkt zu sehen. Und solange ein Hund noch Lebensfreude hat, ist es noch nicht soweit.

Und diese Frage muss man als Halter für sich selbst ehrlich beantworten. 

Wir setzen uns keine Frist, obwohl wir schon oft dachten, es ist bald soweit. Wir beobachten einfach von Tag zu Tag. Es gibt Tage, da hängt sie in den Seilen. Doch im Alter darf das sein und dann gibt es Tage, wo ihr nichts anzumerken ist. Und solange diese Phasen noch vorhanden sind, darf sie bleiben. 

 

Ich wünsche euch ganz viel Kraft! 

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@Sam 

Ja, ich finde es gerade auch sehr sehr schwierig. Der Kreatininwert ist mittlerweile bei 4,0 (haben eben die Blutwerte von gestern mitgeteilt bekommen), aber Harnwerte sind wieder gesunken (77).

 

Der Tierarzt überlässt uns die Entscheidung und rät aktuell weder zum einen noch zum anderen. Er meint nur, dass wir ihm geben sollen was er möchte, wenn er wieder nichts frisst. Eigentlich haben wir für heute eine weitere Infusion geplant, haben dann aber davon abgesehen. Der Hund will das nicht mehr und die häufigen Infusionen waren sowieso nur möglich, weil er so artig ist.

 

Schmerzmittel haben wir mitbekommen. Außerdem die Blutwerte, damit die Tierklinik im Notfall reagieren kann, falls er außerhalb der Öffnungszeiten eingeschläfert werden muss.

 

Jetzt heißt es abwarten und die letzten Tage genießen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, ein  Tier beim Sterben zu begleiten.

 

@Ani

15 ist immerhin ein schönes Älter :) Ich drück euch die Daumen, dass es noch weiter geht.

 

Infusionen haben wir immer zuhause gemacht. Ich hab nur den Zugang beim Tierarzt legen lassen. Aber er mag nicht mehr. Der Zugang muss nach jeder Infusion erneuert werden, weil er ihn raus bastelt oder man muss daneben sitzen und festhalten. 

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vor 34 Minuten schrieb Hades:

Haben wir immer zuhause gemacht. Ich hab nur den Zugang beim Tierarzt legen lassen. Aber er mag nicht mehr. Der Zugang muss nach jeder Infusion erneuert werden, weil er ihn raus bastelt oder man muss daneben sitzen und festhalten. 

Die Infusion zuhause geben wir subkutan, also es muss kein Zugang gelegt werden. Dauert 10-15 min 

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Hallo,

es tut mir so leid, dies zu lesen, musste meinen lieben Freund vor genau 4 Wochen gehen lassen, er würde nur 5 Jahre alt. Nicky war schwer krank und ich hatte immer die Angst, dass ich es nicht rechtzeitig merken würde, wann der Moment da ist, doch er hat es mir deutlich zu verstehen gegeben und ich werden seinen Blick nie vergessen als wir zum Tierarzt gefahren sind, er hat mir die ganze Zeit in die Augen gesehen, als ob er sagen wollte, dass alles ok ist. Im Nachhinein habe ich mir schwere Vorwürfe gemacht und gedacht, dass ich ihn zu früh hab gehen lassen, aber ich habe nochmal mit dem Arzt darüber gesprochen und er meinte, es war der richtige Zeitpunkt. Die Entscheidung kann Euch leider niemand abnehmen, aber ich wünsche Wuch von ganzem Herzen, dass auch Ihr merkt wann der richtige Zeitpunkt ist, Lebewohl zu sagen.

Euer Freund wird zwar dann nicht mehr körperlich bei Euch sein, aber er wird in Eurem Herzen weiterleben. Ganz viel Kraft für Euch

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hallo zusammen,

ich hab mich gerade hier beim Forum registriert da ich ein paar Ratschläge zu Nierenerkrankungen suche. Wie ich sehe, haben hier schon einige Erfahrungen damit sammeln müssen. @Hadesich hoffe,  dass Dein Beagle sich noch mal erholt. Einschläfern ist immer eine schwere Entscheidung, verlass Dich auf Dein Bauchgefühl. Schlimm ist es halt, wenn man merkt dass der Hund noch weiterkämpft. @Daisyflowerich musste meinen Hund damals mit fast 16 einschläfern lassen, sie konnte nicht mehr laufen, hatte offene Stellen, aber hat weiterhin gefressen, da wußte ich irgendwann nicht mehr wie es weitergehen sollte weil sie eigentlich rundumPflege gebraucht hätte. Ich hab mich nach dem Einschläfern noch lange gefragt ob ich nicht einfach hätte warten sollen. Ich denke in dieser Situation ist es normal wenn man an der Entscheidung (ver)zweifelt, Herr über Leben und Tod zu sein.

Mein jetziger Hund Sheila ist nun 12 1/2 Jahre alt und setzt seit einigen Monaten durchgehend blutigen Urin ab. Die Urinwerte waren ok, bis auf das Hämoglobin, da ist der Richtwert 0-5, sie hat 250. Beim Ultraschall wurde festgestellt dass sie Blut-Zysten in der Niere hat, rechts schlimmer als links, aber OP kommt halt nicht mehr in Frage, davon haben alle abgeraten. Was aber jeden der Ärzte (zwei plus eine Heilpraktikerin) wundert ist, dass auch alle Blutwerte eigentlich top sind, nicht mal der Kreatininwert 1,5 ist zu hoch. Sie schläft zwar viel, aber in dem Alter normal; beim Spielen läuft sie den jüngeren Hunden praktisch davon, hält halt nicht mehr so lange durch, aber keiner würde auf die Idee kommen, dass sie ein alter kranker Hund ist. Behandlung auf Niereninsuffizienz macht praktisch keinen Sinn, weil noch alles passt. Ich gebe ihr jetzt immer Nephrosal ins Futter zur Unterstützung der Nieren, und soll natürlich die Blut- und Urinwerte alle zwei Monate untersuchen lassen. Irgendwie ist es aber so, als ob ich drauf warte dass es schlimmer wird. In den letzten Tagen hat sie ein paar mal gebrochen aber nur gelben Schleim. Sie hat im letzten Jahr 2 kg abgenommen (normal waren so um die 23) war aber immer eher ein schlanker Hund. Was ich bis jetzt über Nierenkrankheiten beim Hund gelesen habe, trifft bei ihr nicht zu, Fell glänzt, Zähne und Schleimhaut ok etc. Ich habe mich also entschlossen, weiter nichts zu machen, solange es ihr gut geht. Der blutige Urin beunruhigt mich halt, und ich habe schon Angst dass es plötzlich schlechter wird. Könnt ihr mir Tipps geben, auf was ich besonders achten soll? Vielleicht fällt mir auch manches nicht auf, wenn es sich einschleicht und ich die Veränderung eben nicht sofort merke...

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@Fex2911 Ich würde auf Anzeichen für plötzliches, akutes Nierenversagen und auch schleichende Verschlechterungen achten.

https://www.fellomed.de/krankheiten/hundekrankheiten/akutes-nierenversagen-hund/

 

Ein Hund, den ich kannte, war plötzlich oben am Rücken, wo die Nieren sind, sehr druckempfindlich, und wurde sehr, sehr ruhig. Wirkte, als ob er Rückenschmerzen und Probleme an den Wirbeln hätte, versprungen beim Rennen oder sowas. War aber akutes Nierenversagen, was man nur noch behandeln kann, wenn man es frühzeitig bemerkt (griffbereite Notfallnummern für Tierkliniken nachts sind immer gut).

Und versuche am Besten, nicht immer daran zu denken. Im Alter lässt so einiges nach, würde lieber versuchen, das als normalen Zustand zu sehen (trotz der Sorgen) und nicht in dauernde Extremstimmung verfallen. Genießt das Leben, will ich sagen. ;)

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Wir haben unseren Hund letzten Samstag gehen lassen.

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Das tut mir sehr leid. :( Viel Kraft für dich und deinem Hund eine gute Reise!

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