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Hundeforum Der Hund
Andreas8822

Rückruf in Extremsituationen lernen

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Hallo, 

wir haben jetzt seit März einen Mischling aus dem Tierheim und sie ist jetzt ein Jahr alt. 

Wir waren in der Hundeschule und haben auch einige Bücher gelesen und mir persönlich liegt der Rückruf besonders am Herzen. Dieser wird zwar schon besser - in ruhigen Situationen kommt sie heran, setzt sich auch und lässt sich auch am Halsband greifen. Doch sobald natürlich was "spannenderes" da ist, ist die Gute Schule natürlich vorbei. 

Das kann eine Duftmarke während des Rückrufes sein und besonders natürlich andere Hunde oder Menschen, auf die sie dann Neugierig zuläuft und ggf. anbellt. 

 

Ich habe allerdings auch keine Befürchtungen, dass sie "durchbrennt", denn wenn ich weitergehe, folgt sie mir nach einiger Zeit, aber das hat sie ja in dem Moment eigentlich nicht zu bestimmen. Ich bin immer ganz begeistert, wenn andere Hunde direkt während des Spiels gerufen werden und die dann auch sofort kommen. 

 

Nun würde mich mal interessieren, ob man das irgendwie sicher trainieren kann. Oder kommt das einfach mit der Zeit? Sollte man den Hund in einer solchen Phase überhaupt schon von der Leine lassen? Sie genießt es natürlich sehr und man merkt es an ihrem ganzen Verhalten, wie sie spielt und alles erkundet, wo sie ohne Leine nicht hin könnte (Ländliche Gegend). Dabei bleibt sie durchaus in einem für mich einsehbaren Radius. Und ich möchte ihr auch irgendwie sagen "Hier, sei gehorsam und du darfst diese Freiheit weiter nutzen". Für mich ist es da besonders schwer dem Hund nicht zu signalisieren "Wenn Herrchen ruft muß ich eh nur an die Leine", weswegen ich sowas auch nur selten mache.. 

 

Nun ja. Vielleicht habt ihr ja ein paar Tips für mich, die ich noch nicht kenne, oder es kommt einfach so mit der Zeit..

Vielen Dank

 

Gruß

Andreas

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vor 1 Minute schrieb Andreas8822:

 

Nun würde mich mal interessieren, ob man das irgendwie sicher trainieren kann. Oder kommt das einfach mit der Zeit? Sollte man den Hund in einer solchen Phase überhaupt schon von der Leine lassen?

 

Ja auf jeden Fall!

 

Umso weniger Hunde von der Leine kommen, umso mehr 'nutzen' sie die Zeit, wo sie freilaufen, und der Rückruf wird immer schwieriger.

 

vor 2 Minuten schrieb Andreas8822:

 

Wir waren in der Hundeschule und haben auch einige Bücher gelesen und mir persönlich liegt der Rückruf besonders am Herzen. Dieser wird zwar schon besser - in ruhigen Situationen kommt sie heran, setzt sich auch und lässt sich auch am Halsband greifen.

 

 

Das ist, wenn man ihr Alter in Betracht zieht, eine super Leistung.

 

Die spannenderen Situationen muss man langsam trainieren. Das dauert bei manchen Hunden ewig. Generell ist es hilfreich, wenn du ihr beibringst, dass bei dir immer Party ist wenn du rufst. Also tolle Kekse geben ( zum Beispiel auch mal ein Stück Wiener-Würstchen, oder den absoluten Lieblingskeks) sie zum Spielen einladen oder ein Spielzeug anbieten. 

 

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Danke, dass du mich bestätigst, das hilft mir sehr weiter. Ich hatte diese Woche nämlich den Plan gefasst ihr mehr Freilauf zu gewähren und halt mehr ohne Leine zu gehen. Gestern das erste Mal bei Dunkelheit, wo sie eigentlich immer die ganze Nachbarschaft zusammenkläfft. Das allerdings mehr bei meiner Freundin, aber das ist eine andere Geschichte und muß auch noch geklärt werden. 

 

Gerade das greifen war für mich sehr wichtig zu lernen. Den Hund halten zu können, ohne dass sie eine "Böse Absicht" wittert. Vor einigen Monaten war es bei uns so "eingeknackst", dass sie sich von mir nicht mal anfassen wollte. Da mußte ich viel Zeit rein stecken, aber mittlerweile zuckt sie nicht mehr, wenn ich sie "greife". War aber auch mein Fehler, weil ich halt "instinktiv" von oben gegriffen habe. Von unten gehts besser ;)

Wobei manchmal noch das "Stöckchen" herhalten muß, damit sie näher kommt. Sie hat halt ihren Dickkopf und möchte ihre Freiheit "behalten".. 

 

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Ich baue grad meine Rückrufsignale neu auf, weil ich ich mir ziemlich sicher bin, daß ich sie falsch aufgebaut habe und gerade sie der Grund für mein einziges Problem sind. Mein Aufbau: Signal > Leckerli. Damit hatte ich acht Monate lang einen 100%-Rückruf, der alle Trainer ins Staunen versetzte. Bis er irgendwann in manchen Situationen nicht mehr funktionierte und zig Trainer es auf die zu spannende untrainierte Situation oder die Pubertät schoben. Vor zwei Wochen wurde mir klar woran es lag. Ich habe meine Rückrufsignale genauso wie meine Markersignale aufgebaut: Signal > Leckerli. Und Rückblickend hat er sich immer exakt so verhalten, wie er sich heute mit meinem Clicker verhält. Also habe ich zwei Jahre lang einige Sachen verstärkt habe, die ich gar nicht wollte. Weil er nie verstanden hat, daß ich ihn fürs zurückkommen belohnt haben. 

 

Zig Trainer haben das nicht erkannt und nur zu besseren Belohnungen oder Konsequenzen geraten, weshalb man an meiner Erkenntnis zweifeln können sollte. Aber Rückblickend passt alles mehr als perfekt zusammen. Ich habe zum Beispiel noch ein sicher funktionierendes Rückrufsignal, obwohl ich nur sehr selten trainiert habe, immer nur auf dem Hundeplatz eingesetzt habe und nie gut belohnt habe, aber anders aufgebaut habe: Signal > Vorsitz > Leckerli. Ohne Vorsitz kein Leckerli. Da hat er wohl verstanden, daß ich ihn für den Vorsitz belohne – und für den Vorsitz muss er erst zu mir kommen. 

 

Nun baue ich grad seit einer Woche ein neues Rückrufsignal mit Vorsitz auf, welches jetzt schon besser funktioniert, als alle alten Signale, obwohl ich nur mit ein wenig Trockenfutter belohne, weil ich es erstmal testen wollte.

Also meiner Erfahrung nach kommt es nicht auf die Situation an und weniger auf die Belohnung an als man denkt. Das wohl wichtigste ist, daß der Hund versteht was von ihm erwartet wird und man es so oft übt, daß er gar nicht anders kann als reflexartig zu reagieren.

 

Ich vermute, daß der perfekte Rückruf aus 3 Teilen besteht, die man sorgsam kleinschrittig aufbaut: Umorientierung, Zurücklaufen und Warten. 

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@NeoGuinness Das stimmt leider so nicht ;)
Wenn Du einen Rückruf mit Vorsitz aufbaust, belohnst Du tatsächlich erst einmal das Ende der Handlungskette, den Vorsitz.
Wenn das Training erfolgreich sein soll, musst Du jedes Element des Zurückkommens bestärken, das Reagieren, das Umorientieren, das zu Dir laufen, das langsamer werden, das Sitzen und dann die Auflösung. Wenn jedes Element der Kette hinreichend konditioniert wurde, wird es als Ritual abgespult.
Warum Dein einfacher Rückruf nicht funktioniert, kann sehr verschiedene Gründe haben. Ich würde ihn noch einmal komplett neu aufbauen und an unterschiedlichen Stellen hochwertig belohnen.
Den Rückruf mit Vorsitz kannst Du ja zusätzlich aufbauen, ist aber für Hunde viel schwieriger durchzuführen und klappt daher in Extremsituationen wenig zuverlässig.
 

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Es ist auch wirklich wichtig den Rückruf richtig zu dosieren.

 

Viele Halter rufen ihren Hund stets bloß dann,

wenn für den Hund endlich mal was richtig Interessantes abgeht.

Das ist natürlich Kappes, beim Vergleich selten  gesehenes,

köstlich riechendes fremdes Tier versus allgegenwärtiger, sauber gewaschener Mensch,

wird ein junger Hund sich meist nicht für den Halter entscheiden.

 

Also ruhig mal rufen, wenn es eigentlich keinen Anlass gibt,

aber dann muss vom Menschen auch etwas kommen,

das den Aufwand des Herankommens auch rechtfertigt.

Und da muss man den Schlüssel zum Hund finden,

das ist bei dem einen Vierbeiner ein Stück Käse,

bei dem Anderen ein wildes Spiel, beim Dritten irgendwas anderes.

 

Hier, ich, ich gehörte vor langer Zeit zu den damals gar nicht seltenen

Einfaltspinseln, die geglaubt haben, dass ein guter Hund aus rein moralischen

Gründen verpflichtet sei zu kommen,

wenn sein Halter ihn ruft.

Völliger Stuss.

Man muss sich für seinen Hund interessant machen.

 

Also wenn meine Frau mich während des Champions-League-Finales ruft,

damit ich den Müll rausbringe, komme selbst ich netter Ehemann nicht sehr freudig.

 

Viel Erfolg bei Eurem Rückruf-Training!

 

 

 

 

 

 

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Was ich vorhin aus mir unbekannten Gründen nicht dazu geschrieben habe:

 

Meine Hündin ist in einem ähnlichen Alter (und auch Tierschutz aus Rumänien, hey!) und ihren Rückruf haben wir als Spiel aufgebaut. Einer wartet mir ihr, der andere versteckt sich und ruft, während sie hinrennt und mit dem Ersten spielt, versteckt sich der andere und ruft sie nach einer Weile - Sie findet es super spaßig und sprintet freudig hin und her. Wenn man das zu oft macht wird es natürlich auch öde, aber wir machen das eigentlich jede Freilaufrunde so 5 Minuten lang (positiver Nebeneffekt: der Hund powert sich aus).  

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@benno0815 Du hast wohl meinen letzten Satz überlesen. Mit dem sage ich in etwa das selbe wie du, nur weniger ausführlich. ;) 

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vor 53 Minuten schrieb NeoGuinness:

@benno0815 Du hast wohl meinen letzten Satz überlesen. Mit dem sage ich in etwa das selbe wie du, nur weniger ausführlich. ;) 

Zitat

Ich vermute, daß der perfekte Rückruf aus 3 Teilen besteht, die man sorgsam kleinschrittig aufbaut: Umorientierung, Zurücklaufen und Warten. 

Das sehe ich aus meiner Erfahrung eben anders als Du ;)
Der "perfekte" Rückruf, sofern es den gibt, sollte für den Hund so einfach wie möglich sein, Umorientierung und Zurücklaufen ist schon schwierig genug, wenn da auch noch Warten und Vorsitz kommen, ist es m.M. nach zu schwierig.
Aber wenn Du damit gut zurecht kommst, ist ja alles super. :)

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@benno0815 Ah, jetzt versteh ich dich. Nunja, das mit den 3 Schritten habe ich ja auch nur vermutet. Ich selbst werde aus purer Faulheit voraussichtlich nur 1 Schritt trainieren, der sicher ausreichen wird. 

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