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Hundeforum Der Hund
Renesis

Jagdersatztraining

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Weil mein Rotti Zorax (1 Jahr) angefangen hat Jagdverhalten im Wald zu zeigen hab ich mich jetzt seit einigen Tagen mit dem Thema beschäftigt.

Auffällig dabei ist das er weder bei Katzen noch bei Pferden, Schafen, Hühnern.... sonderlich viel Jagdverhalten an den Tag legt. Klar, wenn man nicht rechtzeitig eingreift findet er es schon mal witzig hinter einer Katze her zu rennen... aber das ist kein Vergleich zu einem richtigen "Jäger."

Im Wald ist es dann aber so das seine Nase auf den Boden geht und ab durchs Unterholz - egal was da im Weg ist - einfach durch. Abrufen = keine Chance da er mich nicht mehr wahr nimmt.

Zwei mal hab ich ihn schon für ein paar Minuten verloren und einmal hat er beim Ausreiten ein Reh aufgestöbert und hat es quer durch den Wald gejagt (da hat er sich aber sogar relativ schnell abrufen lassen).

 

Soweit die Grundproblematik. Nun habe ich mich hier durch einige Themen gelesen und mich über Anti- bzw. Jagdersatztraining informiert. Aber ganz ehrlich, ich weis nicht was ich davon halten soll. Zum einen habe ich den Eindruck das ich das ganze ehr verstärke und das Problem ehr größer wird als besser. Außerdem findet er den Futterdummy den ich ihm zum Geburtstag geschenkt habe zwar ganz lustig aber bringen tut das null komma null garnichts. Spuren legen schön und gut - nur blöd wenn die Spuren neben der gelegten Spur deutlich interessanter sind.

Sogar die Belohnung mit Zerrspiel ist dann im Wald nicht mehr so interessant (und das will bei ihm schon was heißen). Leckerchen nimmt er noch, allerdings am liebsten wenn sie gekullert werden. Aber das ist ja nichts für die Dauer und nur als Belohnung geeignet.

Das einzige was bisher wirklich etwas gebracht hat war rufen und weg rennen. Dann kommt er so schnell wie möglich aus dem Unterholz und hetzt mir nach. Und in dem Moment kann man auch erkennen wie er die Ohren beim laufen anlegt und ihm das voll Spaß macht.

Das klappt aber auch nur zu ca. 85%.

Auf der anderen Seite lässt er sich aber auch noch relativ gut mit einem "Nein! Da gehts jetzt nicht rein!" davon abhalten ins Unterholz zu schlüpfen. Also er ist zum Teil auch noch recht gut abrufbar - ABER wenns ihn dann wirklich packt - ist er weg.

Und ich merke halt das ich voll an meine Grenzen komme was das Belohnen angeht - wenn ich seine Aufmerksamkeit auf mich lenken konnte.

 

Das Argument, zu sagen das ein Hund der jagdlich ausgelastet ist abrufbarer wird kann ich in keinster weise nachvollziehen. Und überhaupt fehlt mir da die Begründung warum das so sein soll - ist doch total unlogisch.

Zorax ist in den letzten Tagen definitiv jagdlich gut ausgelastet gewesen (mit Jagdersatztraining und wenns halt mal nach hinten los ging) aber besser wurde dadurch nichts - im Gegenteil.

Und allgemein ist er auch gut ausgelastet - es liegt also auch nicht an Langeweile.

Jetzt kommen bestimmt wieder einige mit Schleppleine... da sag ich nur: Nix da! Das hab ich einmal probiert - bringt in sofern nichts das das für uns beide ätzend ist und am wirklichen Problem können wir damit auch nicht arbeiten da er an der Leine mental bei weitem nicht so sehr bei mir ist als im Freilauf.

 

Ich finde es bemerkenswert wie @Hoellenhunde das in den "Griff" bekommen hat. Ok ich das mit den Mäusen ist für mich furchtbar und ich denke das hätte auch anders funktioniert - aber trotzdem ist es meiner Meinung nach eine super Leistung so weit mit so einem "Jäger" zu kommen. Für Zorax würde das eh nicht in Frage kommen. Dazu ist er viel zu ungeschickt und lässt Mäuse Mäuse sein ;)

 

Also ich bin für sämtliche Ratschläge dankbar. Sofern das nicht das übliche ist wie Reizangel, Futterdummy...

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vor 14 Minuten schrieb Renesis:

Zorax ist in den letzten Tagen definitiv jagdlich gut ausgelastet gewesen (mit Jagdersatztraining und wenns halt mal nach hinten los ging) aber besser wurde dadurch nichts - im Gegenteil.

 

Ja, das Thema kennen wir (Enya Dalmatiner Hündin) und ich zur Genüge....

Ich wünschte, ich könnte dir jetzt DEN Trick sagen.  Kann ich nicht, leider.

 

Kannst du bitte präzisieren, was du bisher an Jagdersatz Training gemacht hast?

 

 

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vor einer Stunde schrieb Renesis:

Jetzt kommen bestimmt wieder einige mit Schleppleine... da sag ich nur: Nix da! Das hab ich einmal probiert - bringt in sofern nichts das das für uns beide ätzend ist und am wirklichen Problem können wir damit auch nicht arbeiten da er an der Leine mental bei weitem nicht so sehr bei mir ist als im Freilauf.

 

Auch wenn Dir die Schleppleine nicht weiterhilft im Training,

aber ich würde auf jeden Fall den Hund sichern, da wo er möglicherweise durchstartet!

Denn jeder unerlaubte Jagd-Ausflug (auch wenn das Reh "nur" kurz gehetzt wird, oder der Hund ja schnell wieder zurückkommt) vergrößert das Problem ...

 

Bei meinem Beagle (jagdliche Zucht) war das "Rezept" zwei mal wöchentlich Jagdersatz-Training in Form von Mantrailing, und gleichzeitig konsequent eigenmächtige Jagdausflüge durch (Schlepp-) Leine in wildreichem Gebiet verhindern. Mit jedem Jahr wurde das Interesse an Wildspuren weniger, während sie auf frischen Trails den Personen begeistert mit Spur- und Hetzlaut hinterherjagte ...

Wenn ein ernsthaft jagdlich ambitionierter Hund und die Wahl hat, wird er sich immer fürs Wild entscheiden. Am ehesten funktioniert daher das Umlenken der jagdlichen Interessen auf eine andere artgerechte Auslastung wenn der Hund gleichzeitig nicht immer wieder die Möglichkeit zu eigenmächtigen Jagdausflügen bekommt. Ein gleichwertiger Ersatz ist das natürlich nie - aber nicht jeder Hundeführer kann (oder will) mit seinem Hund am Wild (oder Mäusen etc.) arbeiten.

 

Bei meiner Schäfimix in jungen Jahren - die auch einiges an jagdlichem Interesse zeigte, genügte eine gute Konditionierung auf einen Superpfiff!

Sie ließ sich damit sogar von flüchtenden Rehen abrufen ...

Allerdings war sie im Vergleich zu meinen Schweißhunden natürlich ein gemäßigtes "Jagd-Exemplar", und durch ihre Ballverrücktheit konnte ich sie gut auf einen sehr wirksamen Rückruf-Pfiff konditionieren.

(klappte dann aber später mit zwei Hunden nicht mehr so gut, da meine Aufmerksamkeit dann im entscheidenden Moment nicht immer beim richtigen Hund war ... ;))

 

 

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vor 2 Stunden schrieb Schnüffelmaus:

 

aber ich würde auf jeden Fall den Hund sichern, da wo er möglicherweise durchstartet!

 

Absolut.

 

"Nur mal kurz weg" kann sich sehr schnell in "naja, aber nach 30 Minuten ist er ja wieder da" ändern, und dann immer weiter. Jagen ist halt DER Kick. Hat der Hund da Interesse, dann hilft nur absolut sichere (!!!!!!) Erziehung in Sachen Abruf (und damit meine ich ein 99,9%ige Abrufquote, nicht weniger - die 0,1%  muss man nunmal tolerieren, weil es keine Maschinen sind) oder halt ne Leine an den Hund zu machen.

 

Glaub mir, alles ist besser als ein toter Hund oder schlimmeres (Wildunfall durch gehetztes Wild zB).

 

Zum Jagdersatztraining:

Nun ja. Natürlich wird das Interesse an Spuren nicht geringer, wenn man das Spurensuchen (zB durch Mantrailing) gezielt fördert. Es kann aber (vorausgesetzt man lernt es richtig ;) ) sein, dass dir zB Mantrailing dabei hilft, deinen Hund noch besser zu lesen so dass du schneller eingreifen kannst und somit auch deine Abrufquote erhöhst. Wenn MT richtig gelernt ist, lernt man sehr viel über die Körpersprache der Hunde, und vor allem seines eigenen. Aber ja, du hast Recht: "abstellen" kann man Jagdfreude damit nicht.

Auch ein jadlich ausgelasteter Hund (also einer der wirklich zur Jagd geht) kann immer noch abhauen. Nehmen wir mal Bracken oder Wachtelhunde, die gehen auch dann noch ner Spur nach, wenn sie nen Tag vorher auf einer anstrengenden Jagd waren. Da hilft halt nur ne Leine.

Ein Retriever oder Vorstehhund hingegen wird (bei guter Erziehung) auch ohne viel Jagden noch abrufbar sein. Da liegen eben Welten zwischen den Rassen!

 

Naja, also ein "Patentrezept" für dein Problem habe ich nicht, stimme aber Schnüffelmaus zu: eigenständige Jagden deines Hundes zu verhindern hilft auf jeden Fall! Wenn nicht durch Abruf, dann durch eine Leine.

Zum einen dadurch, dass der Kick den der Hund bei einer Jagd erhält ausbleibt, und zum anderen natürlich dadurch, dass der Hund keine Tiere oder sich selbst gefährdet.

 

 

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vor 3 Stunden schrieb Renesis:

Ich finde es bemerkenswert wie @Hoellenhunde das in den "Griff" bekommen hat. Ok ich das mit den Mäusen ist für mich furchtbar und ich denke das hätte auch anders funktioniert - aber trotzdem ist es meiner Meinung nach eine super Leistung so weit mit so einem "Jäger" zu kommen. Für Zorax würde das eh nicht in Frage kommen. Dazu ist er viel zu ungeschickt und lässt Mäuse Mäuse sein ;)

 

Auch wenn ich nicht Hoellenhunde bin, aber ich meine mich zu erinnern, daß sie wiederholt betont hat, daß es in dem Fall nicht anders funktioniert hätte. 

Suhna darf ja mäuseln und furchtbar ist es nicht. Es ist im Gegenteil durchaus interessant zu beobachten, wie ein Hund seine Jagdstrategien weiterentwickelt und geschickter sowie erfolgreicher wird. Ich denke, die Mäuse, die dabei erwischt werden, hätte sich ansonsten der Bussard, Fuchs oder die Krähe geschnappt (und Madame ist sogar so nett und läßt sie zur Verköstigung durch andere liegen).

Muß halt jeder selbst wissen, kann je nachdem aber durchaus hilfreich sein, denk ich.

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Ich denke es ist schwierig hier einen Tipp zu geben, weil man ja den Hund, seine Motivation und euer Miteinander gar nicht kennt.

Meine Hündin ist eine Jägerin durch und durch und lief lange an der Schleppleine. Sie hat mich des öfteren umgerissen, hat ein Reh gerissen (an der Schleppleine), und war auch mal stundenlang weg, weil die Schleppleine am Griff gerissen ist (seither gibt es nur noch Schleppleinen ohne Griff, genäht und geklebt, ohne Nieten).

 

Wir haben angefangen miteinander zu jagen -> Mäuseln. Wir haben unsere Geschwindigkeit radikal reduziert, damit sie keine Reize überlaufen muss. Ich blieb immer hinter ihr, um sie nicht vorwärts zu drücken, blieb stehen, wenn sie stehen blieb. Wir haben gemeinsam Rehe beobachtet. Ich habe ihr Rehe gezeigt wenn sie sie nicht sah. Es ist nicht möglich zu schreiben was wir alles gemacht haben und ich denke ich würde es an deiner Stelle auch nicht nach machen, da es tatsächlich bei falscher Handhabe nach hinten los gehen könnte. Ich würde den Hund an Stellen sichern, wo Wild sein könnte.

Hera läuft mittlerweile wieder frei, ist abrufbar bei Wild und zeigt es mir auch an, wenn ich es nicht sehe. Sie lässt sich sogar abrufen, wenn ein anderer Hund durchstartet.

 

Hera ist aber ein "richtiger" Jäger und da habe ich die Erfahrung machen können, dass in unserem speziellen Fall, verbieten der falsche Weg ist. Hera zu zeigen das ich verstehe was sie mir sagen will, das ich verstehe was sie interessiert, dass wir das was ihr sehr wichtig ist, gemeinsam machen können, hat gut geholfen. Bei einem Hund der jagdlich nicht wirklich ambitioniert ist, hätte ich dagegen Angst das es in die falsche Richtung geht. Mein Jack Russel Rüde, auch jagdlich ambitioniert, der wurde dadurch richtig eingeschaltet, und bei ihm habe ich wieder so trainiert wie zuvor um ihn wieder vom jagen abhalten zu können. Es kommt auf den Hund drauf an, welche Trainingsart die richtige und funktionierende ist.

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Das Jagdproblem habe ich mit meinem Barsoi natürlich auch. Leider habe ich keine Tipps für dich. Aber die Schleppleine an einem Rotti? Wenn der losstürmt, hält ihn daran sicher keiner mehr auf.

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Vielleicht magst du hier: 

 

auch mal reingucken. Da steht ein wenig unser Weg beschrieben. Reines JT hätte bei Tito nicht ausgereicht.

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@Renesis 

 

Da gibt es hier einige ausgiebige Thread zu dem Thema, hast du die schon mal durchgelesen?

 

Ist sonst so ein großes Thema, man kann dann immer viele Seiten hin und her schreiben, was eigentlich schon mal als große Thema behandelt wurden.

 

 

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@BVBTom ja, hab hier schon viel gelesen aber keine wirkliche Lösung gefunden.

 

Das Argument mit der Schleppleine verstehe ich schon sehr gut. Vernünftiger Ratschlag ohne Zweifel. Ich finds auch voll daneben wenn mein Hund andere Tiere in Angst und schrecken versetzt, das geht garnicht! Und das es einen Trainingsfortschritt kaputt machen kann sehe ich auch so - von den Gefahren mal ganz abgesehen. Dennoch kommt die Schleppleine für mich nicht in Frage.

Klar, ich gewinne dadurch Sicherheit für mich selber etc. aber das kann ja nicht die Lösung des Problems sein und wie schon erwähnt, kann ich mit Schleppleine nicht wirklich daran arbeiten (genau das ist mir aber wichtig zu tun). Außerdem geht er ja auch mit ausreiten und spätestens da muss es auch ohne klappen.

 

Am 5.11.2018 um 15:36 schrieb Renegade:

Kannst du bitte präzisieren, was du bisher an Jagdersatz Training gemacht hast?

Zum einen, wie gesagt, Futterdummy, Spuren legen, Spur legen und verstecken, Leckerchen werden nur noch gekullert. Das effektivste war und ist immernoch weg rennen und hinterher hetzen lassen. Oder beim Ausreiten los galoppieren (ist ja dann auch eine Form von kontrolliertem jagen). Da schaut er dann auch nicht mehr links oder rechts, sondern hat einfach Spaß und startet voll durch.

Aber vielleicht liegt genau da irgendwo der Schlüssel...

 

Am 5.11.2018 um 19:59 schrieb Missyble:

Bei einem Hund der jagdlich nicht wirklich ambitioniert ist, hätte ich dagegen Angst das es in die falsche Richtung geht.

Genau den Eindruck hatte ich auch

 

Auch wenn einige meinen das bekommt man nicht zu 100% in den Griff - vielleicht aber doch ;) - Ich meine das ist´n Rottweiler und kein Jagdhund. Auch so reagiert er ja noch verhältnismäßig gut (erstaunliche Leistung).

Außerdem ists halt nen ziemlicher Jungspund und wird schon noch was ruhiger werden.

 

Nach reiflicher Überlegung glaube ich nun, dass ich etwas zu vorschnell war und das ganze mal wieder etwas lockerer sehen sollte. Dementsprechend schaut auch mein zukünftiger Plan aus:

Wälder werden nicht gemieden aber die Intensität erstmal deutlich zurück geschraubt. D.h. einen Weg ein stück in den Wald rein, dort dann ganz normal mit ihm spielen, Spuren legen, kämpfen... und so lange er da noch entspannt bleibt den Wald wieder verlassen. Das ganze dann langsam steigern. Gestern mit angefangen und prima funktioniert.

 

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