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Hundeforum Der Hund
Kiw!

Studium und Hund

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Hallo alle zusammen,

 

Ich fange am besten mal ganz von vorne an:

Mit 8 Jahren habe ich meinen ersten Hund bekommen, eine kleine Mischlingshündin. Ab dem ersten Tag waren wir ein Herz und eine Seele und bis heute kann ich sagen, mir hätte nichts besseres passieren können. Tierverrückt war ich schon immer, weshalb ich auch mit 10 Jahren begann, auf einem Gnadenhof zu arbeiten (naja, früher mehr Tiere bespaßen und heute eher arbeiten, aber ich bin nach wie vor jedes Wochenende dort und kann mir auch nichts anderes mehr vorstellen). Von klein auf lernte ich also, mit Hunden umzugehen, egal welcher Charakter oder welche Vorgeschichte und hatte ein immer stärkeres Verlangen nach einem "richtigen" Hund. Natürlich liebte ich meine Hündin über alles, aber ein 2kg Couchpotato war einfach nicht das, wonach ich mich so sehr sehnte...

Bis zu meinem Abitur musste ich dann warten, bis mein großer Traum in Erfüllung ging: Im Sommer diesen Jahres (in der Zeit zwischen Abitur und Studium) machte ich mich mit dem Auto auf den Weg nach Italien, um dort aktiv im Tierschutz zu helfen und direkt vor Ort mit Strassenhunden arbeiten zu können. Über 5 Wochen führte ich ein Traumleben, natürlich erlebte man das viele Leid auf eine ganz andere Art und Weise, jedoch war diese Arbeit einfach genau mein Ding. Und natürlich blieb eines nicht aus: Ich verliebte mich unsterblich in eine Hündin aus einem der Tierschutzvereine. Jedoch war mir bewusst, dass ich zu diesem Zeitpunkt (ich hatte weder einen Studienplatz, noch eine eigene Wohnung) nicht blauäugig die Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen konnte. Trotzdem hätte ich die Hündin nicht mehr dort lassen können. So beschlossen wir, dass ich meine Traumhündin als Pflegestelle mit nach Deutschland nehme und damit sogar die Hoffnung hatte, sie nie mehr hergeben zu müssen. Doch leider hat sich dieser Traum nicht bewahrheitet. Ich fand keine Wohnung mit Hundeerlaubnis, bekam nicht meinen Wunschstudienplatz und musste in eine Stadt, in der ich niemanden kannte und somit auch nicht auf Hilfe von Freunden hoffen konnte. Also machten wir uns auf die Suche nach der perfekten Familie, die wir auch fanden. Bis zur letzten Sekunde versuchte ich, den Abschied irgendwie zu verhindern, aber mein Verstand war stärker als mein Herz. Unsere Bindung war so stark (ich hatte einen völligen Angsthund aus Italien mitgenommen und nach ein paar Wochen schon fast einen Vorzeigehund an meiner Seite), dass ich den Abschied bis heute nicht verkraftet habe. Noch nie habe ich eine Entscheidung so bereut, auch wenn ich weiß, dass ich keine Wahl hatte. Ich hätte und würde sie bis heute jeder Zeit wieder zu mir nehmen, aber natürlich und auch verständlicherweise kam das für die neuen Besitzer nicht in Frage, ich hatte diese Entscheidung ja schließlich selbst getroffen. Zwei Wochen später, passierte dann das Unfassbare: Wir mussten unsere 10 jährige Hündin, meinen Seelenhund, einschläfern lassen. Und erneut brach meine Welt zusammen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als meine Emma wieder hier zu haben und würde dafür auf alles verzichten (auch, obwohl ich doch immer nur einen großen Hund wollte).

Heute sitze ich hier, vollkommen fassungslos, traurig, ich fühle mich so leer wie noch nie. Ich bin einfach nicht mehr ich. Alle sagen, ich solle meine Freiheit, meine Studienzeit, meine Jugend genießen, aber das kann ich ohne Hund einfach nicht. Wie auch, wenn zuhause niemand wartet, man abends allein auf dem Sofa sitzt und tagsüber kaum noch vor die Tür geht.

Jetzt, 1 1/2 Monate später, habe ich eine Wohnung mit Hundeerlaubnis in Aussicht, habe viele Freunde gefunden, die (zumindest fast) so Hundeverrückt sind wie ich und ich kann sagen, dass meine Termine als Student einem Hund keinesfalls im Wege stehen. Für mein Gefühl ist nun einfach alles zu spät, aber das Leben geht weiter und ich muss mit meinen Verlusten leben.

Ich hätte nie gedacht, ich würde bereits nach so kurzer Zeit über einen neuen Hund nachdenken, aber mein Alltag, mein ganzer Rhythmus gerät aus den Bahnen. Ich vermisse meine beiden Mäuse so sehr, dass ich es kaum ertragen kann und ich weiss nicht weiter.

Ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt für einen neuen, eigenen Hund?

Ich weiß manchmal kaum, wo mir der Kopf steht.

Dazu kommen so viele Bedenken:

Was, wenn ich (z.B. im Praktikum) mal zu wenig Zeit habe?

Was, wenn ich dadurch meine gerade aufgebauten sozialen Kontakte total vernachlässige?

Was, wenn dadurch meine ganze Freiheit weg ist und ich es am Ende bereue?

Was, wenn ich mir mit so einer Verantwortung doch zu viel zumute?

 

Ich selbst weiß ganz genau, dass das einzige, was mich wirklich glücklich macht, ein Hund ist und eigentlich weiß ich auch, was auf mich zukommt und das ich das sicher ohne Probleme meistern werde. Trotzdem bleiben immer Bedenken und Sorgen, vor allem durch die ständigen Einmischungen anderer Leute in meine Überlegungen.

Daher musste ich das alles jetzt einfach mal loswerden, und vor allem bei Leuten, die mich vielleicht zur Abwechslung mal verstehen.

Hinzu kommt noch, dass der Tierschutzverein gerade eine neue Hündin aufgenommen hat, die sich als Halbschwester meiner Pflegehündin entpuppte. Völlig anderes Aussehen, anderer Charakter, aber doch sind sich die beiden irgendwie ähnlich. Die Versuchung ist dadurch nicht gerader kleiner, aber meine Sorgen sind eben nach wie vor einfach da.

 

Also, was meint ihr, ist das Richtige? Ich brauche einfach mal ehrliche Meinungen von Menschen, die ähnlich ticken und für die ein Hund viel mehr positives als negatives bedeutet.

Ich hoffe, mein Text war nicht vieeel zu lang, um ihn durchzulesen. Ich bin froh, dass ich endlich ehrlich und ohne Einschränkungen einmal das erzählen konnte, was mir so auf dem Herzen liegt und würde mich über Antworten freuen!

 

Liebe Grüße 🐈🐾

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Ich hatte auch während des Studiums und danach einen Hund. Es ist aber damals wie heute sehr schwer mit Hund eine Wohnung zu bekommen und die Finanzierung des Hundes sollte man auch nicht unterschätzen. Ich wohnte im 1. Semester ziemlich weit draußen auf dem Land und musste nach jedem Seminar sofort wieder nach Hause zum Hund. Ich habe dann einen Zettel an der Uni aufgehängt, dass ich eine WG aufmachen will mit Hunden. Da fand sich auch gleich jemand mit Hund und wir suchten eine 4-Zimmer-Wohnung am Stadtrand und zwei Mitbewohner. Das war besser als sich selber in WGs vorzustellen, aber man sollte das Rechtliche genau abklären (Hauptmieter/Untermieter, Erlaubnisse vom Vermieter).

Mit Hund ist es so ähnlich als hätte man ein Kleinkind zuhause. Man ist sehr eingeschränkt, aber nicht völlig abgeschnitten vom Leben. Wenn man so leben will und sich die richtigen Leute sucht, kann es auch sehr gut klappen. Wenn deine Praktika ganztags sind, mußt du notfalls für eine Betreuung sorgen und das kostet oft Geld und Zeit für das Hin- und herbringen. Die Zeit nach dem Studium stelle ich mir schwieriger vor. Vollzeitjob in einer Riesenstadt mit Wohnungsnot und endlosen Staus im Berufsverkehr könnte schwer werden. Manches geht dann eben nicht, darüber sollte man nachdenken.

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Kommt schon extrem auf das Studium an, ob das geht, und ob man bereit ist mehr oder die ganze Freizeit dem Hund zu widmen, bei Maschinenbau-Ing ginge es zb nicht, andere vielleicht schon.

Je nachdem auch, ob man noch arbeiten muss, Praktika macht, muss man auch da funktionierende Betreuung haben. Wie es nach dem Studium ist, wenn man arbeitet, ist auch noch die Frage, oft sind es erstmal befristete Stellen, da muss man sehr flexibel sein.

 

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Es können im Leben wohl immer unvorhergesehene Dinge passieren... Man muss dann bereit sein eventuell selbst zurück zustecken für den Hund. An sich ist es wohl schwierig den "richtigen" Zeitpunkt für einen eigenen Hund auszumachen. In meiner Ausbildung wäre es nicht möglich gewesen, zeitlich sowie finanziell. Mit meiner jetzigen, unbefristeten Stelle war Peanut eines der ersten Dinge, die angeschafft wurden. Und ich bin überglücklich, wobei ich in meiner Pause nichts anderes mache, als mich um den Hund zu kümmern. Aber das mache ich gern. Sollte ich irgendwann wieder eine neue Stelle suchen, wird diese so ausgesucht, dass der Hund bei uns bleiben kann. Auch wenn die Suche dann vielleicht länger dauert. War bei der Wohnungssuche genauso. Abgeben käme für mich niemals in Betracht. Man muss sich eben überlegen, was man will und was an erster Stelle steht. Für mich definitiv der Hund. Wäre es Unkompliziertheit, Freizeit, Ungebundenheit oder was weiß ich, wäre er kaum bei uns. 

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vor 11 Stunden schrieb Kiw!:

Ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt für einen neuen, eigenen Hund?

Ich weiß manchmal kaum, wo mir der Kopf steht.

Dazu kommen so viele Bedenken:

Was, wenn ich (z.B. im Praktikum) mal zu wenig Zeit habe?

Was, wenn ich dadurch meine gerade aufgebauten sozialen Kontakte total vernachlässige?

Was, wenn dadurch meine ganze Freiheit weg ist und ich es am Ende bereue?

Was, wenn ich mir mit so einer Verantwortung doch zu viel zumute?

 

Gut, dass du Bedenken hast. Die kann dir auch letztlich keiner nehmen.

Von meiner Seite nur eins:

So ein Studium umfasst einen langen Zeitabschnitt, der Berufsalltag danach erfordert Einatzbereitschaft und Flexibiltät.

Geht das denn mit Hund?

"Gehen" tut viel - irgendwie.... ich persönlich bin da recht skeptisch, wenn ich überlege, wer von dieser Konstallation mehr profitieren würde.

Du sagst, du brauchst unbedingt einen Hund.

Bitte frage dich auch: was hat der Hund davon?

Diese Fragestellung habe ich in deinem langen Text leider nicht gefunden.

 

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Eine schwierige Entscheidung...

 

Ich würde im Vorhinein wirklich sicherstellen, dass Du genug Hilfe hast, damit Dein eventueller Hund bei Abwesenheiten über 4 - 5 Stunden gut versorgt ist. (Die Idee mit einer WG mit anderen Hundebesitzern finde ich sehr gut; man muss da allerdings auch sehen, dass dann nicht z.B. 2 Hunde unversorgt sind.... ;-))

Falls Du Dich dafür entscheiden würdest, würde ich auf jeden Fall den Schritt in den Semesterferien machen, um ihn /sie einzugewöhnen.

 

Bei Deinen Fragen kommen auch persönliche Zweifel auf wie fehlende Freiheit, Vernachlässigung der sozialen Kontakte, evtl. zu viel Verantwortung vor... Das sind meiner Meinung nach die Zweifel, die stark wiegen, gerade wenn schon durch das Studium vieles zu regeln sind. Wenn Du in dieser Beziehung zu sehr zweifelst, würde ich es lieber lassen.

Bzgl. Studium / Beruf musst Du allerdings wirklich möglichst flexible Unterstützer haben und wahrscheinlich auch das nötige "Kleingeld".

 

Unser Hund ist Mo bis Fr. beim Hundesitter. Nicht optimal, aber es hat sich im Nachhinein leider nur so regeln lassen. Ich habe mir allerdings immer private Stellen gesucht, was nicht immer leicht ist, aber wo er ähnlich wie bei uns fast zur Familie gehört; eine Hundepension käme für mich nicht in Frage. Ich habe sogar vier verschiedene Stellen und die schon seit Jahren, so dass es eigentlich nie Engpässe gibt. Auch wenn es sicherlich schöner wäre, wenn unser Hund öfter zu Hause sein könnte, bin ich mir sicher, dass es ihm gut geht,  wohler auf jeden Fall als in den beiden Tierheimen, in denen er vorher über ein Jahr lebte.

 

Ich wünsche Dir, dass Du die richtige Entscheidung triffst. Deinen Wunsch nach einem Hund kann ich jedenfalls sehr gut verstehen...

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vor 2 Stunden schrieb Renegade:

 

 

Du sagst, du brauchst unbedingt einen Hund.

Bitte frage dich auch: was hat der Hund davon?

Diese Fragestellung habe ich in deinem langen Text leider nicht gefunden.

Erstmal würde ich hierauf gerne Bezug nehmen:

Ich bin nicht auf den Hund selbst eingegangen, weil außer Frage steht, dass ich meine gesamte Freizeit dem Hund widme. Ich würde für meinen Hund mein ganzes Leben umkrempeln und das ist sicherlich nicht bei allen Hundehaltern der Fall.

Ist der Hund da, steht er an erster Stelle, und das zu jeder Zeit. Aber gerade deshalb muss ich mir Gedanken darüber machen, inwieweit ich mir diese Verantwortung zumuten kann.

Und ich kann mit Sicherheit sagen, dass mir der Tierschutzverein nicht einfach einen Hund überlassen würde, wenn es dem Hund in irgendeiner Weise schaden würde.

 

Ich hoffe, dass mein junges Alter mir bei solch einem Thema anderen gegenüber nicht zum Verhängnis wird, oft ist nämlich genau das der Fall. Schade eigentlich, denn ich glaube nicht, dass Verantwortungsbewusstsein und wirkliche Tierliebe irgendetwas mit dem Alter zutun haben.

 

Naja, zu meinem Studium: 

Ich studiere Grundschullehramt, mein Studium (sowohl Bachelor als auch Master) sind mit Hund kein Problem. Auch im späteren Job ist ein Hund mit dem Alltag gut vereinbar. Das Referendariat könnte sich dagegen schon schwieriger gestalten, ist mit Hilfe von Familie und Freunden aber auch machbar, ganz abgesehen davon, dass das noch ein paar Jahre hin. Ich meine, wer weiss schon, was in 5 Jahren ist,  wenn man immer so denken würde, wäre wohl nie der richtige Zeitpunkt.

Ich habe als Student wahrscheinlich mehr Zeit als die meisten Berufstätigen, dafür aber natürlich einen weniger geregelten Alltag.

 

Ich glaube, ich selbst weiß ganz genau, was ich will, natürlich unter der gegebenen Voraussetzung, dass mein Leben mit Hund vereinbar ist.

Meine Verunsicherung kommt wohl nur durch die vielen Menschen zustande, denen andere Werte wie Freiheit und Spontanität wichtiger sind und mir immer wieder von dem Thema abraten.

Da hier aber wohl alle zu gut wissen, wie schön ein Leben mit Hund sein kann, hatte ich gehofft, auf andere Meinungen zu stoßen, um den Mut aufbringen zu können und mein Leben so zu leben, wie ich es eigentlich möchte.

 

Trotzdem würde ich mich weiterhin über eure ehrlichen Meinungen freuen!

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Nach allem was du hier schreibst, scheinst du eindeutig halt ein "Hundemensch" zu sein. Ich würde mir also nur Gedanken darüber machen, ob ich es will, ja oder nein. Dir scheinen ja alle Vor- und Nachteile sehr bewusst zu sein.

 

Und das mit dem Studium....naja. Als ich den Hund geholt habe, war ich selbständig und konnte ihn mit zur Arbeit nehmen. Außerdem war ich in einer langjährigen Beziehung und hatte alle notwendigen Backups. Dann bin ich krank geworden und habe Arbeit und Partner verloren, stand also ohne Geld allein mit dem Hund da. Und es ging/geht trotzdem irgendwie. Fünf Jahre voraus planen habe ich längst aufgeben. Das ist bei der Hundeanschaffung für mich nur noch relevant, wenn ich weiß, dass bei planmäßigem Ablauf was kommen wird, bei dem ein Hund nicht passt. Letztlich könnten sonst auch fast nur Rentner und Hausfrauen Hunde halten. 

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@Kiw! Ich glaube - insbesondere nach deinem letzten Post - dass deine Entscheidung im Grunde schon feststeht.

Du hättest nun gerne noch Meinungen, die dich bestärken. ;)

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Man darf nicht nur das negative sehen. Es gibt auch so viele positive Seiten, wenn man einen Hund hat, egal, ob im Studium oder nicht. In Deinem Fall ist es doch so: Mit Hund lernt man lauter Leute kennen, die man ohne Hund gar nicht kennen würde. Mit etwas Glück findest Du auch nette Hundebekanntschaften, die bei Bedarf mal auf Deinen Hund aufpassen können (und andersrum). Unter meinen Hundefreunden hat mir sogar schonmal einer einen Nebenjob vermittelt, den ich als "nur-Student" sicher gar nicht auf dem Schirm gehabt hätte.

Dass man so einem Hund viel Zeit widmen muss und die Wohnungssuche eine Katastrophe ist, weißt Du ja selbst. Aber irgendwie geht's immer weiter, ich kann nun berichten, dass die Hunde und ich schon so einige Stürme überstanden haben. Nicht immer ohne Blessuren, aber man muss dann eben auch mal zurückstecken. Auch mal mehr. Den Eindruck machst Du ja mit dem, was Du schreibst.

Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr eigene Hunde, später kamen auch noch Katzen dazu (ich kann halt nicht nein sagen... ^^), auch im Studium. Es war nicht immer einfach, aber ich bereue keine Minute. Das schlimmste Problem, das ich in all der Zeit hatte, war wirklich das Finanzielle. Ich habe immer neben dem Studium gearbeitet, teilweise mehr, als mir gut tat. Trotzdem bekommt man gerade in den unteren Semestern (und je nach Standort) kaum einen halbwegs gut bezahlten Studentenjob. Eine Familie, die die Möglichkeit gehabt hätte, mich finanziell zu unterstützen hatte ich auch nicht. Mein erster Hund wurde mit 10 Jahren von heute auf morgen schwer krank. Ich musste mir Geld bei Freunden leihen, um die Behandlung zu bezahlen. Mein Puschelchen (zweiter Hund) wurde letztes Jahr schwer krank und ich muss gestehen, hätte ich zu der Zeit nicht gerade zwei gut bezahlte Jobs parallel gehabt und nur studiert (zu der Zeit habe ich nur ein, zwei Blockseminare und Abendkurse pro Semester gemacht), hätte ich mir die Behandlung nicht leisten können. Da ging ein höherer vierstelliger Betrag über den Tisch. Es hat sie am Ende alles nicht gerettet und im Nachhinein kann ich sagen, ich hätte nicht all das Geld ausgeben müssen, weil es sowieso nichts gebracht hat, auch nicht für sie. :( Aber hätte ich sie nicht behandlen lassen können, hätte ich mir mein Leben lang Vorwürfe gemacht. Ich habe zum Glück gute alte Freunde, bei denen ich mir im allergrößten Notfall auch größere Summen leihen kann, aber man macht das natürlich nicht gern.

Was die Arbeit nach oder auch neben dem Studium betrifft.. ich hätte heute bestimmt eine bessere Stelle haben können, hätte ich keine Hunde. Aber - will man das, wenn man eigentlich ohne Hund nicht glücklich ist? Also ich nicht. Und man studiert doch auch ein bisschen deshalb, weil man dann einfach mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt hat, oder? Ich kann zur Zeit zumindest nicht klagen. Der Weg war lang und dank Hunden auch vielleicht noch länger, aber jetzt hab ich wirklich genug Zeit und zumindest ausreichend Geld um zusammen mit den Hunden ganz gut zu leben. Das ist ganz ok so. Ich würde nicht tauschen wollen, wenn ich das doppelte verdienen könnte, aber dafür keine Hunde haben könnte.

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