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Wieviel Freilauf?

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vor 5 Minuten schrieb DerOlleHansen:

Hunde im "Leinenknast" ... leider viel zu oft die traurige Wirklichkeit ... und auf keinen Fall eine "artgerechte Haltung"!

 

Macht mich immer traurig, sowas zu lesen. Mich beschäftigt das Thema sehr. 

 

Was könnte ich denn tun? Ich bin jetzt nach 3 Jahren trainieren so weit, dass ich seit ein paar Wochen die Schlepp schleifen lassen kann, manchmal. Dadurch kann sie wenigstens auf der Wiese rennen, Ball spielen etc.

Ich möchte sie im nächsten Schritt an ausgewählten Orten versuchen abzuleinen, ich weiß nicht ob es funktionieren wird. Bin ich dann der falsche Halter, hätte jemand anderes geschafft, ihr mehr Freigang zu ermöglichen? Mich quält diese Frage manchmal. Ich weiß, dass sie zB Katzen töten würde. Ich weiß, dass ich in so einer Situation keinerlei Einwirkungsmöglichkeit bei ihr habe. Und ich weiß, dass sie bei Wild erst aufhören würde zu rennen, wenn sie umfällt. Ich bin schon nachts eine halbe Stunde durch den dunklen Wald gekrochen, abseits vom Weg, um meinen Hund wiederzubekommen. Und da hatte sie nur eine Spur erschnüffelt. 

 

Und falls es auch außer mir niemand schaffen würde, nehmen wir an ich hätte alles versucht und halbwegs richtig gemacht...dann kann also mein Hund nicht artgerecht gehalten werden. Was macht man dann mit so einem Tier?

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vor 19 Minuten schrieb Lique:

Bin ich dann der falsche Halter, hätte jemand anderes geschafft, ihr mehr Freigang zu ermöglichen?

 

Du bist definitiv nicht der falsche Halter - du setzt dich ja sehr mit dem Thema auseinander und erarbeitest mit deinem Hund Fortschritte - je nach Hund kann das eben daueren ...

 

vor 19 Minuten schrieb Lique:

Und falls es auch außer mir niemand schaffen würde, nehmen wir an ich hätte alles versucht und halbwegs richtig gemacht...dann kann also mein Hund nicht artgerecht gehalten werden. Was macht man dann mit so einem Tier?

 

Mein Posting hat durchaus eine leicht provokante Haltung ... ;)

Leider muss man "artgerecht" ja sehr einschränken durch "wie es die aktuellen Lebensumstände in Zusammenleben mit dem Menschen ermöglichen."

Ich finde es halt wichtig, dem Hund soviel Freiheit zu ermöglichen, wie es irgendwie möglich ist.

 

Und ich schrieb ja auch:

 

vor 32 Minuten schrieb DerOlleHansen:

Davon völlig ausgenommen sind objektiv notwendige Sicherungs-/Sicherheitsmaßnahmen und Vorschriften.

 

Das scheint bei deinem Hund in höherem Maße notwendig zu sein, als bei anderen Hunden. Ist dann halt so.

 

vor 22 Minuten schrieb Lique:

Ich möchte sie im nächsten Schritt an ausgewählten Orten versuchen abzuleinen, ich weiß nicht ob es funktionieren wird.

 

Trotz deiner Unsicherheit willst du es wenigstens ausprobieren. :no1

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vor 38 Minuten schrieb DerOlleHansen:

Ein frei laufender Hund muss lernen, zwischen Möglichkeit A und B die vom Halter bevorzugte Variante zu wählen - aus seiner freien Entscheidung heraus. Das ist schwieriger, mühsamer für Mensch und Hund. Sollte Mensch also aus reiner Bequemlichkeit - oder weil die Ausseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen nicht stattfindet - den Hund ständig anbinden, spreche ich ihm/ihr letztlich die Eignung als Hundehalter ab. Hunde im "Leinenknast" ... leider viel zu oft die traurige Wirklichkeit ... und auf keinen Fall eine "artgerechte Haltung"!

 

Ja, mir geht es da wie dir @Lique - so was macht mich auch traurig und auch betroffen. Ich habe Linnie jetzt seit 1,5 Jahren und wir sind mittlerweile so weit, dass Freilauf ab und zu möglich ist, aber er ist immer noch die Ausnahme. Linnie ist eine Jägerin durch und durch, bereits eine frische Spur reicht aus. Sie ist dann im Tunnel, völlig im Rausch, nimmt mich überhaupt nicht mehr wahr, alle Jagdinstinkte sind aktiv, sie hört sich an wie Darth Vader kurz vorm Kollaps... Na ja - und bei Wildsichtung ist dann "alles aus".

 

An Freilauf in der Morgen- oder Abenddämmerung, wenn das Wild sehr aktiv ist, ist überhaupt nicht zu denken - ich weiß nicht ob/wann sich das mal ändern wird. Tagsüber im übersichtlichen Gelände (damit meine ich jetzt Feldmark statt Wald) können wir ihr mittlerweile Freilauf ermöglichen - aber nicht immer, wir müssen auch hier auf ihre "Tagesform" achten. Und einfach mal eine Stunde oder zwei sie machen lassen, was sie will - diese Möglichkeit sehe ich auch (noch) nicht. Ja, das klappt mal 10-15 Minuten, lässt sich bestimmt ausbauen, aber ich muss mich schon ab und zu bei ihr "in Erinnerung rufen". Würde ich sie machen lassen, würde sie irgendwann vergessen, dass ich auch noch da bein und dnn über alle Berge, einer Spur oder einem Hasen oder Reh oder Wildschwein (oder sonst was) hinterher - sie würde sich durch die Bahnschienen in 1 km Entfernung ebensowenig aufhalten lassen wie durch die Autobahn. Aber sie würde in Panik geraten, wenn sie einer vielbefahrenen Straße oder gar einem Güterzug zu nah kommt und dann erst Recht kopflos werden und ebenso kopflos flüchten. Ich bezweifel, dass sie mich in diesem Zustand überhaupt "erkennen" würde. Dieses Risiko bin ich nicht bereit einzugehen.

 

Bin ich also der falsche Halter? "Arbeiten" wir zu wenig daran? Kann man meinen Hund überhaupt artgerecht halten oder sollte ich ihn besser nach Japan verschiffen und dort in den Bergen aussetzen (überzogen und nicht ganz ernst gemeint)?

 

Auf der einen Seite bin ich immer stolz wie Bolle auf uns als Team, vor allem auf Linnie, weil sie bereits wahnsinnige Fortschritte gemacht hat. Heute kann ich sie meist schon nach 5-10 Minuten aus dem Tunnel rausholen, sie ist super schnell ansprechbar (super schnell im Vergleich zu früher). Ich bestärke sie im Spuren verfolgen und darin, mich in das Jagen einzubeziehen, ich hocke mit ihr stundenlang im Unterholz und beobachte, wohin der Hase/das Reh verschwunden ist, ich belohne die Mäusejagd, weil das ohne Hetzen abläuft,... Ich freue mich wahnsinnig über die Erfolge, hätte vor einem Jahr niemals gedacht, dass ich sie je ableinen werde und komme aus dem Grinsen gar nicht mehr raus, wenn sie offline vor mir her läuft.

 

Und dann kommt die andere Seite. Ich lese mit, wenn sich hier Neuuser mit einem Problem melden und es kommt meist sehr schnell die Frage "Welche Möglichkeiten zum Freilauf bekommt der Hund?" - und dann sitze ich immer da und fühle mich schlecht, weil Linnie so wenig Möglichkeiten dazu bekommt und ich frage mich dann immer, ob sie ein unglücklicher Hund ist. Dann bin ich immer sehr resigniert. Und es hört sich immer alles so leicht an, dass man einfach dem Hund vertrauen soll, loslassen muss,... Ist mein Hund tatsächlich so ein Sonderfall was den Jagdtrieb angeht? Machen es alle anderen einfach besser als ich? Ist einfach manchmal deprimierend :(

@DerOlleHansen Habe deinen letzten Post eben erst gelesen und fühle mich schon ein bissl besser...

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Ich versuche, mich auf die Fortschritte zu konzentrieren. Als ich sie bekommen habe, war auch der Spaziergang an der Leine kein Spaß, weil sie nur in der Leine hing. Sie war draußen grundsätzlich nicht ansprechbar. Aber so ein Post wie von @DerOlleHansen rennt bei mir dann doch irgendwie offene Türen ein, weil ich schon manchmal denke, jemand mit mehr Hundeerfahrung hätte wahrscheinlich vieles besser gemacht. Und ich freue mich auch jetzt schon sehr, wenn ich denn Ball endlich soweit werfen kann, wie ich kann und der Hund flitzt hinterher. Aber auch bei uns ist es so, nach 10-15 Minuten driftet sie dann ab, mehr geht einfach nicht. Die Abgrenzung zwischen "ich hab die Verwantwortung, ich darf sie und auch das Umfeld nicht fahrlässig gefährden" und "wie viel ist eigentlich nur meine Angst, meinen Hund zu verlieren und Unfähigkeit loszulassen" fällt mir schwer. 

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vor 3 Minuten schrieb Lique:

weil ich schon manchmal denke, jemand mit mehr Hundeerfahrung hätte wahrscheinlich vieles besser gemacht.

Mit dem Dicken hat der Rückruf ewig gebraucht, und er kommt bis heute mehr so... sporadisch zurück. Mit der Kröte, die viel stärker auf Reize reagiert, hat es nur ein paar monate gedauert.

 

Mach dir nichts draus, das wird schon noch.

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Im Alter dann, wenn ich schneller bin als sie....😉

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vor 1 Stunde schrieb Lique:

....nach 10-15 Minuten driftet sie dann ab, mehr geht einfach nicht. Die Abgrenzung zwischen "ich hab die Verwantwortung, ich darf sie und auch das Umfeld nicht fahrlässig gefährden" und "wie viel ist eigentlich nur meine Angst, meinen Hund zu verlieren und Unfähigkeit loszulassen" fällt mir schwer. 

 

 

Aber manchmal kann man schon ein wohl kalkuliertes Risiko eingehen. Dann weiß man besser, wo man dran ist.

Und andere Strategien zum Einfangen des Hundes suchen.

Bei mir hab ich das am Anfang nie über reinen Rückruf gemacht. Ich bin oft einfach gegangen. Und hatte dann Leberwurst dabei, die es ausgiebig gab, wenn der Hund dann doch hinter mir her kam. Das tun sie sehr viel öfter, als man denkt.

Ich finde immer noch, die beste Methode, einen Hund, der eigentlich nicht/ noch nicht hört,  einzufangen ist, ihn nicht zu rufen. Weggehen, Umdrehen, Löcher budeln, laut lachen oder juchzen - alles ist erfolgreicher, als einen Hund beim Namen zu rufen, der keine Lust hat , zu kommen.

Und später, wenn mal ein Alltag einkehrt, kommen sie eh freiwillig ohne dass ich was sage, wenn ich wieder anleine.

 

ABER: ich hatte noch nie einen Hund mit extremem Jagdtrieb. Terrier sind zwar triebig, aber nicht zu arg.

 

Und das Wichtigste stimmt doch schon:

Du weißt, dass du die Verantwortung hast.

Du kennst dich und weisst, dass du dir - und der Sache -  manchmal selbst im Weg stehst.

 

Damit kann man doch arbeiten.

Du machst das schon.

Denk mal vielleicht anders.

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@Lique@Annali Der Drang alles "nachzuholen" schwächt sich ab, die Rückorientierung steigt mit mehr Möglichkeit. In passendem Gelände langsam steigern- mehr kann man nicht machen. Bei Dämmerung finde ich etwas viel verlangt- das vermeide ich auch meistens.(@lique woran erkennst du, das sie töten würde? Meine hasst die ja auch, aber sieht sie nicht als Beute, sie vertreibt inbrünstig aber ich weiss sicher, daß sie nicht töten würde- sie  stellt LAUT und wartet bis ich komme (bzw. würde das tun wollen, nur die Katzen bleiben nicht stehen, also müssen sie wenigstens abhauen) Leute, die das nicht wissen, würden meinen sie würde angreifen

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@Lique @Annali Ich finde, ihr seid ganz hervorragende Hundehalter und würde mir wünschen, dass viele Leute sich so viel Gedanken um die Bedürfnisse ihrer Hunde machen, wie ihr das tut. 👍:)

Den Post von @DerOlleHansen kann ich so nicht nachvollziehen, so argumentieren immer die Leute, die einen völlig unkomplizierten Hund ohne nennenswerten Jagdtrieb haben und ich finde es auch unfair, allen anderen zu unterstellen, sie würden ihren Hund nicht artgerecht halten, weil er nicht permanent freilaufen kann.

Meiner Ansicht nach ist ein Hund artgerecht gehalten, wenn seine Primär(und Sekundär)bedürfnisse gestillt werden, wie Futter, Wasser, tierärztliche Versorgung, warme Unterbringung, Kontakt zu Artgenossen, regelmäßige Bewegung, ausreichend Kontakt zu seinen Menschen.
 

Ein Hund wird auch wenn er überwiegend an der Leine gehalten wird, ein qualitativ gutes und glückliches Dasein haben, wenn er gut bewegt wird und man interessante Dinge mit ihm unternimmt.
Ich habe sehr viele Hunde kennengelernt, die überwiegend im urbanen Raum angeleint laufen mussten, weil sie jagdlich sehr ambitioniert sind, keiner dieser Hund hat auch nur im geringsten einen unglücklichen Eindruck gemacht.
Ganz im Gegensatz zu den armen Würsten unter den Hunden, die zwar problemlos freilaufen könnten, die aber den ganzen Tag in einem handtuchgroßen Garten versauern, weil die Besitzer zu faul sind, um vor die Tür zu gehen, geschweige denn, den Gehirnschmalz ihres Hundes zu fördern :wacko:

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vor 21 Minuten schrieb gatil:

 

 

Aber manchmal kann man schon ein wohl kalkuliertes Risiko eingehen. Dann weiß man besser, wo man dran ist.

Und andere Strategien zum Einfangen des Hundes suchen.

Bei mir hab ich das am Anfang nie über reinen Rückruf gemacht. Ich bin oft einfach gegangen. Und hatte dann Leberwurst dabei, die es ausgiebig gab, wenn der Hund dann doch hinter mir her kam. Das tun sie sehr viel öfter, als man denkt.

Ich finde immer noch, die beste Methode, einen Hund, der eigentlich nicht/ noch nicht hört,  einzufangen ist, ihn nicht zu rufen. Weggehen, Umdrehen, Löcher budeln, laut lachen oder juchzen - alles ist erfolgreicher, als einen Hund beim Namen zu rufen, der keine Lust hat , zu kommen.

Und später, wenn mal ein Alltag einkehrt, kommen sie eh freiwillig ohne dass ich was sage, wenn ich wieder anleine.

 

ABER: ich hatte noch nie einen Hund mit extremem Jagdtrieb. Terrier sind zwar triebig, aber nicht zu arg.

 

Und das Wichtigste stimmt doch schon:

Du weißt, dass du die Verantwortung hast.

Du kennst dich und weisst, dass du dir - und der Sache -  manchmal selbst im Weg stehst.

 

Damit kann man doch arbeiten.

Du machst das schon.

Denk mal vielleicht anders.

Damit würdest Du einen Galgo, Podenco oder auch anderen Jagdhunden nicht mal ein müdes Lächeln abgewinnen.
Wenn Du gehst, ist das denen schlicht egal, die finden Dich irgendwann schon wieder, wenn auch nach Stunden. ;)

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