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Hundeforum Der Hund
Fiona01

"Silvester 18 - von panischen Hunden ...

Empfohlene Beiträge

@Estray https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0035-1568270

 

vor 37 Minuten schrieb Nebelfrei:

Ich denke auch, dass man solche 'Trainings' vor allem vorbeugend machen soll. Lernen, dass  es rätselhafte, erschreckende Dinge gibt, die aber nicht wirklich schlimm sind, sondern sogar eine Ankündigung eines Keks sind.

Mit positiven Verknüpfungen von Anfang an hat man glaube ich generell die besten Chancen- auch bei genetischer Geräuschempfindlichkeitsdisposition. Aber  auch therapeutisch bringt es bei jeder Angststörung was, wohl bis zur Panik laut Link.

Nicht wirklich vergleichbar, weil keine Panik: Persönlich haben wir Angst vor großen metallischen umfallenkönnenden Gegenständen gegenkonditioniert, nachdem so einer mal neben uns umgekracht ist. Wurde richtig verknüpft und auf andere ähnliche Gegenstände übertragen  Das war aber nur ängstliches starkes Meiden und hat natürlich keine tausende Wiederholungen gebraucht wie für positive Umverknüpfung , aber mit Skepsis und Vorsicht lässt sich anders als mit Angst gut leben.

@Shyruka"Garagentor" klingt doch eigentlich nach einem gut dosierbaren Trainingssetting, wenn es das eigene ist.Naja jedenfalls besser als sich Knaller kaufen zu müssen. Wenn es schlimmer wurde, sind aktuelle Schilddrüsenwerte vielleicht nicht verkehrt.

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Noch ein letztes Mal, da es wohl nicht gelesen oder verstanden wurde: Ein Hund mit ausgeprägter Geräuschangst kommt in Situationen mit gruseligen Geräuschen (in unserem Fall also ungefähr alle Geräusche) überhaupt nicht auf ein so geringes Stresslevel, dass er irgendetwas lernen oder aufnehmen könnte. Der ist mit sich und seiner Angst beschäftigt. Wenn man da jetzt versucht gezielt gegen vorzugehen, z.B. bewusst für den Hund beängstigende Situationen aufsucht oder gar herbeiführt, verfestigt das bei entsprechenden Hunden die Angst nur und hat überhaupt keinen "therapeutischen" nutzen.

 

Vorbeugend: Ja. Bei Welpen oder unvoreingenommenen (Jung)Hunden.

 

Bei Hunden, die panisch sind: Nein. Bitte nicht machen.

 

Fragt doch mal die anderen Leute mit Hunden mit Geräuschangst wie z.B. @mikesch0815 und @benno0815. Wie seht ihr das so? Würdet ihr Gegenkondionierung (was nichts anderes als eine Konfrontationstherapie ist) für panisch reagierende Hunde mit Geräuschangst empfehlen? Also ich definitiv nicht!

 

Um irgendeinen positiven (Lern-)Effekt zu erreichen, muss der Hund doch erstmal aufnahmefähig sein. Ist er aber nicht, wenn er panisch und gestresst ist.

 

Und das finde ich daran etwas fahrlässig, das in einem Thread über panische Hunde für diese Hunde eine Konfrontationstherapie empfohlen wird, obwohl die - bei den Hunden, um die es hier eigentlich geht - gar nichts bringen kann.

 

Ich stelle mir vor, jemand hat ein ähnliches Problem mit seinem Hund, googelt das und landet dank des recht guten Googlerankings vom Polar Chat hier in diesem Thema. Der liest dann - oh, Gegenkonditionierung, Konfrontation mit gruseligen Geräuschen mit Keksen und Leckereien bestätigen.. das probiere ich mal aus. Hat derjenige dann einen Hund wie Chicci, Tuuli oder Aruna zu Hause, geht das sowas von nach hinten los. Deshalb wäre es vielleicht besser, solche Empfehlungen nicht in einem Thema für panische Hunde zu geben.

 

Just my 2 cents

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vor 39 Minuten schrieb Ivy:

Fragt doch mal die anderen Leute mit Hunden mit Geräuschangst wie z.B. @mikesch0815 und @benno0815. Wie seht ihr das so? Würdet ihr Gegenkondionierung (was nichts anderes als eine Konfrontationstherapie ist) für panisch reagierende Hunde mit Geräuschangst empfehlen? Also ich definitiv nicht!

 

Im frühen Level eventuell, aber ab einem bestimmten Grad kommt man da meines Erachtens nicht mehr mit gegen an. Hinzukommt, daß die meisten Leute gar keine so profunde HiFi Anlage haben, die Gewitter und Böllergeräusche realistisch (im Frequenzspektrum eines Hundes, also 20 bis 135kHz) wiedergeben kann. Das wäre so als ob ich mit einem Schwarzweiß-Druck einen Farbsehtest bei einem Menschen machen wöllte.

Mit realen Geräuschen kann ich eine Konfrontationstherapie gar nicht gesteuert veranstalten.

 

Ab einem bestimmten Grad erreiche ich damit überhaupt nix mehr. Da läuft die Amygdala einfach Amok, da ist kein Lernprozess mehr vorhanden, keine Kontrolle des Neocortex - der ist abgekoppelt, hat keinen Zugang. 

Da ist es viel wichtiger, den Panikmodus zu mildern, den unter Streßhormonen stehenden Organismus zu stabiliseren. Knuddeln, Geborgenheit geben, Trigger vermeiden. Ggf. Psychopharmaka.

 

Und irgendwelche "erzieherischen" Weisheiten wie "gesunde Härte" und anderen paradigmengequirlten Schwachfug kann man sich da hinstecken wo die Sonne niemals hinscheint. Man muss sich nur mal die Kommentare zu diesem Artikel durchlesen, was da ein Bockmist im Quadrat geschrieben wird: https://www.spiegel.de/panorama/silvester-tipps-von-hundetrainer-nick-martens-a-1303110.html Der Artikel selbst ist ok, aber die Kommentare... meine Fresse.

 

so weit

Maico

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Ich habe hier nicht gelesen, bin nur kurz reingeschneit, weil @Ivy mich markiert hatte.
Nur soviel: Bei Hunden mit Geräuschangst ist es total daneben, ein Konfrontationstraining zu machen, das verstärkt lediglich Ängste.
Ein panischer Hund lernt nichts, gar nichts mehr. Er ist nur noch darauf programmiert, sich in Sicherheit zu bringen. Schrieb oben @mikesch0815 bereits.
Die einzigen Möglichkeiten für diese Hunde sind, sie in Sicherheit zu bringen und so gut es geht die Angst zu mildern mit den bekannten Maßnahmen, Thundershirt, Zylkene, Höhle, Eierlikörchen oder im schlimmsten Fall Beruhigungsmittel nach Rücksprache mit dem Tierarzt.

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vor 52 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

@Estray https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0035-1568270

 

Mit positiven Verknüpfungen von Anfang an hat man glaube ich generell die besten Chancen- auch bei genetischer Geräuschempfindlichkeitsdisposition. Aber  auch therapeutisch bringt es bei jeder Angststörung was, wohl bis zur Panik laut Link.

Nicht wirklich vergleichbar, weil keine Panik: Persönlich haben wir Angst vor großen metallischen umfallenkönnenden Gegenständen gegenkonditioniert, nachdem so einer mal neben uns umgekracht ist. Wurde richtig verknüpft und auf andere ähnliche Gegenstände übertragen  Das war aber nur ängstliches starkes Meiden und hat natürlich keine tausende Wiederholungen gebraucht wie für positive Umverknüpfung , aber mit Skepsis und Vorsicht lässt sich anders als mit Angst gut leben.

@Shyruka"Garagentor" klingt doch eigentlich nach einem gut dosierbaren Trainingssetting, wenn es das eigene ist.Naja jedenfalls besser als sich Knaller kaufen zu müssen. Wenn es schlimmer wurde, sind aktuelle Schilddrüsenwerte vielleicht nicht verkehrt.

Hab ja schon geschrieben, dass es nächstes Jahr einen weiteren Bluttest gibt. Der vorherige (sie hat es ja schon länger), war komplett unauffällig.

Ich möchte mich Ivy aber anschließen. Ich werde auch das Garagentor mit Sicherheit nicht provozieren, dass ist damals, als Quinta das entwickelt hat schon fast in die Hose gegangen. Handelt sich nämlich nicht um das eigene sondern um das von Schwiegervater in spe. Und der wohnt an einer stark befahrenen Landstraße. Und sie ist damals im Affekt in Sekundenschnelle aus dem Geschirr gerutscht.

Und ich weiß man sollte nicht von "Gesichtsausdrücken" reden, aber ihrer hatte blanke Panik drin. Und seitdem wird da kein Garagentor geöffnet, wenn ich und Quinta draußen sind. 

Ebenso die Geschichte mit dem Hagel. Da waren wir bei meiner Tierärztin und ich habe das als plötzliche Tierarztangst verbucht. Da hat mir meine Tierärztin gesagt, dass Quinta wohl sehr Geräuschempfindlich ist und mir auch gezeigt woran man das in diesem Augenblick sehen konnte. Wir haben die Behandlung übrigens in dem Augenblick nicht gemacht, weil man mehr hätte kaputt, als richtig gemacht. Da kam es kurz darauf auch zum unauffälligem Bluttest. Quinta war da so eben über ein Jahr. 

Silvesterböller und Co. haben zwar schon immer Angst gemacht, aber ich hab es auch immer mit viel Lob und freuen über den Lärm gemacht. Das klappt nicht. Und wenn ich das bei dem Garagentor machen würde und es funktionieren würde, hätte sie auch trotzdem noch Angst vor Hagel und Silvester.

Bisher hatte sie aber bei den anfänglichen Böllern und Raketen nie die Flucht nach hinten gemacht. Das erst seit diesem Jahr. Kann aber durchaus auf das Extremgeballere letztes Jahr zurückzuführen sein, als sie plötzlich unter sich gemacht hat.

 

Bezüglich sensibilisieren von Ängsten: Es käme doch auch keiner auf die Idee einen Hund der vorher von Kindern mit Stöcken geschlagen wurde, von Kindern mit Stöcken streicheln zu lassen. Oder ihn allgemein irgendwie mit Stöcken zu desensibilisieren, oder gar mit Kindern.

Die blieben hier weg, und Äste blieben auf dem Boden. Und wenn man Kindern begegnen würde, mit Stöcken, würde zumindest ich den größtmöglichen Bogen oder Rückwärtsgang einlegen. Aber mit Sicherheit nicht glauben, dass ich da was mit zeigen benennen und Keks was erreichen kann. Das sind Traumata. Das ist in etwa so naiv, wie einem depressiven zu sagen, er solle doch einfach nicht traurig sein. 

Die Erkenntnis muss dem Hund selbst kommen. Entweder sie kommt irgendwann, oder aber nie. Und in der Zwischenzeit ist er aus diesen Situationen rauszuhalten. Aber alles andere bestätigt und verstärkt die Angst doch. Oder er verliert gar das vertrauen in den eigenen Menschen.

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vor 15 Minuten schrieb mikesch0815:

Mit realen Geräuschen kann ich eine Konfrontationstherapie gar nicht gesteuert veranstalten.

Gewitter auf keinen Fall. Einzelne Knaller schon eher, wie in dem Interview beschrieben, wobei ich 80m schon extrem nah finde und dadurch sowieso nie Silvesterintensität erreicht wird. Und bevor man regelmäßig Großfeuerwerke veranstaltet, fährt man besser besser mit dem Hund irgendwo weg, da ist das Geld besser angelegt.. Alltagsgeräusche würde ich auf jeden Fall versuchen, haben wir ja auch gemacht (und diesen Gesichtsausdruck hatte sie auch).

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vor 1 Minute schrieb gebemeinensenfdazu:

 Alltagsgeräusche würde ich auf jeden Fall versuchen, haben wir ja auch gemacht (und diesen Gesichtsausdruck hatte sie auch).

 

Natürlich. Wenn unvermeidbare Geräusche des Alltags (dazu zähle ich keine Explosionsgeräusche, außer ich lebe im Jemen oder Syrien) ein Problem sind, sollte man daran schon versuchen frühzeitig zu arbeiten.

Wobei man selbst aber auch ganz gut sich konditionieren kann, bestimmte Geräusche nicht zu machen. Meine Aisha hatte als Epilepsietrigger Geräusche. Knistern und Klimpern. Also waren Tüten und irgendwas klimperndes für ein paar Jahre nie in ihrer Hörweite.

 

so weit

Maico

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vor 1 Stunde schrieb Ivy:

Noch ein letztes Mal, da es wohl nicht gelesen oder verstanden wurde: Ein Hund mit ausgeprägter Geräuschangst kommt in Situationen mit gruseligen Geräuschen (in unserem Fall also ungefähr alle Geräusche) überhaupt nicht auf ein so geringes Stresslevel, dass er irgendetwas lernen oder aufnehmen könnte. Der ist mit sich und seiner Angst beschäftigt. Wenn man da jetzt versucht gezielt gegen vorzugehen, z.B. bewusst für den Hund beängstigende Situationen aufsucht oder gar herbeiführt, verfestigt das bei entsprechenden Hunden die Angst nur und hat überhaupt keinen "therapeutischen" nutzen.

 

Vorbeugend: Ja. Bei Welpen oder unvoreingenommenen (Jung)Hunden.

 

Bei Hunden, die panisch sind: Nein. Bitte nicht machen.

 

Fragt doch mal die anderen Leute mit Hunden mit Geräuschangst wie z.B. @mikesch0815 und @benno0815. Wie seht ihr das so? Würdet ihr Gegenkondionierung (was nichts anderes als eine Konfrontationstherapie ist) für panisch reagierende Hunde mit Geräuschangst empfehlen? Also ich definitiv nicht!

 

Um irgendeinen positiven (Lern-)Effekt zu erreichen, muss der Hund doch erstmal aufnahmefähig sein. Ist er aber nicht, wenn er panisch und gestresst ist.

 

Und das finde ich daran etwas fahrlässig, das in einem Thread über panische Hunde für diese Hunde eine Konfrontationstherapie empfohlen wird, obwohl die - bei den Hunden, um die es hier eigentlich geht - gar nichts bringen kann.

 

Ich stelle mir vor, jemand hat ein ähnliches Problem mit seinem Hund, googelt das und landet dank des recht guten Googlerankings vom Polar Chat hier in diesem Thema. Der liest dann - oh, Gegenkonditionierung, Konfrontation mit gruseligen Geräuschen mit Keksen und Leckereien bestätigen.. das probiere ich mal aus. Hat derjenige dann einen Hund wie Chicci, Tuuli oder Aruna zu Hause, geht das sowas von nach hinten los. Deshalb wäre es vielleicht besser, solche Empfehlungen nicht in einem Thema für panische Hunde zu geben.

 

Just my 2 cents

 

 

 

🙈

Lies dich mal ein ins Thema Gegenkonditionierung, dann kommst du hoffentlich nicht mehr durcheinander mit "Konfrontationstherapie" und "Flooding". 

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.. Und stehst deinem Hund nicht mehr im Weg. 😎

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Ich habe Estrays Beitrag weiter vorn jetzt mal nachgelesen, bei Hunden, die nicht unter Geräuschängsten leiden, macht es natürlich Sinn, sie weit vor Sylvester mittels Gegenkonditionierung auf die Knallerei vorzubereiten. Jetzt macht das allerdings keinen Sinn mehr, zu spät 😉
Funktioniert leider auch nur begrenzt, denn die Geräuschkulisse an Sylvester ist je nach Region nochmal um ein vielfaches heftiger.
Es kommt auch echt auf den Hundetypus an, Sikari ist relativ gechillt, was laute Knallgeräusche angeht, bei der funktioniert Methode Keks ausgezeichnet, Aruna würde nicht mal an Fressen denken können.

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