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Jein.

 

Eurozentristisch gedacht und gerade aus mitteleuropäischer Perspektive hast du vielleicht streckenweise Recht, aber wenn du dir die Auslegung der Bibel in vielen Gegenden Lateinamerikas etwa vor Augen führst, sieht das schon wieder ganz anders aus.

 

Und: Es ist formal gar nicht möglich, den Koran als chronologisch vorgehendes Geschichtenbuch auszulegen, denn er ist in Suren und Versen strukturiert und verwendet ganz andere sprachliche, sehr bildliche Schemata. Vereinfacht gesagt: Wenn die Bibel Epik ist, ist der Koran Lyrik. Die Herausforderung bei der Auslegung ist also der Natur nach eine gänzlich andere.

Wie gesagt: Es ist total aufschlussreich, diese großen Werke der Weltliteratur mal im Vergleich zu lesen, und fördert in jedem Fall das Verständnis vieler Aspekte, die einem allein aus der eigenen Perspektive gedacht zwangsläufig fremd bleiben müssen.

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vor einer Stunde schrieb Patlican:

Die Herausforderung bei der Auslegung ist also der Natur nach eine gänzlich andere.

 

Seit wann 'darf' man den Koran interpretieren?

 

Nun egal. Mir geht es nicht darum, ob jemand religiös ist oder nicht, das ist Privatsache. Ich kenne kaum Leute, die sehr religiös sind, die meisten halt so auf dem Papier und allenfalls zu Festen. Da kommt es auch nicht darauf an, welcher Religion sie angehören.

Mir geht es darum, ob jemand gefährlich ist. Und da ist es halt im Moment und in unserer Weltgegend so, dass Gefahr von diversen Imamen ausgeht, die junge Menschen so beeinflussen, dass sie zum Teil freiwillig in den Krieg ziehen. Zu Menschen erziehen, die sich gegen den westlichen Lebensstil wenden und lieber zurück in autoritäre Zeiten wollen.und das mit Gewalt.

 

Das will ich nicht. 

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vor 4 Stunden schrieb Patlican:

Wie gesagt: Es ist total aufschlussreich, diese großen Werke der Weltliteratur mal im Vergleich zu lesen, und fördert in jedem Fall das Verständnis vieler Aspekte, die einem allein aus der eigenen Perspektive gedacht zwangsläufig fremd bleiben müssen.

 

Ich glaube, es reicht nicht die normativen Werke verschiedener Religionen in einer Übersetzung (!) und hintereinander zu lesen, um zu verstehen, was Menschen aus verschiedensten Ländern und sozialen Schichten über diverse Themen denken. Hast du z.B. auch die Hadithe gelesen und weißt du wie diese in den verschiedenen Islam-Strömungen jeweils ausgelegt werden? Kennst du die Geschichte der Länder, aus denen die Einwanderer stammen? Der Islam in Saudi-Arabien hat eine andere Prägung als der in der Türkei, Indonesien oder Afrika. Städtische, wohlhabende Muslime in Kairo leben einen anderen Islam als die Landbevölkerung in Ägypten. Das Verhältnis zwischen Juden und Muslimen ist auch sehr komplex.

Das Entscheidende für das hiesige Zusammenleben mit Muslimen ist aber der praktizierte Islam in den Gruppierungen hier in DE und nicht das, was Außenstehende aus deren Schriften herauslesen - sei es positiv oder negativ.

 

vor 5 Stunden schrieb Patlican:

Nach langer Zeit habe ich hier noch einmal den Thread weiterverfolgt und musste oft wirklich, wirklich hart schlucken. Besonders weh tun mir gerade (neben unsystematischen, willkürlichen Verquickungen religiöser, kultureller und politischer Sphären, die aber ja leider, obgleich sie oft jeder Logik entbehren, auch viele mediale Diskussionen prägen) aburteilende Kommentare über fremde Religionen, die offenbar aus purer Uninformiertheit resultieren. Dazu also ein kleiner Denkanstoß von mir, vielleicht kann der eine oder andere ja doch etwas damit anfangen...

 

Es ist durchaus möglich, dass Menschen die gleichen Bücher wie du gelesen haben und trotzdem zu einem negativen Urteil über eine Religion kommen. Und was möchte das Video, das du verlinkt hast, nun erreichen? Dass das alte Testament martialische und uralte, fremdartig anmutende Passagen enthält, die für das heutige, deutsche Christentum wenig Relevanz haben, ist ja nicht neu. Das sagt uns aber rein gar nichts über die Bedeutung ähnlicher Koranpassagen in den islamischen Strömungen, zu denen viele Einwanderer gehören und die teilweise Moscheen samt Personal hier in Deutschland finanzieren.

 

Es sieht leider so aus, als würde sich in eben diesen Moscheen ein radikalerer Islam entwickeln als der, den wir von langjährigen Arbeitskollegen und integrierten, netten Nachbarn kennen. Es gibt in all den erwähnten Religionen jeweils auch moderne, liberale Strömungen, die in Europa wenig auffallen. Das Problem für eine multikulturelle Koexistenz in einem Staatsgebiet sind wohl eher die orthodoxen Richtungen, die ihre religiösen Ansichten auch in Politik und Alltag umsetzen möchten. Und da gibt es sehr wohl "Verquickungen religiöser, kultureller und politischer Sphären".

 

Die nächstliegende Stadt hier bei mir wurde vom Niedersächsischen Verfassungsschutz als "Salafisten-Hochburg" eingestuft. Die Muslimbrüderschaft ist hier auch sehr aktiv. Jemand (aus der linken Szene), der in der Jugendpflege hier im Dorf arbeitete, hat mir erzählt, dass einige der muslimischen Jugendlichen zu den Angeboten der Moscheen gingen und sich danach sehr verändert hätten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Salafismus#Deutschland

"Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sind die ideologischen Grundsätze des Salafismus unvereinbar mit den Prinzipien des Grundgesetzes, „insbesondere der Demokratie, de[m] Rechtsstaat[-] und einer auf der Menschenwürde basierenden politischen Ordnung“. Laut dem BfV hatten fast alle identifizierten terroristischen Netzwerke und Einzelpersonen einen salafistischen Hintergrund. Nach seinen Angaben gab es 2011 rund 4000 Salafisten in Deutschland, und im Dezember 2017 war deren Zahl auf 10.800 gestiegen."

 

Das ist eine bedenkliche Entwicklung. Auch die Islamverbände helfen da nicht weiter.

https://www.cicero.de/kultur/terror-wie-sich-die-konservativen-islamverbaende-wegducken

 

vor 2 Stunden schrieb Nebelfrei:

Seit wann 'darf' man den Koran interpretieren?

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Koranexegese

 

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Wenn ich sehe  wieviele rechten Autkraten hinterherlaufen  hat es nichts religiöses.

Es gibt so unendlich viele Bsp. in denen gegen dass eigene Volk regiert wird  ,aber vielen reicht eben dass Gefühl. 

Aktuell  Ungarn zb die Veränderung der erlaubten Überstunden.....(Kleinigkeit)

Dieser Wunsch nach Führung und genormter einheitlicher Gesellschaft ist ein Auslöser der aktuellen Probleme. 

 

Wem sie hinterherlaufen  ist im Grunde egal.

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vor 9 Minuten schrieb black jack:

Wenn ich sehe  wieviele rechten Autkraten hinterherlaufen  hat es nichts religiöses.

Es gibt so unendlich viele Bsp. in denen gegen dass eigene Volk regiert wird  ,aber vielen reicht eben dass Gefühl. 

 

Meinst du die vielen Erdogan-Anhänger unter den türkischen Einwanderern?

 

vor 9 Minuten schrieb black jack:

Dieser Wunsch nach Führung und genormter einheitlicher Gesellschaft ist ein Auslöser der aktuellen Probleme.

Wem sie hinterherlaufen  ist im Grunde egal.

 

Das ist sicher auch ein Grund, warum Zuwanderer, die sich hier abgelehnt und chancenlos fühlen, Zuflucht in radikalen, religiösen Gruppierungen suchen.

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Ich müsste  rechte streichen .

Definitiv ist die Türkei auch ein gutes Bsp. 

Irgendwie scheint aber der einzige  Parameter  für die Qualität von Regierung zu sein die Flüchtlingspolitik .

Polemisch,Menschenverachtend scheint da durchaus  ok.

 

 

Es gibt  kaum Antworten  auf die  wirklichen Probleme unserer Zeit,diskutiert wird  (auch hier) nur über  dieses eine Thema. 

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vor 16 Stunden schrieb mikesch0815:

Den Schuh, das ich nicht argumentieren wöllte, den zieh ich mir nicht an.

 

 

Nö, brauchst du auch nicht.

Der war auch nicht für dich bestimmt.

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Um einfach mal ein anderes Thema einzubringen, mal ein aktueller Anstoß:

 

219a- Statistiken zu Schwangerschaftsabbrüche

 

Wenn über Schwangerschaftsabbrüche gesprochen wird, ist das eigentlich immer ein hochemotionales Thema, in dem Fakten gerne gegen Argumente wie "Jesus hat ja auch keiner abgetrieben!" untergehen. 

Deswegen kurz eine Auflistung von Fakten und von Verlinkungen zu Statistiken:

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Genesis-Online

 

Wer lässt eigentlich Schwangerschaften abbrechen, und warum?

Kurze Frage, lange Antwort:

Der "gesunde Menschenverdacht"  legt einem Nahe, dass besonders mittellose Frauen, Frauen die keine feste Partnerschaft haben, und Frauen die keine Struktur in ihrem Leben haben, die das aufziehen eines Kindes ermöglichen würde, diejenigen sind die Schwangerschaften abbrechen lassen. Um es salopp zu sagen, also Teenager und junge Erwachsene die studieren/ sich noch in der Ausbildung befinden. Kein oder kaum eigenes Geld, kein fester Partner, keine Lust auf so viel Verantwortung aber Party machen und nicht Verhüten!

... Wenn wir dann unsere Vorurteile überwunden haben finden wir folgende Tabelle.

 https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Tabellen/Alter.html;jsessionid=A2AA8ED8DE2371721CF6FC525552BE2C.InternetLive1  Wenn wir uns diese Tabelle ansehen, dann haben 2017 101.209 Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.  

Von diesen Frauen waren 3009 unter 18. 

24846 waren zwischen 18 und 25 Jahren alt (und fallen damit voll in unser Klischee?).

Zwischen 25 und 30 waren 24.859 Frauen, also ungefähr genauso viele.

Fast genauso viele, nämlich 23.127, waren zwischen 30 und 35.

17 643 Frauen waren zwischen 35 und 40 Jahren alt.

 

Entweder haben wir in Deutschland also ein massives Problem mit partyfreudigen Langzeitstudentinnen, oder unser "gesunder Menschenverstand" stimmt gar nicht, und viele Aspekte spielen bei der Entscheidung zu einer Abtreibung eine Rolle.

 

Eventuell bietet uns der Wohnort mehr Aufschluss.

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Tabellen/LandWohnsitz.html;jsessionid=A2AA8ED8DE2371721CF6FC525552BE2C.InternetLive1 Betrachten wir diese Tabelle, und vergleichen nur Bayern und Berlin,  dann sieht man, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Berlin fast 2,5 mal größer ist als in Bayern. Wirklich weiterhelfen tut uns das jetzt nicht: Beziehen wir doch mal Bremen und Hamburg mit ein. 

 

Dann ergibt sich folgendes Bild:

In Berlin und Bremen wird mehr als doppelt so eine Schwangerschaft abbgebrochen wie in Bayern.

In Hamburg wird eine Schwangerschaft 1,5 mal so oft abgebrochen wie in Bayern. 

 

Liegt das an der norddeutschen Kultur?Betrachten wir Schleswig-Holstein: Dort wird nur ungefähr 1,3 mal so oft abgetrieben wie in Bayern. 

Wenn wir uns jetzt dien durschnittlichen Bruttoverdienst nach Bundesländern ansehen: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gehaltsvergleich-deutschland-1.4080244 

Dann scheint Geld nicht der alleinige Faktor zu sein.

 

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Tabellen/RechtlicheBegruendung.html;jsessionid=A2AA8ED8DE2371721CF6FC525552BE2C.InternetLive1 In dieser Tabelle finden wir nun Angaben darüber in welcher Schwangerschaftswoche abgebrochen wurde, mit welchem 'Grund' und (sehr interessant) ob bereits vorher Kinder vorhanden waren. 

 

Und die Tabelle sagt uns für 2017: 

39.627 Frauen hatten noch kein Kind, aber 61.582 Frauen hatten ein oder mehrere Kinder. Heißt das etwa, wir sprechen gar nicht in der Mehrheit von unerfahrenen, bindungsphobischen Frauen? Gucken wir uns doch mal an, was unsere Tabelle zum Familienstand sagt. Aus praktischen Gründen habe ich nur ledig und verheiratet mit einbezogen:

 

(unerfreulicherweise kann ich sie nicht direkt verlinken. Ihr müsst sie euch also selber basteln: https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon?language=de&sequenz=tabellen&selectionname=23311* und dann 23311-0002)

Von einer leider nicht genannten Gesamtanzahl waren 57.294 Frauen ledig (Im Sinne von, "nicht verheiratet/ verwitwet /geschieden")  39.669 waren verheiratet (im Sinne von "nicht ledig/ verwitwet /geschieden").

 

Zusammenfassend also: 

Nicht nur sehr junge Frauen und Frauen mit wenig finanziellen Ressourcen lassen Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Die Mehrheit der Frauen hatte bereits ein oder mehrere Kinder. 

Man kann also davon ausgehen, dass es sich um eine informierte und wohlüberlegte Entscheidung handelte. 

 

 

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Am 15.12.2018 um 10:26 schrieb Holo:

 

Wie soll man denn mit Leuten reden, die anderen das Recht zu leben aberkennen wollen?

 

ich habe jahrelang auf Verwandte, Bekannte und was weiß ich wen eingeredet. Hoffnungslos. Da kommt man mit Logik nicht weiter, weil sie haben Gefüüüüüühle. und was sie fühlen ist Angst, dass ihr Enkelkind dunkle Haare haben könnte. 

Zu Deinem ersten Satz... Wie kommst du eigentlich darauf,dass irgendwer ein recht dazu hat ein Leben "abzuerkennen"?... Wer will denn sowas? Also wenn ich dich jetzt richtig verstehe, geht es um Leute die es in ihrer Heimat schlecht geht (politisch verfolgte?)... oder um Wirtschaftsflüchtlinge? Keine Ahnung von wem du redest...

Zu Deinem zweiten Ansatz... Du hast also versucht deine Verwandte und Bekannte zu "bekehren"? Ich kann mir nicht vorstellen,dass deine gesamte Verwandtschaft und Bekanntschaft Angst vor schwarzen Haaren hat ... Vielleicht solltest Du auch mal Deinen Verwandten und Bekannten zuhören...und mit ihnen über ihre Ängste sprechen...

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