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Hundeforum Der Hund
Loulie

Welpe eingezogen - Fragen

Empfohlene Beiträge

Es ist ein Welpe.

Die tun sowas. Es gehört dazu zum Welpendasein.

Da muss man durch.

 

Nimmt es sehr überhand, dann sollte man sich überlegen, ob der Welpe nicht durch irgendetwas überfordert ist. Nach müd kommt blöd - wie bei Kindern. Dann das Unterhaltungsprogramm deutlich abspecken.

 

Ich finde nicht, dass es eine Box braucht oder eine kurze Leine. Nicht drauf eingehen, Ablenken, kleiner Ortswechsel - oder auch mal mitmachen und mitraufen (gibt halt Kratzer).

Wir haben z.B. dicke Wollsocken an den Füssen gehabt und haben die Welpen damit kämpfen lassen, bis sie die Lust verloren. Und es waren Terrierwelpen.

 

Oft schwingt bei diesen Threads - der mindestens 127., seit dem ich in diesem Forum aufschlug - die Angst der Welpenbesitzer mit, diesem wilden, unbezähmbaren Wesen in der Zukunft nicht "Herr" zu werden. Und aus dieser Angst heraus ist man der Meinung: Wehret den Anfängen.

Keine Angst. Genießt das Welpenleben. Aaaalles wird gut.

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Liebe @Loulie,

 

bei uns ist letztes Jahr mein allererster Welpe eingezogen, und wie viele hier kann ich dich in einem Punkt super nachvollziehen: Diese Welpenattacken tun echt VERFLUCHT weh, und es ist schwer, so ein niedliches, verheerendes Monster dann mit den "üblichen" Methoden so herunterzufahren, dass man nicht mehr die Tränen in den Augen hat. Du bist also nicht allein!

 

Unsere Dame (Schäferhund/Husky) war auch so ein wildes, bissiges Welpchen - wir sahen die ersten Monate so heftig aus, dass wir unsere Arme und Beine trotz Sommer komplett vor der Öffentlichkeit verstecken mussten. :D Daher erst einmal ein paar ganz pragmatische Tipps zum Selbstschutz, falls ihr in dem Welpenstress nich nicht dazu gekommen seid: Dicke alte (Herren-)Jeans und Jogginghosen sowie verdammt fette Pullover und Sweatshirts in Übergröße sowie robuste Mützen kaufen und, wo immer möglich, anziehen, das federt die spitzen Zähnchen zumindest ein wenig ab und es landen weniger Schrammen auf euch und weniger vernünftige Klamotten im Nirvana...

 

Davon abgesehen und ergänzend zu einigen hilfreichen Tipps, die schon gekommen sind: Du schreibst, dass du es mit dem Kommando "AUS" versuchst. Das Kommando heißt ja meist: Was immer du auch gerade im Mäulchen hast - lass es los. Dieses Kommando muss positiv aufgebaut werden wie jedes andere auch, auch wenn man es erst einmal intuitiv benutzt. Habt ihr das schon gemacht? Sonst würde ich das schon einmal weit oben auf eure Trainingsagenda setzen. Die Grundidee dabei ist, dem Welpen beizubringen, dass es ganz toll ist, wenn es etwas auf dieses Wort hin loslässt, und zwar etwa mithilfe einer Belohnung. (Hierfür gibt es verschiedene Methoden - frag gerne nach, wenn dich das näher interessiert, dann können wir alle dir sicher einige Ansätze beschreiben!) Erst, wenn du das gemacht hast, kann dein Welpe dich nämlich mit diesem Ausruf verstehen und im Idealfall reagieren - in dem Fall also: Hand/Arm/Haare/Hosenbeine/Ärmel/Finger/Wasauchimmerergeradevoneuchzerbeißenwill loslassen (was du dann wiederum kräftig belohnen solltest).

 

Und ein anderer Gedanke: Ja, diese wilden 5 Minuten sind normal, ja, sie sind schwer zu ertragen, und ja, man muss sie letztlich manchmal aussitzen, wenn man so einen Wildfang hat. Dann helfen auch die oft empfohlenen Tipps des Ignorierens, "AUTSCH"-Quietschens und Einfrierens nicht mehr. Aber das, was auf Dauer hilft, ist ja gerade der Aufbau der Beißhemmung (falls du dir das noch nicht durchgelesen hast: Da gibt es im Forum hier und im Netz viel Nützliches zu, einfach mal suchen oder hier nachfragen), der über solche und ähnliche Methoden meist funktioniert. Bei unserer Dame konntest du nun in diesen heftigen Beißspielanfällen wirklich alles, alles vergessen, was immer man versucht hat, sie fand es hammermegageil und spannungsfördernd und oberaufregend und freute sich - sprich: biss - nur noch fröhlicher herum. Also haben wir es auf Dauer so gemacht:

  1. Die Anfälle so gut es ging über uns ergehen lassen bzw. ihr dabei, wann immer möglich, ein Zerrspielzeug sofort nach dem Abbruch durch Quietschen/Einfrieren/Ignorieren/Wegdrehen/Befreiung aus den Zähnchen o. ä. mitten ins Mäulchen drücken, den Welpen dann dafür über den Klee loben und dann mit dem Spielzeug weiterzocken, sodass die Energie umgeleitet wird, das Baby aber trotzdem volle Aufmerksamkeit und ein Ventil hat, bis der Anfall vorüber ist.
  2. Als sie ein wenig älter war und sich eingelebt hatte (und sich auch etwas besser konzentrieren konnte): Wenn sie gerade NICHT in so einer Tobelaune war, haben wir ganz ruhig und langsam begonnen, mit ihr zu spielen, sodass sie noch gar nicht soooo in Stimmung gekommen war. Und wenn DANN die Zähnchen erstmals zum Einsatz kamen, haben wir leise aufgequietscht und sind dabei eingefroren, sodass das Spiel ganz kurz unterbrochen war. Sie hat dann verwirrt gestoppt, und dann haben wir SOFORT (erst mit Ersatzbeißspielzeug wie beschrieben, später auch einfach so) ebenso ruhig weitergespielt bis zum nächsten Zahneinsatz (und dann das Ganze natürlich wiederholt). Die Spielrunde wurde dann auch von unserer Seite abgebrochen, bevor sie sich hochschaukeln konnte, und durch eine andere nette Beschäftigung ersetzt.

Wir haben also sozusagen das Beißhemmungstraining von den wilden 5 Minuten abgekoppelt, und in dieser Kombi hatten wir nach einigen Monaten selbst bei unserem Oberpiranha recht guten Erfolg. Wir mussten allerdings dran bleiben - der Erfolg stellte sich echt erst mit der Zeit (und zwar weniger in Tagen als in Wochen und Monaten gerechnet) ein. Insofern: Tief durchatmen, langen Atem haben... Durchhalten!

 

Ich hoffe, irgendetwas davon hilft dir vielleicht weiter. Und vor allem wünsche ich dir aber viiiiieeeel Freude mit eurem wilden kleinen Fratz!! Genieße ihn; die Zeiten der blutigen Arme, durchkämpfspielten Nächte und zerfetzten Klamotten gehen ganz bestimmt vorüber, versprochen!!

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vor 16 Stunden schrieb gatil:

Wehret den Anfängen.

 

Schwer, das aus allen "Maßnahmen" zu isolieren und warum sollte das negativ gesehen werden?

Ich zeige einem Hund schon, was mir nicht gefällt. Nach meiner Auffassung ist das "Leiten und Lenken" - vor allem durch die Art, wie ich mein Unbehagen zeige. Aber dabei habe ich durchaus im Hinterkopf: Wenn ich es jetzt nicht angehe, wird es später schwieriger - was sich ja oft bestätigt.

Ich habe aber keine Angst vor späteren Folgen, sondern ich versuche möglichst früh, "die Weichen zu stellen", weil es vieles vereinfacht und oftmals Probleme gar nicht erst aufkommen lässt. Es ist also für alle Beteiligte am bequemsten und am angenehmsten. 

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@DerOlleHansen , das sehe ich genau so.

 

Vielleicht habe ich mich bei meinem Vorschlag ein bisschen blöd ausgedrückt. Natürlich halte ich einen Welpen nicht stundenlang an Geschirr und Leine fest.

Aber wenn so ein Kleinteil permanente 'Angriffe' startet, möchte ich dem Kleinteil schon mitteilen, was ich möchte und was nicht.

 

Diese ewige 'Aus' finde ich an dieser Stelle wenig hilfreich. Ich bin auch kein Freund von körperlicher Einwirkung wie leicht weg schubsen o.ä. Wenn ich aber den Welpen in seiner Handlung unterbreche (indem ich ihn mal kurz halte) und ihn lobe, wenn er entspannt ist, habe ich doch einen Lernerfolg. Der Welpe lernt, wenn ich nicht zwicke, werde ich gelobt oder sogar belohnt. Ich biete ihm sozusagen eine Alternative an.

 

Und es gibt Welpen, die recht unerschütterlich in ihrem Tun sind.

 

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Hallo ihr!

 

Vielen Dank für all Eure Tipps und Ratschläge! Ich habe sie mir im Dezember alle durchgelesen, eine ausführliche Antwort zu verfassen, war mir aber in der Zeit zu viel.

@Patlican  und @denny vor allem Eure Antworten haben mir Mut gemacht, vielen Dank!

 

Ich gebe Euch mal ein Update:

 

Momo ist inzwischen über ein halbes Jahr alt und entwickelt sich immer weiter, langweilig wird es mit dem kleinen Rabauken nicht. :) Die Beiserei wurde tatsächlich besser, nachdem er im Zahnwechsel war. Inzwischen sind alle Milchzähne draußen und er ist sehr vorsichtig geworden. Manchmal hat er noch absolut wilde 5 Minuten, bei denen er etwas ruppig wird. Da arbeiten wir aber auch mit unserer Hundetrainerin daran.

 

Dass er von selber zur Ruhe findet, wird auch immer besser. Teilweise fällt es ihm noch schwer, aber gerade der Kong oder ein Kauteil/Kauwurzel hilft ihm da sehr. @Naschkatze den Kong hatte ich tatsächlich schon zuhause, ihn aber sehr selten eingesetzt. Danke fürs erinnern, denn der war/ist wirklich sehr hilfreich. Er genießt es auch immer mehr, wenn man ihn krault. Ist er mal aufgekratzt/ eigentlich müde, hilft es ihm oft, dass man sich neben ihn setzt, ruhig mit ihm redet und ihn dabei streichelt. Da entspannt er sich immer schneller. Als Welpe ging das überhaupt nicht, da wollte er nur Action.

 

Zum Thema Box: Natürlich war er da nicht stundenlang eingesperrt. Meistens waren das wenige Minuten: er hat sich, kaum war er drin, beruhigt und hingelegt. Und da hab ich die Türe auch schon aufgemacht und er ist ein bisschen rausgerobbt, blieb aber noch in der Box, und hat weiter geschlafen. Ich bin genauso kein Fan von diesem "wegsperren", aber die Box hat für diese Minuten wirklich geholfen. Und er legt sich bis heute freiwillig in sie und kuschelt sich ins Kissen. Inzwischen brauchen wir sie aber gar nicht mehr.

 

Insgesamt läuft es also wirklich gut. Momentan fängt bei ihm die Pubertät an und er ist teilweise sehr unkonzentriert und vergesslich. Gerade der Kontakt zu anderen Hunden und ihren Haltern ist sowohl für Momo als auch mich sehr gut. Das Austauschen hilft sehr und man merkt einfach, dass man nicht alleine ist und jeder Hund seine Problemchen mitbringt. Und an diesen arbeiten wir täglich und sind einfach ein Team geworden, ohne ihn könnte ich es mir schon gar nicht mehr vorstellen, das ist klar! :)

 

Liebe Grüße

von Momo und mir

 

 

 

 

 

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