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Hundeforum Der Hund
Jaro

Epilepsie bei junger deutscher Dogge

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Hallo und willkommen im Forum!

Ich kann leider überhaupt nichts beitragen, was über das Geschriebene hinausgeht. Aber ich möchte dir wirklich mein Mitgefühl für diese besch****** Situation aussprechen. 

Niemand macht dir einen Vorwurf wegen des Spot ons. Das konntest du nicht wissen, du hast dich logischerweise auf den Tierarzt verlassen. 

Ich hoffe, ihr findet einen Spezialisten, der Jaro helfen kann. Bitte berichte, wie es mit euch weitergeht.

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Was jetzt zur Epilepsie geführt hat, ist ja zweitrangig - es ist nicht rückgängig zu machen. Also Blick nach vorn: wie lässt sich der Hund so "einstellen", dass es möglichst geringe Auswirkungen auf den Alltag gibt? 

 

Ich habe auch einen Epileptiker hier, aber die Anfälle sind wesentlich schwächer, Hund bleibt bei Bewusstsein, hat die Kontrolle über die Schließmuskeln und beisst nicht. und nach 1-2 Minuten ist alles vorbei. Ich mache auch alles, wie mit einem total gesunden Hund, habe halt nur "ein besonderes Auge" auf ihn. Aber das belastet unseren Alltag nicht.

 

Übrigens: Dein Hund ist nicht aggressiv! Er hat in dem dem Moment nur einen totalen Kontrollverlust und ist verstört, verängstigt, panisch, weil er beim Erlangen des Bewusstseins noch mitbekommt, dass er seinen Körper nicht kontrollieren kann. Nach seiner "Logik" macht das jemand mit ihm. Das kann ja nur jemand sein, der nahe bei ihm ist - wer denn sonst?)

 

Bei 14 kg bekommt mein Hund alle 12 Stunden 50 mg Luminal. Habe einen Human-Arzt, der mir das Mittel auf Privatrezept verschreibt, das spart für 100 Tabletten über 10 Euro und die Dose, die Tabletten, die Zusammensetzung sind absolut identisch. Nur der Aufkleber trägt zusätzlich ein "vet", nachdem irgendein Gesetz den Tierärzten das Verschreiben von Humanmedizin ausnahmslos verbietet.

 

Habe am Anfang viel gelesen, und es so verstanden, dass die Umstellung von Phenobarbital-Patienten auf andere Wirkstoffe problematisch ist. Unter anderem auch, weil der Stoff schnell abhängig macht. Beim plötzlichen Absetzen kommt es erst zu Entzugserscheinungen wie bei einem Junkie und dann erst zu vermehrten Anfällen.

 

Ich habe anfangs auch in einem Epilepsie-Forum für Menschen Rat gesucht und hatte sehr interessante und hilfsbereite "Gespräche". Mich interessierte, wie Menschen einen Anfall wahrnehmen, da mir mein Hund das ja nicht erzählen kann.

 

Mein Hund hat alle 2-3 Wochen einen sehr schwachen Anfall. Ich sehe/spüre inzwischen bis zu 48 Stunden vorher die Anzeichen - die Übung machts.

Besonders "anfällig" (im wahrsten Sinne des Wortes) sind die Übergänge zwischen Schlaf- und Wachzustand. Dabei wird die gesamte "Elektronik" umgestellt:  Alle Sensoren werden aktiv/passiv geschaltet, Orientierung wechselt manuell/automatisch, alle Körperfunktionen wechseln zwischen Erholung/Leistung. Epilepsie wird ja laienhaft als "Gewitter im Gehirn" beschrieben. Da kann man sich gut vorstellen, dass diese Funktionswechsel fehlerhaft ausgeführt werden.

 

Aber auch jeglicher Stress (auch positiver) führt zu verkürztem Abstand bis zum nächsten Anfall. So gibt es immer einen "Urlaubsanfangs-Anfall". Jetzt zu Silvester rechne ich mit einem zusätzlichen Anfall - die Knallerei seit Weihnachten beunruhigt ihn total.

 

Als ich den Hund übernommen hatte, gab es in den ersten Wochen fast täglich einen Anfall. Zwar hatte der Hund mich ausgesucht und nicht ich ihn, aber ein neues Zuhause macht trotzdem Stress. Dann pendelte es sich auf die 2-3 Wochen ein. Nach einem Anfall ist mein Hund etwas verwirrt und er schaut sich aufmerksam um. Bisher ist es ihm zum Glück immer gelungen, alles wieder einzusortieren. Man spürt förmlich, wie es "rattert": "Ach ja, das ist der Zweibeiner, der immer den Kühlschrank aufmacht ... die Kiste mit den bunten Bildern hab ich auch schon mal gesehen ... ja, ich glaube, ich wohne hier ..."

Dann ist er wieder völlig normal und kann sich z.B. auch beim Suchspiel an alle Verstecke erinnern, in die ich jemals ein Leckerli gelegt hatte. Auch sein "GPS" ist nicht "beschädigt".

Bin da etwas besorgt, weil ich mal gelesen habe, dass bei jedem Anfall Gehirnzellen absterben ... Ich konnte da aber noch nichts feststellen.

 

(Man sagt ja auch , dass Alkohol menschliche Gehirnzellen schädigt, aber dsiebezlüglcih habe ihc auch ncoh nichst bemreken konnen.)

 

 

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Ich kann leider nichts fachliches beitragen, möchte aber alles gute Wünschen.

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@DerOlleHansen Ja, bei einem Status epilepticus (Anfall länger als 10 Min. oder mehrere Anfälle hintereinander) wird das Gehirn geschädigt. Mein kleiner Bruder hat Epilepsie und im MRT war deutlich sichtbar, dass nach einem Status epilepticus ganze Gehirnareale Schaden genommen haben. Sein Sprachvermögen und Zahlengedächtnis ist seitdem gestört.

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Ich bin mit meiner Hündin an der TiHo Hannover und sehr zufrieden bisher. Termine sollten relativ fix gehen (bei mir dauerte der erste Termin 1 1/2 Wochen) da sie eine "Epilepsie-Sprechstunde" haben.

 

Nach einer längeren Ärzteodysee kann ich dir nur raten: Geh sofort zum Spezialisten, du zahlst überall wo nur im dunkeln gestochert wird weil zu wenig Ahnung vorhanden ist oft Unsummen mehr und kommst trotzdem nicht wirklich voran.

 

Was das Pheno angeht: Der Spiegel und die Menge ist das was meine Hündin direkt als Anfangsdosis bekommen hat. Sie liegt nun bei etwa 8mg/kg und ist nicht ansatzweise anfallsfrei.

 

Meine Hündin geht Mitte Januar ins MRT, samt Liquor und diversen anderen Dingen, da bei ihr nicht 100% klar ist ob es tatsächlich ideopathisch ist oder sekundär und somit weiter Ursachenforschung betrieben werden muss (Leber könnte sein, Herz scheint i.O.)

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Hallo zusammen,

 

erstmal ganz vielen lieben Dank für die zahlreichen Antworten und lieben Worte! Oft hilft drüber reden schon um die Sorgen etwas weniger werden zu lassen.

 

Das unser Hund nicht agressiv ist, ist mir auch klar! Er ist absolut lieb, vor allem auch mit unseren Kindern und sehr ausgeglichen. Das die aggressive Reaktion durch den Anfall und seine Unsicherheit und Angst dadurch kommt war mir klar, aber da dadurch (auch wenn der Hund nichts dafür kann) unsere Kids einfach gefährdet werden, da sie die Situation evt mal falsch einschätzen, wollte ich nicht lange fackeln und direkt an die großen Medikmente ran (sprich Luminal) Sonst hätte ich evt auch gern erstmal etwas natürliches oder Homöopatisches versucht. Daher hatte ich das erwähnt, da Luminal ja nun auch ein recht großer Hammer ist... :(

 

Danke für den Tip mit dem Humanmediziner! Da werd ich mich bei meinem Hausarzt mal erkundigen, ob sowas möglich ist :)

 

wie gesagt einen wirklichen Auslöser haben wir bisher nicht ermitteln können. Ihn stresst auch so gut wie nichts. Grade auf dem Abendgang hat er sich bei bereits steigenden Raketen und diesen beschi***en Chinaböllern unbeieindruckt umgeschaut und ist weitergetrottet. Er ist wirklich sehr entspannt, sowohl wenn wir ihn mal allein lassen, als auch wenn wir heimkommen. meist bleibt er ruhig im Körbchen liegen und schläft weiter. Wenn es mal laut wird - zb gestern die Bohrmaschine beim Schrank aufhängen - ist er am liebsten mitten drin und schaut sich das Spektakel neugierig an.

 

Die TiHo in Hannover hat mir bei der Recherche auch sehr zugesagt! Wenn Nyan da auch bereits gute Erfahrungen gemacht hat hört sich das doch schon gut an! Ich hoffe nur, dass es irgendwie möglich ist alle Untersuchungen an einem Tag "abzuarbeiten". Wir haben nämlich eine Fahrtzeit von 2,5h für einen Weg... bedeutet auch wieder Stress für den Hund :(

 

Na mal schauen ich werde dort wohl im neuen Jahr anrufen und einen Termin vereinbaren. Und dann hoffe ich das wir es irgendwie in den Griff bekommen und wir wenigstens die Anfallsschwere und Häufigkeit verringern können.

 

Falls noch jmd etwas dazu sagen kann, dass Luminal und Pexion zusammen verabreicht werden soll wäre das Klasse :) und auch für sonstige weiteren Tips bin ich sehr dankbar :)

 

anbei mal ein Foto von unserem hübschen Schatz. Dies ist allerdings auch schon wieder drei Monate her. Da war er 8 Monate. Also kurz nachdem die Anfälle begannen

 

Liebe Grüße und einen guten Rutsch

 

Kim

 

20181006_171107.jpg

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So ein Hübscher !

Ich kann fachlich nichts dazu sagen, wünsche euch nur alles Glück der Welt !!!

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Am 31.12.2018 um 02:42 schrieb DerOlleHansen:

Nur der Aufkleber trägt zusätzlich ein "vet", nachdem irgendein Gesetz den Tierärzten das Verschreiben von Humanmedizin ausnahmslos verbietet.

 

Das wäre mir neu, denn es gibt nicht wenig 'umgewidmete Medikamente' aus der

Humanmedizin, die bedenkenlos den Tieren gegeben werden. Eins davon ist Novalgin z,B.

 

Was die Epilepsie angeht, ist es meist eine genetische Epilepsie, bes. wenn diese bis zu einem

Jahr auftritt. Danach erst kann es eine 'erworbene' sein. Immer nur die Medikamente verantwortlich

zu machen, halte ich für zu einfach, aber besser für den Züchter.

 

Wenn nun im ersten Jahr Simparica gegeben wurde, ist das für Welpen sehr gefährlich. Zwar war er 

da schon 16 Wochen , also nicht unter 8 Wochen, dennoch sollte nach Hersteller das Symptom  verschwinden.

Vorsorglich kann man auch in Richtung Wurfgeschwister und Züchter recherchieren. Vielleicht bringt das mehr Klarheit

über die Ursache.

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vor 2 Stunden schrieb Nadja1:

 

Das wäre mir neu, denn es gibt nicht wenig 'umgewidmete Medikamente' aus der

Humanmedizin, die bedenkenlos den Tieren gegeben werden. Eins davon ist Novalgin z,B.

 

 


Es ist nur verboten, wenn es eine Vet. Variante gibt. Ist z.B. auch bei Perden mit Cushing ein großes Thema, seit die TÄ nur noch die vet. Variante verschreiben dürfen, sind die Behandlungskosten massiv gestiegen...  

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Ach so ist das zu sehen. Geht es da jetzt um das Medi  und/oder spielt der Wirkstoff die Rolle ?

Bei Novalgin haben wir den Wirkstoff Metamizol als Lösung und Injektionen in der Humanmedizin.

Gleicher Wirkstoff und in einer Kombi, gibt es in der Vet.-Med. als Injektionen unter anderen Medi-

Namen, nicht aber als Lösung. Die wird aber als 'umgewidmetes Medi' den Tieren gegeben als 

Schmerzmittel.  Nur es stehen andere, extra für Tiere, Schmerzmittel bereit mit ja......utopischen Preisen.

10 Tabl. 38 €, heute vielleicht über 40 €, teurer als Gold, die liebe  PharmaIndustrie. Die holen sich alle das

Geld, was sie brauchen..........

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