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Hundeforum Der Hund
Zurimor

Mäuseln

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vor 2 Stunden schrieb Nebelfrei:

 

Mir ist eben völlig egal, wie Experten was bezeichnen. Mir geht es einzig darum, dass kein Tier in Todesangst gehetzt wird oder getötet wird.

 

Mal ganz provokant umgekehrt gefragt, Tiere werden doch ständig in Todesangst gehetzt und/oder getötet. Ob nun der Luchs oder Fuchs oder der Hund/die Katze hetzt und tötet macht für das betroffene Tier keinen Unterschied. Alle Wildtiere dürfen ihre Bedürfnisse also komplett ausleben, Haustiere aber nicht? Sind deren Bedürfnisse etwa weniger wert weil es Haustiere sind? Ich bin absolut dafür, daß auch ein Haustier Tier bleiben und möglichst viele seiner Bedürfnisse ausleben darf, dazu gehört dann auch Mäuseln.

Mich wundert teilweise wirklich das enorme Mitgefühl mit Wildtieren, aber das eigene Haustier und seine Bedürfnisse, die einem doch viel näher sein sollten, ist egal. Das hat die eigenen Moralvorstellungen mit zu vertreten, ob es will oder nicht.

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Schonmal erklärt, je MEHR Feinde, desto schlimmer. Umzingelt und 24h lang bedeutet weitaus mehr Stress., zu bedenken wäre auch, dass die Hundedichte in dicht besiedelten Gegenden z.T. mehr als unnatürlich ist. Die typische Hundewiese hat deutlich mehr Caniden pro Fläche als es natürlicherweise wäre.

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Würde dies nicht zu einer Abwanderung der Beutetiere führen?

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vor 9 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Schonmal erklärt, je MEHR Feinde, desto schlimmer. Umzingelt und 24h lang bedeutet weitaus mehr Stress.

 

Das ist für wilde Beutetiere so oder so der Normalzustand. Über der Hunde-/Mäusewiese hier fliegen fast ständig Greifvögel, Krähen, Fuchs und Wiesel schauen sicher auch mal vorbei. Selbst wenn keine Hunde da sind, die Greifvögel sind praktisch immer da. Nachts übernehmen dann die Eulen. So ist das Leben als Beutetier mit hoher Vermehrungsrate. Muß man nicht toll finden, ist aber die Realität. Übrigens mäuseln hier verhältnismäßig wenig Hunde.

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Nicht wenn auch ihr sonstiger Lebenraum stark eingeengt ist, was in urbanem Gebiet immer mehr der Fall ist- Stichwort: Nachverdichtung.

Jeder Feind mehr bedeutet mehr Stress.

Es kommt ja darauf an, was man selbst als EInzelner tun kann, nicht was andere Halter machen und erst recht nicht was andere Beutegreifer machen.

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vor 1 Stunde schrieb Shary:

Schnüffeln, auch Spuren lesen, finde ich eine sehr wichtige Verhaltensweise, die ich auch nie verbieten würde, ganz im Gegenteil. Wäre auch schade, denn gerade damit kann man sehr gut arbeiten. 

Auch, wenn dies die Anfangssequenzen der Jagd sind, es geht hier nicht um Verbote, sondern darum weiteres Verhalten der Kette kontrollieren und unterbrechen zu KÖNNEN! Das ist doch der entscheidende Punkt oder? 

Meine Hunde lieben schnüffeln, ich fördere dies und wir suchen Spuren... ZUSAMMEN. Und das finde ich einen gravierenden Unterschied, ich überlasse meine Hunde nicht sich selbst und lasse sie machen, sondern wir "jagen gemeinsam". Ich lege auch gezielt Fährten mit künstlichen Duftstoffen und wir hetzen zusammen durch den Wald und suchen die Beute (in der Regel ein Fell mit Duftstoffen). Das macht die Hunde glücklich und stärkt gleichzeitig unsere Beziehung = schönes zusammen erleben. Wichtig ist bei diesem Jagdersatztraining, dass ich genau weiß, ich kann zu jeder Zeit unterbrechen, die Hunde von der Spur abrufen, wieder zurück schicken, im Geiste sind sie doch bei mir... Egal ob mit oder ohne Leine. Und genau so verhält es sich bei echten Spuren. 

Ein Hetzen auf Sicht würde ich ab Sekunde 1 unterbinden (ansonsten ist man in der Regel eh zu spät). 

 

(Ich habe jetzt mal ein paar Passagen fett markiert)

 

Das ist etwas, was ich nicht leisten kann bzw. hier sollte ich wohl ehrlicherweise sagen: nicht leisten will. Das würde bei einem dreistündigen Spaziergang bedeuten, dass ich drei Stunden lang ununterbrochen Fährten lege (oder andere Ablenkungen). Ich mache das durchaus, aber halt nicht ununterbrochen während des ganzen Spaziergangs. Klar könnte ich das leisten, wenn ich wirklich wollte, aber ganz ehrlich: will ich nicht (und ich bezweifele auch, dass Linnie es mitmachen würde - kann es aber natürlich nicht wissen, weil ich es nie probiert habe). Ich streife gerne mit Linnie durch die Natur und beobachte sie einfach nur dabei, wie sie die Welt erkundet.

 

Bei "Großwild" ja, da schreite ich ein und übe auch aktiv mit ihr. Suche mit ihr gezielt die Bereiche auf, wo ich weiß, dass da jeden Abend eine große Gruppe Rehe steht oder gehe mit ihr morgens extra den Weg wo immer viele Hasen sind. Aber Mäuseln? Ne, da lasse ich sie letztlich machen, indem ich sie beim rumschnüffeln halt schon sich selbst überlasse. Und ja, da stelle ich das Wohlbefinden meines Hundes und im Grunde auch meine eigene Faulheit über die Interessen der Mäuse. Damit werte ich Mäuse auch gegenüber anderen Tieren ab. Von daher - ich will mich da gar nicht verteidigen, wenn andere das anders sehen. Das wäre auch Quatsch, weil ich diejenigen auch gar nicht überzeugen könnte, weil sie es eben auch ganz anders empfinden als ich. Für mich ist mein Hund halt ein Raubtier und wenn er ne Maus erwischt, dann gehört das dazu und fertig (überspitzt formuliert) und auch wenn ich mich nicht subjektiv über den Tod eines Tieres freue, auch nicht einer Maus, sehe ich in dem Vorgang doch auch die Schönheit des Jägers. Für die Mäusel-Gegner ist das aber wiederum eine ganz schreckliche Ansicht und klingt grausam und gefühlskalt und unfair den Mäusen gegenüber. Und das ist ein Empfinden das ich niemals wegargumentieren oder beschönigen könnte. Will ich auch gar nicht, denn - sind wir ehrlich - da haben die Mäuselgegner Recht: es ist grausam und unfair den Mäusen gegenüber. Ich empfinde es halt anders und für mich ist mein Empfinden richtig und da lasse ich mich dann halt auch nicht bekehren, genauso wenig wie ich die Mäusel-Gegner bekehren könnte.

 

Das Gute an dem Dilemma ist vielleicht: Nach allem was ich hier in diesem Thread so gelesen habe sind die "Mäusel-Gegner" auch diejenigen, die Hunde halten, die (ich habe ein bissl Angst vor dem Shitstorm, der jetzt wahrscheinlich gleich über mich hereinbricht, wenn ich das Wort nutze) nicht sooo urtümlich sind, also diejenigen auf höherer Domestikationsstufe, die sich potentiell auch gerne für andere Dinge außer dem Mäuseln begeistern können oder bei denen einige der Jagdelemente fehlen bzw. nicht so stark ausgeprägt sind (ich hoffe ich habe mich jetzt halbwegs elegant um das heikle Thema herumgeschifft, falls nicht: Möge der Shitstorm beginnen ;)). Und die "Mäusler"-Halter hier scheinen auch diejenigen zu sein, die mit dem Mäuseln - mehr oder weniger gut - leben können. Ob das nun daran liegt, dass der jeweilige Hund umlenkbar ist oder eben nicht oder ob es am Einsatzwillen des Halters liegt, darüber kann man sicherlich noch weitere 50 Seiten diskutieren/streiten. Vielleicht beides, vermutlich am Ende eine Einzelfallentscheidung - wie so oft.

 

Für mich gilt jedenfalls: Ich habe mich bewusst für einen Hund entschieden, der im Grunde permanent im Jagdmodus ist. Linnie war nicht der erste Shiba, den ich kannte und ich wollte genau das und habe tote Mäuse von Anfang an billigend in Kauf genommen. Und ebenso war mir von Anfang an klar, dass es mega viel Arbeit und Zeit braucht (die ich von Anfang an willens war zu investieren), bis der Abruf von größerer Beute möglich ist und dass es keine Garantie gibt, dass es jemals möglich ist.

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vor 2 Stunden schrieb Zurimor:

Mich wundert teilweise wirklich das enorme Mitgefühl mit Wildtieren, aber das eigene Haustier und seine Bedürfnisse, die einem doch viel näher sein sollten, ist egal.

 

Egal??

In welchen Posts willst du das denn gelesen haben?

Ich erinnere mich an etliche Posts, in denen geschildert wird, wie man die (vermuteten) Bedürfnisse seines Hundes so bedient, dass dies einigermaßen Umwelt verträglich geschieht.

Diese Überlegung ist nicht nur legitim, sondern in einer Welt, wo wir alle so eng aufeinander sind, eigentlich unumgänglich. Mit "Moralvorstellungen" ist diese Haltung falsch betitelt.

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vor 20 Minuten schrieb Annali:

Das Gute an dem Dilemma ist vielleicht: Nach allem was ich hier in diesem Thread so gelesen habe sind die "Mäusel-Gegner" auch diejenigen, die Hunde halten, die (ich habe ein bissl Angst vor dem Shitstorm, der jetzt wahrscheinlich gleich über mich hereinbricht, wenn ich das Wort nutze) nicht sooo urtümlich sind, also diejenigen auf höherer Domestikationsstufe, die sich potentiell auch gerne für andere Dinge außer dem Mäuseln begeistern können oder bei denen einige der Jagdelemente fehlen bzw. nicht so stark ausgeprägt sind (ich hoffe ich habe mich jetzt halbwegs elegant um das heikle Thema herumgeschifft, falls nicht: Möge der Shitstorm beginnen ;)). Und die "Mäusler"-Halter hier scheinen auch diejenigen zu sein, die mit dem Mäuseln - mehr oder weniger gut - leben können. Ob das nun daran liegt, dass der jeweilige Hund umlenkbar ist oder eben nicht oder ob es am Einsatzwillen des Halters liegt, darüber kann man sicherlich noch weitere 50 Seiten diskutieren/streiten. Vielleicht beides, vermutlich am Ende eine Einzelfallentscheidung - wie so oft.

 

Was meine Schäfi betraf, war es wirklich vergleichsweise einfach, das Mäuseln zu unterbinden und Alternativen zu bieten.

Es wäre reine Bequemlichkeit von mir gewesen, sie einfach zur Auslastung weiter Mäuse killen zu lassen - und das lehne ich persönlich ab.

 

Vermutlich würde ich aber doch darüber nachdenken, wenn meine kleine Griffon-Hündin auf Mäuse scharf wäre!

Sie hat mich schon mit 3,5 Monaten(!) dumm da stehen lassen um laut jodelnd in der Prärie zu verschwinden - in diesem Alter wusste mein Beagle aus jagdlicher Zucht gerade mal das das da vorne eine Nase ist. Dass der Jagdtrieb schon so früh zur extremen Herausforderung werden kann war mir bis dato neu ...

Die Mäusel-Frage stellt sich hier aber nicht, weil sie ein ausgeprägter Spurenjäger ist. 

 

Ich persönlich habe durchaus Verständnis, wenn Mäuseln nicht einfach aus Bequemlichkeit geschieht sondern aufgrund der Rasse bzw. Vorgeschichte ein erfolgreiches Umlenken auf Alternativen wenig Chancen hat.

Wobei es immer ein Versuch wert ist, den Hund auf Alternativverhalten umzulenken! Keine Rasse ohne Ausnahmen ... es gibt auch "urtümliche Hunde" oder "echte Jagdgranaten" bei denen es funktioniert ...

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Wie sieht das eigentlich mit japanischen Mäusen aus?

 

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so weit

Maico

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@Annali 

Nein, also von mir gibt es keinen Shitstorm, warum auch? Ist doch in Ordnung was du sagst. 
Zum einen bezog sich mein Beitrag allgemein auf das Jagdverhalten (passt im Grunde eher in den anderen Thread, schloss aber hier besser auf vorhergehende Kommentare an). Ich lege ja natürlich keine Mäusefährten, sondern Hase, Reh, Fasan oder auch mal Fuchs Duftstoffe (letzteres stinkt wie die Pest und ruft ganz andere aber interessante Verhaltensweisen hervor...). Zum anderen mache ich das auch nicht jeden Tag (obwohl ich durchaus drei Stunden unterwegs bin), sondern ab und zu. Wir machen ja noch viele andere Dinge gemeinsam. 
Natürlich ist das Geschmacksache (würde es nicht unbedingt als Faulheit bezeichnen) ob man gerne mit dem Hund etwas zusammen macht oder einfach durch die Natur streift (KleinEmma hat dies ja auch bereits erwähnt), auch solche Ausflüge machen wir sehr oft, auch wie du zur Rehwiese gehen und nur beobachten, die Natur genießen, entspannen, einfach mal auf einer Bank oder Wiese sitzen. Für mich macht es eben die Mischung, ich mag alles, Hauptsache zusammen draussen sein. Ist auch nicht so, dass meine Hunde nicht allein die Umgebung erkunden dürften, aber dann wird nicht gejagt (da hat das Training eben wirklich Erfolg gebracht, weil sie abfragen). Dabei spreche ich jetzt nicht von Mäusen. 
Ich bezeichne mich auch nicht als Mäuselgegner generell, kritisiere höchstens die ausgesprochene Freude über tote Tiere, das macht für mich den Unterschied, so was muss nicht sein. 
Ich habe ja einen sogenannten ursprünglichen Hund (verwende solche Begrifflichkeiten ungern)... 

Also alles gut 👍

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