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Hundeforum Der Hund
Zurimor

Mäuseln

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vor 3 Minuten schrieb Mark:

 

Das stimmt. Wir verklären die Natur und heben sie auf einen Sockel, den die Natur keinesfalls verdient. Wenn man von der Natur spricht, dann zumeist in einem positiven Sinn oder Kontext. Auch das Wort "artgerecht" ist positiv besetzt.

 

Indem man die Natur auf diesen Sockel hebt und die Augen vor der Grausamkeit verschließt, erhält man ein verzerrtes Bild. Man sollte sich eigentlich nicht über Jagdsequenzen freuen; das verbietet sich. Nun kann man Gefühle nicht wirklich kontrollieren, aber vielleicht kommt man irgendwann zu der Erkenntnis, dass Freude nicht die richtige Emotion ist und sie verebbt dann zukünftig.

 

Hmm, was würde die Natur denn verdienen? Klar, sie ist grausam, das Leben ist oft grausam und das Sterben sowieso. Aber die Natur ist nunmal wie sie ist, egal wie grausam wir es finden mögen, wir werden das Konzept vom „Fressen und Gefressen werden“ nicht ändern. 

 

Ich möchte übrigens noch mal klarstellen, dass ich keine Freude an Jagd empfinde, sondern die Schönheit (wenn auch sicherlich grausame Schönheit) daran sehe. Freude empfinden und die Anmut eines jagenden Tieres sehen sind nicht dasselbe. Da können die Emotionen durchaus ein bisschen komplexer sein.

 

Was die Massentierhaltung angeht bin ich übrigens ganz bei dir - und die finde ich tausendmal grausamer als meinen mäuselnden Hund.

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vor 6 Minuten schrieb KleinEmma:

Wer ist "man"? Sprichst du jetzt von dir?

 

In fast jedem mir bekannten Kontext (lese eigentlich recht viel), ist das Wort Natur positiv besetzt. Die Natur muss erhalten werden, Arten müssen geschützt werden (warum überhaupt? wir haben ja schon Millionen ausgerottet, ohne nennenswerte Auswirkungen), die "Schönheit der Natur" wird sehr häufig zitiert und hervorgehoben usw. Lässt sich nahezu unendlich fortsetzen.

 

Wenn ich das Wort "Natur" in einem Artikel lese, ist es zu über 90% positiv besetzt.

 

Hast Du andere Erfahrungen gemacht, dass die Natur mehrheitlich negativ in Berichten und Artikeln erwähnt wird?

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Ich fühle mich auch nicht konditioniert, weiss aber darum dass es so ist und versuche mir möglichst viel bewußt zu machen. Auf Fleischessen bin ich auch konditioniert worden, konnte aber mit dem Bewußtsein gegensteuern.

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vor 1 Minute schrieb Nebelfrei:

@KleinEmma Ja, das ist deine Verantwortung gegenüber Emma.

Als Hundehalter hat man aber auch Verantwortung für die Aktionen den Hundes, sich mit 'ist halt Natur' rauszureden finde ich unfair

 

Was möchtest du denn von mir, Nebelfrei? Ich bin also verantwortungslos, weil  mein Hund im Gras und in Büschen stöbert? Mir Mäuse, Heuschrecken o.ä. bringt?

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@KleinEmma ich will gar nichts von dir, war nicht an dich konkret.

 

Aber ganz allgemein finde ich, dass sich hier viele hinter der 'Natur' verstecken. 

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vor 4 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Ich fühle mich auch nicht konditioniert, weiss aber darum dass es so ist und versuche mir möglichst viel bewußt zu machen. Auf Fleischessen bin ich auch konditioniert worden, konnte aber mit dem Bewußtsein gegensteuern.

 

Heißt das, ich bin darauf konditioniert Schönheit am jagenden Tier zu sehen (ohne mir dessen bewusst zu sein) und müsste mir nun dessen bewusst werden und dagegen steuern, damit ich die richtige Sicht (deine?) auf die Dinge habe? Oder was willst du damit sagen?

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vor 3 Minuten schrieb Mark:

 

In fast jedem mir bekannten Kontext (lese eigentlich recht viel), ist das Wort Natur positiv besetzt. Die Natur muss erhalten werden, Arten müssen geschützt werden (warum überhaupt? wir haben ja schon Millionen ausgerottet, ohne nennenswerte Auswirkungen), die "Schönheit der Natur" wird sehr häufig zitiert und hervorgehoben usw. Lässt sich nahezu unendlich fortsetzen.

 

Wenn ich das Wort "Natur" in einem Artikel lese, ist es zu über 90% positiv besetzt.

 

Hast Du andere Erfahrungen gemacht, dass die Natur mehrheitlich negativ in Berichten und Artikeln erwähnt wird?

 

Worauf setzt du täglich deinen Fokus? Auf Positives oder Negatives? Natur hat für mich beides, aber ich setze meinen Fokus ganz bewusst auf das Positive. Damit blende ich Negatives in der Natur (und im Allgemeinen)  nicht aus. Nur habe ich mich vor vielen Jahren dazu entschlossen, mich nicht vorwiegend mit Negativem zu beschäftigen.

 

Gehe ich also täglich durch die Natur, empfinde ich große Freude, weil ich sehr viel Schönes wahrnehme. Sehe ich zwischendurch einen jagenden Adler oder Falken oder den Rest einer Beute oder angebissene Jungschildkröten, ist die Freude erstmal weg. Dann setze ich aber wieder bewusst meinen Fokus auf das Schöne.

 

Ich sehe es eher anders: Viele Menschen nehmen nix von der Natur wahr, auch nicht all das Schöne. Schon oft wunderte ich mich über Begleiter, die einfach blind und taub durch die Natur latschen, nichts dabei empfinden. Das finde ich wesentlich unheimlicher, als ein jagendes Tier.

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Ja die Kameraführung macht denke ich einiges aus. Allerdings gibt es sowohl Dokus über Beutetiere als auch Raubtiere, insofern kann es unterschiedlich sein.

 

Auch wenns manche nicht gern hören aber unser Hirn gibt uns wegen Spiegelneuronen und den elektrochemischen Reaktionen darauf ein bisschen was vor.

Menschen spiegeln Gefühle wenn sie eine Aktion sehen, hören, annehmen und auch wenn etwas erwähnt wird. Die Reaktion auf Erwähnung fehlt den Tieren.

So entsteht beispielsweise auch Mitleid. Ich produziere dann die Hormone, die ich produzieren würde, wenn mir selbst dieses Leid, das ich an einem anderen sehe/höre/annehme/erwähnt wird geschehen würde. 

 

Interessant für diesen Thread ist vielleicht auch das sogar Mäuse schon in der Lage sind Mitleid zu verspüren. Da gab es mal Experimente bei denen eine Maus gequält wurde (ich finde solche Versuche auch nicht gut trotzdem wollte ich es erwähnen), diese Maus wurde beobachtet von Mäuse die diese Maus kannten und es wurde festgestellt das deren Spiegelneuronen arbeiteten. Sie also mitgelitten haben als man die andere Maus gequält hat. Wohingegen sie nicht reagiert haben, wenn die Maus ihnen unbekannt war.

 

Nächstenliebe Fremden gegenüber, ist ein kulturelles Gut und weder Mensch noch Tier angeboren. Nächstenliebe wird also erstmal nur innerhalb der eigenen Gruppe/Familie empfunden. Das ist wichtig, denn wer in einer Gruppe lebt, muss seine Mitmenschen auch einschätzen können ansonsten erscheint ihm die Welt chaotisch und unvorhersehbar. Was Verunsicherungen hervorrufen kann. 

 

Von dem her spiegeln wir wohl auch mehr die Gefühle von dem Tier das von der Kamera begleitet wird, weil es dann sozusagen auch irgendwie "unsere Gruppe/eine uns bekannte Gruppe" ist. Immerhin bekommen auch in Dokus viele dieser Tiere Namen oder werden zugeordnet und ihre Charakterzüge und Vorlieben dargelegt. Sie werden uns also ein Stück weit vertraut würde ich annehmen. Wenn ich also eine Doku ansehe über eine Löwenfamilie dann bin ich erleichtert das die Löwenmutter vielleicht sogar mit letzter Kraft ein Tier getötet hat und für sich und ihre Jungen das Überleben sichern konnte. Weil meine Spiegelneuronen arbeiten wenn eine Mutter ihre Kinder versorgt und umsorgt. Ich empfinde auch großes Mitleid mit der Löwenmutter wenn ein männlicher Löwe trotz aller Versuche ihre Babies zu schützen eines nach dem anderen totbeißt. 

Aber natürlich kann ich zusätzlich auch Mitleid mit dem erlegten Tier haben während ich gleichzeitig Erleichterung für die Löwenfamlie verspüre. Das ist durchaus möglich und ich glaube auch ganz viele Menschen haben das genauso verinnerlicht. :) 

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Ach so, zu deiner letzten Frage: Was ist denn für dich das Negative in der Natur? In Artikeln, Dokus, Berichten ist ja durchaus zu lesen und zu sehen, dass Tiere andere Tiere töten. Die Tiere sterben nicht immer direkt, sondern müssen oft noch leiden.

Tier-Dokus zeigen sehr häufig diese Grausamkeiten der Natur.

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vor 2 Minuten schrieb Annali:

Heißt das, ich bin darauf konditioniert Schönheit am jagenden Tier zu sehen (ohne mir dessen bewusst zu sein) und müsste mir nun dessen bewusst werden und dagegen steuern, damit ich die richtige Sicht (deine?) auf die Dinge habe?

Nee, ich rede immer nur von mir, dessen bin ich mir bewusst. Ich habe mich ja gefragt. Ich bin rückblickend bestimmt darauf konditioniert worden. Als Kind beim Spielen war man immer irgendein starkes Raubtier. Aber bei den Dokus taten mir auch die Antilopen leid und irgndwann entdeckte man den tieferen Sinn von Speedy Gonzales oder so ähnlich.

Ich erwarte ja auch keine Ja/nein Antwort- eigentlich gar keine- aber wenn dann die persönliche Erklärung, wenn es an etwas ganz anderem liegt.

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