Jump to content
Hundeforum Der Hund
KäptnKörk

Erziehung oder übertriebene Einflussnahme?

Empfohlene Beiträge

Nach vielen Themen, wie etwa dem über das "Mäuseln"

oder aktuell der Sache über das Verständnis zwischen Hund und Katze,

geht mir durch den Kopf, inwieweit ich es okay finde,

all die Charaktereigenschaften, Anlagen, Wesenszüge eines Vierbeiners

erzieherisch zu beeinflussen, gar verändern zu wollen, bis er sich annähernd so benimmt,

wie sein Mensch es gern hätte.

 

Bin gespannt auf Eure Meinungen!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Auf was genau spielst du denn jetzt an? Verständnis Hund-Katze? In meinem Fall wusste ich, dass meine vorigen Hunde den Kater akzeptieren werden, auch wenn meine Hündin ein paar Tage dazu brauchte. Als Emma dazu kam, musste sie den Kater akzeptieren - der war schließlich vor ihr da.

Hätte ich nun eine sehr scheue Katze, käme nur ein sehr ruhiger, entspannter Hund dazu.

Im Fall der TE (Hund verbellt scheue Katze) würde ich dem Hund schon sagen, dass er die Katze nicht zu verbellen hat. M.M. nach reicht es aus, deutlich zu sprechen - sagen, was man wirklich will. Er scheint ja zu glauben, die Katze gehöre nicht zum Haushalt/ zur Familie.

 

Hätte ich nun einen Hund, der Katzen tötet, käme keine Katze ins Haus.

 

Generell möchte ich meine Hunde in ihrer Persönlichkeit eher fördern, als irgendwas zu unterdrücken. Trotzdem gibts klare Regeln, die ein friedliches Zusammenleben ermöglichen.

 

Ich hatte früher Jagdhund-Mischlinge und auch die lernten, dass andere Tiere genau wie sie zur Familie gehörten. Zum Beispiel flogen meine Zwergpapageien frei in der Wohnung herum. Meine Hündin war ein Beagle-Cocker-Mix. Wäre draußen ein Vogel auf ihren Kopf geflogen oder auf ihren Pfoten gelandet, der Vogel hätte schnell sein Leben beendet. Sie ging auch mit in den Kaninchenstall, obwohl sie draußen Kaninchen jagte.

 

Was machst du, wenn dein nächster Hund deine Katze fressen will? Hund wieder abschaffen oder ihm deutlich machen, dass die Katze dazu gehört?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Oh, eins meiner Lieblingsthemen, das Formen und Verbiegen :D

 

Ich hab das Thema vor 9 Jahren, als meine Tschuli noch ganz jung war :D  schon mal im Kopfe und auch hier im Forum gewälzt:

 

 

Das Korsett des guten Benehmens, die Verbote und Tabus .

Ich sehe tatsächlich viele Hunde, die  -mMn aufgrund zu vieler Verformungen /Verbiegungen- gehemmt durch`s Leben gehen. Geistig und sogar körperlich gehemmt.

Leider, das gebe ich zu, ist meine Tschuli auch nicht so frei im Denken und Handeln, wie`s mir gefallen würde. Ihre Wesens-Eigenschaften und das resultierende Verhalten passen nicht unverformt in unsere Welt.

 

Ich finde es daher umso wichtiger, in der Zucht großen Wert auf Wesensmerkmale zu legen, die den -ich sag mal "heutigen Hund" umweltkompatibel für die hiesige oder seine spezielle Umwelt machen. Hierzu ein Negativbeispiel: ein bekannter Briard bekam keine Zuchtzulassung, weil er zu sanft, zu freundlich und ohne Schutzverhalten ist.

 

Das ist ein großes Thema. Aber auch das ist eine Form von Tierschutz, soweit möglich den richtigen Hund für die jeweiligen Lebensumstände zu suchen. Dann brauche ich ihn nicht allzu arg verbiegen, damit er "hinein passt". Das schadet Geist und Seele.

 

.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Kinder erzieht man doch auch und formt sie. Verstehe nicht was daran falsch sein soll.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich finde die Fragestellung rein akademisch. In unserer heutigen Welt, die vor Regeln nur so strotzt.

Im Grunde hat sich jeder mehr oder weniger anzupassen, wenn er nicht auf Dauerzoff aus ist.

Das gilt für den Menschen und auch für seinen Hund.

Sicherlich gibt es freiere und restriktivere "Zonen" - Stadt- und Landumgebung z.B.

Ich schreibe diese Sätze nicht, weil ich dieses System so toll finde, doch ich habe ein gewisses Verständnis dafür, dass in unserer eng gewordenen Welt Regeln einzuhalten sind, wenn wir nicht ständig die Rechte und Freiheiten der 2- und 4beinigen Mitbewohner verletzen wollen.

Diese Regeln bringen wir alle nicht von Geburt aus mit, da soll dann die Erziehung greifen.

Selbstverständlich gibt es immer noch die "Flucht" in die kleinen Regelverletzungen, um ein lapidares Beispiel zu nennen, Freilauf für den bewegungsfreudigen Hund, dort, wo es eigentlich nicht erlaubt ist usw.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich würde die Frage beantworten mit: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

 

Ich versuche schon, das Wesen meines Hundes zu erhalten und ihn möglichst wenig „gegen seine Natur“ zu beeinflussen. Für nötig halte ich Einflussnahmen, wenn es darum geht gesellschaftliche Regeln und Gesetze einzuhalten (Hund darf nicht im Wald die Rehe hetzen) und wenn es um seine Sicherheit geht (Hund darf nicht einfach so aus dem Auto hopsen).

 

Und dann kann man natürlich versuchen, die gesetzten Grenzen für den Hund so positiv wie möglich zu gestalten. Ich mag den Satz „Da muss er durch“ nicht besonders, höre ihn bei Hundehaltern aber sehr oft. Klar gibt es bei uns auch: Straße mit Autos = Hund an kurzer Leine gesichert - da muss mein Hund durch. Ich würde sie aber z.B. nicht gegen ihre Natur großen Menschenmengen aussetzen, sondern dafür eine andere Lösung finden (z.B. Betreuung). 

 

Da finde ich die Rassewahl dann schon wichtig bzw. bei Hunden aus dem Tierschutz nicht nur auf die Optik achten, sondern vor allem auf die Wesensbeschreibung der Organisation. Wenn ich im hellhörigen Mietshaus wohne, wo Hundegebell ein Problem darstellt, dann sollte ich mir keine bellfreudige/wachende Rasse holen. Finde ich Mäuseln schlimm, hole ich mir keinen Jäger. Gleichzeitig sollte man sich darauf einstellen, dass der eigene Hund seine Rassebeschreibung nicht gelesen hat. Der Hund darf nicht der Leidtragende sein, wenn er nicht ins Schema passt.

 

Im Zweifel: versuchen, den Hund für Alternativverhalten zu begeistern, also den Hund dazu bringen das zu wollen, was man selbst will. Wie (und ob) das geht, entscheidet im Einzelfall wieder der Hund. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
vor 13 Minuten schrieb Gerhard:

Kinder erzieht man doch auch und formt sie.

 

Auch bei Kindern finde ich es begrüßenswert, sie ihren Anlagen und Neigungen entsprechend zu behandeln und zu erziehen.

Verbiete ich einem musikbegeisterten Kind den Klavierunterricht und setze es auf ein Pferd, weil ich Reiten so toll finde?

 

Außerdem, Kinder kann man sich nicht aussuchen, Hunde bis zu einem gewissen Grad schon.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Ich weiß, was du meinst. 

Es kommt extrem auf das Umfeld an. Manch ein Hund ist in einer bestimmten Umgebung schwierig, woanders aber total problemlos. Das kommt auf die Anforderungen an.

Beispiel: mein Hund kann nicht mit Pferden. Ist egal, denn hier gibt es keine. Hätte ich ein Pferd, müsste er das lernen. So sichere ich ihn einfach, wenn wir alle Jubeljahre einem begegnen und fertig.

 

Ich würde versuchen, Extreme zu vermeiden. Also keinen Jagdspezialisten von der Straße zu Katzen. Keinen Hund in Mehrhundehaltung, der andere Hunde überhaupt nicht mag, usw.

Aber ansonsten finde ich, dass ein Hund sich gut an familiäre Verhältnisse anpassen kann. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
vor einer Stunde schrieb Juline:

Hierzu ein Negativbeispiel: ein bekannter Briard bekam keine Zuchtzulassung, weil er zu sanft, zu freundlich und ohne Schutzverhalten ist.

Das finde ich kein Negativbeispiel.

Man muss nicht alle Hunde in Richtung unauffälliger, verhaltensreduzierter anspruchsloser Familienhund züchten. Schutzverhalten ist ursprüngliches Canidenverhalten und gerade durch den starken Bezug zur Person sehr gut in Teamwork lenkbar. Bloss weil es Mensch zu anstrengend ist, sich damit auseinanderzusetzen, muss man den Hund nicht seiner Anlagen berauben. Dabei geht auch immer etwas verloren und es gibt genügend Rassen, bei denen das schon weggezüchtet ist.

De Hund ist dann auch nicht "zu lieb" , ihm fehlt die Sensibilität für Normabweichungen, verdächtiges Verhalten usw.- er ist abgestumpft demgegenüber.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Nenn doch bitte mal ein Beispiel, wo in unserer urbanisierten Welt Schutzverhalten sinnvoll ist (ich rede hier nicht von Diensthunden).

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

  • Das könnte Dich auch interessieren

    • Erziehung Jagdhund/English Pointer

      Hallo liebe hundefreunde,    Ich habe seit kurzer Zeit einen englischen pointer Mischling (Fundhund) ca 2 Jahre alt. Meine Freundin hat diesen mit zu mir in die Wohnung gebracht da wir zusammen gezogen sind. Der Hund hat bei mir einen sehr großen Garten und eine große Wohnung. Zu meiner Frage: im Garten hört der Hund super, kommt wenn man ihn ruft und macht alle kommandos nur wenn ihn (ich glaube langweilig ist) hört er nicht mehr und ist auch schon über den Zaun gesprun

      in Hundeerziehung & Probleme

    • taube Hündin ohne Erziehung

      Ich habe ein Problem und bekomme es nicht in den Griff. Kurz zu Rosi. Rosi ist eine 6 jährige taube Hündin aus schlechter Haltung. Sie ist jetzt 5 Wochen bei uns. Leider hat sie in ihren 6 Jahren keine Erziehung genossen und kann gar nichts. Wir fangen bei null an. Ich war gestern mit beiden Boxern (Rosi und Harry) auf dem Feld Gassi. Harry geht ohne Leine, da er gut erzogen und gehorsam ist. Soweit alles gut. Ich habe Schneebälle geworfen und beide sind danach geflitzt. Auf dem Rückw

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Erziehung

      Hallo! Ich hoffe ich mach das hier richtig, ich bin die neue Ich stell mich kurz vor... Wir sind zu viert( Kids sind 7 und 13) und unser Hund ( OEB/ American Bully Mischling,11 Mon) und bei ihm liegt logischerweise das Problem . Wir sind nicht ganz unerfahren was Hunde angeht. Unser vorheriger Hund war ein Labrador Retriever Mischling. 15 Jahre hatten wir ihn. Jetzt zum Bully... Ich bekomme ihn überhaupt nicht erzogen. Er zerstört sein Körbchen , springt viele

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Erziehung mit 2 Jahren

      Hallo, ich habe ja in einem anderen Post schon kurz erzählt dass wir einen Hund aus dem Tierschutz aufnehmen möchten. Nächste Woche soll es soweit sein, und obwohl wir versuchen uns einzulesen und meine Eltern auch immer einen Hund hatten, kommen, je mehr man nachdenkt, Fragen auf. Was mich grundlegend interessiert, wie sieht es mit der Erziehung aus? Der Hund, ein kniehoher Mischling, wohnt momentan in einer Pflegestelle. Ich habe heute, wieder, mit dem Pflegefrauchen telefoniert

      in Hundeerziehung & Probleme

    • Antiautoritäre franz. Zwergpudelhündin Erziehung möglich?

      Hallo liebe Pudelerziehungsberechtige, wir haben heute eine 3 jährige verwahrloste Zwergpudelhündin aus der Tiernotrettung geholt.Leider hat die junge Dame bisher nichts Schönes in Ihrem Leben erfahren dürfen. Wir wollen Ihre ein schöneres Leben in ländlicher Umgebung schenken. Leider kennt Sie wohl nur eine 1 Zimmer Wohnung, in der Sie auch Ihr "Geschäft" auf einer Matte verrichten musste. Sie wirkt sehr schüchtern, glücklicherweise nicht bissig. Sie ist so süß.. Nun muss Sie leider noch v

      in Hundeerziehung & Probleme

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.