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Hundeforum Der Hund
KäptnKörk

Erziehung oder übertriebene Einflussnahme?

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Ich denke, wenn alle Hunde sich von 'Haus-aus' wie Labradore verhalten sollen, weil das für das Familienleben am zuträglichsten ist, warum dann überhaupt noch Rassen züchten. Nur um die richtige Felllänge zu haben, die einem gefällt?

 

Ich denke, bei jeder Veranlagung muss man das Verhalten shapen, so dass es nutzbar wird für den Menschen wird. Vielleicht konnte dein Hund @KäptnKörk schon immer perfekt hüten, unser Sennenhund hat auf jeden Fall gezeigt, dass sie das von sich aus macht, aber bestimmt nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Man nehme eine Veranlagung und forme sie. Dass es dabei zu Komplikationen kommt, weil wir eben unsere Hunde nicht (nur) als Arbeitshunde sehen, ist so. Und es gibt sicher Hunde, die in manchen Settings (Stadtwohnung) mehr Restriktionen benötigen, um ein gesellschaftsfähiges Leben zu führen. Das ist auf jeden Fall etwas, über das wir als Halter uns vorher Gedanken machen sollten, um einem Hund die größte mögliche Freiheit innerhalb seiner Veranlagung geben zu können.

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Artgenossenunverträglichkeit ist doch nie Zuchtziel gewesen und nicht an Wach- und Schutzverhalten gekoppelt.

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vor 40 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

So habe ich den Thread nicht verstanden- eher in Richtung Wegzüchten und Aberziehen.

 

Naja, der Titel des Threads ist sicherlich der Erziehung gewidmet, auch der Frage, was man aus der Erziehung macht. Bekanntermaßen gibt es dabei eine große Bandbreite, die sich an den verschiedensten Faktoren festmacht.

 

Die Zucht ist ein gänzlich anderes Thema.

 

Klar, dem HH begegnen Herausforderungen, die nicht ganz eindeutig belegen, ob das Verhalten seines Hundes erziehungs- oder zuchtbedingt ist.

Da muß dann der schmale Grad begangen werden, der zwischen mangelnder Umwelt Kompatibilität mangels geeigneter Erziehung und dem schlichten Nichtgeeignetsein

einer Rasse für eine gewisse Umgebung besteht.

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@Nasefux

ich verstehe deine Argumentation sehr gut. Das Gegenextrem zu rassebedingter Verschiedenheit ist der (kinder-) liebe, verträgliche, leicht erziehbare, unaufmüpfige, nichtjagende und wenigbellende Familienhund.

Aber in solchen Extremen denke ich gar nicht.

 

vor 2 Stunden schrieb Nasefux:

Ich sehe es die letzten Jahre bei den Shibas. Es sind nun mal kauzige Eigenbrötler, die gut ohne andere Hunde oder vielen Menschen auskommen, die gerne Jagen und ihren eigenen Kopf haben. So waren sie schon Jahrhunderte lang. Nun gibt es immer mehr Shibas, die auf Verträglichkeit, Freundlichkeit und wenig Jagdmotivation gezüchtet werden....klingt erst mal gut und schön, da man denkt, solche Hunde passen sich besser in unsere Gesellschaft ein

 

Mal angenommen, es gelänge tatsächlich, den Shiba zu selektieren, der nur etwas weniger eigenbrötlerisch, etwas weniger jagdmotiviert, etwas weniger unfreundlich ist -würdest du das denn befürworten?

Ich würde es. Ich würde allen Hunden wünschen, durch Milderung ---nicht Wegzüchtung!--- ihrer "extremen" Eigenschaften ein angenehmeres Leben führen zu können, zumal wenn sie vom Züchter als stinknormaler Familienhund verkauft werden, dem seine *besonderen Eigenschaften* am Ende nur im Weg stehen und ihm im schlimmsten Fall das Leben vermiesen.

 

Ich kenne ein paar Briards. Nur der eine, der sanfte, freundliche, untypische ohne ZZL, läuft frei, hat Hundekumpels, flirtet mit unseren Mädels. Die anderen, die dem Rassestandard entsprechen, sind entweder an der Leine oder laufen einen großen Bogen, wie meine Tschuli auch. Hier würde ich sehr gerne Abmilderung der Eigenschaften sehen, auch wenn das dann nicht mehr der Briard wie vor 100 Jahren ist. Unsere Welt ist ja auch nicht wie vor hundert Jahren.

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vor 17 Minuten schrieb Juline:

Ich würde allen Hunden wünschen, durch Milderung ---nicht Wegzüchtung!--- ihrer "extremen" Eigenschaften ein angenehmeres Leben führen zu können

 

Klingt gut. Wenn man glaubt (was ich dir nicht unterstelle), dass man Züchtung so graduell steuern kann: ein bisschen weniger hiervon, ein bisschen mehr davon.

Und ausser Acht lässt, was man sich dabei an unerwünschten Nebeneffekten so ganz nebenbei einkaufen kann.

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vor 22 Minuten schrieb Juline:

Mal angenommen, es gelänge tatsächlich, den Shiba zu selektieren, der nur etwas weniger eigenbrötlerisch, etwas weniger jagdmotiviert, etwas weniger unfreundlich ist -würdest du das denn befürworten?

 

Natürlich. Aber leider zeigt die Realität, dass man das nicht so präzise beeinflussen kann und sich leider trotzdem Extreme auftun....was durchaus auch schlechter Zucht geschuldet ist. Diese Hunde die nur etwas gemildert sind, gibt es durchaus, keine Frage + kommt ja der Faktor Erziehung, Umfeld, Erfahrung hinzu, die einen Hund zu dem machen ,der er ist. 

 

Renegade, das hat sich überschnitten ^_^ 

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vor 15 Minuten schrieb Nasefux:

dass man das nicht so präzise beeinflussen kann

 

Klar.

Aber es ist ja auch gelungen, die Eigenschaften "anzuzüchten" /herauszuselektieren und über die Jahrhunderte zu erhalten.

Eine Veränderung ist durch kluge und aufmerksame Zucht sicher möglich, es dauert halt und ist vor Rückschlägen nicht sicher. Es muss aber zuerst der Wille dazu, der Überblick über den Genpool, über Eigenschaften von Linien etc. und das gemeinsame Ziehen am selben Strang bestehen, und allein daran würd`s scheitern.

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vor einer Stunde schrieb Juline:

Mal angenommen, es gelänge tatsächlich, den Shiba zu selektieren, der nur etwas weniger eigenbrötlerisch, etwas weniger jagdmotiviert, etwas weniger unfreundlich ist -würdest du das denn befürworten?

 

Ich nicht, da das Ergebnis dieser Versuche bisher NICHT wesensfeste, nervöse Mimöschen sind, die eher ängstlich sind.

 

Diese Hunde waren seit vielen Jahrtausenden so, warum will man die verändern?

Wer dem Shiba nicht gerecht werden kann, der holt sich keinen. Bei allen anderen lebt der Hund glücklich!

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vor 48 Minuten schrieb Juline:

Aber es ist ja auch gelungen, die Eigenschaften "anzuzüchten" /herauszuselektieren und über die Jahrhunderte zu erhalten.

Eine Veränderung ist durch kluge und aufmerksame Zucht sicher möglich, es dauert halt und ist vor Rückschlägen nicht sicher. Es muss aber zuerst der Wille dazu, der Überblick über den Genpool, über Eigenschaften von Linien etc. und das gemeinsame Ziehen am selben Strang bestehen, und allein daran würd`s scheitern.

 

Dummerweise sind oft gerade die Eigenschaften die einen Hund nicht für jedermann tauglich machen, gleichzeitig der Garant für wesensfeste und robuste Hunde:

 

Z.B. gibt es ja auch bei verschiedenen Jagdhunderassen vermehrt das Zuchtziel "weniger Jagdtrieb - mehr Familienhundeignung"

da die meisten Besitzer von Beagle & Co nun mal keine Jäger mehr sind ...

Die Erfahrung zeigt aber leider, dass wenn Jagdhunde in der Zucht nicht mehr auf jene Anlagen und Arbeitsleistung selektiert werden, es schnell bergab geht mit der Gesundheit der Rasse und/oder dem Wesen.

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Zucht ist eigentlich nicht das Thema,

was ich anstoßen wollte, macht aber natürlich nichts,

die Gedanken zu "gemäßigteren" Hunden finde ich auch sehr, sehr spannend.

 

Dazu kann ich selbstredend nur bei wenigen Rassen etwas beitragen.

Die Hardcore-Australian Cattle Dogs mögen ja im Outback Australiens,

auf den riesigen Steppen Südamerikas oder

in den Weiten der USA ganz gut einzusetzen sein, aber für zivilisierte Gegenden

sind sie eher nicht geeignet. Aber, ich habe auch nicht einen einzigen dieser wilden ACD-Gesellen kennengelernt,

der einen guten Hütehund abgegeben hätte.

Zu meinem Hund wurde hier mal geschrieben, dass er das entspannteste Exemplar dieser Rasse sei,

dass sie kennen würde, das war

@Fiona01

so weit ich weiß.

Supernett, ich kenne allerdings wirklich ein halbes Dutzend richtig lässiger,

sehr gut arbeitender und vielseitiger Cattle Dogs.

Bei dieser Rasse gehen Arbeitsbefähigung und Alltagstauglichkeit tatsächlich

Hand in Hand. Ich denke auch nicht, dass mein Hund weniger ACD ist,

nur weil ich keine Drone brauche, die die Umwelt nach Dingen scannt,

die mein ach so ursprünglicher Hund schrecklich gerne mal tackern würde.

 

Ich könnte noch etwas über Border Collies und Kelpies schreiben.

Bei denen wäre es, aus meiner Sicht, auch nicht ganz falsch etwas entspanntere,

charakterlich robustere Hunde in die Zucht zu bringen, selbst

wenn Pokale dann deutlich schwieriger zu erobern wären.

Die Hunde würden es danken, denke ich.

 

Nun finde ich, dass Hundezucht in einer sich immer schneller verändernden Welt

nicht starr sein, sondern sich veränderten Bedürfnissen anpassen sollte.

 

Zu meinem ursprünglichen Thema wollte ich noch sagen,

dass ich überhaupt nicht gegen eine typgerechte Erziehung bin.

Es kommt ja, glaube ich, kein Hund auf die Welt und denkt:

`Oh,  das sind ja Coburger Fuchsschafe, da muss ich etwas weiter weglbleiben und weniger Druck machen,

als bei den dicken Texel´.

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