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Hundeforum Der Hund
KäptnKörk

Erziehung oder übertriebene Einflussnahme?

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Was mich bei dieser Diskussion generell  stört ist das "schwieriges "Verhalten  irgendwie oft wie ein positives Merkmal dargestellt wird. 

Auch ein  Reithofhund profitiert wenn er vielem gelassen begegnet.

Mir fallen tausend Bsp ein an denen  Hunde  es einfacher hätten mit  mehr Gelassenheit. 

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Aber warum soll sich "schwieriges Verhalten" (was ist das laut Definition eigentlich?) mit gelassen sein ausschließen? Was für den einen an Hund XY schwierig ist, ist für den anderen null Problem, je nach Charakter, Erwartung, Lebensumfeld usw.... 

Vergessen: Wie man bei einigen Rassen sieht, ist die Zucht zum "alltagstauglichen" Hund mit merkbaren Defiziten im Wesen verbunden.....was viele Hunde eben nicht gelassener macht.

Man möge mich berichtigen, aber ich habe schon öfter gehört, dass empfohlen wird sich z.B. lieber einen Viszla aus einer jagdlichen Zucht zu holen, weil die noch einen sauberen Charakter haben, ebenso hört man das von Labbis und auch anderen Rassen....

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Ist eben schwierig zu beurteilen, ob es mangelndes Einschätzungsvermögen, Gelassenheit oder Ignoranz ist. Ich finde da wird viel vom Mensch hineinprojiziert.

Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass ein Hund deshalb ein bestimmtes Verhalten zeigt, weil es ihm WICHTIG ist, finde es unfair ihm dieses Wichtige zu nehmen.

Gelangweilte, desinteressierte und unselbstbewusste werden nämlich auch oft als "gelassen" fehldiagnostiziert.

Eigentlich liegt "schwieriges Verhalten" doch mehr am Betrachter. Beispiel Schutzverhalten: Im Thread wird das oft in Kombination mit Aggressivität genannt, dabei dient es der Abwehr, der Schadensvermeidung und nicht dem Angriff. Das muss auch keinen Stress bedeuten, wenn der Hund unterscheiden lernen darf, und wenn er im Rahmen im Team beschützen darf. Er weiss dass er das gut kann, es stärkt sein Selbstbewusstsein und ist wichtig für ihn.

Nimmt man dem Hund das, geht Personenbezug, Selbstvertrauen und Nervenfestigkeit verloren, das bedeutet wesentlich mehr Stress für Hund und auch Halter.

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vor 54 Minuten schrieb KäptnKörk:

Bei dieser Rasse gehen Arbeitsbefähigung und Alltagstauglichkeit tatsächlich

Hand in Hand.

 

Und das ist auch für mich ein ganz ganz wichtiger Punkt. Ein Hund der arbeitet hat irgendwann auch mal Pause oder Feierabend und das muss er auch meistern können.

Gerade beim Hüten zum Beispiel. Der Hund muss genauso wie er die Tiere führen können soll, akzeptieren wenn er sie in Ruhe grasen lassen muss ohne das ihn das zu viel Nerven kostet. Ansonsten wird es schwierig ihn im Alltag überhaupt mitzunehmen, denn da trifft er auf allerlei hütbares Getier, das er aber schlicht in Ruhe lassen soll. 

 

Auch die typischen Wachhundrassen müssen eine souveräne Ruhe besitzen, um geduldig genug die Lage zu checken und wirklich nur in notwendigen Situationen zu stellen. Ein Hund der sehr arbeitstriebig oder sensibel ist kann auch plötzlich ziemlich schwierig werden, wenn das Maß nicht mehr ausgewogen ist und in Nervosität kippt. Und nervöse oder zu triebige Wachhunde sind dann meiner Meinung nach schon schwierig.

Jagdhunde müssen wahnsinnig gut lenkbar sein und dürfen nicht völlig außer Kontrolle dem Wild nach, auch das muss gehen.

 

Und hier ist die Zucht und inwiefern sie wirklich das Rechte Maß erwischt hat sehr schwierig zu beurteilen finde ich und man könnte definitiv über ein paar ruhigere Genossen im Zuchtpool nachdenken. Gerade in Arbeitsbereichen in denen Hunde mit aversiven Mitteln in ihrer Arbeitstriebigkeit gedeckelt werden/wurden, kann man es auch gar nicht wirklich einschätzen. Die Hunde leben/lebten ja nicht das aus wie sie gezüchtet wurden, sondern in Angst und würden/hätten sich vielleicht auch leichter tun würde man sie mit mehr innerer Ruhe züchten. Aber da ist es manchen halt lieber gewesen sie hauen dem Hund ein paar mal eine runter wenn er zu viel will, als ihn motivieren zu müssen.  

Ich will natürlich nicht sagen das hier im Forum die Leute die Schutz- oder Wachhunde sind dahingehend argumentieren. Aber die Züchter und Halter der Vergangenheit haben doch oft so erzogen oder getickt und in der Rasse stecken solche Dinge halt auch noch drin. Deshalb ist ein neues Abschätzen des richtigen Maßes sicher nicht verkehrt.

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vor 1 Stunde schrieb KäptnKörk:

Zucht ist eigentlich nicht das Thema,

was ich anstoßen wollte, macht aber natürlich nichts,

die Gedanken zu "gemäßigteren" Hunden finde ich auch sehr, sehr spannend.

 

Dazu kann ich selbstredend nur bei wenigen Rassen etwas beitragen.

Die Hardcore-Australian Cattle Dogs mögen ja im Outback Australiens,

auf den riesigen Steppen Südamerikas oder

in den Weiten der USA ganz gut einzusetzen sein, aber für zivilisierte Gegenden

sind sie eher nicht geeignet. Aber, ich habe auch nicht einen einzigen dieser wilden ACD-Gesellen kennengelernt,

der einen guten Hütehund abgegeben hätte.

Zu meinem Hund wurde hier mal geschrieben, dass er das entspannteste Exemplar dieser Rasse sei,

dass sie kennen würde, das war

@Fiona01

so weit ich weiß.

Supernett, ich kenne allerdings wirklich ein halbes Dutzend richtig lässiger,

sehr gut arbeitender und vielseitiger Cattle Dogs.

Bei dieser Rasse gehen Arbeitsbefähigung und Alltagstauglichkeit tatsächlich

Hand in Hand. Ich denke auch nicht, dass mein Hund weniger ACD ist,

nur weil ich keine Drone brauche, die die Umwelt nach Dingen scannt,

die mein ach so ursprünglicher Hund schrecklich gerne mal tackern würde.

 

Ich könnte noch etwas über Border Collies und Kelpies schreiben.

Bei denen wäre es, aus meiner Sicht, auch nicht ganz falsch etwas entspanntere,

charakterlich robustere Hunde in die Zucht zu bringen, selbst

wenn Pokale dann deutlich schwieriger zu erobern wären.

Die Hunde würden es danken, denke ich.

 

Nun finde ich, dass Hundezucht in einer sich immer schneller verändernden Welt

nicht starr sein, sondern sich veränderten Bedürfnissen anpassen sollte.

 

Zu meinem ursprünglichen Thema wollte ich noch sagen,

dass ich überhaupt nicht gegen eine typgerechte Erziehung bin.

Es kommt ja, glaube ich, kein Hund auf die Welt und denkt:

`Oh,  das sind ja Coburger Fuchsschafe, da muss ich etwas weiter weglbleiben und weniger Druck machen,

als bei den dicken Texel´.

 

Hast du mich versehentlich falsch ge@det? :) 

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vor 1 Stunde schrieb Nasefux:

Man möge mich berichtigen, aber ich habe schon öfter gehört, dass empfohlen wird sich z.B. lieber einen Viszla aus einer jagdlichen Zucht zu holen, weil die noch einen sauberen Charakter haben, ebenso hört man das von Labbis und auch anderen Rassen....

 

Jupp, so kenne ich das auch:

weil ein guter Arbeitshund einigermaßen nervenstark und klar im Kopf sein muss, sonst ist er für den Job unbrauchbar.

 

Oft werden ja auch bei den Jagdhunderassen die vorrangig nur an Jäger abgegeben werden, die ängstlichen und wesensschwachen Tiere dann als Familienhunde abgegeben. Die kann nämlich kein Jäger in der Arbeit brauchen ...

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Das dürfte bei allen Arbeitshunden der Fall sein, dass Ängstlichkeit zuchtausschliessend ist.

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Sollte  bei jedem Hund  zuchtausschliesend sein. 

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vor 24 Minuten schrieb Schnüffelmaus:

Oft werden ja auch bei den Jagdhunderassen die vorrangig nur an Jäger abgegeben werden, die ängstlichen und wesensschwachen Tiere dann als Familienhunde abgegeben. Die kann nämlich kein Jäger in der Arbeit brauchen ...

 

Und das sind dann die, mit denen Familien dann Probleme mit Ängstlichkeit, unkontrollierbarem Jagdverhalten usw. haben und dann von diversen Seiten (Jägern etc.) geschrien wird, dass Jagdhunde nicht in Familien gehören.... 🤔 -> nur meine Theorie, kam mir gerade in den Sinn  <- 

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vor 2 Minuten schrieb Nasefux:

Und das sind dann die, mit denen Familien dann Probleme mit Ängstlichkeit, unkontrollierbarem Jagdverhalten usw. haben und dann von diversen Seiten (Jägern etc.) geschrien wird, dass Jagdhunde nicht in Familien gehören.... 🤔 -> nur meine Theorie, kam mir gerade in den Sinn  <- 

 

Dummerweise gehören diese Hunde ja auch nicht in Jägershand ...

... aber wohin gehören diese armen Tiere - mit all ihren jagdlichen Anlagen - denn dann...? 🤔

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