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Hundeforum Der Hund
Rosi18

taube Hündin ohne Erziehung

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Ich habe ein Problem und bekomme es nicht in den Griff.

Kurz zu Rosi. Rosi ist eine 6 jährige taube Hündin aus schlechter Haltung. Sie ist jetzt 5 Wochen bei uns. Leider hat sie in ihren 6 Jahren keine Erziehung genossen und kann gar nichts. Wir fangen bei null an.

Ich war gestern mit beiden Boxern (Rosi und Harry) auf dem Feld Gassi. Harry geht ohne Leine, da er gut erzogen und gehorsam ist. Soweit alles gut. Ich habe Schneebälle geworfen und beide sind danach geflitzt.

Auf dem Rückweg dann hatte sich Rosi so reingesteigert, das sie vor meinen Füßen immer in den Schnee gebissen hat. Ich habe es als Aufforderung zum Schneeballwerfen gesehen und es noch ein paarmal gemacht. Das war glaube ich falsch nochmal welche zu werfen. Denn jetzt war sie so richtig in Fahrt und aufgeregt dazu. Ich musste ihr die Leine anlegen, weil wir fast an der Straße angekommen waren. In ihrer Überdrüssigkeit biss sie sofort wieder in die Leine und lies sie nicht mehr los.
Da das ziehen an der Leine und ablenken mit Leckerlis nicht der richtige Weg ist (Leckerli= Belohnung) habe ich die Leine einfach losgelassen und Rosi einfach stehen gelassen.
Derweil bin ich mit Harry langsam weitergelaufen in der Hoffnung das Rosi aufhört auf der Leine rumzubeißen und uns hinterher gelaufen kommt. Aber falsch gedacht.
Ich bin wieder zu ihr hin und habe sie nun doch mit einem Schneeball abgelenkt. Ich konnte sie am Geschirr halten und die Leine aufheben. Rosi war noch total fixiert und aggressiv auf die Leine, sodass ich mir die Leine um den Hals gewickelt habe und sie noch zusätzlich unter der Jacke versteckt habe. Das hat Rosi überhaupt nicht interessiert. Sie wollte die Leine, kann kommen was will.
Sie sprang den restlichen Rückweg nur an mir hoch und versuchte mich in die Arme und Ellenbogen zu beißen.
Ich bin dann mit beiden erhobenen Armen bis nach Hause gelaufen. Mein Herz schlug heftig. Zu Hause angekommen, habe ich sie dann allein in das Wohnzimmer gesperrt und völlig ignoriert. Mit Harry bin ich wieder raus um die Hühner zu misten. Ich musste auch erstmal wieder runter kommen. Zugegeben ich hatte dann schon Angst vor Rosi und das hat sie genau gemerkt. Die Leine ist futsch.

Wie kann ich Ihr die Agressivität gegenüber der Leine abgewöhnen. Ich weiß, das es bei tauben Hunden noch ein Stück schwieriger sein wird.

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Und noch etwas zu Rosi und ihrer neuen Umgebung. Wie komme ich denn hier zu Recht???... Sie kennt nichts... und war deshalb total reizüberflutet als sie bei uns einzog. Fernseher? 3 Katzen? Mülleimer? Staubsauger? Was ist das?, hat sie sich gefragt und musste erstmal alles erkunden. Dadurch das sie taub ist, schlief sie kurz ein und wachte sekunden später wieder total verstört auf. Sie war extrem nervös, unruhig und total unsicher. Gassi gehen an der Leine? Kenne ich nicht. Da haben wir mit viel Geduld einen Bademantelstrick verwendet und nach und nach die richtige Leine benutzt. Die sie jetzt immer noch, wenn sie unsicher und gestresst ist zerfleischt. Wir probieren jetzt eine Kettenleine.

Autofahren...eine Totalkatastrophe....ging gar nicht.

Jetzt habe ich zur Unterstützung auf Bachblüten zurück gegriffen. Ich habe mich ausführlich beraten lassen und auf Rosi eine abgestimmte Mischung herstellen lassen.

Ich muss sagen innerhalb von 3 Tagen gab es die ersten Erfolge. Sie wurde ruhiger, konnte sich besser entspannen. Fängt jetzt beim Gassigehen an zu schnüffeln und fährt jetzt ohne TamTam in der Autobox mit.

Da wir auch nicht wissen, was sie in ihren 6 Jahren Hundeleben schlechtes erfahren hat, geht vieles wirklich nur mit Geduld, Liebe und Einfühlungsvermögen. Wir haben noch gar nicht angefangen ihr irgendwelche Kommandos per Zeichensprache bei zu bringen, da sie uns erstmal vertrauen muss. Damit lassen wir uns Zeit.

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Das klingt eher nach Spielverhalten.

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vor 2 Minuten schrieb Gerhard:

Das klingt eher nach Spielverhalten.

 

Das glaube ich eher nicht, da sie gar nicht weiß was spielen ist. Sie ist noch nie in den Genuss gekommen. Wir hatten ihr einen Kong gekauft. Wenn man den ihr hinhält, dann schnappt sie richtig danach und einmal im Maul, kann man den ihr nicht wieder wegnehmen. Wie soll man da spielen? Wenn man den wirft, holt sie den und beißt richtig heftig darauf rum, als wölle sie sich abreagieren. So schnappt sie auch nach Dingen, die sie nicht kennt. Beispiel: Ich habe im Floor einen runden Dekostein auf dem Schuhschrank liegen. Der ist schon sehr schwer und Faustgroß. Wenn sie den erwischt, rennt sie damit durch die ganze Wohnung und gibt ihn nicht mehr her. Also das ist kein spielen denke ich oder?

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Sie spielt halt auf ihre Art, mit sich selbst. Sie bezieht euch nicht in ihr Spiel mit ein, das ist, was sie nicht kennt.

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Interessiert sie sich für Harry? Damit meine ich - könntest du dir vorstellen, dass sie von ihm lernen könnte durch Beobachten? 

 

Für mich klingt ihr Verhalten auch keineswegs aggressiv. Ich vermute eher, dass sie total geflasht ist von den vielen neuen Eindrücken. Dein größter Fehler war - zumindest von dem, was du erzählt hast - dass du sie weggesperrt hast. Das ist nicht gut. Sie muss lernen, dir zu vertrauen und sich an dir zu orientieren. In so einer Situation, wenn sie total überdreht ist, würde ich sie trotzdem nicht allein lassen, sondern gemeinsam mit ihr und mit Harry versuchen runterzukommen, zu entspannen, indem du dich vielleicht mit in das Wohnzimmer gesetzt hättest, ein Buch gelesen hättest o.ä. 

 

Wenn sie so auf den kong abfährt, dann gib ihr in so einer Situation etwas zum kauen. Kauen beruhigt Hunde oft. 

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Geh doch mal auf die Website "einfach taub..." Dort gibt es auch das Büchlein zu kaufen und das ist wirklich hilfreich, wenn man einen tauben Hund hat.

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vor einer Stunde schrieb Rosi18:


Da das ziehen an der Leine und ablenken mit Leckerlis nicht der richtige Weg ist (Leckerli= Belohnung) habe ich die Leine einfach losgelassen und Rosi einfach stehen gelassen.

 

Natürlich sind Leckerlies Belohnung.

Ich benutze sie aber auch, um meinen Hund abzulenken, auf mich zu beziehen, Aufmerksamkeit zu bekommen - und damit dann auch Unerwünschtes zu beenden.

Das ist viel erfolgreicher, als sich unbedingt durchsetzen zu wollen.

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Puh, weniger ist mehr würde ich sagen, sie scheint sich nicht gut selbst regulieren zu können, kein Wunder bei der Dosis "neu", der werden die Stresshormone bis zum Anschlag stehen, klar, daß die irgendwann "überschnappt" im wahrsten Sinne des Wortes, daß ist dann kein Ungehorsam sondern eine biologische Reaktion des Gehirns auf die Überlastung, positiver Stress ist auch Stress. Fahr mal alles runter, laufe immer die gleiche Strecke -da kann man z.B. auch Reize reduzieren, wenn man nur hinundzurück geht anstatt ganze Runden. etc.

 

Ich würde mich auch in das Thema Deprivation einlesen, ich ahne, daß es in diese Richtung gehen könnte. 

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vor 22 Stunden schrieb Rosi18:

 

Das glaube ich eher nicht, da sie gar nicht weiß was spielen ist. Sie ist noch nie in den Genuss gekommen. Wir hatten ihr einen Kong gekauft. Wenn man den ihr hinhält, dann schnappt sie richtig danach und einmal im Maul, kann man den ihr nicht wieder wegnehmen. Wie soll man da spielen? Wenn man den wirft, holt sie den und beißt richtig heftig darauf rum, als wölle sie sich abreagieren. So schnappt sie auch nach Dingen, die sie nicht kennt. Beispiel: Ich habe im Floor einen runden Dekostein auf dem Schuhschrank liegen. Der ist schon sehr schwer und Faustgroß. Wenn sie den erwischt, rennt sie damit durch die ganze Wohnung und gibt ihn nicht mehr her. Also das ist kein spielen denke ich oder?

Das ist Spielen pur. Was hat Abgeben mit Spielen zu tun?

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