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Hundeforum Der Hund
Aixperte78

Fragen über Fragen... wer weiß Rat?

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Zuerst mal will ich uns ein wenig vorstellen:
Wir sind eine kleine Familie mit einem 10 jährigen Sohn und haben uns dieses Jahr ein Haus mit Garten in einer mittelgroßen Stadt gekauft. Wir spielen mit dem Gedanken uns einen Hunde-Welpen zulegen und zur Auswahl stehen (bisher) folgende Rassen:
 

  • Bichon Frise
  • Malteser
  • Havaneser
  • Bologneser
  • West Highland White Terrier
  • Cotton de Tulear
  • Maltipoo
  • Bolonka Zwetna
  • Cockapoo

Nun kommt auch schon die erste Frage:
Kann jemand vielleicht aus eigener Erfahrung sagen, ob es darunter eine Rasse gibt die es nicht ganz so schlimm findet wenn sie mal etwas alleine ist?

Uns ist natürlich bewusst, dass in erster Linie KEIN Hund gerne alleine ist. Es gibt aber ja Rassen die sowas von anhänglich sind, dass sie es überhaupt nicht gut vertragen auch nur eine Stunde alleine zu sein! Das allein sein bezieht sich übrigens nicht auf einen dauerhaften Zustand, genauer gesagt wären es pro Monat 5 Tage an denen der Hund knapp 4 Stunden alleine sein müsste - ansonsten ist IMMER jemand da. 

Dann kommt auch schon die zweite Frage:
Würdet ihr empfehlen nur einen Hund der von der UCI anerkannt ist zu nehmen? Wir wollen ja auf jeden Fall einen Hund von einem vernünftigen Züchter, das Geld spielt auch keine so große Rolle. Wenn man aber jetzt z.B. einen Cockapoo haben möchte, dieser Hund ist zwar in den USA anerkannt, nicht aber bei uns. Wie will man dann überhaupt einen registrierten Züchter finden? Das geht ja unseres Wissens nur über z.B. die VDH und dort stehen ja nur Züchter von anerkannten Rassen drin... 

Frage Nummer drei:
Wir sind uns bewusst, dass ein Hund viel Pflege benötigt und scheuen uns auch nicht davor. Gibt es aber trotzdem eine Rasse, die man als "pflegeleicht" bezeichnen könnte, weil sie vielleicht nicht so oft die Haare geschnitten bekommen müssen oder die man "relativ" leicht erziehen kann? Oder die vielleicht weniger bellen als andere? Sich mit anderen Hunden vertragen?

4. Frage:
Würdet Ihr eine Krankenversicherung für Hunde empfehlen? Oder lieber das Geld sparen und jeden Arztbesuch (falls nötig) aus eigener Tasche zahlen?

Frage 5:
Die Zeiten haben sich ja geändert. Früher ging ja fast keiner in eine Hundeschule und es wurde alles selber gemacht. Würdet Ihr eine Hundeschule (auch bei einem kleinen Hund) empfehlen? 
Ich denke, gerade bei kleinen Hunden besteht oft die "Gefahr", dass man auf Grund der Größe evtl. zu viel durchgehen lässt weil es einem ja keine Probleme bereitet. Z.B. das "an der Leine ziehen". Es ist ja kein Problem einen kleinen Hund festzuhalten und daher beachtet man das dann nicht. 

Wir haben uns schon viele Bücher zugelegt und auch viel im Internet gelesen. Aber wirklich schlauer sind wir nicht geworden, da z.B. das eine Buch schreibt "Fell ist pflegeleicht" und das andere Buch "Fell muss jeden Tag gebürstet werden". Daher würden uns selber erlebte Erfahrungen mehr weiterhelfen...

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten 🙂 

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Bis auf Den Westi sind alle oben aufgeführten Rassen kleine Schoß/ bzw. Begleithunde. Sie mögen nicht besonders gerne allein sein, 4 Stunden sind aber aus meiner Sicht absolut vertretbar. Einen Hund von einem Züchter zu kaufen ist kein Garant für einen gesunden Hund, ich würde es aber auch wenn ich eine Dauerbaustelle gekauft habe, wieder so machen. Ich hatte einfach Pech. Meine erste Hündin war gesund wie ein Pferd. Ich habe eine Malteserhündin, das Haar ist jetzt wo wir sie geschoben haben pflegeleicht. Vorher musste wirklich jeden Tag gekämmt werden und etwa 1 mal im Monat gebadet. Eine Hundeschule haben wir nicht besucht. Ich habe erziehungstechnisch nur den Anspruch, dass der Hund alltagstauglich ist. Kommen, wenn ich rufe, sich ablegen, im Korb bleiben, ein paar Stunden allein bleiben und sie überall mit hinnehmen können. Mehr wollte ich nicht. Eine Krankenversicherung haben wir und wir sind froh drum. Die Kleine hat bereits um die 4.500 Euro Tierarztkosten benötigt. Die ersten 1.500 wurden fällig als sie knapp 1 Jahr bei uns war...meiner Meinung nach ist eine OP Versicherung fast Pflicht,  es sei denn ihr könnt ohne Probleme sofort einen kleinen bis mittleren 4 stelligen Betrag aus dem Hut ziehen.

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vor 8 Stunden schrieb Aixperte78:

Würdet ihr empfehlen nur einen Hund der von der UCI anerkannt ist zu nehmen? Wir wollen ja auf jeden Fall einen Hund von einem vernünftigen Züchter, das Geld spielt auch keine so große Rolle. Wenn man aber jetzt z.B. einen Cockapoo haben möchte, dieser Hund ist zwar in den USA anerkannt, nicht aber bei uns. 

Hallo,

Ich würde Abstand nehmen von diesen Moderassen. Cockapoo, Maltipoo usw. Das ist keine richtige Zucht, sondern Vermehrung. Wenn ihr einen gesunden wesensfesten Hund wollt, nehmt lieber einen aus einer anerkannten und seriösen Zucht, seht euch auch mehrere Zuchtstätten an.

 

vor 8 Stunden schrieb Aixperte78:

Würdet Ihr eine Krankenversicherung für Hunde empfehlen? Oder lieber das Geld sparen und jeden Arztbesuch (falls nötig) aus eigener Tasche zahlen?


Eine OP-Versicherung würde ich auf jeden Fall empfehlen. Eine Krankenversicherung lohnt sich m.E. nicht, wenn ihr monatlich was zurücklegen könnt. 

 

(Schreibe später noch was.)

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Zunächst einmal: Herzlich Wilkommen im Forum!

 

Zu euren Fragen:

 

Frage 1:

Klar, Hund sind am liebsten immer und überall dabei. Aber 5 Tage im Monat für 4 Stunden allein? Das ist absolut vertretbar. Ihr habt im Grunde - was das Alleinsein angeht - ideale Bedingungen für einen Hund. Natürlich müsst ihr das Alleinbleiben kleinschrittig aufbauen - aber ihr lest euch ja bereits jetzt viel ein und soweit ist es ja noch nicht. Ich kenne von den Rassen, die ihr aufgelistet habt, nur den Bolonka aus eigener Erfahrung (hatte mal für ein Weilchen einen Bolonka als Pflegehund). Dieser Hund war ein kerniger kleiner Bursche und ist völlig problemlos für einige Stunden allein geblieben. Er hat sich dann einfach immer den bequemsten Platz auf der Couch ausgesucht und vor sich hin gedöst. Ich denke, gut und kleinschrittig aufgebaut, habt ihr bei allen genannten Rassen sehr gute Chancen, dass der Hund ab und zu für 4 Stunden alleine bleiben kann.

 

Frage 2:

Ich schließe mich @Freefalling an. Auch ich halte absolut nichts von diesen Mode- und Designerrassen wie Cockapoo (und all die anderen Poos und Doodles und was es da nicht so alles gibt). Die anderen Rassen, die ihr genannt habt sind allesamt kleine Begleithunde. Da würde ich bei den Zuchtlinien darauf achten, dass die Hunde eben nicht zu klein sind, denn das birgt dann wieder gesundheitliche Gefahren (Glubschaugen, zu kurze Schnauze und damit Atemnot, Knieprobleme gibt es bei sehr kleinen Rassen auch oft). Darum wäre mein Gang schon zu einem seriösen Züchter.

 

Frage 3:

Auch hier kann ich nur vom Bolonka berichten: Dem muss man ab und zu mal das Fell stutzen. Die Besitzerin lässt das manchmal vom Hundefriseur machen und greift manchmal auch selbst zur Schere. Ich glaube, je nach Wetter, so alle 2-4 Monate. Ansonsten brauche der kleine Bolonka keine weiter Fellpflege (und hat auch während der Zeit, in der er bei mir war kein einziges Haar verloren) - außer regelmäßiges ausgiebiges Durchkraulen (davon konnte er wirklich nicht genug kriegen).

 

Frage 4:

Zu dem Thema gibt es hier schon einige Threads im Forum, vielleicht stöberst du mal. Grob gesagt, werden von den Haltern 3 unterschiedliche Lösungen genutzt:

- keine Versicherung, dafür ggf. jeden Monat einen festen Betrag zur Seite legen (oder halt nicht - je nachdem wie gut situiert man ist)

- OP-Versicherung

- volle Krankenversicherung

Wir haben für unsere Hündin eine OP-Versicherung abgeschlossen. Unsere Überlegung war einfach: Ab und zu mal ein paar Hundert Euro Tierarztkosten: kein Problem, kriegen wir hin. Im Jahr 1 oder 2 Mal eine OP und ein paar Tausend Euro Tierarztkosten (pro OP): Joa, würden wir hinkriegen, aber würde schon auch weh tun. Darum haben wir dann halt den Fall, der uns weh tun würde, durch die OP-Versicherung abgesichert (da ist der monatliche Beitrag auch überschaubar) und den Rest zahlen wir so. Für uns bisher die richtige Lösung. Unsere Hündin war allerdings auch schon 2 Jahre alt und wir wussten, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt keine chronischen Krankheiten oder Allergien gezeigt hatten - also auch insoweit überschaubar. Bei einem Welpen ist das ein bissl anders - der ist letztlich immer eine gesundheitliche Wundertüte (so wie jedes Lebewesen). Muss letztlich jeder selbst entscheiden.

 

Frage 5:

Das kommt absolut darauf an, was ihr von eurem kleinen Begleiter erwartet, welche Ambitionen ihr habt und wie ihr euch anstellt beim selbst Trainieren ;) Wir waren in keiner Hundeschule. Ich habe viel gelesen, unsere Hündin auf den Clicker konditioniert und bisher konnten wir alle "Baustellen" gut selbst bearbeiten (übrigens als Hundeanfänger. Abgesehen von den paar Wochen Bolonka-Pflegehund, ist unsere Hündin unser erster Hund). Wir haben aber auch keine großen Ansprüche - soll halt einfach ein "Immer-Dabei-Hund" sein, der im Alltag nicht negativ auffällt (also keine anderen belästigt/beeinträchtigt) und natürlich gibt es "Sicherheitsvorschriften" (im Straßenverkehr auf dem Bürgersteig bleiben und brav an der kurzen Leine bleiben; nicht einfach so aus dem Kofferraum auf die Straße hüpfen, sondern aufs Kommando warten).

Für mich ein "Nachteil" bei Hundeschulen und Hundetrainern: Es gibt gute, aber es gibt halt auch schlechte. Wenn man an eine schlechte gerät, wo noch mit (überholter) Dominanztheorie gearbeitet und der Hund ständig gemaßregelt und unterdrückt wird, dann macht man sich wahnsinnig viel kaputt. Und als Hundeanfänger ist es manchmal nicht so einfach, sich gegen solche Trainer/Methoden durchzusetzen. Man wird immer schnell mit dem Totschlag-Argument "keine Erfahrung" konfrontiert (nicht nur von Trainern, auch von Bekannten, Verwandten und anderen Hundehaltern).

Wenn ihr euch für eine Hundeschule entscheidet, dann schaut euch das Training im Vorfeld gut an (erstmal ohne Hund). Wir hatten uns die Option Hundeschule/Hundetrainer immer offen gehalten, haben dann aber festgestellt, dass wir auch prima ohne zurecht kommen und damit war es dann entschieden. Unser Hund legt allerdings auch keinen großen Wert auf viele Hundekontakte, darum würden wir ihm auch insoweit keinen Gefallen tun mit irgendwelchen Hundegruppen, sondern ihn damit eher "strafen".

 

So, das war es erstmal, was mir spontan zu euren Fragen eingefällt.

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Ich würde genau wie @Freefalling von den Moderassen Abstand nehmen.

West Highland Terrier waren dafür bekannt, dass sie häufig unter Nahrungsmittel-Unverträglichkeit litten. Mein Mann hat sich einige Jahre beruflich mit der Ernährung von Hunden beschäftigt und hatte einige Westis in der Kundschaft, die eine spezielle Diät benötigten.

 

Die anderen Rassen sind im Übrigen keine Schoßhunde. Ich habe seit 17 Jahren Havaneser, die ohne Probleme 10 km laufen und absolute Agility-Cracks sind.

 

Allein bleiben können hat nichts mit der Rasse zu tun. Wenn man das schön geduldig übt, können auch die kleinen allein bleiben. Bis zu 6 Std. ist das kein Problem, aber vielleicht nicht täglich.

 

Hundeschule ist eine sehr gute Idee. Ich habe erlebt, dass eine ehemalige Kollegin ein Monster aus ihrem Havaneser gemacht hat. Der kleine Kerl ist richtig aggressiv!

 

Fellpflege ist bei den genannten Rassen schon ein kleines Problem. Gerade Rassen wie Maltester oder Havaneser benötigen sorgfältige Pflege. Wenn sich das Baby-Fell zum Erwachsenen-Fell wandelt, muss man teilweise täglich kämmen, weil es sonst erhebliche Verfilzungen gibt. Wir kämmen unsere erwachsenen Hunde 1x wöchentlich, manchmal 2x.

Alle 5-6 Wochen ist ein Bad fällig, dann ist das Fell leichter kämmbar.

 

Havaneser z.B. sind unerhört pfiffig und neugierig, was die Erziehung etwas erleichtert, weil sie gerne neue Dinge lernen. Allerdings müssen sie daher auch mit liebevoller Konsequenz erzogen werden. Aber es sind wunderbare Hausgenossen, die sehr witzig sind, gerne spielen und für jeden Blödsinn zu haben sind.

 

Falls ihr euch für einen für einen Havaneser entscheiden würdet, kann ich euch Züchter empfehlen, auch außerhalb des VdH.

 

Auf dem Bild siehst du meine Havis Denny und Luzie. Viel Erfolg bei eurer Entscheidung.

Luzie8.JPG

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Lass die Finger von Modemixen wie Maltipoo, Cockerpoo und was da derzeit noch als "Designer Dog" im großen Stil produziert wird. Das sind schlicht Mischlinge zu Wucherpreisen mit einer guten Werbemasche.

 

Der UCI ist defenitiv kein seriöser Zuchtverband.

Wenn du eine anständige Überwachung der Zuchtstätten durch einen übergeordneten Verband möchtest, musst du dich in D nach einem Züchter umsehen, der dem VDH angeschlossen ist.

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Zu Nr. 1:

Nur 5 mal im Monat für maximal 4 Stunden ... findet sich da keine Betreuung, zumindest teilweise? So ließe sich das Alleinbleiben weiter minimieren. 

Ich denke nicht dass 5 mal 4 Stunden nicht gut machbar wären. Aber ich stelle mir das Lernen schwieriger vor als bei häufigerem Alleinbleiben. Wenn ich jeden Tag 2 Stunden fortginge, hätte das mehr Gleichmäßigkeit und wäre daher für den Hund eventuell leichter zu lernen. Hunde mögen "Rituale", also immer das Gleiche im gleichen Rhythmus. (z.B. immer nach dem Aufstehen sofort raus) Ich würde zum Lernen des Alleinbleibens den Hund daher täglich kurz allein lassen (erst wenige Sekunden, dann Minuten, etc.), auch wenn das eigentlich gar nicht nötig wäre. Wenn das schon gut klappt, nur noch alle 2-3 Tage und dann unregelmäßig, so wie es später sein wird.

Wichtiger finde ich aber, dass der Hund (ihr wollt euch ja einen Welpen kaufen) erst in einem Lebensalter allein gelassen wird, in dem er das aufgrund seiner Entwicklung auch kann! Ich hatte bisher nur erwachsene Hunde, Hier sind also die "Welpenprofis" gefragt: Ab wann kann ein junger Hund allein bleiben?

In der Natur würde "Muttern" zwar auch ihre Welpen allein lasen, um Futter ranzuschaffen, aber sie wären dann ja mit ihren Wurfgeschwistern zusammen.

 

Zu Nr. 3:

Die Einschätzung geht mit "gesundem Menschenverstand": Kurzes Haar ist generell weniger Pflegebedürftig als langes Haar. Die Art der Haare kann man beim Hund aus Zucht bei den Eltern feststellen. Zwei Gegensätze:

  • das feine, dichte, lange Haar beim Collie
  • das kurze, leicht fettig wirkende Haar mancher Jagdhundrassen

Ersteres bedarf der regelmäßigen Pflege, zweiteres ist schmutzabweisend und fast selbstreinigend, aber nicht so kuschelig.

 

Nicht zu unterschätzen ist das Haaren. Ihr werdet eine Toleranz gegen überall herumliegende Hundehaare entwickeln müssen.

Wer den Anspruch hat, dass das eigene Heim "klinisch rein" sein muss, wird daran verzweifeln.

 

Zu Nr. 5:

 

Man glaubt es kaum, man kann auch heute noch alles selber machen. Das ist keine Frage der Zeit oder gar der Hunde, sondern hat mit dem Wesen von Hundehaltern zu tun.

Ausgiebige Lektüre vor der Anschaffung ist ein guter Anfang. Gerade wenn sich Autoren widersprechen, wird es interessant. Daran kann man seine eigene Einschätzung entwickeln.

Ebenso, wenn es in Foren wie diesem zu ganz konträren Meinungen kommt.

 

vor 2 Stunden schrieb Sam1984:

Ich habe erziehungstechnisch nur den Anspruch, dass der Hund alltagstauglich ist. Kommen, wenn ich rufe, sich ablegen, im Korb bleiben, ein paar Stunden allein bleiben und sie überall mit hinnehmen können. Mehr wollte ich nicht.

 

Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass man ein Ziel haben muss: Was soll der Hund "können" und wie kann ich das erreichen? Traue ich mir das selber zu oder brauche ich Unterstützung.

Wenn Unterstützung, dann in welcher Art?

Weiter wichtig: die (selbst)kritische Einstellung! Ich probiere etwas mit dem Hund aus (gelesen, gesehen, von anderem Halter gesagt bekommen, ...) und es klappt nicht. Was war falsch? Warum klappt es nicht? Setze ich es falsch um? Kann (will) mein Hund das gar nicht, Übung also zwecklos? Wenn es auf diesem Weg nicht geht, wie könnte es dann anders klappen? Auf diese Weise kann man an seinem Hund "wachsen". Ich fand das immer sehr spannend und dieses Beschäftigen mit dem Wesen meines Hundes und meinen (Un-)Fähigkeiten (;)) hat unser Zusammengehörigkeitsgefühl sehr gestärkt.

 

Ich spreche einer Vielzahl von selbsternannten "Hundeschulen" und "Trainern" jegliche Kompetenz ab. In ihrere Obhut nimmt das Wesen vieler Hunde Schaden. Es gibt keinerlei vorgeschriebene Ausbildung oder behördliche Überwachung. Den Sachkundenachweis nach §11 kann jeder halbwegs intelligente Mensch ablegen. Ein Verständnis des Wesens Hund wird damit nicht belegt, die charakterliche Eignung zur Hundeausbildung erst recht nicht.

Oft sind es die Halter, die geschult werden müssen. Macht ein Halter grundlegende Fehler, wird nicht mit dem Hund klappen. Macht man einige, sehr wenige Dinge richtig (ganz oben auf dieser Liste: richtiges "Timing"!), wird einem die Hundeerziehung besser gelingen. Von welchem Trainer, von welcher Hundeschule will man als Mensch angeleitet werden? Da muss es vor allem auf persönlicher Ebene passen. Auch dafür benötigt ein Ausbilder Kompetenzen, die längst nicht jeder hat.

 

Einige wenige Trainer bilden sich selber aus und geben Auskunft darüber. Dann kann man im Internet nachlesen, bei welcher Firma (ja, es sind rein gewinnorientiert arbeitende Unternehmen, keine Schulen oder Lehrinstitute, die existieren nicht) sie was gelernt haben und wie die Einstellung dieser Unternehmen dem Hund gegenüber ist.

Es kann ein guter Weg sein, sich ein wenig Hilfestellung von einem guten Trainer zu holen (Ich habe ... probiert, aber es klappt nicht, wie kann ich es besser machen?) und den Rest allein zu machen. Der Trainer wird dann zum Coach, der gelegentlich schaut, ob alles gut klappt.

Es kann ein guter Weg sein, einen Grundkurs in einer guten Hundeschule zu machen. Das kann auch für den Halter eine gute Anleitung sein, danach die weitere Erziehung des Hundes selber zu machen. (obwohl es dem Geschäftsinteresse der Hundeschule widerspricht, man wird also bemüht sein, den Anschlusskurs zu verkaufen.)

 

"Gut" ist dabei schwer zu fassen. Wichtig ist das eigene "Bauchgefühl". Sollte man mit irgendeiner Kleinigkeit nicht zufrieden sein, dann weg da.

Die Meinung einer Hundeschule darüber, was ein Hund können muss, kann sich von eurer eigenen Meinung völlig unterscheiden.

Jeder Hund hat einen eigenen Charakter, sein eigenes Wesen. In einer Gruppe werden alle "über einen Kamm geschoren". 

Ganz abzuraten ist von "Gruppen" aller Art: Welpengruppe, Junghundgruppe, ... völlig unnatürliche Zusammenrottung von Hunden, die damit genötigt werden, sich irgendwie in der Zwangsgruppe zu behaupten. Das ist das Übertragen von rein menschlichen Vorstellungen auf das zusammenleben von Hunden ... (mein Kind geht in die Krabbelgruppe und mein Hund in die Welpengruppe ...)

Freunde werden "handverlesen", beim Menschen und beim Hund.

Ja, es gibt auch bei Hunden "Liebe auf den ersten Blick", da haben sich dann zwei "Kumpels" gefunden, die einfach gerne zusammen sind.

 

Bei meinem ersten Hund habe ich ähnlich wie ihr auch mit Lektüre angefangen (Internet war dafür noch nicht brauchbar). Dann hat ein Pfleger im Tierheim einen Hund für mich ausgesucht, einen knapp einjährigen Terriermix, der es mir mit seinem Wesen leicht gemacht hat. So manches in seiner Erziehung würde ich heute nicht wieder so machen, auch wenn es damals gut geklappt hat. Zum einen haben sich die Methoden geändert, weil man das Wesen der Hunde inzwischen etwas besser kennt und sich die Einstellung zu Tieren weiterentwickelt hat. Zum Anderen hätte ich heute einige "Maßnahmen" von damals nicht mehr nötig, weil ich es inzwischen anders und besser kann - und auch will, denn auch meine Einstellung hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt.

 

Zur Rasse: Hände weg von Modezüchtungen, bleibt doch bei altbewährten Rassen.

Zum Welpen: Vor der Anschaffung eines Welpen sollte man sich zumindest mit der Frage beschäftigt haben: Warum nicht einen Hund aus dem Tierheim?

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vor 28 Minuten schrieb DerOlleHansen:

 

Nicht zu unterschätzen ist das Haaren. Ihr werdet eine Toleranz gegen überall herumliegende Hundehaare entwickeln müssen.

Wer den Anspruch hat, dass das eigene Heim "klinisch rein" sein muss, wird daran verzweifeln.

Das stimmt nicht. Langhaar-Hunde haben keinen Fellwechsel. Daher haaren sie viel weniger und die Haare lassen sich besser entfernen.

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vor 18 Minuten schrieb denny:

Das stimmt nicht. Langhaar-Hunde haben keinen Fellwechsel. Daher haaren sie viel weniger und die Haare lassen sich besser entfernen.

 

Das trifft nur auf Hunde mit einschichtigem Fell ohne Unterwolle zu. Alle anderen haben Fellwechsel.

 

Allerdings handelt es sich bei den eingangs aufgeführten Rassen um solche mit einschichtigem Fell ( - bei dem Mischlingen evtl. aber auch nicht).

Dann ist aber zu beachten, dass dieses Fell leichter verfilzt  und so mehr Pflege braucht.

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