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Hundeforum Der Hund
FunnyHoney

Hündin rastet aus und beißt, wenn andere Hunde vorbei gehen

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Meine 3 Jahre alte Schäferhund-Dackelmix - Hündin Babsi ist eigentlich ein sehr liebevolles und liebebedürftiges Wesen. Sie ist gebürtige Ungarin und wurde dort aus einem Heim für Streuner und Fundhunde aus nach Deutschland vermittelt, wo ich sie vor knapp zwei Jahren adoptiert habe. Sie hört gut, kann die wichtigsten Kommandos und ein paar Tricks, gibt sich immer Mühe alles richtig zu machen und zu gefallen. Sie ist ein Engel, bellt in der Wohnung nicht, beißt im Normalfall weder Hunde noch Menschen.

Es gibt aber eine Situation, in der sie völlig ausflippt und ich sie nicht unter Kontrolle kriege.
Sie ist sehr sozial und liebt es andere Hunde und Menschen zu treffen. Wenn wir beim Spazieren gehen nun aber einem anderen Hund entgegen kommen und dessen Besitzer mit ihm auf der anderen Straßenseite läuft als wir, oder diese direkt vor uns wechselt, wird sie fuchsteufelswild. Ich bin der Überzeugung, dass es sie aufregt, dass sie den Hund nicht treffen darf. Einmal hat sie sich in so einer Situation losreisen können und rannte zu dem anderen Hund hin. Nichts ist passiert, sie hat ihn beschnuppert und war ganz friedlich. 

Es gibt eine ältere Hündin in der Nachbarschaft, ebenfalls ein Schäferhundmix. Ich bin nicht sicher, was zwischen ihr und meinem Hund abgeht aber wenn Babsi sie sieht, dreht sie völlig leer.
Sie bellt und knurrt, zerrt wie wahnsinnig an der Leine und heute... Hat sie mich zum ersten Mal gebissen. Sie schnappt einfach nach irgendetwas in der Nähe, die Leine, die Leine eines anderen Hundes (Wir haben noch mehr Hunde in der Familie) oder eben mein Bein. Meine Mutter hat sie in genau so einer Situation auch schon in die Wade gezwickt. Es war nur ein leichter Biss, der nichts außer einem kurzen Schreck und einem kleinen blauen Fleck hinterlassen hat. Aber trotzdem würde ich ihr das natürlich gern abgewöhnen. 

Bei dieser einen Hündin aus der Nachbarschaft, reißen bei ihr alle Stricke. Ich weiß nicht warum. Es ist nie etwas zwischen ihnen vorgefallen.

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In den seltensten Fällen sind Leinenrambos wirklich unverträgliche Hunde die mit Beschädigungsabsicht in die Leine rennen.

So wie du die Situation beschreibst würde ich auch eher davon ausgehen, dass deine Hündin frustriert ist. Sie sieht einen Hund und darf im Normalfall auch dahin. Das heißt bei ihr staut sich im Anblick eines Hundes eine Erwartungshaltung und in Folge dessen Energie auf. Die Energie muss ja wieder irgendwo hin wenn sie nun doch keinen Kontakt haben darf, was sich im pöbeln, beißen oder ähnlichem Verhalten zeigt.

Ich handhabe es so dass es an der Leine grundsätzlich keinen Kontakt gibt. Das heißt später weiß mein Hund genau, wenn er an die Leine kommt muss er keine Erwartungshaltung aufbauen. Da sich das pöbeln bei euch schon etabliert hat musst du wieder kleinschrittig anfangen. Also versuche möglichst viel Abstand zwischen euch und dem fremden Hund zu bringen. So lange deine Hündin ruhig ist bestätigen. Da gibt es verschiedene Ansätze vor zu gehen. Eine wäre z.B. Zeigen und benennen: http://markertraining.de/zeigen-und-benennen-wie-vokabellernen-die-kommunikation-verbessert/

 

Es gibt auch Hunde die ihre Energie in dem Moment auf ein Spielzeug lenken lassen. Mein Hund geht super an anderen Hunden vorbei, aber er hat einen Feind hier bei uns. Bei Sichtung fange ich ein Zerrspiel an. Die Energien ist in dem Moment eh da. So kann man nach und nach erreichen, dass sich der eigene Hund von selbst umlenkt. Ist aber sicher mit Vorsicht zu genießen, da wir ja später mal einen Hund wollen der RUHIG an anderen vorbei geht und sich nicht hochpusht. 

 

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Wie reagierst du, wenn sie loslegt und schon vorher, wenn sie anfängt, sich "festzugucken" ? Oft liegt hier der Hase sprichwörtlich im Pfeffer ;)

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Es ist auch von Hund zu Hund etwas unterschiedlich. Manche bellen zurück, manche ignorieren sie. Je nachdem fällt dann ihre Reaktion unterschiedlich stark aus. Auf Schäferhunde und Schäferhundmischlinge reagiert sie am meisten.
Wenn ich sehe, dass auf der anderen Straßenseite ein Hund in unsere Richtung läuft, halte ich die Leine weiterhin entspannt und versuche einfach weiter zu gehen. Manchmal klappt das. Oft springt sie aber an mir hoch, so dass das Weitergehen etwas schwieriger wird. Dann sage ich streng "Babsi nein!"  Ein Kommando was sie in allen anderen Fällen brav befolgt. Sie kann neben einer offenen Packung Wurst liegen und wird sie nicht anrühren, wenn ich es verbiete. Draußen hört sie aber allgemein schlechter, weil sie sehr neugierig ist und von allem abgelenkt wird. Ich sage also Babsi NEIN und gehe mit ihr weiter. WIe gesagt, je nach Hund beruhigt sie sich auch schnell wieder. Manchmal schaffe ich es auch sie mit Worten "ganz lieb sein.." zu beruhigen, wenn ich sehe dss sich eine entsprechende Situation anbahnt. Läuft ein Hund auf unserer Straßenseite auf uns zu, ist alles gut. Wechselt der Besitzer dann die Seite, flippt Babsi aus. Sie lässt sich mit Leckerlies nicht ablenken. Spielzeug interessiert sie noch weniger also sehe ich da eher schwarz, dass ich sie damit ablenken könnte. 😕

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Diese rückgerichtete Agression aus sehr viel angestautem Frust heraus habe ich bisher fast ausschliesslich bei Hunden erlebt, die keinen Freilauf hatten oder Freilauf nur mit sehr vielen Einschränkungen und Erriehungsversuchen.

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vor 7 Stunden schrieb FunnyHoney:

 Läuft ein Hund auf unserer Straßenseite auf uns zu, ist alles gut. Wechselt der Besitzer dann die Seite, flippt Babsi aus. Sie lässt sich mit Leckerlies nicht ablenken. Spielzeug interessiert sie noch weniger also sehe ich da eher schwarz, dass ich sie damit ablenken könnte. 😕

Nicht ABlenken sondern UMlenken

Du möchtest ja dass dein Hund sich aktiv vom fremden Hund abwendet und sich dir zuwendet.

Das ist eine Sache des Timings und des Abstandes. Ach ja, das ist alles keine Sache die von heute auf Morgen geschieht.

 

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Ich würde einfach dafür sorgen, dass sie ausreichend Kontaktmöglichkeiten im Freilauf hat. Berechenbar bleiben und Routinen aufbauen.

Hund ortet. Du: " Oh ja , da ist ein Hund - hast du gut gesehen- Moment ich frag' mal"- Hundehalter kontaktieren.

Je nach machbarkeit entweder Hingehen, kurz schnüffeln lassen, gemeinam laufen und dann ableinen, oder aber:" Geht nicht schade, komm' dann machen wir was Tolles"- Zerrspiel.

 

Indem man immer mehr verhindert, baut sich nur noch mehr Frust auf. Sie soll dich als Hilfe und nicht als Hindernis betrachten.

 

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Zeigen und Benennen finde ich eine gute Sache. Das hat bei uns Erfolge gebracht. Ebenfalls hat es meinem Hund geholfen, an der Leine nur noch Kontakt zu befreundeten Hunden zuzulassen, an allen anderen gehen wir vorbei. Wie @sampower beschreibt, vermindert das Erwartungshaltung bzw die Situation wird für den Hund berechenbar. Meiner ist aber generell nicht so begeistert von anderen Hunden. Da musst du entscheiden, was für euch besser ist. Meinem hilft es ungemein, dass es EINE klare Regel gibt bei Frontalbegegnungen. 

 

Ich kann auch empfehlen, ein positives Signal zum Weitergehen aufzubauen, das ihr vorher ohne andere Hunde übt. Wenn sie so gut auf dich hört, könnte das klappen. Also wie vorgeschlagen... ja da ist ein Hund, super.... wir gehen WEITER. Das kann man gut als Trick üben in Kombination mit WARTE und es bei Frontalbegegnungen einfach mit ganz viel Freude abrufen. Wenn ihr trickaffin seid, bieten sich vielleicht noch andere Sachen an, die euch durch die Situation helfen. 

 

Wenn du nur nein sagst oder “brav sein“, dann weiß sie ja nicht genau, was sie tun soll. Lass sie Fuß gehen mit Blickkontakt, falls sie das kann und gern macht (Leckerlies helfen ;) ) und fordere sie immer wieder freudig auf, weiterzugehen. Ganz wichtig: Vorher den Hund thematisieren, gerne auch die Sichtung belohnen. Zeig ihr, dass du den Hund gesehen hast und mach ihr dann eine Ansage, wie es weitergeht. 

 

Auch wichtig: Falls sie fixiert, sprich sie vorher an. Du musst ihre Aufmerksamkeit haben.

 

 

 

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Artgenossen Mögen und unbedingt Hinwollen ist aber etwas Anderes als auf Artgenossen Verzichtenkönnen und Sichabsichernwollen. Bei Ersterem gibt es kein Erleichterungsmoment durch Limitierenwollen, bei Letzterem schon, immerhin wird dadurch ein Sicherheitsabstand gewahrt. Deswegen sehe ich die einzige Möglichkeit, dem Kontaktwollenbedürfnis auch wirklich nachzukommen und sich dem Hund als Hilfe dabei anzubieten. Momentan nimmt sie den Halter als reinen Gegenspieler war.

Mein Hund ist auch generell neugierig auf Artgenossen und kommt gut mit ihnen klar- ich habe das wie beschrieben gemacht und sie mag mich bei Kontakten gerne dabei haben.

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mir ist es schlicht weg egal, was,wer und mit welchem Getöse

jemand an mir und meinem angeleinten Hund vorbei will.

Mir ist es auch egal, an wem ich mit meinem angeleinten Hund vorbei will.

Angeleint bedeutet, dass meine Hunde mir bitte folgen, ihre Aufmerksamkeit auf mich richten und auch bei mir mit ihrer vollen Aufmerksamkeit bleiben.

Ich muss also an mir als HH trainieren, um soviel Sicherheit  auszustrahlen, dass mein Hund mir folgt, ohne wenn und aber.

Und ich muss ein klares Kommando eintrainieren für mein Hund, mit dem er sich an mich wendet und auf mich konzentiert,meist ein Fuss.

 

Wenn ich und mein Hund dies beherrschen, dann bleibt nur die tägliche Übung.

Klar Lieben meine Hunde Leckerlis,Lob mündlich wie durch Streicheln, aber erst, wenn wir gemeinsam erfolgreich durch die Situation durch sind.

 

Alles andere, das "schau mal, da kommt...." oder beschmeißen mit Leckerlis, oder das sich selber verkrampfen, Hund an sich ran ziehen , Leine auf Spannung bringen...oder "schau mal hinter uns, da war doch alles..." signalisiert Hund doch nur die Besonderheit der Situation, puscht ihn und mich als HH hoch...

 

Nö, das fleißig trainierte an Leine gehen, ohne Spannung, egal wo vorbei , da alles normal ist, bringt es.

Und das Beschäftigungssignal, also was soll Hund machen, bei mir das "Fuss", macht Hund und HH sicher.

 

 

 

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