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Hundeforum Der Hund
hanna1967

Tierklinik negativ bewertet - Post vom Rechtsanwalt

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

der Hund meiner besten Freundin ist vor kurzem gestorben. Er war in einer Tierklinik in Behandlung; nur deswegen, weil sie nächstgelegen zum Heimatort der Hundebesitzerin war. Der Hund war nach einem schweren Autounfall, bei dem er auch verletzt wurde, traumatisiert; bekam Panik und zitterte vor Angst, wenn er in ein Auto musste. Daher die Wahl des kürzesten Weges in diese Tierklinik.

 

Den letzten Tag musste er dann elend dahinsiechen und starb abends,  weil  kein Tierarzt/Ärztin ins Haus kommen wollte, um ihn zu erlösen.

 

Da ich selbst mehrere Hunde und Katzen habe und auch sonst sehr tierlieb und engagiert bin, wenn es um das Tierwohl geht, habe auch ich erfolglos versucht, dass ein Tierarzt ins Haus kommt, sprach persönlich in dieser Tierklinik vor und bat um den erlösenden Hausbesuch, der verweigert wurde.

 

Ich habe dann die Tierklinik in einem Bewertungsportal schlecht bewertet; die Situation wahrheitsgemäß geschildert.

 

Nun hat meine Freundin Post von einem Rechtsanwalt bekommen, weil man ihr unterstellt, unter einem Pseudonym diese negative Bewertung geschrieben zu haben.

 

Die Tierklinik/Anwalt bewerten diese "Bewertung" als geschäftsschädigend; verlangen den Widerruf.

 

Wird man so mundtot gemacht, wenn man eine ehrliche Bewertung/Sachverhalt auf einem Bewertungsportal schreibt?

 

Ich könnte das gut löschen/widerrufen, aber es ist ja nicht ein Wort gelogen. 

 

Meine Freundin sagt, ich solle es so stehen lassen; sie wartet ab, was kommt (Fristsetzung waren 2 Tage....)

 

Am liebsten würde ich auch noch öffentliche Medien einschalten.

 

Würde gerne die Meinung/Reaktion von besonnenen Tierhaltern/Liebhabern hören

 

 

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Kommt darauf an, ob die eigene Rechtschutzversicherung hier einspringen wird. Das kann nämlich teuer werden. Wenn Du keine hast, solltest Du da klein bei geben.

 

Da ich auch ein kleiner Gerechtigekeitsfanatiker bin, habe ich schon die ein oder andere ähnliche Situation durchgestanden. Ist, wenn man aktiv im TS tätig ist, nicht ungewöhnlich. Soll heissen: Ich würde da auch nicht zurückweichen. 

 

Aber: Und das sollte Dir auch ein Rechtsanwalt, den Du nach dem Erhalt des Briefs aufsuchen solltest, sagen. Schau Dir das, was Du geschrieben hast, nochmal ganz genau und so objektiv wie möglich an und sei ganz ehrlich dabei. Wie viel von dem Was Du geschrieben hast ist emotional bewertend und auch so formuliert und was von dem ist tatsächlich objektiver Fakt. Ich kann es absolut verstehen, gerade wenn man ein Tier verloren hat, dass man einen riesen Brast auf so eine Klinik hat, wenn die keine Hausbesuche macht. Das kann man negativ bewerten, aber (und da muss man objektiv bleiben) nicht im Hinblick auf sein eigenes Leid. Schau mal auf die Internet-Seite oder die Informationsbroschüre der Klinik. Evtl. sind Hausbesuche dort aus diversen Gründen von vornherein ausgeschlossen. Bei manchen Kliniken oder TA ist das so. Dabei geht es i.d.R. nicht um Tierliebe oder Gleichgültigkeit, sondern um versicherungstechnische oder rechtliche Belange.

 

Wenn du also sicher bist, dass Du nicht persönlich geworden  und Dir sicher bist, dass Deine Bewertung OK ist, würde Ich das, NACH Konsultation eines Anwalts, durchfechten. Aber ich sags nochmal: Das Ganze aber nur, wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, diese bei diesem Sachverhalt einspringt und Du einen Anwalt findest, der Dich da vertritt.

 

Bin mir jetzt nicht ganz sicher wie das hier mit Verlinkungen auf andere Seiten gehandhabt wird. DArum keinen Link, sondern gib einfach mal folgendes in Deine Suchmaschine ein.

 

negative-bewertungen-internet-loeschen-uebersicht-tipps

 

Da gibt es schon ziemlich klare Aussagen dazu, was erlaubt ist und was nicht und wie man sich da verhalten kann.

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Ich kenne gar keine Klinik die Hausbesuche macht, unsere hier hätten dafür gar keine Kapazitäten. 

 

Ich würde auch empfehlen noch mal genau zu lesen was du geschrieben hast, evtl. von jemandem gegenlesen zu lassen der nicht emotional beteiligt ist. 

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vor einer Stunde schrieb hanna1967:

Nun hat meine Freundin Post von einem Rechtsanwalt bekommen, weil man ihr unterstellt, unter einem Pseudonym diese negative Bewertung geschrieben zu haben.

 

Unterstellungen müssen grds. bewiesen werden, damit ein Unterlassungsanspruch überhaupt durchgesetzt werden kann ( Stichwort: Passivlegitimation). Die Verteidigung lautet schlicht: "war ich nicht."

 

Zweite Hürde: Meinungsäußerungen und wahre Tatsachenbehauptungen sind geschützt, d.h. ein Unterlassungsanspruch kann nicht erfolgreich durchgesetzt werden.

 

Grenze: Schmähkritik

 

Wenn also eine negative Bewertung, basierend auf einer vernünftig verfassten Meinungsäußerung oder einer wahren Tatsachenbehauptung abgegeben wird, besteht kein Unterlassungsanspruch.

 

 

 

 

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Wichtig ist auch die Formulierung!

 

Gegen eine Pauschalverurteilung "Die Tierklinik XY ist unter aller Sau!" würde sie sich zurecht wehren. Aber:

  • "Nach meiner persönlichen Meinung arbeitet man in der Tierklinik XY deutlich zu sehr "profitorientiert" ... um es mal vorsichtig auszudrücken!"

oder

  • "Ich glaube, in der Tierklinik XY steht nicht das Tier im Mittelpunkt, sondern der zu erwartende Gewinn!"

drücken deutlich erkennbar die persönliche Meinung (und die ist ja wohl immer noch frei in diesem, unserem Lande, oder?) einer einzelnen Person aus und sind nicht verallgemeinernd. Auch

  • "Ich persönlich habe in der Tierklinik XY folgende Erfahrung gemacht: ..."

dürfte kaum Angriffsfläche bieten, wenn die sachliche Schilderung wahr ist.

 

Aber schon allein die Tatsache, dass die Klinik einen Anwalt beauftragt, ist aus meiner Sicht das Allerletzte und würde dazu führen, dass ich die Klinik meide wie der Teufel das Weihwasser und dass ich allen Hundehaltern, die ich kenne, von einem Besuch abraten würde. Die Klinik hätte die Bewertung auch sachlich und vielleicht sogar verständnisvoll (Verständnis für die emotionale Empfindung in der Situation) kommentieren können. Dann könnten die Leser das Handeln der Klinik vielleicht sogar nachvollziehen.

Aber einen Anwalt einzuschalten, führt doch nur zur Verhärtung der Fronten.

 

P.S.: Die Firma Hans Wolfshaut ist vor einigen Jahren mal per Anwalt und mit erheblichen Schadenersatzforderungen an einige Frauen herangetreten, die es gewagt hatten, bei eBay selbstgestrickte Pullover anzubieten, die ein Tatzenmotiv aufwiesen. (Die Berliner Zeitung "TAZ", die ebenfalls eine Tatze im Logo führt, war ihnen als Gegner wohl zu groß, da ist nichts passiert.) Als das ganze öffentlich wurde, gab es als Reaktion eine riesige Boykottwelle. Ich betrete seither die Läden nicht mehr und kaufe keines der Produkte. Das ist ja ganz einfach bei der Fülle der Mitbewerber.

 

P.P.S.: Die genannten Beispiele der Meinungsäußerungen sind übrigens meine persönliche Meinung über die Tierklinik in meiner Nachbarschaft (dürfte sehr leicht zu recherchieren sein), nachdem ich mich beim Tod meines ersten Hundes dorthin wenden musste (Haus-Tierarzt im Urlaub) und man dort das Dreifache des üblichen Honorars gefordert hat. Die Honorarordnung gab es als Maximum sogar her ... also warum nicht? Und wenn der Kunde nicht zuckt, kommt noch das Tagesdatum auf die Rechnung ...

 

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vor 6 Stunden schrieb DerOlleHansen:

Die Berliner Zeitung "TAZ", die ebenfalls eine Tatze im Logo führt, war ihnen als Gegner wohl zu gr,

 

Nö, Zeitungen fallen in eine andere Nizza-Klasse. 

Bei den Pullovern kommt es m.M.n. drauf an: wenn die Gestaltung der Tatzen oder auch nur der Angebotsseiten darauf abzielte, mit der Bekanntheit der Marke eine verkaufsfördernde Wirkung zu erzielen, dann würde ich ihnen das nicht mal übel nehmen. Plagiate sind für bekannte Marken ein großes Problem und verursachen tatsächlich erhebliche Schäden. Da würde ich auch nicht abwägen (Sind drei Pullover noch okay? Oder fünf? Vielleicht auch 10?) sondern die Grenze bei Null ziehen und fertig -wobei die Abmahnungen üblicherweise die Anwälte in Eigenregie verschicken, damit halten sich die Markeninhaber nicht auf. 

Bei einem so generischen Motiv wie einer Tatze kann man natürlich Gerichte und Anwälte lange damit beschäftigen, wie ähnlich ein Plagiat sein muss -dass die Strickliesel dafür kein Geld hat, wissen die abmahnenden Anwälte natürlich. Aber wie gesagt: ohne die Angebote gesehen zu haben, würde ich mir kein Urteil über die Legitimität der Abmahnungen erlauben. 

 

Allerdings hat das nichts mit dem Problem von hanna1967 zu tun...

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vor 6 Stunden schrieb DerOlleHansen:

Aber einen Anwalt einzuschalten, führt doch nur zur Verhärtung der Fronten.

 

Ups, das hatte ich zunächst überlesen. Und halte es für einen gefährlichen und falschen Rat!

 

Auf der abmahnenden Seite gibt es nichts zu verhärten und mit einem freundlichen Gespräch bekommt man die Sache nicht aus der Welt. Entweder die Klinik ist im Recht, dann werden sie sich wohl kaum besänftigen lassen. Oder sie hoffen nur auf die einschüchternde Wirkung eines solchen Briefes -dann werden sie diese Hoffnung garantiert erst aufgeben, wenn sie merken, dass eine kompetente Gegenwehr erfolgt. 

Entweder gibt man klein bei oder man holt sich professionelle Hilfe. Alles andere bringt einen in Teufels Küche!!

 

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Ich verstehe dass sich die Tierklinik das nicht gefallen lassen will. Die hat vermutlich eine negative Bewertung erhalten für eine Leistung die sie gar nicht anbietet. In meiner Nähe sind 2 Kliniken die 24 Std. Notdienst haben. Keine macht Hausbesuche. Die sind da personalmäßig nicht drauf eingerichtet, also kann ich es auch nicht erwarten. Ich vermute mal dass das dort auch so ist. Wenn ich einen Hund hätte den ich im Notfall nicht transportieren kann muss ich mich frühzeitig um einen Haustierarzt umschauen der bei Bedarf nach Hause kommt oder ich geben dem Hund Sedalin und fahre ihn dann selbst in die nächste Klinik. 

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Wenn ich schon weiß, dass mein Hund nicht gerne in ein Auto geht und es schwer werden wird, ihn ggf. zu einem Tierarzt zu bringen, muss ICH mich rechtzeitig kümmern.

Wir selbst haben vor Jahren mit dem Tierarzt unseres Vertrauen gesprochen und gefragt, ob er - in dem Fall zur Euthanasie - auch nach Hause kommen würde. Hätte er Nein gesagt, hätten wir anderweitig fragen müssen, ebenso, wenn wir möchten, dass ein Tierarzt im Notfall zu uns kommt.

Bei einem Pflegehund unseres Vereins ist die Pflegestelle nicht mobil. Der Hund ist alt und bedarf steter medizinischer Behandlung. Bislang klappte es zwar immer, dass jemand aus der Familie fährt, dennoch haben wir für den Fall der Fälle die Taxi-Unternehmen abgeklappert und wissen nun, wer den Hund transportieren würde.

Eigenverantwortung ist das Zauberwort.

Einer Klinik vorzuwerfen, dass sie nicht ins Haus kommt, käme mir nicht in den Sinn, weil ich das nicht erwarten würde.

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vor 3 Stunden schrieb segugiospinone:

Wenn ich schon weiß, dass mein Hund nicht gerne in ein Auto geht und es schwer werden wird, ihn ggf. zu einem Tierarzt zu bringen, muss ICH mich rechtzeitig kümmern.

 

vor 19 Stunden schrieb hanna1967:

Er war in einer Tierklinik in Behandlung; nur deswegen, weil sie nächstgelegen zum Heimatort der Hundebesitzerin war. Der Hund war nach einem schweren Autounfall, bei dem er auch verletzt wurde, traumatisiert; bekam Panik und zitterte vor Angst, wenn er in ein Auto musste. Daher die Wahl des kürzesten Weges in diese Tierklinik.

Also ich verstand es so, das er aktuell Probleme mit dem Autofahren, weil er erst den Unfall, hatte...wie soll man sich da dann rechtzeitig kümmern ?🤔
Man ist doch kein Hellseher...   Oder habe ich das Falsch verstanden, mit dem Unfall ?

 

vor 19 Stunden schrieb hanna1967:

Wird man so mundtot gemacht, wenn man eine ehrliche Bewertung/Sachverhalt auf einem Bewertungsportal schreibt?

Das versucht jeder...sogar normale Ärzte...Du findet kaum negativ Bewertungen bei Ärzten, zumindest nicht bei den Geldgeilen...

Aber ich habe auch noch nie gehört das Tierkliniken im Notfall raus kommen...
Deswegen hatten wir eigentlich immer einen Tierarzt, der auch Hausbesuche machte, wenn es sein musste..

Mach doch sonst ein Beratungsgespräch beim Rechtsanwalt, ob Dir mit dieser Bewertung was passieren könnte, dann bist Du auf Nummer sicher und sowas kostet nicht viel und es verhärtet keine Fronen, weil es ja nur Beratung ist ;)

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