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Hundeforum Der Hund
fifu

Auslandtierschutz: Kastrationspflicht Welpen

Empfohlene Beiträge

vor 38 Minuten schrieb DerOlleHansen:

Eigentlich sind Hunde "Sachen" ... Vertragspflicht zu Kastration wäre also etwa so wie eine Klausel im Auto-Kaufvertrag, mann müsse nach dem Kauf den Wagen grün anmalen ...

Andererseits darf man vertraglich alles Mögliche vereinbaren und ist dann auch daran gebunden. (Vertragsstrafe, Rückabwicklung, etc.)

Das müsste uns wohl mal ein/e Jurist/in erklären ...

 

Naja... eher als würde man verpflichtet, die Frontscheibe auszubauen! Damit kann man schon noch fahren - sicher ist´s aber nicht! 

 

Ich bin zwar kein "echter Jurist", nur ein "halber", kann aber sagen, dass sich Tierheime gern auf § 6 TierSchG stützen mit solchen Kastrationspflichten, in dem es heißt, dass Kastrationen erlaubt sind, wenn u.a. die unkontrollierte Fortpflanzung eines Tieres verhindert werden soll. Dem entgegen steht aber § 1 TierSchG, in dem es heißt, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leid oder Schäden zufügen darf. Kastrationen gelten rechtlich (glaube ich) als Amputation, die eben gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. 

 

Ich glaube, zu dem Thema gibts auch schon einige Urteile, die gegen die Kastrationspflicht ergangen sind, habe jetzt aber auf die Schnelle nichts gefunden. 

 

Tiere sind i.Ü. keine "Sachen", auch rechtlich nicht mehr, jedenfalls nicht in Bezug darauf, wie sie zu behandeln und zu halten sind. Dafür gibts das Tierschutzgesetz. In der Praxis mag es (zu) oft einen anderen Anschein machen, ganz klar. Aber wir sind schon seit vielen Jahren nicht mehr auf dem Stand, dass ein Tier rechtlich wie ein Auto behandelt wird, ala "ich habs gekauft, also mache ich damit, was ich will!"

 

Mir wäre es (und war es schon) völlig egal, ob das im Überlassungsvertrag steht oder nicht. Ich weiß, dass meine Hunde unter meiner Obhut nicht schwängern und nicht schwanger werden. Ich täte es auf einen Rechtstreit ankommen lassen... 

 

Schade, dass so viele so schlechte Erfahrungen mit dem Tierschutz machen müssen. Aber vielleicht sollte man sowas versuchen, nicht allzu persönlich zu nehmen. Es ist wirklich, wirklich schlimm, was man teilweise im Tierschutz ertragen muss, sowohl in Deutschland, als auch im Ausland. Ich glaube, das frustriert ganz schnell und die Leute merken gar nicht mehr, wie beleidigend dann Aussagen, wie sie Fifu hören musste, sind. 

 

Ich kann es wirklich verstehen, dass Tierschutzvereine auf Kastration bestehen, auch wenn´s rechtlich bedenklich ist und sie im Grunde niemanden dazu zwingen können. 

 

 

 

 

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vor 7 Minuten schrieb agatha:

und wen bitte stört die Kastration dieser Tiere???

Keinen so recht.

 

da geht alles mit rechten Dingen zu, da gibt es keine Fragen nach den gesundheitlichen -und anderen Folgeschäden .

 Männl.Ferkel werden ohne Narkose früh kastriert, Bullen,  Schafböcke,  usw.

alles normal.

Da gibt es keine Bedenken , ist ja normal.

Hier in Deutschland wird frei und fröhlich kastriert, ohne medizinische Bedenken.

Aber wehe der Tierschutz.......

 

Wer sagt das? Mich stört auch das, allerdings gibt es in manchen Fällen keine Alternative. Bei Pferden müßten die meisten männlichen Tiere ansonsten eingeschläfert werden,  die Haltung von Hengsten ist meines Wissens nach sehr schwierig. Oder gar keine Pferde mehr halten.

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Man kann das auch als Jurist nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist das Interesse des Tierschutzvereins, dass ein Hund nicht unkontrolliert vermehrt wird, schon berechtigt und wichtig. Aber dann gibt es noch das Argument, ob dieses Ziel nicht mit milderen Mitteln (die keinen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz wegen unbegründetem operativen Eingriff/Verstümmelubg beinhaltet) erreicht werden. Eine Vertragsstrafe wäre eine solche Regelung. Nun kommen Tierschutzvereine wiederum mit dem Argument, dass das nicht kontrollierbar ist bzw. aufwändiger zu kontrollieren ist als eine einmalige Kastration. Letzlich wird es immer eine Einzelfallentscheidung sein.

 

Auch die konkrete Ausformulierung im Vertrag spielt immer eine Rolle. Und die Frage, ob es sich um eine Individualvereinbarung handelt oder um eine AGB-Klausel. Und bei ausländischen Tierschutzorganisationen muss man schauen, welches Recht greift (deutsches oder ausländische? Gibt es eine Rechtswahl im Vertrag?).

 

Man kann als Hundekäufer durchaus bewusst einen Konfrontationskurs einschlagen. Also den Vertrag mit Kastrationspflicht abschließen und dann hinterher ganz offen sagen (schriftlich mitteilen), dass man diese Klausel für unwirksam hält und darum der Pflicht nicht nachkommt, aber man sich hiermit gerne zur Zahlung einer Vertragsstrafe verpflichtet für den Fall des Nachwuchses,... und wenn das der Organisation nicht passt, dann möge sie doch klagen. Dann hat man seine Einzelfallentscheidung.

 

Linnie habe ich übrigens als zugelassene Zuchthündin übernommen mit allen Gesundheitsuntersuchungen, Stammbaum, auch mit Untersuchungsergebnissen, bis in die Xte Generation. Sie wurde nur abgegeben, weil ihre Züchterin gemerkt hat dass Linnie mit dem Erwachsenwerden zunehmend unglücklich bei Mehrhundehaltung ist. In unserem Vertrag stehen dicke Vertragsstrafen für den Fall der Trächtigkeit drin. Trotz Zuchtzulassung hat die Züchterin alle Zuchtrechte behalten und sagte auch, dass sie einen Hund mit Zuchtrechten nur in Ausnahmefällen und nur an wenige bestimmte Züchter abgibt. Finde ich auch gut so und habe ich gerne unterschrieben. Übrigens bin ich mir bei der Formulierung der Vertragsstrafe ziemlich sicher, dass diese Klausel einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten würde. Aber natürlich gilt auch insoweit: Wo kein Kläger, da kein Richter. Ich jedenfalls werde mich immer artig an die Klausel halten, weil ich den Sinn und Zweck dahinter richtig finde.

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vor 4 Minuten schrieb Zurimor:

 

Ganz realistisch betrachtet ist es nicht möglich, alle Tiere zu retten. Dafür gibt es einfach nicht genug Plätze. Deshalb finde ich es unsinnig in einer Diskussion so zu tun als sei das möglich. Macht die ganze Diskussion obsolet.

 

Mh, stimmt, es können nicht alle Tiere gerettet werden. Sind eh schon zu viele da - auch bei den Vereinen und in den Tierheimen. Wenn wir hier nen Hund finden, brauchen wir gar keine Vereine anzurufen: Die sind immer überfüllt. 

Im Grunde gibts also schon zu wenige Plätze für die, die von der Straße aufgenommen wurden.

 

Bei uns sind übrigens die meisten Pflegestellen Hundehalter. Die nehmen zu ihrem eigenen Hund/ zu ihren eigenen Hunden halt immer noch 1-2 Pflegehunde auf. Ohne Kastration undenkbar. Dann würden diese Pflegestellen wegfallen.

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Zwischen  nicht alle und dem was es an Tötungsmaschinerie bräuchte ist aber ein Unterschied. 

 

Tomte und Spock wurden zb über den TS  kastriert. 

 

Tomte lebte in einem Tierheim ,du meinst Pech ,einschläfern ?

 

Das ist dann echter TS? 

 

 

 

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vor 8 Minuten schrieb black jack:

Das ist dann echter TS? 

 

Da immer Tiere eingeschläfert werden müssen mangels Plätze, ja.

In der Realität muß man schauen, welcher Hund die besten Vermittlungschancen hat. Ein Hund, der kaum Aussichten hat ein Zuhause zu finden nimmt einem anderen, der bessere Chancen hat, letztlich den Platz weg.

Tierschutz ist nicht schön...

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vor 27 Minuten schrieb KleinEmma:

Das fände ich gut. Nun kommt aber wieder ein Aber, sorry. Sterilisation ist teurer. Viele Vereine, wenn nicht sogar die meisten, leben von Spenden.

 

Hunde aus dem Tierschutz sind vergleichsweise preiswert in der Anschaffung. Warum sollte ein Käufer nicht die Kosten der Sterilisation tragen?

Wenn jemand gerade so die Schutzgebühr aufbringen kann, sollte ein gut organisierter Tierschutzverein es hinbekommen, einen "Paten" zu finden, der die Kosten übernimmt oder in begründeten Einzelfällen ausnahmsweise die OP selbst finanzieren. Man könnte auch "Ratenzahlung" organisieren: Mitgliedschaft im Tierschutzverein, bis die moderaten Monatsbeiträge die OP-Kosten deckeln. Das sollte sich ein Sozialhilfeempfänger oder jemand mit sehr geringer Rente leisten können.

 

Möglichkeiten gäbe es viele ... man muss es nur wollen.

 

Hier im Tierheim wird längst nicht mehr kastriert. Die Hunde werden in Gruppen gehalten. Nach Aussage der Pfleger gehen schwere Konflikte meist von "Kastraten" aus (aktiv oder passiv). Intakte Hunde kommen besser in der Gruppe klar. Mit Zwangskastration müsste man die Gruppenhaltung wieder aufgeben und die Hunde - so wie früher - in kleinen Einzelboxen halten.

https://www.facebook.com/pg/Hundecampusluebeck/photos/?ref=page_internal

 

 

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Gerade eben schrieb DerOlleHansen:

Hunde aus dem Tierschutz sind vergleichsweise preiswert in der Anschaffung. Warum sollte ein Käufer nicht die Kosten der Sterilisation tragen?

Wenn jemand gerade so die Schutzgebühr aufbringen kann, sollte ein gut organisierter Tierschutzverein es hinbekommen, einen "Paten" zu finden, der die Kosten übernimmt oder in begründeten Einzelfällen ausnahmsweise die OP selbst finanzieren. Man könnte auch "Ratenzahlung" organisieren: Mitgliedschaft im Tierschutzverein, bis die moderaten Monatsbeiträge die OP-Kosten deckeln. Das sollte sich ein Sozialhilfeempfänger oder jemand mit sehr geringer Rente leisten können.

 

Alsooo, ich will hier gar nicht jeden Tierschutzverein in Schutz nehmen. Nur, die Kosten müssen vorgestreckt werden. Es ist auch nicht so, dass immer nur einzelne Hunde "neu" reinkommen. Alleine letzte Woche wurden bei uns in der Umgebung ganze 7 Würfe in Kartons oder im Müllcontainer gefunden. Das Geld muss man erstmal aufbringen, um diese Welpenschar zu versorgen.

 

Also, sorry, macht doch einfach  mal Urlaub in einem Tierschutzverein im Ausland. Am besten so 2 Monate am Stück, damit ihr auch möglichst alles mitbekommt.

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vor 15 Minuten schrieb Zurimor:

 

Da immer Tiere eingeschläfert werden müssen mangels Plätze, ja.

In der Realität muß man schauen, welcher Hund die besten Vermittlungschancen hat. Ein Hund, der kaum Aussichten hat ein Zuhause zu finden nimmt einem anderen, der bessere Chancen hat, letztlich den Platz weg.

Tierschutz ist nicht schön...

 

Nö, Tierschutz ist gar nicht schön.

 

In städtischen Tierheimen (in Spanien), ja, da werden leider die Hunde mangels Plätzen flott eingeschläfert. Aber das gilt für alle Hunde, die dort reinkommen, egal ob Welpe, ausgewachsener Hund, Rassehund oder Mischling.

 

Die Tierschutzvereine schläfern nicht einfach ein. Da sitzen manchmal Hunde mehrere Jahre, bis sie vermitteln werden. Das kann man übrigens nicht immer direkt sagen, ob ein Hund gut oder schwer zu vermitteln ist. 

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Ich wäre auch sauer oder beleidigt oder was auch immer, wenn mich jemand von oben herab und unfreundlich behandelt. Keine Frage. Habe hier ja auch Tierschutzvereine kennengelernt, die ich nicht weiterempfehlen könnte. 

 

Ehrlich gesagt möchte ich aber auch nicht sehr aktiv im Tierschutz sein. Das ist eine Aufgabe, die alles andere als schön ist. Da ist nicht wie: Oooh, ich nehme mal nen süßen Hund auf. Es ist eine never ending Story ,mit viel Tierelend, viel Wut im Bauch und oft auch mit Hilflosigkeit und Verzweiflung, wenn man nicht weiß, wohin mit den nächsten gefunden Wurf. 

 

Dass kastriert wird, kann ich bestens verstehen. Und dass die Leute keiner Zusagen von zukünftigen Besitzern voll und ganz trauen - auch das kann ich verstehen.

 

In dem Verein, bei dem ich mal half, hatten wir mal eine intakte Hündin. Die kam von einem privaten kleinen Verein. Der Mann starb und die Hunde mussten auf mehrere Orgas verteilt werden. Es hieß, die Hunde seien kastriert, waren sie aber nicht.

Das war "lustig". Nicht nur, dass die Rüden durchdrehten. Auch herrenlose Rüden kam zur Zwingeranlage und versuchten zur Hündin zu kommen. Letztlich musste die Hündin während der Läufigkeit im Innenzwinger bleiben. 

 

Jetzt stellt euch das mal mit 10, 20, 200 Hunden vor. Jupi, da kommt doch Freude auf..

 

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