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Hundeforum Der Hund
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Geschriebene Jugendsprache in einer Studenten App.

Aus einem Witz 2015/2016 bei dem jedes Tier als "Katze" bezeichnet wurde, hat sich die bezeichnung XY-Gadse als Tiername etabliert.

XY bezeichnet dabei immer eine typische Tätigkeit des Tieres oder seltener ein mit ihm assozierter Gegenstand.

Beispiele:

- Hund = Bellgadse

- Hase = Hoppelgadse / Hoppsgadse

- Vogel = Fluggadse/ Flieggadse

- Igel= Stachelgadse/ Pieksgadse

- Eichhörnchen = Nussgadse

 

Was mich fasziniert, ist wie schnell Menschen in einer Gruppe mit minimalen Informationen (nur geschriebene Sprache, und kein direktes Feedback darüber, ob man Bezeichnungen korrekt verwendet) eigene Codes und Regeln für eine Sprache entwickeln können. Um Bezeichnungen zu spezifizieren, wird zum Beispiel  ganz selbstverständlich ein weiteres Adjektiv oder eine Verbform vorangestellt oder als Präfix verwendet (je weiter links ein Neologismus steht, desto häufiger wird er verwendet):

- Papagei = Brabbelgadse / Brabbelfluggadse / Flugbrabbelgadse

- Windhund= Rennbellgadse

- Stachelschwein= große Stachelgadse/große Piekgadse

 

auch Zustände werden im Präfix ausgedrückt:

-Angstgadse = eine Katze oder ein nicht näher benanntes Tier, die/das jetzt gerade ängstlich ist

- Wutbellgadse = ein Hund, der wütend ist

- genervtgadse = Eine Katze oder ein Anderes Tier, dass genervt ist

 

Das ganze ermöglicht endlose Wortneuschöpfungen, die von "Eingeweihten" zuverlässig interpretiert werden können.

Bei einer "Wutwassersterngadse" handelt es sich offensichtlich um einen ärgerlichen Seestern. 

Es ist wirklich erstaunlich wie das Gehirn mit Sprache umgeht. 

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Ich finde es allerdings auch erstaunlich, wie sehr Denken sprachlich verankert ist. 

In Physik bemerkt man z. B. am Welle-Teilchen Dualismus, wie sich Menschen an Begriffen festklammern.

Oder die absurde Frage nach dem vor dem Urknall. Es gibt kein vor in diesem Konzept. 

 

In Mathe {Schule) braucht es auch laufend sprachliche Analogien, damit Gedanken aufkommen. 

 

so weit 

Maico 

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Sprache, Denken und Kultur fasziniert mich total. 

Auch sehr faszinierend ist das Verbot/ Nicht benutzen bestimmter Worte, aus Angst, dass Dinge erst durchs Aussprechen  wahr werden. Das bekannteste Beispiele dafür, ist wohl, dass in germanischen Sprachen das Wort für "Bär" verloren gegangen ist. Wir sagen immernoch "der braune", während in anderen indo-europäischen Sprachen die Wurzeln -urs- oder -hartk- benutzt werden. 

Im alten Orient wurde in vielen Kulturen nichts zu "Hexerei" verschriftlicht. 

 

Den Hurritern (Bronzezeitliche Nordsyrer) war es wiederrum wahnsinnig wichtig, dass es nach ihrem Tod immernoch lebende Menschen gibt, die ihren Namen kennen. Das war was, dem sie relativ viel Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit ihrem Erbe gewidmet haben. ( An dieser Stelle möchte ich Tehip-Tilla, seinen Sohn Enna-mati, dessen Frau Uzna  und den Rest der Familie grüßen, die sich wohl sehr freuen, dass ihr Archiv mehrere Tausend Jahre überstanden hat und von Archäologen gefunden wurde.)

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Gerade eben schrieb Holo:

Sprache, Denken und Kultur fasziniert mich total. 

 

Hurz! 

 

Faszinierend finde ich durchaus, daß manche Sprachen ein rationales wissenschaftliches Argumentieren leichter ermöglichen als andere. Ich bin nicht linguistisch genug bewandert um nun Korrelationen zwischen Abstraktionsgrad und Rationalismus zu terminieren, aber ich fand das Verfassen meiner Dipl. Arbeit in Englisch ziemlich mühselig, da ich jeden Firlefanz definieren musste. Im Deutschen entfällt das zum Großteil. 

 

Ansonsten etabliere ich eh gerade auf meiner Schule eine neue Beleidigungskultur. Dank hochmotivierter Mitstreiter (Schüler) ist es nun schon fast üblich, einen unliebigen Mitschüler als Feldwegbenutzer oder Zahnpastastreifenzähler zu benennen.

 

so weit

Maico

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Über die unterschiedlichen Interpretationen der Höhe der Gürtellinie.

Wie wär's mit einem Gürtellinien Barometer?

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vor einer Stunde schrieb mikesch0815:

Oder die absurde Frage nach dem vor dem Urknall. Es gibt kein vor in diesem Konzept. 

 

Naja, die meisten haben eben nur irgendwo gehört oder gelesen, dass mit dem Urknall „das Weltall“ oder -wenn die Beschreibung oder deren Verständnis etwas gründlicher war- alle Materie entstanden ist. 

Die Idee, dass auch Raum und Zeit erst seitdem existieren (und dass es sie trotzdem nicht „vorher nicht gab“... „Hääääääh?!?“) ist zwar eigentlich nicht „verrückter“ als die, dass es keine Materie gab, aber für viele wohl noch schwerer vorstellbar. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir zunächst auch einen „leeren Raum“ vorgestellt habe. Und häufig wird es ja auch genau so erklärt. 

In der Grundschule schon mal etwas vom Urknall zu erzählen aber bitte so, dass die Kinder es verstehen, funktioniert halt nicht. Dieses naive Bild ist dann aber erstmal in den Köpfen drin. 

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vor 20 Minuten schrieb Renegade:

Gürtellinien Barometer

 

Die Kombination von Gürtellinie und irgendwas mit Luftdruck in einem Begriff finde ich eher abstoßend...

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vor 5 Minuten schrieb KuK:

Die Idee, dass auch Raum und Zeit erst seitdem existieren (und dass es sie trotzdem nicht „vorher nicht gab“... „Hääääääh?!?“) ist zwar eigentlich nicht „verrückter“ als die, dass es keine Materie gab, aber für viele wohl noch schwerer vorstellbar. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir zunächst auch einen „leeren Raum“ vorgestellt habe. Und häufig wird es ja auch genau so erklärt. 

In der Grundschule schon mal etwas vom Urknall zu erzählen aber bitte so, dass die Kinder es verstehen, funktioniert halt nicht. Dieses naive Bild ist dann aber erstmal in den Köpfen drin. 

 

Wobei man Kinder nicht unterschätzen sollte. (Und nicht hemmungslos mit irgendwelchen ängstigenden Fabeln von Himmel und Hölle traktieren, aber anderes Thema.) Die Vorstellung eines sich ändernden Raumes, einer ändernden Zeit - ja, die ist sicherlich zu früh bei Kindern zu erwecken. Aber in manchen Dingen sind sie gar nicht so weit von der derzeit bekannten Realität weg, etwa mit ihrer "Ich halt mir die Augen zu und nix ist da!" Vorstellung. Hat schon etwas Heisenberg'sches... halt naiv und grob.

 

so weit

Maico

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Ich hab als Kind immer viel über den Begriff der Unendlichkeit  nachgedacht. Räumliche Unendlichkeit kann ich mir nach wie vor nur als "sehr groß!" Vorstellen, für zeitliche Unendlichkeit hat es Truman Capote in 'In cold blood' ganz schön formuliert: " If one bird carried every grain of sand, grain by grain, across the ocean, by the time he got them all on the other side, that would only be the beginning of eternity." 

 

 

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vor 3 Minuten schrieb Holo:

Ich hab als Kind immer viel über den Begriff der Unendlichkeit  nachgedacht. Räumliche Unendlichkeit kann ich mir nach wie vor nur als "sehr groß!" Vorstellen, für zeitliche Unendlichkeit hat es Truman Capote in 'In cold blood' ganz schön formuliert: " If one bird carried every grain of sand, grain by grain, across the ocean, by the time he got them all on the other side, that would only be the beginning of eternity." 

 

Ich mag die Kurzgeschichte von J. Borges "Die Bibliothek von Babel" (http://leixoletti.de/interpretationen/diebibli.htm) dazu sehr gern. Falls Zeit ist - oder in Deutsch - hab ich die gern im Vorfeld zur Wahrscheinlichkeitsrechnung oder Infinitesimalrechnung.

 

so weit

Maico

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