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Hundeforum Der Hund
laraderdackel

Mit welchen Mitteln erzieht ihr?

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Hallo,

 

seit Tagen mache ich mir nun Gedanken über dieses Thema.

 

Ich kenne verschiedene Ansätze von Erziehung. Es gibt Trainer die propagieren keine Belohnungen, sondern nur über Körpersprache zu arbeiten. Heißt Hund körperlich beschränken, immer über ihn drüber schauen, kein Blickkontakt zum Hund ect.

 

Dann gibt es ja auch die die mit Futter belohnen, was oft kritisch gesehen wird. Weil Hund ja nur für das leckerlie etwas tut.

Genauso mit Spielzeug, streicheln also alles was durchaus positiv besetzt ist.

 

Ich wollte nun einfach mal so in die Runde fragen, wie belohnt ihr? Wie schränkt ihr den Hund ein (z.b bei Fehlverhalten), jeder Hund ist anders und sein belohnungszentrum wird mit etwas anderem aktiviert. 

Bin gespannt auf eure Berichte und fange auch gleich mal selber an.

 

Lara fand streicheln immer schon super, überhaupt Ansprache war ihr ding. Sie ist aber eher ein Mitlauf Hund der leicht zu führen ist. Somit war bei ihr nie viel nötig sie macht es meist richtig.

 

Loki ist ne andere Nummer, altersentsprechend anstregend und futterfixiert, er reagiert auf menschliche Körpersprache kaum, überhaupt findet er Menschen eher überflüssig.

 

Aber sobald ich den Clickern in der Hand habe ist er 100% da und arbeitet sehr konzentriert mit. Er braucht einfach kein anfassen und auch kein Spielzeug, Futter ist das einzig wahre.

 

Ich freue mich auf eure Berichte.

 

 

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Futter und alles was mit positiver bestärkung zu tun hat funktioniert bei uns hervorragend. Nur Streicheln... das mag sie draußen nicht so.

Ich verstehe bis heute nicht, was an Belohnung mit futter verkehrt ist. Und trotz allem macht sie auch dinge ohne futter. Ist halt durchaus konditioniert. Wenn sie mal keine große lust hat und ihren dickkopf durchsetzen mag, bin ich sehr dankbar, dass sie für fleischwurst fast alles macht. Genauso bringt es weder mir noch meinem hund etwas ihn zu ignorieren oder körperlich einzuschränken (dafür bin ich sowieso viel zu langsam 😅).

Ich habe nie bestraft. In der Pubertät war es natürlich teils sehr anstrengend, aber wenn sie nicht gehört hat, hat sie halt mal nicht gehört. Ich war dann zwar auch mal genervt, aber sie hat es nicht abbekommen, wenn sie sich dann doch mal wieder zu mir bequemt hat. Das wurde halt wieder positiv bestätigt. 

Padme hört, meiner meinung nach, sehr gut. Von daher würde ich futterbelohnung, spieli, positive Verstärkung immer befütworten. Da braucht mir auch kein hundeguru erzählen, dass mein hund nur auf futter fixiert ist. Und selbst wenn... funzt trotzdem  😅

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Ich arbeite mit Belohnung, mit Körpersprache eigentlich gar nicht, jedenfalls nicht mit negativer/einschüchternder Körpersprache, mit positiver schon.

 

Belohnungen sind Leckerlies oder ein gemeinsames Spiel, wobei auch ein Stück zusammen rennen in bestimmten Situationen als spiel und damit als Belohnung aufgefasst wird. Wenn wir daheim sind, dann ist auch streicheln/kuscheln eine Belohnung, unterwegs nicht, da will sie eigentlich gar nicht angefasst werden (mit seltenen Ausnahmen).

 

Einschränken: hmm, also ich halte schon die Leine fest, wenn sie einem Reh hinterherhetzen will, von daher schränke ich sie in so einer Situation schon ein. Aber das mache ich dann sehr ruhig/sachlich, sage eher sanft „nein“ und warte bis sie sich von der Beute von sich aus abwendet, dann folgt wiederum die Belohnung. Strafe für Fehlverhalten gibt es hier gar nicht, weil ich der Überzeugung bin, dass es kein Fehlverhalten vom Hund gibt. Höchstens kann ich zu langsam reagiert haben oder war nicht aufmerksam genug oder habe in einer Situation meinen Hund nicht ausreichend gesichert. Aber dann gehöre ich bestraft und nicht der Hund. Mein Hund hat darum noch nie ein lautes oder böses Wort von mir gehört, würde auch noch nie von mir geblockt oder sonst durch körperliches Auftreten beschränkt, auch noch nie ignoriert.

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Huhu 😀

 

Ich hab kürzlich erst ein (sehr altes) sprichwort aus der Hundehaltung gelesen und das ging sinngemäß so: "und nachher schlag ich den Hund und mach ihm ne Freud und höre auf". Das andere, wohl bekanntere, "Nicht gemeckert ist Lob genug". Beides sind Belohnungen...

 

Ich siedele mich und unsere Erziehung/Belohnung auf der netten Seite an: Spiel, Futter, Bedürfnisbefriedigung für richitges Verhalten.

Damit, dass der Hund (nur) etwas für etwas tut, hab ich kein Problem. Er tut ja alles was ich will 😍

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Tja, das mit dem Futter ... für Leckerlis macht mein Hund alles. Oft auch unaufgefordert und mit dem Blick, der sagt: Hab ich gut gemacht, gib Leckerli. Zerrspiele zur Belohnung findet er auch klasse. Beides war sicherlich unbedingte Voraussetzung, um für die Begleithundprüfung zu lernen und später für die IPO. Denn einfach so, ohne Grund, die langweiligen immer gleichen Übungen ... da hätte er nicht lange mitgemacht.

 

Anderes hat er ohne bewusstes Üben, ohne jegliche Belohnung einfach so nebenbei gelernt - Richtungskommandos. Passt ja nicht so recht, während der Fahrt mit dem Rad eben anhalten und Leckerli reichen, wenn er die Richtung korrekt nach dem Schlüsselwort gemacht hat. Also, evtl. verbales Lob, aber kein Leckerli, Streicheln, Ball o.ä. Ich habe den Eindruck, dass er das ohne Nachdenken einfach immer macht. Das ist Zusammenarbeit, kein Abrufen von Befehlen.

 

Bei den mit Hilfe von Leckerli gelernten Kommandos habe ich immer wieder das Gefühl, dass er überlegt, ob es sich gerade für ihn lohnt, das zu machen. Falls nicht, grinst er, und macht es eben nicht. Mit Leckerchen in der Hand geht es natürlich immer ...

 

Körpersprachlich läuft bei uns auch vieles. Das sind aber eher Handzeichen für gewünschtes Verhalten. Auch Kopfschütteln, wenn er etwas nicht machen soll, wird (naja, nicht immer, aber oft) beachtet. Überhaupt Mimik, die kann er perfekt deuten, da muss ich meist keine Worte machen. Begrenzen? Als er noch ein pubertierender Wildling war, hab ich ihm schon auch mal den Weg versperrt, wenn er z.B. mir nicht in die Küche folgen sollte.

 

Wenn man nun denkt, ich hätte einen perfekt gehorchenden Hund, der einfach macht, was ich möchte - weit gefehlt. 😎 Ich habe akzeptiert, dass er ein Terrier ist und eine eigene Meinung hat. 🤣

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Mit Emma war und ist es wirklich easy. Sie reagiert auf meine Stimme und Stimmung sehr stark. Ich brauche also im Grunde nur fröhlich sein und mich tatsächlich über sie und ihr Verhalten freuen - dann freut sie sich auch. Und so freuen wir uns täglich ganz oft :D 

 

Bei der Erziehung lobe ich gaaanz viel, auch heute lobe und belohne ich sie noch viel. Da sie in ihrer Junghundzeit kein Futter bei den Spaziergängen annahm und auch Spielzeug eher doof fand, lobe ich mit Worten: Seeeehr guuut, priiiimaaa, suuuuper (wenn mich jemand hört, würde er bestimmt gerne den weißen Kittel holen :D ). 

Ich lobe halt oft das, was sie eh anbietet. Zum Beispiel wenn sie stehenbleibt und ein Tier nur anschaut, lobe ich genau das: "Danke fürs Anzeigen". Jetzt kennt sie natürlich all meine Lobesworte. Aber ich mache das mit "neuen" Hunden von Anfang an so. Hund setzt sich und ich spreche die Lobesworte + Sitz aus. Hund bleibt stehen und guckt Tier an: Lobesworte + Anzeigen usw. Das prägt sich ein und somit habe ich meine Worte immer als Belohnung dabei. 

Außerdem bleibts fröhlich und gut gelaunt.

 

Wenn sie mal etwas macht, was ich nicht so prickelnd finde, ignoriere ich es oder sage ihr, dass ich das doof finde. Bin ich innerlich tatsächlich sauer, hat Emmas Empfindlichkeit einen super Vorteil: Ich muss ganz flott wieder gut gelaunt werden und die saure Stimmung auflösen. Daraus hat sich ein Spielchen entwickelt: Wenn ich ihr - auch ohne dass ich sauer bin - sage, dass ich xy doof fand, bleibt sie vor mir stehen und schaut mich mit einem bestimmten Blick an. Dann muss ich schon lachen und das Lachen animiert Emma dazu zu mir zu kommen. Ich sage: Okay, alles wieder gut. Und wir gehen gut gelaunt weiter.

 

Aaaber, es gibt auch mal ein "Nein" oder ein "Lass es jetzt sein!" oder auch mal ein "Pfui!". Wir leben halt in einer Beziehung und da dürfen ruhig klare Worte fallen, wenn einem etwas nicht gefällt. Macht Emma übrigens auch: Wenn sie meint, dass ich nun endlich mal Feierabend machen soll, um mich ihr zu widmen - springt sie auf die Bank und haut mir ihre Pfote auf den Arm oder auf die Tastatur. Deutlicher gehts nicht :D 

 

Natürlich schränke ich mit der Leine ein. Sie wird in bestimmten Situationen angeleint und da gibts dann auch keine Diskussion. 

 

Mittlerweile nimmt sie draußen gerne Leckerlis an. Ich habe nicht immer welche dabei, aber häufig. Sie bekommt sie nicht nur als Belohnung, sondern auch einfach so, weils lecker schmeckt und Spaß macht, den Hund zu verwöhnen. Das hat aber nicht dazu geführt, dass sie nur noch etwas wegen Leckerlis macht. 

 

Körpersprache setze ich garantiert ein, machen wir alle ganz unbewusst. Aber bewusst setze ich die nicht ein. 

 

vor 46 Minuten schrieb laraderdackel:

Heißt Hund körperlich beschränken, immer über ihn drüber schauen, kein Blickkontakt zum Hund ect.

 

Das hier kenne ich aber von ein paar sehr wenigen Hundehaltern. Auf mich wirken diese Menschen und Hunde nicht wie Teams, sondern wie zwei Lebewesen, die nebeneinander her leben. Die Hunde sind tatsächlich immer in direkter Nähe ihrer Menschen. Aber es ist alles so emotionslos und auch die Hunde wirken so, als hätten sie irgendwann ihre Emotionen an den Nagel gehängt. 

Ich mag diese Methode nicht und mir würde dabei auch ganz viel fehlen, was ich am Leben mit Hund genieße.

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Ich trainiere belohnungs- und bedürfnisorientiert. Ohne Aversivreize.

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Wir machen sehr viel über Futter. Fast alles habe ich ihm so beigebracht. Drinnen gibt es allerdings fast keine Futterbelohnung für bekannte Sachen, weil er dann nicht mehr aus dem “Yeah, wir machen was“ - Modus rauskommt. Ausnahmen sind Situationen, in denen er irgendwo liegen bleiben muss. Das fällt ihm schwer. Nach jedem Spaziergang muss er sich neben der Tür ablegen und kriegt dafür immer was.

Draußen belohne ich viel mit Leckerlies. Allein schon, weil er mich dann anguckt. Besonders belohne ich natürlich das, was wir aktuell üben oder wenn etwas situativ schwierig ist. Den Rückruf belohne ich mit seinem Ball. Loben tue ich ihn ständig. Streicheln mag er unterwegs gar nicht und sieht es generell nicht als Belohnung an.

 

Wir arbeiten relativ viel mit Handzeichen. Ansonsten kann ich mit der Stimme sehr viel machen. Körperlich beschränken.... ja. Aber selten. Ich nutze das manchmal, um ein Kommando durchzusetzen, was mir in dem Moment sehr wichtig ist. Zu Hause wäre das z.B. “Decke“ in einer aufregenden Situation, in der ich drauf angewiesen bin, dass er das macht. Wenn er nicht hört, weil er zu aufgeregt ist und meint die Kind-Situation regeln/überwachen zu müssen, sage ich es ein zweites Mal etwas lauter und strenger. Klappt es dann nicht, sage ich gar nichts mehr, sondern baue körperliche Präsenz auf und geleite ihn so ruhig zu seiner Decke. Dabei schaue ich ihn nicht an, ich will ihn ja nicht bedrohlich fixieren. Das wäre jetzt nicht meine erste Wahl bei der Erziehung. Aber manches (sehr weniges) diskutiere ich wirklich nicht aus. 

Ansonsten nutze ich schonmal den Kinderwagen, um ihn von Hunden abzuschirmen, zu denen er hin will. Das ist ganz praktisch. Ich habe den Eindruck, dass ihm das hilft. 

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Der Hund muss nichts für „mich“ machen, sondern, weil er es möchte/es sich für ihn lohnt.

Er ist nicht mein Diener, Sklave o.ä. 

 

Daher schaue ich zu, dass ich das gut belohne (bedürfnisorientiert), was für mich wichtig ist (damit ers gar nicht erst „falsch“ macht/lernt) und den Rest lasse ich den Hund das machen, was ihm gefällt.

Makel sind explizit erlaubt und für diese rechtfertige ich mich vor der Umwelt nicht. Geschimpft wird nicht, körpersprachliche Bedrohungen und Einschränkungen lehne ich völlig ab und körperliche Strafen sind das allerletzte! Dazu gehören für mich bereits absichtlich gesetzte Leinenrucke, um Verhalten zu ändern.

 

Ich teile mein Essen, die Hunde müssen nicht „fragen“, ob sie auf die Couch dürfen, sie dürfen sich die Wege aussuchen... 

 

Kein Hund, auch die Pfleglinge nicht, sind mir bisher wie von vielen befürchtet, „auf der Nase rumgetanzt“.

 

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@Annali Kann ich mich anschließen.

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