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Hundeforum Der Hund
Lilly-K

Angsthund -Angst vor Hundegeschirr und Leine

Empfohlene Beiträge

Wir haben seit einigen Monaten eine 3jährige Mischlingshündin aus dem Tierschutz. Eigentlich ist sie der "perfekte" Hund, wenn da die Angst vor dem Geschirr und der Leine nicht wären. Vermutlich wurde sie mit einer Schlinge von der Strasse eingefangen und hat dieses Trauma nicht vergessen.

Sie ist eine Frohnatur, befolgt Kommandos, lässt sich streicheln, fordert selbst die Streicheleinheiten ein und ist immer gut drauf.

Von Anfang an füttern wir sie von Hand - immer noch, weil diese Zeit eine kostbare Verbindung ist. Versuche, sie durch das Halsband und Geschirr zu füttern, sind fehlgeschlagen. Sobald es "zu eng" wurde, ging sie auf Abstand. Dann wurde uns geraten, sie in die Enge oder Ecke zu treiben, um das Geschirr umzubinden. Haben wir gemacht und als die Leine dran war, hat sie sich schwer gemacht und lag auf dem Boden. Als wir versuchten, an der Leine zu ziehen, hat sie sofort panisch zugebissen - nicht uns, sondern immer nur in die Leine. Wir haben dann aufgegeben, um ihr wieder Normalität zu gönnen.

Sehr gerne würden wir mit ihr die Welt ausserhalb des Grundstücks erobern, die vielen Felder und Wälder - zum Glück haben wir ein Grundstück mit genug Auslauf für sie, aber auch dahinter wäre vieles zu entdecken. Wenn andere Hunde bei uns vorbei laufen, dann winselt sie ... Sie ist neugierig auf alles und wir könnten ihr noch so vieles anbieten - ABER leider wissen wir nicht, wie wir erneut ein Geschirr ohne  Einzwängen ihr anlegen können UND dann mit der Leine zumindest für den Anfang einige Meter ohne Angst laufen können.

Hat vielleicht von euch jemand für so ein Problem eine Hilfestellung.

Vielen Dank

Lilly-K

 

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Wie ist es denn mit Halsband?

 

Falls sie das akzeptiert, könntest du die Leine über eine längere Zeit "einschleichen". Also zuerst nur einen Karabiner an das Halsband anklicken. Dann, ein paar Tage später, an den Karabiner 20cm Schnur, dann 50cm, dann 70cm usw. wenn sie das akzeptiert. Das würde ich ihr stundenweise anlassen, auch in der Wohnung, beim Fressen, beim Kuscheln, so dass es (hoffentlich) durch die Gewöhnung zur Normalität wird. Wenn sie die Schnur problemlos hinter sich her zieht und nicht geängstigt ist, mal das Ende in die Hand nehmen, Keks, wieder fallen lassen, alles mit netten Worten, aber ohne eine große Sache daraus zu machen.

Dann mal ein paar Schritte an dieser Schnur führen, im sicheren Gebiet (Garten). Wenn das klappt, seid ihr über den Berg :)

Schnur länger machen, durch leichte Leine ersetzen usw.

 

So eine Desensibilisierung kann wochenlang dauern, wichtig sind kleine, nicht überfordernde Schritte.

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vor 16 Minuten schrieb Lilly-K:

Dann wurde uns geraten, sie in die Enge oder Ecke zu treiben, um das Geschirr umzubinden. Haben wir gemacht und als die Leine dran war, hat sie sich schwer gemacht und lag auf dem Boden. Als wir versuchten, an der Leine zu ziehen, hat sie sofort panisch zugebissen -

 

wer rät denn so einen Schwachsinn, sorry.

 

erst mal herzlich Willkommen hier im Forum.

 

Dadurch habt ihr jetzt 50 Schritte zurück gemacht und das negative in Eurem Hund nochmal verstärkt. So nach dem Motto, ach die schnallen mich auch fest. Schade das ihr den Tip bekommen habt, ist aber ja nun Geschichte, kann man nicht mehr ändern.

 

Ich würde auch jetzt erst mal auf Halsband gehen, üben das euer Hund den Kopf selber durch steckt.

 

Setzt euch auf die Erde zum Hund, zeig ihm das Halsband, lass ihn riechen, reib es evtl. mit etwas leckerem ein. versuch es immer bei dir zu haben, versuch es mit etwas tollem zu verknüpfen. Fütter aus der Hand ein Leckerchen, halte das Halsband in sichtweite oder versuch es so nach unten zu halten, dass du aus den Fingern ein Stück Käse geben kannst.

mach das erst mal ein, zwei, drei Tage, je nachdem wie dein Hund darauf reagiert. versuche dann ein Leckerchen vor das Halsband zu halten und mache es sehr gross, wenn der Hund den Kopf durch steckt, oder auch nur die Nase, loben, Leckerchen geben, nicht los lassen, der Kopf muss ganz einfach wieder zurück können. Der HUnd muss es selber machen, auf keinen Fall irgendwie fest halten oder Unruhe  ausstrahlen. leg dir das Hansband einfach selber mal übers Handgelenk, immer hin und her, leg es hin, nimm es in die Hand, leg es wieder weg, ohne jeden Kommentar. Auch nicht, hey ist nicht schlimm, einfach gar nix dazu sagen.

 

Alles was mit Belohnung jetzt zu tun hat, ist das Halsband bei dir, lass ihn imer wieder von selbst dran riechen. irgendwann gehört es dazu, es wird sich die Angst verlieren. wenn du meinst, es geht, mach die Übung mit dem über Kopf gehen, versuche dann es mal ganz einfach am Hals mit einer Berührung, kommt stress auf, weg damit, ruhig sprechen, Leckerchen geben, aber Hund kommen lassen. Du brauchst hier selber völlige innere Ruhe, auch wenn der Hund zurück weicht, nciht hektisch werden, nix sagen, höchsten, alles gut, nur ein Halsband, nimm es dann wieder selber in die Hand. Zeig dem Hund, hey, das tut nix.

 

Ist eigentlich zu Welpentagen eine ganz schnelle Übung, und der Hund lernt, o.K. gehört wohl dahin. Bei euch ist das jetzt völlig negativ verknüpft, dass müsst ihr korrigieren, das ist nicht so ganz easy nun. Aber, Halsband, Leine oder Geschirr muss irgendwie und irgendwann dran. Aber stressfrei.

 

Stichworte sind, alles ganz ruhig machen, wenig reden, kein Druck, verscuh das Halsband von unten zu halten und den Kopf duchstecken zu lassen, von oben kann es schon bedrohlich wirken, nehmt euch Zeit dafür, alles an Stress und Panik möglichst vermeiden, ist aber in der Tat jetzt nicht ganz einfach. Evtl. hilft euch jemand extern dabei, der sich etwas auskennt und ganz wichtig, nehmt keine dieser so dummen Ratschläge mehr an.

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Legt das Geschirr und die Leine doch einfach mal in ihre Nähe, ohne es ihr anzuziehen, wenn ihr miteinander kuschelt, so dass es dabei ist. Sie kann dann mal daran schnüffeln und feststellen, dass das "Ding" ihr nichts tut. 

Vielleicht dann als nächsten Schritt einfach mal in ihrem Beisein in die Hand nehmen und streicheln und mit "lieb" benennen. Sie dann parallel dazu streicheln und auch mit lieb betiteln. :)

Dann wäre der nächste Schritt, es ihr beiläufig überzulegen, einfach mal z. B. auf die Pfoten. Wenn sie das dann akzeptiert, mal über den Rücken legen. 

 

Und so tastet man sich gaaaanz langsam nach vorne, aber wirklich alles je nach Akzeptanz des Hundes und auf Tage, vielleicht sogar Wochen ausgelegt. Der Hund macht das Tempo und gedrängt oder in die Ecke gedrängt wird gar nicht, das ist absolut kontraproduktiv bei einem ängstlichen Hund. 

 

Dann irgendwann könnte man eine Hausleine anziehen, die sie dann auch akzeptieren lernt.

 

Übrigens würde ich sie sich satt essen lassen aus dem Napf. So etwas ist wichtig für einen Hund, dass er sich ein bis zwei Mal am Tag satt essen kann. Sie nimmt doch schon selbständig Kontakt zu euch auf, da braucht ihr das Futter als Bindemittel nicht mehr. :)

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aus welcher Region kommt ihr so?

 

evtl. ist jemand in der Nähe hier, der euch das zeigen kann und auch mit einem anderen ausgeglichenen Hund helfen kann. Hunde schauen sich auch viel von anderen ab, wenn euer evtl. aus der Ferne sehen kann, hey, die legen da ganz stressfrei was an und wieder ab und gehen dann zusammen los, evtl. kann auch das helfen, zumindest etwas Sicherheit geben, auch euch.

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Erst einmal bedanke ich mich für eure Unterstützung und die Ratschläge ...

All das haben wir schon probiert - ein Halsband hatten wir auch, aber unsere Hündin hat einen schlanken Kopf und einen kräftigen Hals. Oft musste sie nur den Rückwärtsgang einlegen und war aus der Schlinge. Sollte uns ein Freilauf gelingen, wollen wir auf Nummer sicher gehen und das wird wohl mit einem Geschirr am besten sein. 

Wir hatten schon Erfolge mit Futter durch Halsband und Geschirr - es lag oft Alles in Sichtweite und auch die Leckerlis darauf - wurden auch ohne Problem vernascht - aber sobald sie eine Leine, einen Strick, selbst die Schnur vom Ladekabel sieht, verschwindet sie in einer sicheren Ecke. Wir haben nach der Niederlage ein neues Geschirr und neue Leine gekauft, damit sie optisch nicht an das Erlebnis erinnert wird.

Die Idee, ihr das Prozedere am anderen Hund zu demonstrieren, haben wir auch und demnächst erwarten wir Besuch mit zwei Hunden - vielleicht wird das der Durchbruch ...

Wir wohnen in der Nähe vom Müritzsee ...

Anfangs wurde uns geraten, einen persönlichen Trainer zu engagieren. Aber wir wollten sie erst einmal ankommen lassen und all das Neue in aller Ruhe verarbeiten lassen - ohne Zeitdruck UND Fremde. Sie sollte selbst das Vertrauen zu uns aufbauen und merken, dass keine Gefahr droht. Wir haben bisher viel geschafft und sind sehr stolz darauf UND glücklich diese Hundeseele bei uns zu haben.

Ich werde berichten, wenn der Besuch da war UND wenn es Neuigkeiten gibt ...

 

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