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Hundeforum Der Hund
Caro73

Lebhafter Hund, Vögel, Rückruf - Frust

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Hey, 

 

Also in meinem Freilaufgebiet werden wir geliebt oder gehasst ;) lange habe ich mir darüber oft einen Kopf gemacht - inzwischen schmunzel ich meist einfach. Denn unser Hund (ca. 1,5 Jahre) ist ebenfalls ein Energiebündel - wenn’s ins freilaufgebiet geht, ist der überall nur nicht ständig neben mir: er rast manchmal über die Wiesen (ich finde es herrlich ihm dabei zu zu sehen), Vögel findet er auch super (er verliert eh), ist sehr selbstständig (hatte übrigens auch geringen Folgetrieb als Welpe) und sehr neugierig. Er rennt auch gerne mal 50 bis 100m voraus oder saust an mir vorbei. Manche Hunde haben ME einfach einen sehr weiten Radius aufgrund ihres Bewegungsdrang - als Mensch oft eine Herausforderung dem Vierbeiner dabei zu vertrauen gerade bei einem jungen Hund, da man gefühlt die Kontrolle über ihn verliert. Aber nur Mut. Wenn ich das Gefühl habe, dass der Rückruf zunehmend zögerlicher wird, kommt meiner einfach an die Schlepp. Junge Hunde haben nun mal Flausen im Kopf und man ist kein Versager in Hundeerziehung, wenn mal was schief geht oder der Hund noch nicht perfekt hört. Jedes Hund-Mensch-Team hat auch sein eigenes Tempo. 

 

Auch Hundebegegnungen sind für uns immer wieder spannend: andere Hunde sind nämlich super toll und er brettert gerne drauf zu. Bei freilaufenden Hunden ist mir das derzeit relativ egal - meine persönliche Erfahrung ist, dass Hunde durchaus fähig sind, ihren Artgenossen rechtzeitig zu vermitteln, was sie gut oder doof finden. So bremst meiner bei manchen früh ab und geht ruhig weiter auf den Hund zu. Bei anderen tut er das nicht. Bei angeleinten Hunden sieht die Welt anders aus: ich versuche mir meinen rechtzeitig (!!! Lieber zu früh als zu spät !!! Bei uns ziemlich früh nötig) zu holen und leine an, denn anders geht es momentan nicht. Natürlich bleibt er aufgrund seines Radius etwas länger an der Leine als ein paar Meter ;) manchmal kann man auch wieder ableinen nach kurzer Rücksprache mit dem anderen HH. Allerdings ist hier bei uns schon auch noch Trainingsbedarf aber geht eben nicht alles auf einmal und sofort ;) 

 

übrigens: sei froh, dass du eine Hündin hast und keinen jungen Rüden, bei dem läufige Hündinnen für ein hormonvernebeltes Hirn sorgen - so geht es mir nämlich ;)  

 

PS: wollte auch kein solches Energiefass aber ist jetzt nun mal so. Und wenn ich mein agiles Pulverfass schaffe zu „konzentrieren“ bin ich inzwischen manchmal innerlich auch etwas stolz ;) daher mein Tip: nimm deine Hündin, wie sie ist und arbeite MIT ihrer Energie statt GEGEN. Nicht auspowern sondern den nötigen Raum an Freiheit geben. Natürlich sieht das im Vergleich zu weniger lebhaften Hunden gern mal unkontrolliert aus - keinen Kopf machen, ist es nicht. Es ist nur anders. 

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@Bable ... genauso siehts bei uns aus.. Absolut auf den Punkt gebracht.

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@Caro73 einfach entspannt bleiben auch wenn man Hund manchmal die Gurgel umdrehen möchte ;) meiner rennt gern viel zu weit weg zu anderen freilaufenden Hunden (ich rede von mehreren 100meter). Stoppt er zwischendurch hab ich gute Chancen, ihn abzurufen. Wenn nicht, schaue ich doof hinterher und mache erst mal ... nichts. Ich renn doch nicht meinem Hund hinterher?! ;) Er rast meist innerhalb von einer Minute von selbst zurück. Wenn nicht, warte ich, bis ich sehe, dass sein Interesse kurz nachlässt und genau dann Rückruf.  Ist er total „verliebt“ hole ich ihn zügig aber ruhig und entschuldige mich (nur noch selten nötig). Meine Erfahrung ist die, dass ich erkennen muss, wann mein recht selbstständiger Hund eine Entscheidung treffen möchte und genau vorher für ihn entscheiden muss. 

 

Natürlich mache ich es mir nicht leichter, wenn ich ihm dieses weite davon laufen durchgehen lasse. Aber was soll’s - ist ja nicht so, dass keine Rückrufgrundlage da ist, auf der ich wieder aufbauen kann ;)  Und bei dir klingt es auch so, als ob diese Grundlage vorhanden ist. Ich trainiere dem Rückruf übrigens gerne dann im Freilauf wenn gerade keine großartige Ablenkung da ist - so vergisst der Kerl das nicht völlig und wir haben gemeinsame Erfolgserlebnisse (auch für einen als Mensch wichtig ;) ). vielleicht auch hilfreich für euch :) 

 

und wenn ich weiß, dass er ausbüchsen wird (zb. auffälliges trödeln Richtung Auto) kommt er eben vorsorglich an die Schlepp ;) so verhinder ich, dass er mich „bewusst“ erfolgreich ignoriert und überfordere ihn aber auch nicht. Keine Dauerlösung aber eben ME passend zu seinem aktuellen Level. 

 

 

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@Bable Das hört sich recht entspannt an bei dir.. Allerdings glaube ich, dass sich mein Hund noch nicht von mir abhalten lassen würde.. selbst wenn ich vorher entscheide.. die würde kurz abwägen, was jetzt besser für sie ist und dann losspurten 😉

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Die Frage ist halt auch immer - wie soll ich Rückruf üben, wenn die Umwelt das Funktionieren einfach voraussetzt, also er eigentlich nicht schiefgehen darf?

 

Ich habe in unseren Breiten den Eindruck, dass wir (verantwortungsvolle) Hundebesitzer immer mehr am Pranger stehen - und Hunde sofort unerzogen und Halter unfähig sind, sobald nicht alles gleich klappt. Wie soll ich einem Welpen/Junghund den Rückruf beibringen, wenn ich überall nur Panik habe, Ärger zu bekommen?

 

In allen Zeitungen stehen Artikel mit wildernden Hunden, gerissenen Rehen, angefallenem Federvieh, gestürzten Radlern usw. und die Forderung "Hunde generell an der Leine zu lassen"..

 

Sollen wir die Hunde nun auch aufs Laufband stellen, wie Cesar in Amerika?

 

Ich kann damit ganz schwer umgehen.

 

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Also wenn es so gar nicht klappt mit dem Rückruf und dein Hund sndere Menschen und Hunde "belästigt", würde ich mit Schleppleine üben. 

Mir wurde mal geraten, die Schleppleine Stück für Stück zu verkürzen, wenn es mit dem üben geklappt hat, damit Hund nicht den Gehorsam mit der Schleppleine verbindet. Ob das so funktioniert weiß ich aber nicht, mir war die Schlepp dafür zu teuer :ph34r:

Davon abgesehen haben und hatten wir die Möglichkeit ungestörte Plätze aufzusuchen um das vernünftig zu üben. Die Leute die einen an den Pranger gestellt haben, weil irgedwas nicht funktioniert, befanden sich meistens an offiziellen Hundestränden. 

Lass mal ein bisschen deine Angst los, wenn man was schief geht (und das wird es ganz sicher) kann man sich entschuldigen, ggf anbieten die Reinigung zu bezahlen oder die Kleidung zu waschen (bei z.B anspringen mit Dreckpfoten). Ansonsten immer schön Umgebung abscannen und anleinen, wenn du jemanden siehst.

Der ewig problemlos freilaufende Hund ist für mich in solchen Gegenden ein Mythos. Zumal es auch einfach nicht überall geht, wegen der Autos, anderen freilaufenden Hunden, die eben nicht unbedingt nett sind oder Kindern. 

Fahr deine Ansprüche ein bisschen mehr runter, schmeiß die Unsicherheit beiseite und such dir ein paar Konterne Sprüche für unliebsame Begegnungen. 

Google da einfach mal "Dumne Sprüche beim Gassi gehen". Gab dazu auch mal einen Blogeintrag was man bei gewissen Sachen sagen kann, dammit dem anderem die Spucke wegbleibt, während man fröhlich seines Weges geht. Find ich nur leider nicht.

Aber sowas auch einfach nur im Kopf zu haben und zu denken, kann ungemein stärken. Aber hey, mach dir bewusst, dass du nicht das Schwächste Glied der Nahrungskette bist. Und wenn man dich so behandelt, kann dein Hund die immernoch auffressen. ;)

 

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@Caro73 das liest sich entspannt, ist es aber auch nicht immer. Vor einem halben Jahr sah das übrigens auch noch anders aus - man wächst mit seinen Aufgaben ;) 

 

Im Alter von ca. 1 Jahr hab ich zwei bis drei Wochen auch nur in Gegenwart von Hunden, die gut abrufbar sind, laufen lassen und sonst Abruf an der Schlepp wie blöd geübt (bei uns war Leckerli suchen als Belohnung der Schlüssel). Und auch jetzt noch nutze ich es, ihn mit gut abrufbaren Hunden laufen zu lassen. 

 

Entscheidung vorher treffen ist auch nicht leicht (und geht bei mir auch mal schief). Meiner hält zb. oft nochmal kurz an nachdem er losgespurtet ist und genau dann sofort setze ich Rückruf. Macht er es vor dem losspurten setz ich da den Rückruf - habe da allerdings noch etwas Übungsbedarf ;)  Vielleicht gibt es ja bei deiner Hündin auch einen für dich erkennbaren „Überlegungsmoment“, den du nutzen kannst. Worauf ich inzwischen sehr achte, ist, dass er nicht kommt und wieder von dannen rast: leckerli suchen, ein paar Meter Fuß gehen, Platz und Bleib etc. - bei uns funktionieren kurze Aufgaben sehr gut (Dabei richtet sich die Aufgabe und Dauer nach Erregungslevel). Spiel als Belohnung führt in unserem Fall grundsätzlich zu totalem Überschnappen. Die richtige Belohnung musst du selbst für deinen Hund finden. 

 

Und erwarte einfach nicht, dass es immer klappt und auch nicht, dass dein Hund mit der Sekunde zurück gerast kommt. Freu dich, wenn er nach kurzer Überlegung sich für dich entscheidet :) die Welt ist einfach sooo spannend für die jungen Hunde ... ;) 

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Sorry für den Doppelpost, habe die weiteren Beiträge erst danach gesehen:

 

ich durfte mir auch anhören, dass er erst an der Schlepp den Rückruf perfekt können muss. Wenn er nicht hört, dann darf ich halt nicht hier gehen. Ich bin verantwortungslos, mein Hund ist nicht erzogen etc. Diverse Dinge ... zum Rückruf - Ich persönlich sehe es anders: Hund mit weitem Radius lernt nicht an ein paar Metern Leine aus 100m Entfernung zu kommen (und nein, mein Hund muss nicht lernen, nur in 30m Radius zu laufen weil er nunmal nicht der Typ Hund dafür ist, er muss nur lernen zuverlässig auf mich zu reagieren). Da lernt er die Grundlage, das Verständnis, was der Rückruf bedeutet, er wird auf ein Signal konditioniert Bzw. Es wird wieder in Erinnerung gerufen bei vorübergehender Amnesie ;) richtig lernt er es ohne die Schlepp, in der freien Bewegung mit all den Ablenkungen (Werden die zu stark, dann eben Leine: zb. bei läufigen Hündinnen endet hier jeder Freilauf komplett, da Versuch ich es gar nicht erst ohne Leine weil er eh nichts anderes wahr nimmt. Oder zu viele Hundebegegnungen - irgendwann dreht er so hoch, dass er auch nichts mehr wahr nimmt). 

 

Erfahrungsgemäß verringert mein Hund seinen Radius auch etwas, wenn er sich anfangs mal richtig austoben durfte. Vielleicht ist das bei deiner Hündin ja auch der Fall? 

 

Ich hab mir übrigens inzwischen angewöhnt, den Leuten direkt und ungefragt zu erklären, dass mein Energiebündel von Hund frei laufen soll um sich ordentlich bewegen zu können und dass es ja sooo viele gibt, die damit ein Problem haben weil er nicht so gut hört - 1.keiner will zu den vielen „bösen“ Leuten gehören 2.die, die ein Problem haben, sind einfach froh wenn ich wieder die Klappe halte und haben keinen Nerv mehr, mich blöd anzulabern ;) Auf diese Art lernen sie nebenbei zudem den Hund kennen und können ihn zukünftig zuordnen und einschätzen. Seitdem hab ich viel weniger Probleme - Angriff ist die beste Verteidigung ;) aus Feind wurde so schon Freund. Manche kennen solche „übermütige“ Hunde auch einfach nicht und wissen den Hund im ersten Moment überhaupt nicht einzuschätzen. Unsereins kennt das und kann damit auch bei fremden Hunden besser umgehen. 

 

Und wenn es mal blöd läuft? Was soll’s: mein Highlight waren 5 Pferde am Koppelzaun und ein Hund, der nicht mehr von der Koppel wollte und die Pferde am Zaun hielt ;) 

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Das haben wir gerade todesmutig gemacht!!! Mit gut hörendem - sehr geliebten Aussi... es hat super geklappt!! Sie kam, Leckerli rein, Sitz und wieder abdampfen. Zwischendrin an die Leine genommen und später wieder mitlaufen lassen... UND mit tiefenentspannter Hundebesitzerin und Freundin - die etwas auf mich abfärbte.. wir werden das nun öfter machen.. 

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