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Hundeforum Der Hund
Tina+Sammy

Mayas Kampf zurück ins Leben

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Ich hatte im Thema Sauerlandtreffen schon kurz drüber geschrieben, hier nun also Mayas eigener thread. :)

 

Am Dienstag, den 9. April wurde Maya von einem wesentlich größerem Hund attackiert und geschüttelt.

Nachdem der andere weg war, lag Maya regungslos, lautlos auf der Wiese.

Lediglich ihre Augen bewegten sich.

Vorsichtig nahm ich sie auf, eilte zum Auto und fuhr zum Tierarzt.

Unterwegs rief ich an, damit man alles vorbereitete.

Als wir in der laufenden Sprechstunde ankamen, hatte man bereits ein Sprechzimmer frei gemacht, ein Tropf für Maya stand bereit.

 

Während der 10minütigen Fahrt begann Maya zu krampfen, starrte dabei nur leer vor sich hin.

Ich hab ihr mehrmals gesagt, dass sie nicht sterben darf. Wir gleich da sind und sie durchhalten muss.

 

Maya wurde an den Tropf geklemmt, dann wurde sie geröngt.

Die hoffnungslosen, hilflosen Blicke der zwei Tierärztinnen, als sie mich riefen, um die Bilder zu besprechen, ließen mein Blut in den Adern gefrieren.

Am Atlaswirbel war ein Stück heraus gebrochen, ein weiterer Wirbel war verschoben.

Maya hatte keine Reflexe. Zudem stand sie unter Schock, was allein ihren Zustand schon lebensbedrohlich machte.

Nach 4 Stunden komplimentierte man mich nach draußen. Maya wurde stationär aufgenommen.

 

Als ich ging, hatte sie immerhin vorne links leichte Reflexe. Ein winzig kleiner Hoffnungsschimmer.

 

Gegen 23 Uhr kam noch ein Anruf, hinten kamen auf beiden Pfoten minimal Reflexe, sie hat getrunken und ein klein wenig gefressen, morgens um acht würden wir wieder telefonieren.

Nach einer durch geweinten Nacht dann morgens: sie frisst, aufstellen kann man sie immer noch nicht.

Von Besuchen wurde abgeraten. Die Tiere freuen sich, ihre Halter zu sehen und fallen danach in ein Loch, wenn sie doch zurück gelassen werden.

 

Donnerstag morgen das nächste Telefonat: Maya hat das Fressen eingestellt, ich möge doch bitte nachmittags vorbei kommen, wir müssen bereden ob und wie es weiter geht.

Der Tag zog sich wie Kaugummi, immer wieder Tränen. Und dann stand ich vor ihr.

Ihr Blick war ganz weit weg, sie lag wie apathisch da.

Dann erkannte sie mich. Der Blick klarte auf, man konnte gaaaanz leicht die Rute wippen sehen.

Ich bot ihr das mitgebrachte Futter an und gierig fraß sie es. Im Liegen. Sie war noch immer nicht in der Lage, ihren Kopf zu heben.

Stellte man sie auf, fiel ihr Kopf nach unten wie ein Stein. Sie stand nur mit Unterstützung, hätte man sie los gelassen, wäre sie umgefallen

 

 

Es folgte das Gespräch mit der Tierärztin. Sie sieht Verbesserungen. Maya zeigt zwar auf 3 Pfoten weiterhin keine Tiefensensibilität, aber Reflexe sind vorhanden.

Wir entscheiden, weiter zu kämpfen.

 

Am nächsten Tag hole ich sie nach Hause.

Maya schläft fortan neben meinem Kopfkissen. Durch die Herzmedis trinkt sie nachts mehrmals. Ich bin also ständig wach, biete ihr Wasser an, lager sie um, decke sie zu und wieder auf usw.

 

1x täglich geht's zur Physio, zu Hause machen wir mehrmals täglich weitere Übungen.

 

Am Donnerstag, den 18. April fahren wir in die Tierklinik Kaiserberg, um ein CT zu machen.

Der Arzt, bei dem ich am Vortag die einleitende Untersuchung machen ließ, behandelte mich wie eine arme Irre, die einfach nicht erkennt, dass es keine Chance gibt.

Das Alter, das schwache Herz, die nicht vorhandene Tiefensensibilität...

Aber naja... Wenn ich UNBEDINGT will, dann bitte.

Auch, dass ich nicht bereit war, sie über Nacht dort zu lassen, fand er sehr befremdlich.

Aber kann er ja ruhig ;)

Am nächsten Morgen standen ein Narkoseteam, ein Kardiologe und ein Chirurgenteam bereit, um Maya, falls nötig, in der Narkose zu stabilisieren und je nach Diagnose direkt zu operieren.

Das bange Warten begann...

Mayas Herz machte während der Kurznarkose schlapp, es gelang aber, sie wieder stabil zu bekommen.

Das Gespräch mit der Chirurgin war anders, als das mit dem Arzt am Vortag.

Sie riet von einer OP ab. Zum einen, weil Mayas Herz es nicht schaffen würde, zum jetzigen Zeitpunkt. Sie war ja nicht "nur gelähmt", sie hatte massiv Masse verloren, wog nur noch 5kg.

Und zum anderen, weil die OP sehr risikoreich ist.

Da sie innerhalb der letzten 9 Tage Verbesserungen zeigte, seien sie auch noch so minimal, würde sie erst mal so weiter machen.

Die Gefahr, dass bei der OP, wenn der Wirbel wieder an seine richtige Stelle gedrückt wird, das Rückenmark so verletzt wird, dass es irreparabel geschädigt ist, war immens hoch.

So weiter machen und wenn sich in den nächsten 2-3 Wochen nichts mehr tut, kann man das Risiko eingehen, weil sie von sich aus dann eh keine weiteren Fortschritte zeigen würde.

Wir entschieden uns gegen die OP.

IMG-20190418-WA0012.jpg.b35c6871926c5b377ad6f4035512f6db.jpg

Maya baute körperlich weiter ab.

Und immer, wenn ich sie ansah und mich fragte, ob wir hier das richtige tun, machte sie irgend etwas neues.

Sei es, dass sie versuchte, sich zu kratzen, sich aufzurichten usw.

Jeder noch so kleine Schritt zählte.

Sie bekam ein Mittel zum Muskelaufbau gespritzt, wir befürchteten, dass sie trotz Physio so viel Muskulatur verliert, dass sie schlicht nicht in der Lage sein wird, zu laufen, wenn der Wirbel es zulassen würde.

 

 

Hier geht es da rum, sie in natürliche Bewegung zu bekommen. Mein Rucksackverband vom Schlüsselbeinbruch kam zum Einsatz. An Stehen aus eigener Kraft war immer noch nicht zu denken...

 

Fortsetzung folgt :)

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Oh, da fehlen mir erstmal die Worte. Unglaublich was ihr durchgemacht habt, das ist ja wirklich ein Alptraum. Und noch unglaublicher, wie ihr gekämpft habt. Maya natürlich, aber du auch. Ich muss das jetzt selbst erstmal sacken lassen, mir laufen jetzt die Tränen und ich bin echt nicht „nah am Wasser gebaut“

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Oh mein Gott, wie hältst du das durch?

Maya ist offensichtlich eine Kämpferin. 

Mir fehlen ein wenig die Worte.

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Wir drücken alles, was geht!

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Mein  tiefster Respekt  an euch  beide  .

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Holla. Das sind Erlebnisse, die man eigentlich nicht braucht. 

Meine Güte... 

 

so weit 

Maico 

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Ich bin geschockt, mir laufen die Tränen und dennoch bin ich tief beeindruckt, was für ein Kämpferherz die kleine Maya hat.

Gepaart mit einem so tollen Frauchen seid ihr anscheinend ein unschlagbares Team und habt dem Sensenmann nochmal richtig die Mittelkralle gezeigt.

Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und hoffe, dass die kleine Maus wieder komplett genesen wird.

 

Hat sich mit Tinas 2. Beitrag überschnitten.

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Gerade leider keine Zeit. Aber.... wow, was für eine Kämpferin!

 

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