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Hundeforum Der Hund
Patlican

Wie Saga den Göttern ein Schnippchen schlägt

Empfohlene Beiträge

Hallo ihr Lieben,

 

zuerst einmal das Allerwichtigste: Euer Zuspruch dieser Tage im anderen Thread hat mich wirklich sehr bewegt! ❤️ Während der kleine Fuchs neben mir in tiefem Schlummer liegt und sich sein kleiner Körper hoffentlich voll und ganz der Genesung widmet, will ich nun mein Versprechen auch halten und hier in einem eigenen Thread ein wenig mehr von dem berichten, was dieser Tage bei uns vorgefallen ist. Ich würde mich freuen, wenn ihr uns hier in der nächsten Zeit, die wir einige für uns neue Herausforderungen werden meistern müssen, ein wenig mit eurem Rat und euren Ideen begleiten würdet!

 

 

Wie viele von euch also schon mitbekommen haben, hat unser schönes Schattenwölfchen diese Woche ein wahrlich unwürdiger Schicksalsschlag getroffen. Uns fiel auf, dass sie in den letzten Tagen bei aller üblichen WIldheit und Fröhlichkeit öfters mal ein wenig erschöpft und leistungsschwach wirkte; nichts Ungewöhnliches, dachten wir, denn zeitlich fiel das genau mit dem sommerlichen Wetterumschwung zusammen. Doch es steckte leider mehr dahinter.

 

Am frühen Mittwochabend fanden wir Spuren eines plötzlichen starken Ausflusses von unüblicher Färbung. Nach dem üblichen längeren Parkspaziergang schwächelte Saga dann auf einmal, legte sich immer wieder erschöpft hin, war kaum zur Heimkehr zu überreden, und direkt daheim wurde ihr sehr übel... Auch im Gedanken an die Komplikationen vor der letzten, zweiten Läufigkeit fuhren wir also postwendend in die Tierklinik, wo nach einiger Wartezeit u. a. ein Abstrich gemacht wurde, der den Verdacht auf Vaginitis oder Pyometra erhärtete. Sie bekam eine Spritze Inflacam und sollte Donnerstagmorgen sofort näher untersucht werden.

In unserer Tierarztpraxis begann dann Donnerstag ein ordentlicher Marathon an Untersuchungen, gemeinsam durchgeführt von drei engagierten Tierärztinnen: ein großes Blutbild, ein Ultraschall, ein weiterer Abstrich... Währenddessen wirkte Saga immer ängstlicher und schwächer, bekam in den Wartezeiten Infusionen. Es war schrecklich, sie so rasch abbauen zu sehen. Die Ergebnisse der Untersuchungen, wenngleich streckenweise uneindeutig, schlossen eine bloße Vaginitis bald eindeutig aus und erhärteten mit und mit die ernste Befürchtung, dass nur noch eine Hämometra oder eine Pyometra als Ursache infrage kämen, letztere aber wahrscheinlicher der Fall sei.

Angesichts der Ausprägung der Symptome und des Algemeinzustands des Wolfskindes wäre ein konservativer Therapieversuch mittels Antibiotika o. ä. erstens nicht aussichtsreich und zweitens zu riskant gewesen. Auch wenn ich mich so lange mit Händen und Füßen dagegen gewehrt habe, das einzusehen, bis alle nur möglichen Untersuchungen durchgeführt und von allen gründlich ausgewertet und beurteilt waren: ein operativer Eingriff, mithin also die chirurgische Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken, war nicht zu vermeiden... Und so glitt unser Wertvollstes in meinen Armen und begleitet von ein paar stillen ersten Tränen in den Narkoseschlaf hinüber und wurde leider, leider kastriert.

So schwer uns diese Entscheidung auch fiel, sie stellte sich doch aus Sicht der Vernunft als richtig heraus. Die Kleine litt an einer Mukometra, die Pyometra hatte bereits eingesetzt. Medikamentöse Therapien hätten da wohl nichts mehr bewegen können.

 

Die Narkose hat das Schattenwölfchen sehr mitgenommen, die Aufwachphase war langwierig, und stolze 24 Stunden nach ihrem Erwachen wollte sie sich weder freiwillig regen oder kommunizieren noch Nahrung oder Flüssigkeit zu sich nehmen. Dank viel Kreativität und Überredungskunst gehen nun wieder etwas Hühnchen und Möhre, schön weich gekocht, und sie trinkt wieder mit Hühnerbrühe versetztes Wasser - nur, wenn sie alles ans Bettchen gebracht bekommt und mit sanftem Nachdruck aufgefordert wird, aber immerhin. Eine erste Kaustange, etwas Joghurt und eine kleine Handvoll Trockenfutter, die sich unter das Hühnchenmahl gemogelt hatte, sind auch schon im Fuchsbäuchlein verschwunden. Wir hoffen also, dass es zumindest mit der Nahrungsaufnahme bald bergauf geht und das dann ihr Magen-Darm-System wieder ein wenig besser reguliert.

Und sie hat uns mittlerweile zweimal freundlich mit der Rute zugewedelt und unter großer Anstrengung sogar wieder kurz unsere Hände geschleckt! Die Erleichterung war riesig. Ich hoffe, das alles sind wenngleich kleine, so doch mehr als gute Zeichen der voranschreitenden Genesung. Die Patientenüberwachung geht natürlich weiter.

 

 

So also der aktuelle Stand der Dinge. Es ist die erste OP, die die Kleine über sich ergehen lassen musste, und sowohl die OP-Nachsorge als auch die Nachfolgesituation, in der sich ja durch die Kastration vielleicht einiges umstrukturieren wird, sind für uns in der Praxis neu. Wenn ihr Ratschläge oder Ideen dazu habt, wie wir das leidende kleine Wolfskind in der anstehenden Heilungsphase unterstützen und ihr diese Zeit so angenehm wie möglich machen könnt - sie sind immer gerne willkommen!

 

 

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Ein Wort vielleicht noch zur Kastration selbst: Auch wenn sie medizinisch indiziert war - ich habe viele bittere Tränen geweint und mir war vorher gar nicht in vollem Ausmaß bewusst, als wie schrecklich ich den Gedanken an eine Kastration gerade in diesem jungen Alter empfinde, bis ich den Satz aussprechen musste, der die Entscheidung letztlich in Stein meißelte. Nun ist es aber ja nun einmal gekommen, wie es gekommen ist. Hauptsache, das Sonnenfüchschen wird wieder gesund und so fröhlich und zufrieden wie eh und je! Wir werden ganz sicher alle rasch unsere Balance in der neuen Situation wiederfinden. Und dazu, warum es so kommen musste, tröste ich mich derweil mit meiner folgenden perfekten Theorie...

 

 

"Man munkelt, dass im fernen Valhalla dereinst ein erbitterter Streit entbrannte: Denn Skalli und Hati, die Zwillingssöhne des Fenriswolfs, die Sonne und Mond über den Himmel jagen, begehrten das wildeste und mutigste aller Wolfskinder der Welt zu ihrer Gefährtin; doch Geri und Freki, die Wölfe an Odins Seite, verlangten nach der schönsten und weisesten aller Wolfstöchter der Erde. Da das Schicksal es wollte, dass Saga, die Königliche, sowohl zur mutigsten und wildesten als auch zur schönsten und weisesten Schattenwölfin von allen heranwuchs, konnte keiner der Streitenden nach seinem Recht verlangen, ohne das des Gegenübers zu verletzen. Die Kämpfe der göttlichen Wölfe waren schrecklich. Das himmlische Gleichgewicht begann zu erbeben. Und was würde überhaupt geschehen, wenn aus ihnen ein Sieger hervorginge, der mit der Königlichen ein unbesiegbares Wolfsgeschlecht begründen würde, das den Ausgang Ragnaröks neu bestimmen könnte?

In letzter Not beschied daher Allvater Odin, dass weder die einen noch die anderen Saga ihrer Würde und Freiheit berauben und sie zu der Ihren machen sollten. Stattdessen solle sie, die Herrlichste von allen, als Krönung aller Schattenwölfe keine Nachkommen auf Erden zeugen und bald in die Welt der alten Götter einkehren, um an der Seite ihrer Namensgeberin, der schönen Herrin Saga, im silbernen Quellpalast Schutz und Frieden vor den wild entschlossenen Verehrern zu finden und eines Tages selbst entscheiden zu können, wer ihres Herzens und ihrer Treue in der Ewigkeit würdig wäre.

Um sein Urteil zu vollstrecken, schickte er also eine tödliche Krankheit, die sie ihrer irdischen Fruchtbarkeit berauben und sie in schwerem Kampf vor die Tore Valhallas führen solle. Seine Rechnung hatte er jedoch ohne Sagas starken Willen und ihre Liebe zu dieser Welt gemacht. Der erste Teil seines Plans mag vielleicht aufgegangen sein - doch den zweiten vereitelte das Schattenwölfchen mit Nachdruck, indem es sich mithilfe ihres Rudels weigerte, sich vor ihrer Zeit in die göttlichen Gefilde aufzumachen. Bevor sie sich der strahlenden Silberherrin anschließt, gehört sie hierher, allein zu uns, und hat hier noch verdammt viel vor!

So kam es also, dass der Streit der Himmelswölfe nicht gelöst, sondern nur beschwichtigt wurde; und während Skalli und Hati, Geri und Freki sich noch von ihrer Schockstarre um Odins Schläue erholen und sich neu sortieren müssen, bevor sie wieder gierig nach der Schattenwölfin schielen, haben wir alle gemeinsam in Sagas Sinne ihren Einzug nach Valhalla so lange aufgeschoben, bis sie selbst für ihre Heimkehr in den Quellpalast bereit ist." (S.K.G., 08.06.2019)

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Die OP war gestern, oder?

Ich komme momentan ständig mit den Wochentagen durcheinander, sorry 🙈

 

Für so einen jungen Hund finde ich die lange Phase des Aufwachens sehr ungewöhnlich.

Trinkt sie denn viel?

Die Nieren müssen ordentlich gespült werden jetzt.

Wenn sie nicht ausreichend trinkt, kann der Tierarzt auch eine NaCl Infusion geben :)

 

Wegen der Kastration solltest du dich nicht zu sehr geißeln.

Du hast ihr mit dieser Entscheidung das Leben gerettet.

 

Gute und schnelle Genesung wünsche ich Saga ♥️

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Danke dass du uns hier berichtest. Und ich kann deine Tränen nachvollziehen. Sich plötzlich mit etwas auseinander zu setzen was vorher überhaupt nicht in Frage kam ist schwer.

Aber es ist wie es ist und das wichtigste, sie wird wieder gesund.

Ich schicke euch ein bischen Kraft und positive Gedanken rüber. Auf dass das kleine Wölfchen bald wieder rum fetzen kann

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Herzlichen Dank, dass du uns teilhaben lässt; deine Zeilen sind mit viel Gefühl geschrieben... Mach dir keine Vorwürfe betreffend Kastration!

Das war ein lebensrettender Eingriff. Punkt. - Ich wünsche Saga gute & schnelle Genesung und dir die nötige Kraft, sie dabei zu unterstützen.

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Wird einer meiner Hunde in meinen Armen in Narkose gelegt und sackt in sich zusammen, breche ich jedes Mal in Tränen aus. Die Erinnerung an die beiden, die in meinen Armen eingeschläfert wurden ist auch da.

Das lässt sich nur schwer aushalten.

 

Liebe Grüße von uns allen an die tolle Saga, alles Gute.

Das wird schon wieder.

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Brienne ist ja auch kastriert obwohl ich das nie wollte - manchmal geht es nicht anders. 

 

Daß sie so lange braucht zum fit werden finde ich ungewöhnlich, da würde ich auch über eine Infusion nachdenken. 

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Oh je, gute und schnelle Besserung für Saga!!!

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Das hat sie ja schwer mitgenommen, ihr Allgemeinzustand war schon supprimiert und es war ihre erste Narkose... so verwunderlich finde ich es nicht, dass sie noch nicht fit ist Infusio n kann sicher nicht schaden. Meine hat auch einige Stunden nach einer recht tiefen Narkose gebraucht und eine Bauch OP ist nochmal eine ganz andere Nummer- ganz viel gute Besserungswünsche!

Sie hatte ja schon vor der letzten Läufigkeit scheinbar hormonelle Probleme, selbst wenn die medikamentöse Therapie gegriffen hätte (was angesichts ihres Zustands ein großes Risiko gewesen wäre), so hätte sich das wahrscheinlich wiederholt und dann wäre es vielleicht noch knapper geworden.

Ihr habt super gut reagiert- besser und schneller geht es glaube ich nicht und manchmal hat man einfach keinen Handlungsspielraum.

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Wenn es ihr jetzt immer noch nicht deutlich besser geht, würde ich sicherheitshalber zumindest mal mit der TA telefonieren. 

 

Ansonsten finde ich Kastrationen aus medizinischen Gründen völlig okay. Meine Ablehnung bezieht sich bei Hündinnen vor allem darauf, dass es ja doch eine relativ große Bauchop ist, bei Rüden darauf, dass es ja meist eine Erziehungsmaßnahme darstellt. 

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vor einer Stunde schrieb Eifelkater:

Meine Ablehnung bezieht sich bei Hündinnen vor allem darauf, dass es ja doch eine relativ große Bauchop ist

Naja, das kann man so nicht sagen, das ist kein riesiger Eingriff, jetzt nur die reine OP betrachtet.

 

 

Ich wünsche Saga schnelle und gute Besserung!

Wahrscheinlich war der Körper schon so geschwächt, deshalb hat sie die Narkose nicht so gut weggesteckt.

 

Mach dir mal keine allzu großen Gedanken wegen der Kastra ansich. Der Eingriff war angebracht und wurde zum Glück noch rechtzeitig durchgeführt.

Selbst wenn es jetzt vielleicht (!) noch medikamentös hätte behandelt werden können, in der Regel tauchen die Probleme in der nächsten Hitze wieder auf.

 

Das weiße Schäfertierchen lässt schön grüßen. (die übrigens auch kastriert ist und inzwischen fast 14 Lenze zählt..)

 

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