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Hundeforum Der Hund
Joney

Trainingsideen? Hund mit Angstthematik

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Dafür ist er noch zu jung. Das versteht er nicht. Für ihr zählt aktuell nur rennen und klettern.

 

Ich weiß das alles Zeit benötigt und ich bin wirklich gewillt auch einiges an Zeit rein zu stecken, aber ich kann meine Lebensumstände nicht verzaubern, leider. Könnte ich es hätten wir ein Häuschen in ruhiger Gegend.

 

Aber ich merke gerade das ich versuche mich zu rechtfertigen, anstatt die Vorschläge wirken zu lassen. Deswegen werde ich morgen wieder antworten und erstmal alles auf mich wirken lassen. 

Das ist nicht böse gemeint, aber ich dränge mich selbst schnell in eine Position in der ich meine mich rechtfertigen zu müssen und bin dann nicht mehr offen für Vorschläge. Das will ich aber ja hier garnicht. 

 

Also eine gute Nacht und bis morgen :)

 

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Meine Hündin Fengari hatte eine Phobie vor Kindern (und diverse andere Ängste).
Das Training hat über 7 Jahre gedauert, es war nur durchführbar, als es mir wohntechnisch und trainingstechnisch gelang, die Auslöser extrem zu minimieren und dann ein exakt auf sie zugeschnittenes Training durchzuführen, mit sehr vielen Helfern, mit Stressmanagement, mit Verzicht auf sehr sehr viele Dinge. Und täglichem Training in kleinsten Schritten, immer und immer wieder, auch wenn die Nerven blank lagen.
Ich hatte im Gegensatz zu der TE gute Voraussetzungen, ich lebte allein, ohne Kinder, mit Garten, ich war ausgebildete Trainerin, ich wusste was ich tat und tun musste.
Diese Trainings sind sicher mit am schwersten zu bewerkstelligen, ihr macht euch keine Vorstellung, wie das ist, wenn ein Hund beim allerkleinsten Auslöser in nackte Panik gerät, er schreit, er versucht wegzulaufen, er zittert, er hechelt, er kämpft um sein Leben, um da weg zu kommen. Das treibt einem die Tränen in die Augen und bringt einen oft zur nackten Verzweiflung. Es ist ein ständiges Auf-und Ab, man kommt immer wieder an seine Grenzen, wenn selbst ein Spaziergang, auf dem man glaubte, sich ein bißchen entspannen zu können, durch einen einzigen Kinderschrei in weiter Ferne zum absoluten Desaster mutiert und der geliebte Hund mit schreckgeweiten Pupillen rasend vor Angst in der Leine hängt.
Ein Hund in Panik ist übrigens nicht mehr ansprechbar, er ist nur noch auf Flucht programmiert, er kann sich nichts mehr "ansehen", etwas wahrnehmen, im Gehirn ist überhaupt kein Platz für sowas, da wird nur noch "Flucht" in Grossbuchstaben aufleuchten, selbst der eigene Mensch wird nicht mehr wahrgenommen, auch der Hundefreund nicht mehr. Solange ein Hund in Panik ist kann er nicht lernen, gar nichts. Daher ist es unausweichlich, die Auslöser zu steuern, alles andere funktioniert schlicht nicht, oder der Hund bricht unter dem Druck zusammen und flieht in sich selbst (erlernte Hilflosigkeit) und gibt sich auf.


Auch nach 7 Jahren Training hat Fengari nie die Nähe eines Kindes gesucht, geschweige denn sich anfassen lassen, aber sie lernte, nicht mehr in nackter Panik davon rennen zu wollen und sie konnte an Kindern mit großem Abstand vorbei gehen ohne sich vor Angst einzunässen, oder ihre Analdrüsen zu leeren.
Ich habe oft daran gedacht, sie zurück nach Spanien zu bringen, in irgendein abgelegenes Nest, wo sie in relativer Zurückgezogenheit leben könnte, aber das wäre nach all den Jahren nicht mehr möglich gewesen, auch das hätte sie zugrunde gerichtet.

 

Also gab es keinen anderen Weg, ich bin froh, dass wir ihn gemeinsam gegangen sind, ich habe Fengari sehr geliebt und tue das noch heute, wir waren sehr sehr eng miteinander verbunden, aber es waren sehr schwere Zeiten und es kostet unglaublich viel Kraft, Mut, Durchhaltevermögen, ein extrem stabiles Umfeld, das hilft und zuhört, und ein ganz dickes Gerüst an Wissen um Angstproblematik, um damit auch nur ein bißchen klarzukommen und weiterzukommen.
Ich ziehe vor jedem Menschen meinen Hut, der sich das zutraut und auch die Möglichkeiten hat, das durchzuziehen, aber die Wahrheit ist: die meisten scheitern!
Ein solches Problem mit einem Hund macht extrem einsam, ein "normales" Leben, wie die meisten Hundebesitzer das so leben, ist schlicht nicht möglich.

Übrigens, ein Hund, wie Aruna einer ist, der "nur" ein Problem mit fremden Leuten hat, finde ich geradezu entspannt einfach.
Angst hat viele Gesichter...


 

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      in Hundeerziehung & Probleme

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