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Hundeforum Der Hund
Erlkoenigin

Malinois greift Autos an (sehr aggressiv)

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Liebe Leute,

 

ich habe ein Problem. Mein Freund hat einen 2,5 Jährigen Malinois (Jeff), der generell etwas schwierig ist, bei bzw. mit ihm aber gut funktioniert. Wenn er dabei ist, kann ich Jeff easy an der Leine führen, alles kein Ding. Wir wohnen sehr ländlich, einige Hunde sind kein Problem, andere hingegen anscheinend "Erzfeinde". Jeff wird sehr aggressiv, bellt, kläfft, es klingt schon fast wie Schreien - ganz schwer zu erklären. Mein Freund kann ihn halten, der Hund schaltet aber komplett ab im Kopf. Er reagiert dann auf GAR nichts mehr und ist einfach total stumpf.


Als wir noch frisch zusammen waren, waren wir im Urlaub auf Föhr, da habe ich morgens mit den beiden Hunden (Mali und mein Zwergdackel, die beiden verstehen sich sehr gut, fressen aus einem Napf, liegen in einem Korb, echte Bromance) los zum Brötchen holen. Mehrere Autos fuhren an uns vorbei, alles kein Ding. Plötzlich ist Jeff allerdings komplett ausgerastet und hat ein vorbeifahrendes Auto "angegriffen", so wie er auch auf andere Hunde manchmal reagiert. Als es aus der Sichtweite war, hat er sich aber schnell wieder beruhigt. Ich habe mich zwar erschrocken, konnte ihn aber halten und naja... Mein Freund hat mit erzählt, dass Jeff das als Junghund auch gemacht hat, er es ihm aber abgewöhnt hat (wie gesagt, bei IHM kommt dieses Verhalten nicht vor).

 

In der Zwischenzeit bin ich öfter mal mit Jeff oder auch beiden Hunden allein utnerwegs gewesen, wo nichts passiert ist, er auch gut gehorcht, kein Problem... Nun hatte ich jedoch vor zwei Wochen die Situation, dass ich allein mit dem Mali und meinem Dackel unterwegs war (einfach Gassi aufm Dorf, ich habe nichts Schlimmes dabei befürchtet), ein Auto kam und der Mali wieder abdrehte. Die Stimmung sprang auf den Dackel über, ich hatte also zwei ausrastende, bellende Aggro-Hunde an der Leine und auch als das Auto längst weg war, legte sich die Stimmung nicht. Dabei kam es auch zu einem Biss, so dass der Kleine am Ohr genäht werden musste.

Das Problem war einfach, dass Jeff sich NICHT mehr beruhigt hat. Ich konnte nichts tun, um ihn von dem Kleinen abzubringen, er war einfach total abgestumpft und fokussiert.


Letztendlich denke ich, dass es mit einem Respektproblem zu tun hat, da er das Verhalten auch bei der Mutter meines Freundes, seinem Kumpel und eben mir zeigt. Ist das irgendwie hinzukriegen? Oder ist dafür zu viel Training nötig? Was sind eure Erfahrungen und wie kann man evtl so eine Situation in Zukunft beenden, WENN sie bereits eingetreten ist?
Mein Freund hatte etwas ähnliches mal (als es Ärger mit einem anderen Hund gab), wo nur noch half, dem Hund die Luft abzudrücken ODER ihn an den Hinterläufen hochzuheben. Das ist aber aus mehreren Gründen für mich keine Alternative.

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Was bedeutet denn für dich "zu viel Training"?

 

Zuallerst würde ich den Mali mit einem Maulkorb vertraut machen.

War ja eher Glück, dass es das Dackelchen "nur" am Ohr erwischt hat 🙈

 

Wie wird der Mali denn ausgelastet?

Spaziergänge, auch ausgiebige, reichen dieser Rasse einfach nicht aus.

 

Das Schreien kann ich mir lebhaft vorstellen 😄

 

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Meines Erachtens kann man nichts tun, ihn aus solchem Verhalten rauszukriegen. Man kann nur versuchen, zu verhindern, dass er in ein solches Verhalten kommt.

Dass er sich den Dackel gegriffen hat, war Frust, manche beissen ihre Halter dann. Es nennt sich "rückgerichtete Agression". Diesen Frust nicht entstehen zu lassen, ist die Aufgabe - es hat beileibe NICHTS mit Respektlosigkeit zu tun. (Ganz am Rande klingt das nach aversiven Erziehungsmethoden, etwas, was über "Grenzen setzen" hinausgeht.)

Wie hat dein Freund denn den Hund erzogen?

Wieviel Freilauf bekommt er?

Ist er im Hundeverein?

 

Schön, dass du dich der Sache annehmen willst.

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Naja, er ist ja nicht mein Hund, wir sehen uns zwar sehr viel, aber ich wollte jetzt nicht jeden Tag eine Stunde mit ihm trainieren ;)
 

Er macht Cani-Cross mit ihm, geht laufen, Scootern, Fahrrad fahren und wir lassen die beiden zusammen stöbern. Jeff ist da weitaus erfolgreicher, der Kleine wird derzeit noch ans Thema rangeführt. Und sonst beim Spazieren zu Feldern, wo man Ball spielen kann, dass er sich ordentlich bewegt oder am See/Meer, wo er schwimmen kann und so weiter. Klar kann man nicht jeden Tag 100% mit ihm machen, aber er ist generell schon gut ausgelastet. Aber sein Jagdtrieb ist enorm, auch abends kann man kaum mit ihm Gassi gehen, weil er überall Gespenster sieht.

 

Maulkorb kennt er und ist kein Problem für ihn. Der hing leider am besagten Tag im Auto und der Schlüssel war mit meinem Freund beim Friseur - wie das Leben so spielt :D

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@gatil  Okay, einige Fragen sind schon beantwortet.
Was genau meinst du, wie er ihn erzogen hat? Er hat ihn als Welpe bekommen und ihm eiiiigentlich von vornerein klare Grenzen gesetzt. Er ist leider nicht IMMER konsequent, das wissen wir beide und wollen nun auch wieder mehr drauf achten. Beim Dackel tut es eben nur nicht so doll weh, wenn der Hund mal nicht "funktioniert"...

Er ist nicht brutal zu ihm oder so, ich denke, in den Situationen war es einfach reine Ratlosigkeit/Aussichtslosigkeit. Er hat sich mal einen Schäferhundverein angeguckt und ist nicht eingetreten, weil ihm die Erziehung dort zu ruppig war mit Stachelhalsband usw... Das will er nicht, er ist also nicht brutal oder grob, weil er das toll findet, sondern weil einfach nichts anderes mehr funktionierte. Mit Stimme ist Jeff in den Situationen nicht mehr zu erreichen.

Und wie du schon sagst, ich hätte mir auch vorstellen können, dass er MICH beißt (er hat noch nie einen Menschen gebissen), darum wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, Gewalt gegen ihn anzuwenden.

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Wer ist schon immer konsequent.....

 

Aber jetzt können andere erheblich bessere Tipps geben als ich - mich überfordert die Energie eines solchen Hundes.

 

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Kannst du mal einen ungefähren Tages und Wochenplan schreiben? WIe viel Ruhe bekommt der Hund am Tag und in der Woche am Stück? Ich finde es meist schon recht problematisch wenn eine Masse an Hobbys aufgezählt wird, die der Hund durchführt. Keine Frage, Malis sind Allrounder und könnten alles lernen. Konfontriert man sie allerdings mit zu viel gleichzeitig sind sie schnell "überunterfordert". Blödes Wort ich weiß, aber versuch dir das mal so vorzustellen:

Ein Hobby wie z.B Scootern erfordert massig Muskelkraft und weniger Denkmasse. Das ist letzten Endes stupides laufen mit ab und zu ein paar Befehlen.

Ein Hobby wie Mantrailen oder Stöbern ist eher so die Denkgeschichte und hat wiederrum weniger mit Muskelkraft zu tun.

Wenn diese und mehr Hobbys in Abwechselnden Richtungen dem Hund oft vorgesetzt werden, hat er irgendwann massive Schwierigkeiten zu begreifen, wann er mit voler Kraft oder vollem Geist dabei sein soll. Das führt zu massivem Frust, wie eben Bellschreien oder aber auch Übersprungsverhalten (so würde ich das nämlich eher nennen, wenn der Hund nämlich aggressiv wäre bzw Rückgerichtete Aggresion, hätte der Dackel mehr als nur einen Schnapper im Ohr gehabt).

Meine Hündin (Mali-Mix) zeigte solches Verhalten auch (würde sie auch immernoch zeigen, allerdings weiß ich ja was es war, also zeigt sie es nicht mehr), vorallem beim Tricksen. Da kam unglaublich schnell Frust auf, weil das Aktion und Denken vereint, da gab es dann auch Bellkreischen, abschnappen (allerdings ohne Schaden, sie hat ne verdammt gute Beißhemmung) und anspringen.

Tricksen mache ich nun nicht mehr mit ihr, bzw nur gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz kurz, bis kurz vor den Punkt wo es frustrierend wird.

Ich kann mir gut vorstellen, dass bei eurer Hobbydurchführung der Hund nach erfolgreicher Aufgabe total durchdreht (freudig). Das alles muss man auf ein normales Level runter fahren, selber runterfahren und die Dinge nur solange machen, wie der Hund noch konzentriert und entspannt ist. Nicht weiter, auch wenn man selber Lust auf mehr hat.

Malis sind eher Spezialisten, die man auf einem Gebiet ausbildet, das sie dann professionell ausführen können. Dazwischen sollten dann auch immer lange Ruhephasen liegen.

 

Ich hoffe ich konnte das blöd genug erklären 🙈

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Hallo,

zu der Frage, warum er bei dir so ausrastet und bei deinem Freund nicht (mehr). Das hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun. Meiner Meinung nach ist der Hund mit dir mehr gestresst, weil du nicht die Nr 1 Bezugsperson bist. Malis binden sich oft stark an eine Person. Dein Freund macht ja wirklich viel mit ihm (was ich toll finde). Er ist also generell gestresster als eh schon und der Reiz des Autos ist dann zu viel. 

Was ich an deiner Stelle mit ihm üben würde, wäre Impulskontrolle. Einfach im Spiel. Warten können, ein positiv besetztes Abbruchkommando einüben, Umorientierung usw. Ich hab das mit meinem Hund gemacht bzw mache das und nach ner Weile lässt sich das auch in diesen Situationen abrufen. Das ist eine Frage der Ritualisierung. 

 

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@Shyruka OT: Zughundesport ist aber kein stupides Laufen. Der Hund muß da schon mitdenken und mitunter auch selbst entscheiden. Ein Hund, der nicht mitdenkt ist für Zughundesport nicht unbedingt die beste Wahl. 

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vor 4 Minuten schrieb Zurimor:

@Shyruka OT: Zughundesport ist aber kein stupides Laufen. Der Hund muß da schon mitdenken und mitunter auch selbst entscheiden. Ein Hund, der nicht mitdenkt ist für Zughundesport nicht unbedingt die beste Wahl. 

Ich mach das selbst mit Quinta. Und es gibt "denken" und "denken". Für Quinta ist ziehen und auf Befehle achten, sowie selber denken beim ziehen kein auslastendes denken. Und ich mache mal die These, dass das für die meisten Malis die in mehreren Bereichen geführt werden, auch nicht so viel Konzentration benötigt, wie z.B Fährten folgen, Hüten oder neue Aufgaben lernen.

 

Bekomm das nicht in den falschen Hals, aber als Konzentrationsauslastung ist Ziehen nicht für jeden Hund wirklich fordernd. Sicher gibt es da welche (und gerade beim Anfang am lernen, ist es anstrengend), aber auf Dauer und wenn es erstmal sitzt ist es nicht mehr wirklich geistig fordernd. (Es sei denn man fahrt gezielt Parcours, aber ob das wirklich sinnig ist einen Hund körperlich und geistig gleichzeitig auszuknocken, zweifle ich stark an.)

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