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Hundeforum Der Hund
KleinEmma

Ist es unmoralisch Hunde zu halten?

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Ich kann an dem Ausschnitt des Interviews nichts finden, was mir den Eindruck vermittelt, die beiden würden sich irgendwem moralisch überlegen fühlen.

Genau das beobachte ich auch oft im Alltag.. Sobald ich auf Nachfrage beantworte, dass ich keine tierischen Produkte konsumiere, kommen entweder sofort Rechtfertigungen, warum die fragende Person nicht auf tierische Produkte verzichten kann oder will. Oder es wird sich lustig gemacht mit wirklich blöden Sprüchen ("du isst meinen Tieren das Futter weg!"). Ich fühle mich niemandem überlegen, weil ich keine tierischen Produkte konsumiere. Ich tue das für mich, für mein eigenes Gewissen und Wohlbefinden und auch, weil ich der Ansicht bin, dass es nicht nötig ist, Fleisch oder Milchprodukte und Eier zu essen.

Gleiches mit den Tierschutzhunden. Meiner Meinung nach braucht es keine unzähligen Rassehund Züchter*, erst recht keine Showlinien. Für mich persönlich kam von ersten bis zum aktuellen Hund nie etwas anderes in Frage als ein Hund aus dem nächstgelegenen Tierheim.

Warum sich von meiner Entscheidung, die einzig und allein mich betrifft, immer wieder andere getriggert oder provoziert fühlen, ist mir ein Rätsel.

 

 

 

*Gerade das Verlangen von Menschen nach reinrassigen Hunden ist einfach ein Grund dafür, dass so viel Schindluder betrieben und unter unwürdigen Bedingungen vermehrt wird- nicht nur in Nachbarländern, nein, auch bei uns gibt es solche Vermehrer wie Sand am Meer.

 

 

Und ja, im Grunde ist jede Tierhaltung irgendwie unmoralisch. Allerdings ist der Gedanke schwer weiter zu denken, ohne den Bezug zur Realität zu verlieren.

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"Getriggert" ist was anderes...

 

Da dieses Ehepaar die TH-Hundehaltung damit vergleicht, Flüchtlinge aufzunehmen, bin ich doch geneigt, dem Artikel zu glauben, dass sie auch noch andere, "krassere" Vergleiche zu Menschen ziehen, auf denen diese Aussage quasi aufbaut.

 

Und finde es komisch, dass dieses Interview damit verglichen wird, bloß zu sagen, man ist vegan. Dieses Ehepaar vergleicht ja explizit Leute, die Fleisch essen - oder anscheinend sogar Vegetarier -, mit Leuten, die Hunde zur Belustigung quälen. Und dann soll man das nicht kritisieren bzw. reimt sich bloß was zusammen, wenn man das so beschreibt, dass dieses Ehepaar sich moralisch überlegen fühlt? Okay.

 

Übringens, ich musste jetzt 1min googlen, um rauszufinden, dass mindestens einer dieser beiden ganze Artikel schreibt, in denen er die Ausbeutung von Tieren mit der Versklavung schwarzer Menschen (und mit Vergewaltigung, auch der von Kindern) vergleicht. Für so was habe ich 0 Verständnis.

 

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Im Grunde haben sie ja recht. 

Zitat

Aber Sie wenden sich ja nicht nur gegen diese Grausamkeit, sondern sprechen Menschen grundsätzlich das Recht ab, ein Tier zu halten.

GF: Weil Tiere kein Eigentum sein sollten; niemand sollte sie besitzen. Vor dem Gesetz gelten sie als „Sache“. Wenn uns die Hunde zu viel werden, kann mich niemand daran hindern, sie einschläfern zu lassen. Weil sie mein Eigentum sind, könnte ich ihnen null Wert zusprechen und sie töten, wenn es mir passt.

 

Das stimmt doch. Hunde sind Eigentum der Menschen und somit haben wir Hundehalter die Macht über diese unsere Hunde. Wir können sie schlagen, an die Kette legen, wie Babys behandeln, ihre Krankheiten behandeln lassen oder auch nicht, sie schlecht oder gut ernähren und die meisten Hundehalter entscheiden irgendwann über den Zeitpunkt des Todes des Hundes. Zudem bringen wir ihnen bei, was sie zu tun und zu lassen haben, wann sie sich wie viel bewegen dürfen und wie oft sie still auf ihrer Decke liegen sollen. 

Also, alles vielleicht etwas überspitzt, aber im Grunde: Ja, wir bestimmen über unser Eigentum und somit über unsere Hunde.

 

Aaaber: Wenn ich das so arg ankreide, wie diese beiden Autoren, dann sollten sie selbst überhaupt keinen einzigen Hund halten. So meine Meinung. Egal ob Tierschutzhund oder nicht: Sie nehmen Hunde auf und somit sind sie deren Eigentümer. 

 

Zitat

AC: Wenn sie aus einem Tierheim gerettet wurden, ist es, wie Flüchtlinge aufzunehmen. Aber es gibt keinen Grund, Hunde zu unserer Unterhaltung oder als Gefährten zu züchten. Jedes Jahr werden allein in Amerika Millionen Hunde und Katzen umgebracht

 

Nett gesagt: Hunde aus dem Tierheim sind also mit Flüchtlingen gleichzusetzen. Würden sie auch menschliche Flüchtlinge aufnehmen? Gleich 6 an der Zahl? Und alles für sie tun, damit es diesen Flüchtlingen saugut geht? 

Auf der anderen Seite: Dürfen deren Hunde all das tun, was die Hunde tun wollen? Leben deren Hunde also ein selbstbestimmtes Leben? Und da sie ihre Hunde ja auch nicht als ihr Eigentum betrachten dürfen, könnte jemand hingehen und die Hunde einfach mitnehmen oder aussetzen - letzteres wäre dann besser, denn dann gehört der Hund gar keinem mehr.

 

Für mich sind diese beiden Autoren gar nicht konsequent mit ihren eigenen Forderungen.

 

Zitat

Grundprinzipien nach Francione[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Francione folgt der Abolitionismus sechs Prinzipien:[1]

Abolitionismus lehnt die Ausbeutung von empfindungsfähigen Lebewesen ab und tritt dafür ein, dass alle empfindsamen Lebewesen das elementare Recht haben, nicht als Eigentum anderer behandelt zu werden

Abolitionismus lehnt reformistische Ansätze ab und unterstützt keine Kampagnen, welche lediglich auf Verbesserungen in der Tierhaltung abzielen

Abolitionismus sieht Veganismus als moralisches Gebot

Das einzige Charakteristikum, das für eine komplette Mitgliedschaft in der moralischen Gemeinschaft erforderlich ist, ist Empfindungsvermögen

Abolitionismus lehnt alle Formen von Diskriminierung ab

Abolitionismus fördert Gewaltlosigkeit

 

Fett Gedrucktes: Warum haben sie dann Tierschutzhunde aufgenommen? Um was zu tun? Vielleicht die Haltung dieser Hunde zu verbessern?

 

Das ist ein Auszug aus dem Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Abolitionismus_(Tierrechte)

 

Die Sichtweise oder die Überlegung, ob Hundehaltung unmoralisch sei, finde ich dennoch interessant. Manchmal denke ich so was wie: "Hätte der "Urhund" gewusst, was auf seine Nachfahren zukommt, hätte er sich bestimmt nicht dem Menschen angeschlossen". 

Allerdings wüsste ich selbst die Frage gar nicht richtig zu beantworten, was artgerechte Haltung in Bezug auf Hund bedeuten sollte. Hunde haben sich eigentlich ziemlich vom Wildtier entfernt, sodass ich eine artgerechte Haltung von Hunden so sehe, dass Hunde beim und mit ihrem Menschen leben sollten (Kurzfassung, natürlich kommt noch mehr hinzu). 

 

In diesem Geo-Artikel ist ja nur ein Teil des Interviews zu lesen und darin geht es um Hundehaltung. Ganz zum Schluss kommt auch der Hinweis, dass sie Blindenhunde ebenso wenig legitim empfinden. Und, schlagt mich ruhig, auch wenn ich den Einsatz von Blindenhunde für die blinden Menschen sehr gut und hilfreich sehe - die Hunde tun mir dennoch ein wenig leid. 

 

Also, so ganz doof finde ich deren Sichtweise nicht...und trotzdem teile ich nicht deren komplette Meinung und werde auch nicht mit Hundehaltung aufhören.

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vor 9 Stunden schrieb KleinEmma:

Also, alles vielleicht etwas überspitzt, aber im Grunde: Ja, wir bestimmen über unser Eigentum und somit über unsere Hunde.

Das sehe ich auch so.

 

vor 12 Stunden schrieb MissWuff:

Übringens, ich musste jetzt 1min googlen, um rauszufinden, dass mindestens einer dieser beiden ganze Artikel schreibt, in denen er die Ausbeutung von Tieren mit der Versklavung schwarzer Menschen (und mit Vergewaltigung, auch der von Kindern) vergleicht. Für so was habe ich 0 Verständnis. 

Und das ist etwas , was ich überhaupt nicht verstehe , oder sagen wir so- ich verstehe das als rhetorischen Move, wenn man derlei Vergleiche zum Tabu erhebt, weil man eine Relativierung unterstellt.

Das Leid der Sklaven wird doch in keiner Weise relativiert, wenn man die Elemente der vorherrschenden Nutztierhaltung damit vergleicht. Gefangenschaft, körperliche Ausbeutung, keine Rücksicht auf körperliche Schäden, Zwangszucht,Tötung, wenn der Körper zu ausgebeutet ist und dem nicht mehr standhält. Beides grausam, beides entsetzlich, mit dem Unterschied dass Nutztierleid von mehr Menschen verdrängt wird.

 Und natürlich wäre eine Menge dieses Leides verhinderbar, wenn Menschen nur Veganes verzehren würden. Es ist die menschliche Hybris, die Fleisch braucht, der menschliche säugetierkörper braucht es nicht.

Und sicher hat diese Verdrängung etwas mit Empathieempfindungsvermögen zu tun, ich finde es gut, wenn man sich das zeitweise klarmacht- ich habe auch deutlichen Empathiemangel gegenüber Blattläusen, sonst würde ich die nicht abspülen.das muss ich schon als solchen benennen- das ist keine "Notwehr" von mir, die Ernte fiele lediglich kleiner aus. Auch die Zecke, die ich entferne, ist kein Krankheitsüberträger, wenn sie keinen Erreger trägt- aber ich entferne sie trotzdem, verstümmele oder töte sie sogar, wenn es schlecht läuft. Diesen Speziezismus habe ich also auch und wie gesagt, ich finde es nicht verkehrt, wenn man sich das bewusst macht und heisse es eher gut, wenn es Leute gibt, die daran erinnern, dass der Mensch auch nur ein Säugetier ist (mit gigantischem Zerstörungspotential übrigens).

 

Mir ist deren Inkonsequenz sogar sympathisch. Der Mensch, der sich einem leidenden Tier annimmt und es gesund pflegen will steht mir näher, als der, der nur den Schuldigen dieses Leids (zu Recht!) anprangert.

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Total unmoralisch finde ich,

dass ich die Gegenwart meines Hunde immer genieße

und die meiner Artgenossen oft nicht.

Gott ist mein Zeuge, ich habe daran gearbeitet.

Lange und intensiv.

Viel herausgekommen ist bei den Bemühungen leider nicht.

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vor 14 Minuten schrieb KäptnKörk:

Total unmoralisch finde ich,

dass ich die Gegenwart meines Hunde immer genieße

und die meiner Artgenossen oft nicht.

Gott ist mein Zeuge, ich habe daran gearbeitet.

Lange und intensiv.

Viel herausgekommen ist bei den Bemühungen leider nicht.

Falsches Umfeld?

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Zitat

@KleinEmmaFalsches Umfeld?

Nein, eher eine körperliche Behinderung - bei mir wurden die Ohrenlider vergessen.

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@KäptnKörk Ich habe zwar nicht Gott als Zeugen, allem anderen stimme ich zu.

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vor 13 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Und das ist etwas , was ich überhaupt nicht verstehe , oder sagen wir so- ich verstehe das als rhetorischen Move, wenn man derlei Vergleiche zum Tabu erhebt, weil man eine Relativierung unterstellt.

Das Leid der Sklaven wird doch in keiner Weise relativiert, wenn man die Elemente der vorherrschenden Nutztierhaltung damit vergleicht. Gefangenschaft, körperliche Ausbeutung, keine Rücksicht auf körperliche Schäden, Zwangszucht,Tötung, wenn der Körper zu ausgebeutet ist und dem nicht mehr standhält. Beides grausam, beides entsetzlich, mit dem Unterschied dass Nutztierleid von mehr Menschen verdrängt wird.

(...)

Mir ist deren Inkonsequenz sogar sympathisch. Der Mensch, der sich einem leidenden Tier annimmt und es gesund pflegen will steht mir näher, als der, der nur den Schuldigen dieses Leids (zu Recht!) anprangert.

 

Erstens ist es meistens keine gute Idee, das Leid unterdrückter Gruppen, zu denen man nicht gehört, mit etwas anderem zu vergleichen. Man sollte seine Position als z.B. weiße Person auch anders klar machen können, als speziell auf die Versklavung schwarzer Menschen in den USA zu deuten, die noch krasse aktuelle Nachwirkungen hat, die ständig unterschätzt und ansonsten von vielen kaum beachtet werden. Falls man keine Texte schwarzer Menschen hat, auf die man verweisen kann, statt selbst dieses Fass aufzumachen, hat das vll. seinen Grund. Und wenn es um konkret den Vergleich Hundehaltung und Sklaverei geht, ist das einfach sehr offenkundig respektlos, absurd und trivialisiert in der Tat die Sklaverei. Es ist sehr klar, was an der Sklaverei automatisch und extrem unmoralisch und schrecklich ist. Wer das mit einem Hund bei einem verantwortungsvollen Besitzer vergleichen will... wie gesagt, 0 Verständnis. Unterdrückte Gruppen mit Tieren vergleichen hat übrigens auch einfach eine gewisse Geschichte.

 

Und da du Inkonsequenz ansprichst, wenn jemand eine nicht-vegane Lebensweise oder Hundehaltung mit Sklaverei und Vergewaltigung (von Kindern) vergleichen möchte, der sollte wirklich keine Freundschaften eingehen mit Leuten, die Hunde haben bzw. nicht vegan leben. Ich habe eine klare Meinung zu Leuten, die die Freundschaft mit einem weißen Sklavenhalter oder mit einem Vergewaltiger suchen würden. Klar kann man der Gesellschaft nicht entkommen. Aber echte Freundschaften suchen mit Leuten, die für einen quasi ständig die schlimmsten Verbrechen überhaupt begehen? Ja ist klar, ich denke mir da meinen Teil zu. Das sind dann wohl Leute, die mit KKK-Mitgliedern auf Partys gehen würden. Wenn man diese Vergleiche bringen will, dann doch bitte konsequent. Halte ich immer noch nichts von, aber die sind dann vll. wirklich keine Leute, vor denen man sich als Frau oder nicht-weiße Person hüten sollte.

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vor 12 Stunden schrieb MissWuff:

Erstens ist es meistens keine gute Idee, das Leid unterdrückter Gruppen, zu denen man nicht gehört, mit etwas anderem zu vergleichen. Man sollte seine Position als z.B. weiße Person auch anders klar machen können, als speziell auf die Versklavung schwarzer Menschen in den USA zu deuten, die noch krasse aktuelle Nachwirkungen hat, die ständig unterschätzt und ansonsten von vielen kaum beachtet werden. Falls man keine Texte schwarzer Menschen hat,

Sklaverei ist geschichtlich nicht an eine Hautfarbe gebunden- das war immer schon scheisse, egal welche Hautfarbe, du ziehst den Rassismus mit rein- falscher Fokus. Es geht im Vergleich nicht um Rassismus /Spezieszismus, sondern darum, dass Lebewesen (und sie schreiben Lebewesen!Beinhaltet somit natürlich auch alle Menschen) nicht Eigentum anderer Lebewesen sein dürfen, weil sie das der Ausbeutung und Willkür ausliefert. Und das tut es nunmal immer- bei jedem Lebewesen.

Vergleiche sind plakativ und sollen aufrütteln. Ich bezweifle , ob du so als Säugetier Mensch so leben möchtest, wie die meisten Nutztiere es müssen.

vor 12 Stunden schrieb MissWuff:

wenn jemand eine nicht-vegane Lebensweise oder Hundehaltung mit Sklaverei und Vergewaltigung (von Kindern) vergleichen möchte, der sollte wirklich keine Freundschaften eingehen mit Leuten, die Hunde haben bzw. nicht vegan leben.

Im Gegensatz zu diesen Leuten fängst du an Vorschriften zu machen- ein weit verbreiteter Zug im Veganer*innenabwehrreflex . Veganer*innen sagen, warum sie etwas machen und dann spielt sich wieder jemand auf, was sie dann ihrer Meinung nach nicht tun dürften.

Und richtig peinlich wird dann der Nazi-Vergleich von wegen KKK und weisse Frau - nachsichtigerweise werde ich das als langjährige vegane  refugee-einquartierende Antifa/Antiratante weglächeln. Das kommt irgendwann immer und steht auf dem Niveau von "Hitler war auch Vegetarier".

 

Da liegt wohl der Unterschied- die einen machen Sachen, weil sie sie ethisch, moralisch und ökologisch für richtig halten und die anderen, weil sie identitär anderen nacheifern wollen.

 

 

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