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Hundeforum Der Hund
gebemeinensenfdazu

Ängstliche werden öfter gebissen

Empfohlene Beiträge

vor 11 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Ich glaube am entscheidensten ist der Geruch. Sie merkt wenn Leute cool tun, aber eigentlich Angst haben. Ich hatte es in der Situation noch nicht einmal gemerkt. Vielleicht wirklich sowas wie Angstschweiss Riechen oder Adrenalinpegel wahrnehmen.

 

vor 2 Stunden schrieb BVBTom:

Ich glaube nicht so sehr an den Geruch, eher die komplette menschliche Körpersprache.

 

Aus meiner Sicht fehlt dem Hund dann die Eindeutigkeit und Orientierung und wird dadurch evtl. verunsichert und trifft dann . die falsche eigene Entscheidung.

 

hier ein interessanter Artikel,

ein Experiment an Hunden - allein mit dem Geruch von Menschen:

https://www.zeit.de/2017/45/hunde-menschen-angstschweiss-psychologie-stimmts

 

 

Ich selbst wurde als Kind/Teenie mal von einem Hund gebissen, ich hatte Angst und lief kreischend davon (sehr intelligent!).

Der Hund verfolgte mich schnappte dann nach meinem Bein ... es blieb aber bei einem fetten Bluterguss.

 

 

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Edit:

ich weiß von einem Polizeihundeführer in den USA,

dass sein Hund im Einsatz auf "Verbrecherjagd" sehr deutlich auf den Geruch von Adrenalin/Angstschweiß reagiert:

Bei der Verfolgung flüchtender Menschen mit Angstgeruch heizt der Hund sichtlich mehr hoch als auf einer Fährte anderer Menschen ...

 

Bekannt ist z.B. auch bei Jagdhunden/Schweißhunden bei der Nachsuche, 

dass Hunde auf die Spur eines verletzten Wildtieres durch den Adrenalingeruch stärker reagieren, als auf eine "normale" Wildfährte.

Dass Hunde, die aufgrund ihres Jagd/Beutetriebs Menschen schnappen/beißen, dies leichter bei Menschen mit Angstgeruch tun ist daher auch nicht verwunderlich ...

 

 

 

Aber natürlich stimme ich auch @BVBTom zu,

dass die Körpersprache von ängstlichen Menschen für die Hunde bei einer direkten Begegnung ebenfalls eine wichtige Rolle spielt ...

 

 

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Es wird wohl sowohl über Geruch als auch über Körpersprache laufen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sich bei plötzlichen Begegnungen zwischen Hunden und ängstlichen Menschen innerhalb von Sekunden der Körpergeruch ändert.

 Ich kann mir aber sehr wohl vorstellen, dass Hunde feine körpersprachliche Signale, vor allem dynamische, bei Menschen wahrnehmen, die uns gar nicht auffallen. Also z.B. auch bei Menschen, die sich vermeintlich gut unter Kontrolle haben, aber in den Bewegungen dann doch zögerlicher sind.

 

Unsere Jungs ignorieren fremde Passanten ja normalerweise. Bei ängstlichen Menschen werden sie aber neugierig. Das sind dann aber meist Exemplare, bei denen ich das auch schon von Weitem sehe.

(Wobei es natürlich sein kann, dass ich zwar in anderen Fällen die Neugier auf andere Gründe schiebe, tatsächlich aber doch Angst die Ursache ist. Da sie sich dann aber den Leuten zumindest nähern und ich währenddessen abschätze, ob ich das weiter zulasse oder verhindere, müssten diese Leute sich allesamt verdammt gut im Griff haben.)

Aggressiv reagieren die beiden dann nicht, aber Aggressionen gegenüber Menschen sind denen halt auch völlig fremd. 

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Vielen Dank für die vielen Infos!

Wenn sogar Labradore und Golden Retriever so stark auf Angstschweiss von Fremden reagieren, dann kann man sich ausrechnen, dass es bei Hunden, die Verdächtige stellen sollen noch stärkere Reaktionen gibt.

 

Erfahrungen mit Ängstlichen spielen da sicher auch eine sehr große Rolle, wenn die Anwesenheit ängstlicher Personen nur Einschränkung, Leine, Wartenmüssen und Gemaßregeltwerden bedeutet, dann liegt es aus Hundeperspektive nahe die zu vertreiben.

vor 46 Minuten schrieb Schnüffelmaus:

Dass Hunde, die aufgrund ihres Jagd/Beutetriebs Menschen schnappen/beißen

Da stelltsich erstmal die Frage, warum sie das machen- sie verwechseln die ja nicht mit Kaninchen und wollen die auch nicht fressen. Ich glaube , dass die eher von der jagdlichen Herausforderung getrieben werden, "groß, einfallsreich, wehrhaft- wie kann ich den zum Stehen kriegen"oder so. Und dann wirkt der Adrenalingeruch auch auf die eigene Adrenalinausschüttung und das Seeking System könnte ich mir vorstellen.

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vor 31 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

.Da stelltsich erstmal die Frage, warum sie das machen- sie verwechseln die ja nicht mit Kaninchen und wollen die auch nicht fressen. Ich glaube , dass die eher von der jagdlichen Herausforderung getrieben werden, "groß, einfallsreich, wehrhaft- wie kann ich den zum Stehen kriegen"oder so. Und dann wirkt der Adrenalingeruch auch auf die eigene Adrenalinausschüttung und das Seeking System könnte ich mir vorstellen.

 

im dem Beispiel wo ich damals als Kind gebissen wurde, gehe ich fest davon aus:

es war eine Jagdhunderasse (engl. Cocker-Spaniel), und ich bin kreischend vor Angst davongerannt ...

der hat mit Sicherheit Beute-/Jagdreiz-orientiert nach mit geschnappt, und mein Adrenalin-Duft machte das (für mich) bestimmt nicht besser.

 

Gerade bei Kindern die aus Angst davonlaufen, denke ich schon dass Jagd- und Beutereiz eine häufige Rolle spielen wenn Hundi zupackt. ;) 

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Bei Kindern, wenn sie auch noch schreien ist es bei meiner Kontrollmotivation, sie kann die Hysterie nicht leiden, denkt dass die eh nur Mist bauen und will das stoppen. Alle sollen gefälligst bei ihren Bezugspersonen stehen- atmen und gehen ist erlaubt....

Fangenwollen  ist sicher immer ein grosser Reiz. Aber mit Beute wird dann wohl doch anders umgegangen- da wird ungehemmt gebissen, erst bei wirklichem fehlgeleiteten Beutefangverhalten wird die ganze Verhaltenskette abgespult- deswegen finde ich Jagdreiz wahrscheinlich das bessere Wort, weil es weniger um Beuteverwechslung als um Kriegenwollen/Herausforderun geht.

Angstadrenalin bei Hunden löst bei meiner wie gesagt überhaupt keine Jagdreize aus, auch verwundete andere Tiere voller Adrenalin wecken keine Beutemotivation.

Bei meiner wird mehr das RAGE  System durchs Adrenalin getriggert. Nur das Wegrennen steuert dann wahrscheinlich wieder das Seeking System an, weil es eine jagdliche Herausforderung darstellt, da wirkt das Angst Adrenalin wahrscheinlich eher verstärkend, aber nicht als Auslöser.

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das mag sein mit dem Geruch, aber er entsteht durch Angst, wenn ich keine Angst habe, selbstsicher bin, wird es diesen Geruch nicht geben. Hängt zwar irgendwie zusammen, aber der Auslöser ist nicht der Schweiss, der muss ja erst irgendwo her kommen, oder bin ich hier auf dem Holzweg.

 

Ich kann auch wahrscheinlich nicht so mitreden, denn ich bin noch nie gebissen worden, denke dann verändert sich die Einstellung.

 

 

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Damit ist nicht der eigene Angstschweiss gemeint, sondern der von Fremden. Die Dynamik, die bei einem Hund aufgrund seines ängstlichen Halters entsteht halte ich grundsätzlich für eine andere.

Da spielt meines Erachtens vielmehr eine Rolle, dass Hund hier keinen Rückhalt bekommt und dann entweder einspringt, weil der Halter ausfällt (Abwehraggression) oder einfach angespannter und reaktiver ist, weil niemand inkl. Hund einen Plan hat, sich also die Angst überträgt.

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@gebemeinensenfdazu da verstehen wir uns falsch. Ich meine natürlich den Geruch von Fremden, aber die riechen doch nicht einfach so. Vielleicht auch mal doch ;-), aber der Geruch kommt doch erst durch das Unwohlsein.

 

Vor kurzem ging ich in so eine Passage, Hund kurz, da kam eine junge Frau auf uns zu, drehte sich ruckartig weg als sie den Hund sah, Panik im Auge, sie sagte noch ich habe solche Angst und ging an die Seite. Meine Hündin kam damit gar nicht klar, sie bekam direkt einen Kamm. Ungewöhnliches Verhalten von Menschen, was war das denn. Hatte ich so noch nie, aber da war keine Zeit um Geruch zu entwickeln.

 

Aber nur zur Sicherheit, ich weiß es nicht, es ist eher so meine Beobachtung in meinem bescheidenen Umfeld.

 

 

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vor 2 Minuten schrieb BVBTom:

Meine Hündin kam damit gar nicht klar, sie bekam direkt einen Kamm. Ungewöhnliches Verhalten von Menschen, was war das denn. Hatte ich so noch nie, aber da war keine Zeit um Geruch zu entwickeln.

Das finde ich normale Verhaltensmusteranalyse, das reicht ja dann schon zur Bewertung. Da würde meine zwar, wenn der Abstand stimmt, auch nochmal versuchen Witterung aufzunehmen zwecks Feineinstufung, aber die Einschätzung wäre schon ziemlich klar.

 

Ich meine aber die Leute, die sich nichts anmerken lassen wollen, deren Verhalten eben erstmal nichts Auffälliges birgt. Und da spielt glaube ich der zugeordnete Geruch die entscheidende Rolle. Je nachdem, wie der Wind steht, kann Hund sich auch richtig darauf vorbereiten, mich informieren, seitlich ausweichen etc. Steht der Wind ungünstig, merkt man regelrecht, wie der Hund auf die plötzliche Wahrnehmung aus der Nähe reagiert. Je länger Zeit zum Beobachten ist, desto überlegter und gelassener handelt der Hund.

So hatten wir schon eine ganz tolle Begegnung mit einer Frau,die sich dann bei uns über ihre "saublöde" Angst ausliess und die meine Hündin wohl bemerkt hatte. Gleichzeitig hat sie aber auch den guten Willen dieser Frau gemerkt- da waren keine Flucht oder Abwehrgesten- sie lächelte. Also beschränkte sich meine Hündin nur darauf  am anderen Wegrand zu schnuppern,   und zeigte sich, nachdem sie uns ansprach sehr aufgeschlossen.

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