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Hundeforum Der Hund
Joe54443254

Dobermann erster Hund?

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Diese 58% beziehen sich auf die LMU untersuchten Hunde. Leider gibt es von denen keine Auflistung um welche Hunde/Zwinger/Linien es sich handelt

Auch wenn man nirgends sicher sein kann, so gibt es doch bestimmte Linien (auf die immer noch sehr viel gezüchtet wird), vor allem im Showbereich - aber auch bei einigen Leistungszuchten- wo man einfach ultrahohes Risiko hat, wo ganze Würfe umkippen und sogar Welpen schon betroffen sind.

Insofern muss man diese Prozentangabe etwas differenzierter betrachten.

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vor 12 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Diese 58% beziehen sich auf die LMU untersuchten Hunde.

 

Die Zahl entspricht ja den Ergebnissen von Studien aus den USA und Kanada. 

Zur Repräsentativität heißt es da:

Another concern might be that this study was biased toward dogs that might have been referred because of a suspicion of card- iomyopathy. However, dogs were included prospectively and most owners were not aware of any clinical signs when cardiomyopathy was diagnosed. Many dogs devel- oped the disease while in the longitudinal study. Thus, a bias is not very likely.

 

Man ist sich ja relativ sicher, dass das autosomal dominant vererbt wird. Und die Studie ist schon wieder neun Jahre alt. 

Wenn es Zuchtlinien mit geringerer Prävalenz gibt, stellt sich zum einen die Frage, wer das wie ermittelt zu haben meint und zum anderen, wie dort der Inzuchtkoeffizient aussieht. Es gibt ja derzeit auch keine wirksame Strategie, zuchtseitig dagegen vorzugehen. Nur mit Hunden >8 Jahren zu züchten, ist wohl kaum praktikabel.

 

Wenn die Studien sich international soweit einig sind, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man irgendwo ein akzeptabel geringes Risiko hat, selbst wenn es nicht 58% sind. Die Zahl ist ja soweit jenseits von Gut und Böse, dass ich nicht verstehen kann, wie jemand in Kenntnis der Zahlen noch die Anschaffung eines Dobi-Welpen in Erwägung ziehen kann. 

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vor 14 Minuten schrieb KuK:

Die Zahl entspricht ja den Ergebnissen von Studien aus den USA und Kanada. 

Diese sind nicht repräsentativ, der US Dobermann ist ein ganz anderer -die Linien laufen schon ganz lange getrennt und die US Zuchtbasis ist viel kleiner, guck' mal bei working dog z.B. das sind wirklich nicht nur im Körperbau sondernauch wesensmäßig andere Hunde. erpaarungen untereinander finden nicht statt (oder mit Inkaufnahme eines Deckverbots)

vor 14 Minuten schrieb KuK:

Man ist sich ja relativ sicher, dass das autosomal dominant vererbt wird.

Das Wichtigste fehlt: "polygen" und mit "unterschiedlicher Penetranz"

 

Die DCM  beim Dobermann ist vergleichbar mit einer der humanen Formen. Bei dieser Form sind bisher über 30 beteiligte Genorte gefunden - noch längst nicht alle... und der Hund hat seine Gene auf viel mehr Chromosomen verteilt als der Mensch. Beim Hund hat man bisher lediglich 3 Genorte gefunden, die eine DCM begünstigen können, aber nicht entstehen lassen. Da gibt es noch ganz viel Forschungsarbeit.

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vor 2 Stunden schrieb KuK:

Wenn es Zuchtlinien mit geringerer Prävalenz gibt, stellt sich zum einen die Frage, wer das wie ermittelt zu haben meint und zum anderen, wie dort der Inzuchtkoeffizient aussieht.

Die frühen Zahlenerhebungen von der LMU waren zwar notwendig dafür, dass die Problematik an die Öffentlichkeit kam, aber sie taten es eben nur ausschnitthaft-  sie haben ihre Ergebnisse auch nicht mit anderen Forschungsergebnissen z.B. aus Hannover zusammenfliessen lassen, denen ging es schon auch um marktträchtigere Erkenntnisse für den Humanbereich (wenn man Studienveröffentlichungen nachliest).

Im Rahmen des DobermanDiversityProjects werden insgesamt mehr Daten gesammelt.

Die ergiebigste Quelle dürften momentan Onlineportale sein, in denen Gesundheitsergebnisse von den Haltern eingetragen werden (z.B. www.doberbase.ru) soviel gelogen  wie früher kann gar nicht mehr werden - das fällt auf. Bestimmte Vielvererber aus der Vergangenheit , bei denen in er Vergangenheit vertuscht wurde, sind zwischenzeitlich auch aufgedeckt.

Sicher kann man sch auch da nicht sein- ganz klar, weil polygener Erbgang. Aber das Risiko kann man doch entscheidend beeinflussen. Mit einem jungen Rüden aus einer Inzestverbindung zu verpaaren, dessen Oma mit 4 umgekippt ist und dessen Eltern, Onkel und Tanten nicht alt wurden ist eben ein großes Risiko, um nicht zu sagen geplante Körperverletzung.

 

Der Inzuchtkoeffizient ist bei den weniger belasteten Linien im Schnitt meist besser. Nur ist Krebs eben auch ein großes Problem, man darf nicht nur auf das Herz schauen.  Und auch bei größtmöglichster Ahnenvielfalt kann ausgerechnet das genetisch zueinander finden, was bei den Ahnen nie symptomatisch wurde.

Ein großer Genpool an kranken Tieren ergibt nicht automatisch einen gesunden Hund, sondern steigert nur die Wahrscheinlichkeit, dass wenigstens die homozygoten .Krankheitsformen ausbleiben.

Über eine phänotypische Zuchtselektion wird man nie wirklich die krankheiten bekämpfen können, das geht nur über genotypische Partnerauswahl.

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Am 14.8.2019 um 19:01 schrieb Joe54443254:

Aber werde natürlich auch zu einer Hundeschule gehen.

 

Ist für eine Gebrauchshunderasse wie dem Dobermann in der Regel die falsche Anlaufstelle.

 

Ich hatte als ersten eigenen Hund eine Dobermannhündin aus dem Tierschutz.

Hoher Wach- und Schutztrieb, aggressiv gegen Fremde, nur bedingt artgenossenverträglich und massiver Killerinstinkt bei allem Jagdbaren. Egal ob Katze, Reh, Kaninchen... was sie erwischt hätte wäre tot gewesen.

 

Ich habe sie sehr geliebt, aber wer nur einen schicken Begleithund haben will, sollte die Finger vom Dobermann lassen.

Loyalität und Intelligenz sind so leere Schlagworte, die alle immer ganz klasse finden. Was im Rassestandard aber immer gerne ausgeblendet wird (oder schlicht nicht verstanden wird) sind Härte, mittlere Reizschwelle und mittlere Schärfe. Auch wenn immer mehr Züchter versuchen den Doberman zum Familienhund weichzuspülen, ist er immer noch Gebrauchshund. Dieser Hund wacht, schützt und jagt und dem kommt man mit einer 10er Karte in der Hundeschule um die Ecke nicht bei, damit muss man umgehen und leben können, denn die Chancen stehen gut, dass der Hund (gerade die Rüden) als Erwachsener keine anderen Hunde mehr duldet, fremde Menschen als potentielle Gefahr sieht und alles jagt, was sich bewegt. Das zu kontrollieren und in entsprechende Bahnen zu lenken, Bedarf einiges an Know-how und nochmal, die durchschnittliche Hundeschule ist mit diesem Typus Hund komplett überfordert.

 

Hinzukommt das gesundheitliche Risiko. Ja, jeder Hund kann krank werden, aber beim Dobermann hat man neben den üblichen Sachen wie Gelenkerkrankungen und Co zwei "Zuckerl". Zum einen ein überdurchschnittlich hohes Krebsrisiko und zum anderen die immer ernster werdende DCM Problematik. Ein Hund mit HD ist nicht feierlich, aber einer der mit drei oder fünf Jahren aus dem Nichts tot umfällt, ist nochmal eine andere Dimension. Und auch wenn einem Vermehrer gerne etwas anderes weißmachen wollen, es gibt keine freien Zuchtlinien, es kann jeden Hund dieser Rasse treffen (ebenso wie Dobermannmischlinge). Beim Kauf eines Dobermanns geht man immer das Risiko ein, dass er einem in jungen Jahren tot vor die Füße fällt.

 

Ich habe aktuell meinen dritten Dobermann. Für mich würd es der letzte sein.

Es ist eine tolle Rasse, aber sie passt nicht, wenn man nur einen hübschen coolen Begleithund sucht und man muss sich mit dem DCM Risiko abfinden und ehrlich damit umgehen können.

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