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Hundeforum Der Hund
Fellknäuel30

Schwer erziehbare Hunde?

Empfohlene Beiträge

vor 26 Minuten schrieb Eifelkater:

Ich finde man sollte zuerst einmal "schwer erziehbar" definieren.

Für mich wäre ein Hund mit viel WTP der nur auf Anweisungen wartet und so gar keine eigenen Ideen entwickelt der falsche Hund.

Für einen Husky mit Jagdtrieb ist vll der Mensch der einen perfekten Ruckruf erwartet der falsche Hund....

Das ist  für  mich  einfach  der falsche Denkansatz.

Wie viele Gebrauchshunde mit  "viel"WTP sitzen  im TH  da ihr Verhalten  "schwierig "ist. 

Ein  Hund  ist nie nur  eine  Eigenschaft. 

 

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Mhhh das ist wohl zu einfach gedacht. Ich selbst habe viele Jahre im Tierheim gearbeitet, ich hätte nie, gerade die „schwer erziehbaren“ einer Familie mitgeben wollen. 

 

Ich hab viel mit solchen Hunden trainiert, versucht das Trauma oder auch rassespezifische Probleme in die richtigen Bahnen zu lenken. Das erfordert viel Geduld, Durchhaltevermögen und Konsequenz.

 

Aber für schwer erziehbar habe ich keinen der Hunde gehalten, oft waren sie Sklave ihrer selbst. Reizoffen, Ungeduldig und von vielen negativen Erlebnissen geprägt.

 

Das erzieht man nicht einfach so weg. Hunde sind Lebewesen die Rasseeigenschaften haben, die eine eigene Persönlichkeit besitzen und entsprechend Führung brauchen.

 

Es gibt viele Menschen die natürlich davor zurück Schrecken. Viele kommen als Familie mit kleinen Kindern ins Tierheim u d suchen natürlich nach einem leichtführigen, am besten schon fertig erzogenem Hund, der in die Familie passt.

 

Solche Hunde sind selten in Tierheimen und wenn sie da sind, gibt es eine elend lange Warteliste für genau solch einen Hund.

 

Für einen Erwachsenen Hund aus dem Tierschutz braucht es oft Geduld und falls die Rassen bekannt sind eine entsprechende Kenntnis.

 

Ich bin definitiv nicht dafür, das jemand einen Hund adoptieren soll für den er nicht geeignet ist, oder es sich nicht zutraut.

 

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vor 1 Stunde schrieb Eifelkater:

Für einen Husky mit Jagdtrieb ist vll der Mensch der einen perfekten Ruckruf erwartet der falsche Hund....

 

Jep, wäre ich ein Husky, wollte ich generell keinen Menschen als Hund haben, mit so einem blamierst Du Dich ja auf jeder Hundewiese... 🤣

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Ich bin da auch zwiegespalten, denn ich finde auf der einen Seite den Ansatz gut, zu überlegen, was müssen die Hunde noch lernen, um besser vermittelbar zu sein? Aber auf der anderen Seite finde ich es schwierig, einen Hund aus dem TH als ein Produkt, das einwandfrei funktionieren muss, zu sehen... ich weiss, dass du es nicht so meinst, aber es klingt ein bisschen so. Viele Leute, die sich für ein TH Tier entscheiden, wissen ja auch, dass sie noch investieren müssen. 
Ich habe eine Bekannte, die sowas wie ein Fernstudium in Tierpsychologie gemacht hat, um ihre Tiere besser zu verstehen, bei der SGD war das: https://www.sgd.de/kursseite/tierpsychologie-tierhaltung-tierbetreuung-tierverhaltenstherapie.html . Aber Ich muss ehrlich sagen: Habe nichts davon gemerkt im Verhalten des Hundes, sondern eher in ihrem: Sie wurde ziemlich affektiert. Tja... 

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Das fällt mir spontan dazu ein: heutzutage gibt es, denke ich, eine weit verbreitete Vorstellung eines gut erzogenen Hundes und diese lässt sich ME mit „der Hund ist unauffällig“ am besten beschreiben. Was ich damit meine? Der Hund bleibt entspannt stundenlang alleine, an der Leine läuft er vorbildlich, im Freilauf orientiert er sich ausschließlich am Halter, er reagiert unverzüglich auf jedes Kommando, er ist 100% tolerant gegenüber Reizen/Artgenossen/anderen Menschen (um mal nur ein paar wesentliche Aspekte zu nennen). Bricht der Hund nur mit einem dieser Aspekte (was, denke ich, nicht ungewöhnlich ist), ist er nicht mehr unauffällig und ihm wird ein „Problemverhalten“ unterstellt. (Manches Problemverhalten wird gar nicht  als solches erkannt sondern akzeptiert oder im schlimmsten Fall als gut erzogen bewertet - ich denke da gerade an Balljunkies, die ständig auffordernd bellen   oder Stockjunkies, die eine starke Ressourcenverteidigung entwickeln. Das Bild des sich vorbildlich am HH orientierenden Hundes wird erfüllt aber mehr auch nicht. Ich fühle mich von solchen Hunden und ihren HH sogar teilweise wirklich belästigt aber das ist ein anderes Thema :) ). Und in der Definition von Problemverhalten liegt dann das eigentliche Problem: schnell ist der schwer erziehbare Hund geboren, der eigentlich nur von einer gesellschaftlich erwarteten Norm abweicht. Tatsächlich gibt es aber wohl auch wirklich traumatisierte Hunde oder rassespezifische Verhaltensweisen, deren Handling nichts für Anfänger ist. Doch wo wird eben die Grenze gezogen? Unser Hund wäre wahrscheinlich auch schwer vermittelbar, da er nicht dem generellen Bild eines gut erzogenen Hundes entspricht. Man benötigt viele Nerven, viel Geduld und Humor - aber schwer erziehbar?problematische Rassespezifische Verhaltensweisen? Nein, nur kein Kuscheltier sondern ein Hund. Ich denke mir inzwischen oft, dass dieses Bewusstsein in unserer Gesellschaft verloren gegangen ist. Hunde ersetzen Kinder und Partner oder vervollständigen das perfekte Familienbild. Ihnen wird eine vermenschlichte Funktion zugeteilt, die sie nicht erfüllen KÖNNEN aber von Ihnen erwartet wird. So gesehen gibt es derzeit vermutlich mehr schwer erziehbare Hunde als leicht erziehbare Hunde - schlichtweg gemessen an Maßstäben, die die Gesellschaft definiert hat. Für „richtige“ Hunde gibt es in dieser Gesellschaft eigentlich kaum noch Platz und doch sieht man zunehmend mehr Hunde. 

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vor 24 Minuten schrieb Bable:

Hunde ersetzen Kinder und Partner oder vervollständigen das perfekte Familienbild

Wählt jemand wirklich seinen Partener nach dem Kriterium "unauffällig" aus? Das fände ich ziemlich unattraktiv.

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@gebemeinensenfdazu na SO meinte ich das nicht ;) Es ging mir um die Vermenschlichung: problematisches Verhalten ist doch oft einfach nur  hündisches Verhalten, das missverstanden wird oder nicht erwünscht ist. Und warum? Weil der Hund nicht als Hund angeschafft wurde. Unauffällig also eher im Sinne von „bitte nicht zu hündisch“ verhalten :) 

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vor 2 Stunden schrieb laraderdackel:

 

Für einen Erwachsenen Hund aus dem Tierschutz braucht es oft Geduld und falls die Rassen bekannt sind eine entsprechende Kenntnis.

 

Das kann ich so nicht bestätigen. Ich habe lauter erwachsene Hunde aus dem Tierschutz und alle sind wirklich einfach zu händeln. Meine Hunde haben eine Vorgeschichte auf der Straße oder im TH. Über deren Rasse weiß ich so gut wie nichts. Klar hat jeder Macken, wie z.B. Jagen aber das hat nichts damit zu tun dass sie als erwachsener Hund aus dem Tierschutz zu mir gekommen sind. Anders mag es aussehen wenn die Hunde bereits einen Besitzer hatten und da versaut wurden. Da sind dann sicherlich Kenntnisse notwendig wie diese wieder in andere Bahnen gelenkt werden.

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vor 21 Stunden schrieb Fellknäuel30:

Ich hab es langsam satt.. Ich arbeite ehrenamtlich in einem Tierheim und kann nicht mehr sehen, wie manche Hunde nicht vermittelt werden können, weil sie als "schwer erziehbar" eingestuft werden.. Von Interessenten und Mitarbeitern.
In meinen Augen gibt es keine schwer erziehbaren Hunde, nur falsch erzogene! Aber mit Geduld kann man sie doch wieder zu den eigenen Wünschen erziehen.. Und solche Hunde haben dann schlechtere Chancen vermittelt zu werden, weil keiner sich ihnen annehmen will ..

Wie seht ihr das? Was kann getan werden um die Leute zum Mitnehmen dieser Tiere zu bewegen?

Ich  habe  auch jahrelang  als Pflegestelle  gearbeitet, darunter  "Strassen"hunde oder  Tierheimhunde, die nix kannten, auch ängstliche Hunde  die  schlechte Erfahrungen gemacht haben bis hin  zu  Hunden die mal ein Zuhause hatten und zurückgegeben wurden.

MMn gibt  es sowas  wie  "schwer erziehbare Hunde"  sehr  wohl,  ebenso wie falsch, gar  nicht oder schlecht erzogene.

Manche Sachen kriegt  man  hin, manche muss/sollte  man so akzeptieren wie sie sind. Jedes Lebewesen ist ein Individuum, hat  einen eigenen Charakter, seine eigenen Lebenserfahrungen. Der  eine hat  seinen eignen Kopf, der  andere  will mitarbeiten/gefallen.

 

 

Zitat

Aber mit Geduld kann man sie doch wieder zu den eigenen Wünschen erziehen..

Diesen Satz hab ich mir  mal extra rausgepickt,  weil ich ihn ehrlich gesagt ziemlich  fies  finde.

Wieso  müssen sich  die Hunde immer  meinen Wünschen beugen? Wäre  es nicht  viel  entspannter, dem Hund  auch  seine Macken und Eigenheiten zuzugestehen und zu akzeptieren...und  stattdessen  ein Zuhause  suchen wo er hinpasst, anstatt ihn zu verbiegen?

Leider können/wollen  das  die  wenigsten Menschen, deshalb ist es halt schwierig Leute  zu animieren auch  einem  schwierigem Hund ein Zuhause  zu geben.

und in manchen Fällen kann ich  das  auch   verstehen. Grade  wenn man Kinder  oder  andere Hunde/Tiere hat.

 

MMN nutzen die  meisten  örtlichen Tierheime das Internet zu wenig. Grade für   die  schwierigen Hunde wäre  eine weitere  Verteilung  doch  sinnvoll.

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vor 2 Stunden schrieb KuK:

 

Jep, wäre ich ein Husky, wollte ich generell keinen Menschen als Hund haben, mit so einem blamierst Du Dich ja auf jeder Hundewiese... 🤣

Es sollte eigentlich der falsche Mensch heißen.....eine fehlende Editierfunktion hat durchaus ihren Charme :)

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