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Hundeforum Der Hund
Caro73

Verhalten nach Scheinträchtigkeit

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Hallo liebes Forum,

 

nachdem unser Mädchen (1 Jahr und 3 Monate) das erste Mal läufig war, wurde sie scheinträchtig. Sie hat sehr wenig gefressen und war insgesamt (also fast 3 Monate) sehr ruhig. Sie hat wunderbar gehört, war leinenführig, hat niemanden mehr angesprungen, war nicht mehr so hektisch, hat sich anderen Hunden gegenüber netter verhalten (fast unterwürfig) usw. Wir dachten anfangs - wow, jetzt hat sie aber einen Schub Richtung Erwachsensein hingelegt - aber das war wohl ein Irrglaube.

 

Pünktlich zum errechneten "Geburtstermin" wurde sie wieder schlimmer als vorher.. Also ich meine, sie ist tatsächlich wieder in richtige Welpenverhaltensweisen zurückgesprungen, z.B. in die Leine beißen, Hektik pur, Katze jagen, Energie überall, allem an der Leine entgegenspringen wollen, im Auto lauthals Bellen und auf kompletten Durchzug stellen.

 

In dem Moment der Erkenntnis wäre ich fast in Tränen ausgebrochen. Wir hatten ein schwieriges 1. Jahr, ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie so derart anstrengend wird und bleibt... In fremder Umgebung, bei anderen Menschen, und am schlimmsten anderen Hunden, habe ich nur noch ein ziehendes, hüpfendes, fiependes Ungetüm an der Leine..

 

Die Tierärztin meinte, wenn das Verhalten sich nach der Scheinträchtigkeit wieder zurückverwandelt, dann sollte man noch eine weitere Läufigkeit abwarten, bevor man kastriert. OK - machen wir, denn so kann es nicht bleiben. Gleich vorneweg - Kastra steht fest, wir haben eine Menge freilaufender Rüden in unserem Gebiet, die ständig zu uns in den Garten wollten. An spazierengehen war nicht mehr zu denken.  

 

Nun meine Fragen an euch: Kennt das noch jemand, diesen Verhaltenswechsel? Wird das nach der heftigen Verschlechterung wieder besser/normaler? Ist das jetzt nur der absolute Tiefpunkt der Hormone? Und pendelt sich das Verhalten wieder halbwegs ein?

 

Es ist schon seltsam, wenn man alles an konsequenter Erziehung macht und auf einmal denkt "ja - so passt das jetzt, dieser brave, tolle Hund ist mein Lohn für alles" und dann - Pustekuchen, tralllallllaaaa.... nix wars..

 

Ich danke euch fürs Lesen.. der Frust musste jetzt mal raus..

 

Caro

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Gutes Varhalten ist keine Belohnung ;) der Hund selbst ist, wie du siehst auch ein Faktor, und ja Hormone spielen eine wichtige Rolle, daß sie in der Scheinträchtigkeit ruhiger werden ist normal, und auch das wieder "normal" werden. Durch eine Kastra -erstrecht durch eine vor dem 3ten Lebensjahr- wirst du schlimmstenfalls genau diesen Zustand zementieren. Sexualhormone sind die Gegenspieler zu den Stresshormonen, und hier liegt der Hase im Pfeffer, deswegen ist sie ruhiger gewesen. Nimm ihr das nicht, bitte, erhöhe den Zaun etc. sie ist mitten in der Pubertät und der ganze Hormonhaushalt verändert sich, arbeite lieber am Stressmanagement, manche Hunde brauchen eben mehr Ruhe als andere... ebenso kann es sein, daß nach der Scheinträchtigkeit die Schilddrüse runtergeht. Das würde ich ggf. testen lassen, von einem TA der sich damit auskennt.

 

 

 

 

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Danke für deine "ungeschönte", ehrliche Antwort. Gefallen tut sie mir nicht..😫 obwohl du sicher recht hast.. Nur eine Frage noch, bei so übersprudelndem Verhalten müsste der Schilddrüsenwert aber eher hoch sein? Also niedrig wäre ja eher ruhiger... oder?

Ps. Ich habe von einigen Trainern gehört, dass gerade so hektische Hunde durch die Kastra ruhiger werden würden, da sie nicht mehr - gesteuert durch aktive Hormone - alles und jeden fortlaufend "checken" müssten..  

 

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Was du schreibst, kommt mir nur zu bekannt vor.... Meine Enya (Dalmi) ist/war genauso.

Zu @pixelstall s Ausführungen - die ich voll unterstütze - möchte ich noch Folgendes hinzufügen:

Es ist ein Irrglaube, dass man aus jedem (über)lebhaften Hund "nur" per Erziehung den erwünschten in sich ruhenden Hund machen könnte.

Enya ist meine 4.Hündin, davor hatten wir andere Rassen. Keine Hundedame vor Enya war so ein aufgeregter Hibbel. So ist sie eben....damit müssen wir leben und uns darauf einstellen, indem wir ihr ganz viel Ruhe, Sicherheit und Vertrauen in uns vermitteln.

Das kann man nicht von heute auf morgen erreichen, man muß sehr viel Geduld und Verständnis aufbringen.

Zu deinen Fragen: Ja, Enya zeigt/e genau das von dir geschilderte Verhalten vor/während/ nach ihren Läufigkeiten. Ist so "unnormal" nicht! ;)

Ich für meinen Teil käme niemals mehr auf die Idee, diesem per Kastration beikommen zu wollen. Klappt ja auch nicht, sondern kann weitere Probleme verursachen, bei deren Auftauchen man gerne wieder auf den alten Zustand einer intakten Hündin zurückgehen würde.

Ich weiß, wovon ich spreche... Meine Ridgeback Hündin habe ich auf tierärztliches Anraten kastrieren lassen, wegen einer mittelprächtig verlaufenden Scheinträchtigkeit.

Ergebnis: ich hatte 10 Jahre lang eine inkontinente Hündin, bei welcher in späteren Jahren keine Medikamentation mehr zuverlässig half.

Ist deine Hündin groß oder klein?

Verhaltensänderung per Kastra? Kann richtig nach hinten losgehen.

 

Ach, noch etwas: Enya ist jetzt 5,5 Jahre alt und wir haben gerade die 10.Läufigkeit.

Enya bleibt Enya.... aber sie wurde souveräner - und wir auch!

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Sie ist ein 46 cm Fliegengewicht.. 13 Kilo.. wahrscheinlich ein Berger Pyrenees Mischling.. allerdings eher kurzhaarig..

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vor 3 Minuten schrieb Caro73:

Sie ist ein 46 cm Fliegengewicht.. 13 Kilo.. wahrscheinlich ein Berger Pyrenees Mischling.. allerdings eher kurzhaarig..

 

Nun ja... die Bergers Pyrenées sind ja nun wirklich keine Hunde, die für ihr in sich ruhendes Wesen bekannt wären....;)

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Huhu...

klar dreht der hund nach so viel Schwangerschaftshormonen auf! Normal!

Freue dich über deinen temperamentvollen Hund!

Habt Spaß!

Macht was zusammen!

Freu' dich, dass du keine Schlaftablette hast und der Hund gesund ist!

Richte ihr Grüße von meiner aus!

 

Alles super, lass deinen Hund erwachsen werden, nur Routine bringt Rountiniertheit!

Und Gelerntes taugt nicht, wenn es nicht angemessen durchleuchtet und hinterfragt wird. Einfach mal freuen hilft.:12_slight_smile:

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Hallo,

meine Hündin ist mittlerweile 7.5 Jahre und die ersten Läufigkeiten / Scheinträchtigkeiten waren ein reges auf und ab in ihrem Emotions- und Verhaltensrepertour. Anfangs war sie fasst wie depressiv nach der Läufigkeit. Wohlmeinende Bekannte rieten damals zur Kastration. ABER, auch der Hund muss sich schliesslich in die neue Situation einfinden. Nachdem ich auch mal mein Verhalten normalisiert habe und den Hund nicht 24 Stunden täglich unter Beobachtung hatte in dem Sinne "was ist jetzt wieder anders", ging es langsam bergauf ;O) Gelassenheit ist da wirklich ein Zauberwort.

Klar hat sie auch mal ein halbes dutzend meiner Hosen zerkaut, als Sie in der Scheinträchtigkeit den Kleiderschrank aufgekriegt hat und sich dort mal ein Nest gebaut hatte - aber ich sehe das eher mit einem amüsierten Lächeln (waren schliesslich nicht meine Lieblingshosen).

Mittlerweile fällt es kaum noch auf, außer das sie in der Scheinträchtigkeit anhänglicher wird und danach wesentlich agiler ;O) Ansonsten gibt es ab und an homöopathische Mittel. Aus den schon beschriebenen Gründen kam für mich eine Kastration nicht in Frage.

Hier mal Stichpunktartig, was bei uns so die "Highlights" sind / waren:

  • Meine hatte anscheinend extremen Harndrang in der Läufigkeit (teilweise 1 Stunde nach dem Spaziergang) und hat auf einen Läufer gepullert. Tierärtztlich checken lassen -> kein Problem mit Blase / Harnsteinen o. Ä. - er empfahl mir Astoral UTI -> nach dem ersten Tag der Mittelgabe war das Problem erledigt. Sicherheitshalber eine wasserdichte Unterlage unter den Läufer und fertig waren wir.
  • Starke Stimmungsschwankungen in der Scheinträchtigkeit -> Pulsatilla hat bei ihr gut geholfen, soweit ich das beurteilen kann (Homöopathen gibt es ja reichlich)
  • Schiesst ihr Milch ein? Ist auch schon vorgekommen. Dann Milchleiste regelmässig kühlen, Futter ein wenig reduzieren und ggf. schon frühzeitig mit homöopathischen Mitteln unterstützen.
  • Läufigkeit / Scheinträchtigkeit: Im Frühjahr "so richtig" und im Herbst eher alles in abgemilderter Version.

Ansonsten wie oben geschrieben: Freuen, dass man einen gesunden Hund hat - ich glaube, wir vergessen das manchmal in unserer menschlichen Besorgtheit ;O)

 

Grüße

sagrotan

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Meine eine Hündin musste nach der 2. Läufigkeit aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden. 

Sie wurde hormonell gesehen zum optimalen Zeitpunkt kastriert. 

 

Nach den ganzen Hormon-Chaos war die Hündin dann wie sie wirklich ist.

Ein  kleiner Stressi, überschäumend in ihrer Gefühlswelt, ein begeisterter Jäger..  kurzum- ein sehr aktiver Junghund mit einigen Baustellen. 

 

Ihr könnt also durch die Kastration im Prinzip genau das erreichen was ihr nicht wollt. 

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vor 8 Stunden schrieb Wilde Meute:

Sie wurde hormonell gesehen zum optimalen Zeitpunkt kastriert

 

Wo ist dieser optimale Zeitpunkt denn angesiedelt?

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