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Hundeforum Der Hund
benno0815

Freilauf bei neuen/fremden Hunden

Empfohlene Beiträge

Ich möchte noch mal etwas zum Freilauf bei einem übernommen TS-Hund sagen, weil das hier ja offenbar ankam, als traue ich Juline nichts zu und sei hier die allgemeine Spaßbremse...
Zunächst einmal: ich mag Juline sehr gern und ich bin sicher, dass Juline eine hohe Kompetenz in Sachen Hund besitzt.

Warum ich gegen ein -zu- frühes Ableinen bin, hat rationale Gründe.
Ich habe zig Mal erlebt, dass Besitzer einen gerade erst übernommen Hund verloren, weil sie ihn zu früh von der Leine ließen, mit oft sehr schlimmen Folgen für den Hund und die neuen Besitzer.

Warum passiert das?
Einen Hund, den ich gerade übernommen habe, kann ich noch nicht einschätzen, ich habe null Plan, ob er sich möglicherweise vor irgendwelchen Dingen erschrickt, ich weiß nicht, ob er vielleicht vor anderen Menschen, Radfahrern, Joggern oder anderen Hunden Angst bekommen könnte und sein Heil in der Flucht sucht. Ich weiß auch nicht, wie es um seine sonstigen Leidenschaften bestellt ist, wird er vielleicht doch einer Katze, einem Hasen, einem Vogel, einem Reh hinterherlaufen?

Ein fremder Hund kennt noch keine Kommandos, geschweige denn, dass er sie zuverlässig ausführt, ich schlimmsten Fall hätte ich also keine Möglichkeit, ihn zu stoppen.

Der Hund hat noch keine nennenswerte Bindung zu einem neuen Menschen, das muss sich erst entwickeln.

Läuft er tatsächlich weg, fehlt ihm jede Orientierung im neuen Gelände, er findet meist nicht allein in das neue Zuhause.

Er kennt ebensowenig das Umfeld und mögliche Gefahren.
Und zuletzt: es macht einem Hund sicher nichts, aber auch gar nichts aus, eine zeitlang an der Leine zu laufen, er kann viele lange Jahre noch Freilauf genießen.

 

Warum mir das so wichtig ist? Erst mal lesen hier vielleicht auch andere Leute mit, die gerade einen neuen Hund übernommen haben. Vielleicht auch Leute, die das nicht so gut einschätzen können.

Der andere Grund ist der, dass ich Angst habe, dass Juline und Holly vielleicht Leid zustößen könnte, das könnte ich nicht ertragen, es würde mir das Herz brechen, ehrlich 😰

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vor 15 Minuten schrieb benno0815:

Ich möchte noch mal etwas zum Freilauf bei einem übernommen TS-Hund sagen, weil das hier ja offenbar ankam, als traue ich Juline nichts zu und sei hier die allgemeine Spaßbremse...
Zunächst einmal: ich mag Juline sehr gern und ich bin sicher, dass Juline eine hohe Kompetenz in Sachen Hund besitzt.

Warum ich gegen ein -zu- frühes Ableinen bin, hat rationale Gründe.
Ich habe zig Mal erlebt, dass Besitzer einen gerade erst übernommen Hund verloren, weil sie ihn zu früh von der Leine ließen, mit oft sehr schlimmen Folgen für den Hund und die neuen Besitzer.

Warum passiert das?
Einen Hund, den ich gerade übernommen habe, kann ich noch nicht einschätzen, ich habe null Plan, ob er sich möglicherweise vor irgendwelchen Dingen erschrickt, ich weiß nicht, ob er vielleicht vor anderen Menschen, Radfahrern, Joggern oder anderen Hunden Angst bekommen könnte und sein Heil in der Flucht sucht. Ich weiß auch nicht, wie es um seine sonstigen Leidenschaften bestellt ist, wird er vielleicht doch einer Katze, einem Hasen, einem Vogel, einem Reh hinterherlaufen?

Ein fremder Hund kennt noch keine Kommandos, geschweige denn, dass er sie zuverlässig ausführt, ich schlimmsten Fall hätte ich also keine Möglichkeit, ihn zu stoppen.

Der Hund hat noch keine nennenswerte Bindung zu einem neuen Menschen, das muss sich erst entwickeln.

Läuft er tatsächlich weg, fehlt ihm jede Orientierung im neuen Gelände, er findet meist nicht allein in das neue Zuhause.

Er kennt ebensowenig das Umfeld und mögliche Gefahren.
Und zuletzt: es macht einem Hund sicher nichts, aber auch gar nichts aus, eine zeitlang an der Leine zu laufen, er kann viele lange Jahre noch Freilauf genießen.

 

Warum mir das so wichtig ist? Erst mal lesen hier vielleicht auch andere Leute mit, die gerade einen neuen Hund übernommen haben. Vielleicht auch Leute, die das nicht so gut einschätzen können.

Der andere Grund ist der, dass ich Angst habe, dass Juline und Holly vielleicht Leid zustößen könnte, das könnte ich nicht ertragen, es würde mir das Herz brechen, ehrlich 😰

 

Ich bin ja die Erste, die geschrieben hat, dass ich noch nicht ablehnen würde, also bist du sicherlich nicht die Spaßbremse, sondern ich 😉

Ansonsten stimme ich dem, was du geschrieben hast, aber 100%-ig zu!

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@Bimbam Danke Dir 🙂

 

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@benno0815

Im Prinzip stimme ich dir zu 100% zu!

 

In dieser Situation wusste ich aber, dass es gutgehen wird, ich habe, behaupte ich mal, inzwischen ein recht zuverlässiges Bauchgefühl für Hunde.

Die Situation ließ mir keine Zweifel, ich kenne den Park seit 26 Jahren, er ist wildfrei, die Wiese riesig, angstauslösende Reize praktisch ausgeschlossen, die andere Hündin gehorsam, und Holly wollte einfach mit ihr rennen. 

Ich kannte ihr Verhalten im Freilauf ja schon etwas durch die eingezäunten Gelegenheiten, in denen sie frei lief.

 

Vielleicht war es leichtsinnig, das stimmt schon, ich werde in Zukunft  deine Bedenken im Hinterkopf haben :)

 

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Prinzipiell bin ich auch gegen das frühe Ableinen von " unbekannten" Hunden. Allerdings finde ich, dass man auf den ersten Fotos hier durchaus sehen kann, dass tatsächlich unterschiedliche Typen von TS-Hunden gibt. Holly sieht alles andere als neu, schüchtern oder unsouverän aus. Egal in welcher Situation auf den Fotos. Klar passieren kann immer was, aber die Katze, das Kaninchen kann auch nach einem Jahr "perfekten" Training auftauchen und der Hund ist weg. Da ist es schwer ein Urteil zu fällen, ohne ein eigenes Bauchgefühl zu haben. 

 

Es mag leichtsinnig gewesen sein, aber weitab von der Fahrlässigkeit die hier eine "erfahrene" Tierschützerin und Pflegestelle an den Tag legt.....die geht neue Hunde in schöner Regelmäßigkeit auf den Bahngleisen suchen....

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Was für ein Albtraum @Eifelkater :(

 

Ich habe übrigens einen GPS Tracker bestellt, für den Fall der Fälle, dass das spanische Spargelchen auf Wanderschaft geht, der kommt dann ans pinkne Geschirr. Auf die Idee hat mich ein Halter einer riesigen Podenca gebracht, die 1x im Vierteljahr hinter einem Hasen her... und dann schonmal eine Weile fort war.

 

Ansonsten haben wir zum Glück mindestens 2x in der Woche Training auf dem Platz und da wird der Rückruf mit höchster Priorität fest ins Programm mit eingebaut. Sie scheint mir eine Solala-Erziehung zu haben, basierend auf Lust und Laune und Zufallsprinzip :D

 

Das wird natürlich langwieriger als bei einem Welpen, weil viel "Falsches" fest im Spargelköpfchen verankert ist, aber ich freue mich auf diese Herausforderung. 

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@Juline Ich find das nicht leichtsinnig, wenn man den Hund einschätzen kann. Und auf der anderen Seite ist es ein Vertrauensbeweis, das wird auch der Hund merken, daß man sich auf ihn verläßt. Kann mitunter durchaus wichtiger sein als jedes mögliche Risiko auszuschließen. ;)

 

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Genau  das ist das  Problem, einen fremden Hund  einschätzen zu können glauben viele  und  dann  ist  er doch weg.

Bei  all unseren  Hunden war unsere Einschätzung  richtig, trotzdem  bin  ich  absoluter Sicherheitsfanatiker. Enya zb kam nach  5 tägiger Flucht zu uns.In der ersten Pflegestelle  waren  erfahrene TS Leute. Es passierte trotzdem  .Sorry  fürs  Ot.

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@Zurimor Einer meiner Herzenshunde, Sandro, war lange Zeit mein Pflegehund, ein total netter, sanfter Galgo, leichtführig, gelehrig, unkompliziert.
Der neue Besitzer hat ihn nach 4 Tagen abgeleint, weil er ja so gut hörte, alles lief ja so prima, er schickte jeden Tag Fotos...
Nur kurze Zeit später (ich glaube, es waren 10 Tage, bekam ich diese Nachricht:
 

Zitat

Ich habe leider eine schreckliche Mitteilung zu machen, und will mich den gegebenen Umständen halber kurz fassen. Unser lieber Sandro ist nicht mehr unter uns. Am heutigen Nachmittag entwischte er uns beim routinierten alltäglichen Spaziergang, und war zwei Stunden nicht mehr aufzufinden. Nach über zwei Stunden suchen, rufen und warten musste ich feststellen, dass er eine weite Strecke gelaufen ist, wo er von einem Zug erfasst worden ist. Ich fand ihn tot auf. Schockiert kreisen viele Gedanken in meinem, und in den Köpfen der Hundefreunde die mit mir waren, wie das geschehen konnte. Doch es nutzt nichts. Lange übten wir gemeinsam mit Sandro den Abruf, den er sehr gut beherrschte, sodaß er bereits einen kontrollierten Freilauf genießen konnte. Es bleiben wenig Alternativen, da Sandro Angst davor hatte, mit anderen Hunden gemeinsam zu rennen und zu spielen und ausgelassen zu sein, seit er kurz nach meiner Adoption von Sandro zwei mal von meiner Hündin Beba im Spiel verletzt wurde. Sandro hatte dafür das Zeug zum kontrollierten Freilauf, welches wir mit täglichem Training in möglichst sicherer Umgebung erarbeiteten. Doch heute ging es mit ihm durch, und wohlmöglich scheuchte er ein Tier auf, denn wie sonst sollte er auf die unattraktiven Gleise gelangen, die unwegsam zu erklimmen und schwer zu erreichen sind?


Das war Sandro, den ich niemals vergessen kann:

63220750_sandro11_02.14-2.jpg.e734635a21dc58d35b4ee89325e02a07.jpg

 

Er wurde als Wanderpokal hin und hergereicht, er hatte endlich die Chance auf ein gutes Leben und nur, weil sich jemand überschätzt hat, wurde dieses Leben ausgelöscht.
Es hat mir das Herz gebrochen, wirklich, ich liebte diesen Hund, wie meine anderen Hunde. 😞

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Das tut mir sehr leid, @benno0815

 

Wenn man so etwas erlebt hat, den Schock und die Trauer, verändert sich natürlich die eigene Sicht auf diese Dinge.

 

Ich verspreche also hoch und heilig, auf das Spargelchen aufzupassen wie auf meinen Augapfel.

Klar ist aber auch, dass es kein Leben ohne Risiko gibt, uns wenn man eine solche Situation wirklich 100% vermeiden will, darf der Hund nie von der Leine. 

 

Tschulis längstes und einziges langes Abhauen, 45 Minuten, geschah als sie 6 Jahre alt war, vorher nie lang und danach auch nie mehr.

 

Wäre da etwas passiert, hätte ich mir dann gewünscht, sie 6 Jahre lang nur an der Leine geführt zu haben? Während der Arbeit an einen Baum gebunden, jeden Tag?

Schwierige Frage!

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