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Hundeforum Der Hund
Sabrina_

Hund aus Rumänien "retten"

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Hallo zusammen,

 

ich war im Sommer mit meinem Freund seine Eltern in Rumänien besuchen. Die Eltern haben selbst zwei Hund.

Wie üblich in Rumänien steht das Nachbarhaus leer, da die Eltern verstorben sind und die Kinder in Österreich leben.

Der Hund des verstorbenen Vaters wurde schon immer dort an der Kette gehalten. Die Kinder die in Österreich leben und das Haus und den Hund geerbt haben kommen nur zum Urlaub machen nach Rumänien. Damit niemand in das unbewohnte Haus geht, hielten sie es anscheinend für eine gute Idee den Hund dort als Wachhund/Aufpasser an der Kette da zu lassen. Der Hund ist also 24h am Tag alleine an der Kette, hat Zugang zu einem Kellerraum wo er vor dem Wetter geschützt ist. Eine Nachbarin bringt ihm jeden Tag etwas Trockenfutter - ich selbst habe zwei Katzen und die beiden bekommen täglich mehr Futter als der Hund. Die Nachbarin darf den Hund allerdings nicht anfassen. Er erlaubt ihr nur zu den Essenszeiten den Napf zu füllen. Auch beispielsweise auf den Vater meines Freundes, auf die kleine Schwester meines Freundes und auf meinen Freund selbst reagiert der Hund mit heftigem Knurren. Gehe allerdings ich hin macht er überhaupt nichts, lässt sich streicheln, kommt her wenn ich ihn rufe, schleckt mich ab, sitzt mir auf den Schoß (obwohl er nicht einmal halb darauf passt :D), wedelt mit dem Schwanz und lächelt sogar. Ich kann selbst nicht erklären warum der Hund so auf mich reagiert. Vielleicht ist es meine Körpersprache, mein Umgang, sein Wissen dass ich es gut mit ihm meine und auch die Tatsache dass ich nicht rumänisch sondern deutsch spreche. Genau kann ich es nicht sagen. Jedenfalls bin ich der Meinung dass der Hund auch nur mit Aggressivität reagiert, weil er es ja soll - er soll das Haus bewachen, deshalb ist er da angebunden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wenn er jemanden hat dem er vertraut - und das tut er mir ja anscheinend - und von der Kette weg ist, ein sehr lieber Hund werden kann. 

Jetzt zu der Situation bei mir zuhause. Wir (ich und mein Freund) wohnen in einer Mietwohnung mit kleinem Garten. Da wir den Garten überhaupt nicht nutzen da er zu klein ist (ca. 15qm) könnten wir dort komplett einen Zwinger und eine Hundehütte hinbauen. Wir gehen beide Arbeiten, ich bin allerdings meistens um 3 wieder zuhause und mache 2 mal die Woche Homeoffice. Der Hund würde dann aber an Tagen, an denen ich zur Arbeit muss und vielleicht auch mal länger bleiben muss den ganzen Tag alleine im Zwinger sein (Bzw. Wohnung: ob er sich da allerdings halten lässt muss sich zeigen). Natürlich würden wir dann morgens und abends spazieren gehen, aber optimal ist das natürlich nicht. Wir hätte zwar jemand (Nachbarin) die Hund liebt und schon selbst welche hatte und aufgrund der Kinder jeden Tag daheim ist und somit auch mal nach dem Hund schauen könnte. Allerdings kann ich natürlich nicht zu 100 Prozent sagen, dass der Hund mal jeden mag, das ist ja nur eine Vermutung/Einschätzung von mir. Allerdings denke ich auf der anderen Seite auch: Es ist besser wenn der Hund bei uns genügend Futter bekommt, zweimal am Tag Auslauf und wenigstens am Wochenende und Morgens und Abends Zuneigung bekommt als: zu wenig Futter und 24h alleine an der Kette. Mir ist das Risiko bewusst, dass es sein kann dass nur ich an den Hund hin darf und er auf andere Leute immer so aggressiv reagieren wird (auch wenn ich das nicht denke). Sollte das so sein wäre der Hund natürlich öfter allein als wenn er sozialisiert werden kann und wir ihn überall mit hin nehmen können. 
Über Hundeschule, Futter, Versicherung, Steuer, EU-Heimtierausweis, Impfen, Einfuhr nach Deutschland, sonst. Kosten, Erlaubnis vom Vermieter usw. habe ich mir natürlich auch schon Gedanken gemacht. Ich weiß trotzdem leider nicht, ob es das Richtige ist den Hund zu holen, oder ob ich es lieber sein lassen soll. 

Vielleicht habt ihr mir einen Tipp oder könnt mir eure Meinung dazu sagen. Vielen Dank schon mal im Voraus.

 

Liebe Grüße

Sabrina_

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Fast alles ist besser als das -sorry- beschissene Leben, das der arme Kerl zur Zeit führt! Mir treibt es die Tränen der Wut in die Augen, wenn ich so etwas höre.

Nimm ihn mit, es wird sich schon irgendwie regeln lassen. Vielleicht findet er ja Gefallen an einem warmen Sofa und muss in der Zeit deiner Abwesenheit nicht im Zwinger sein.

 

vor 31 Minuten schrieb Sabrina_:

Wir (ich und mein Freund) wohnen

 

Du schreibst, er verknurrt auch deinen Freund.

Ich würde zuerst ein Vertrauensverhältnis auch zu ihm aufbauen, wenn du nicht weißt wie du das angehen sollst, frag ruhig nochmal explizit.

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Hast du schon mit den Besitzern des Hundes gesprochen, und sind deine Katzen hundeverträglich und der Hund katzenverträglich?

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Hallo,

 

so gemein wie es es sich anhört, lass ihn dort. Er kennt nichts anderes als diese Kette. Es gibt einen Haufen Szenarien wie es mit ihm werden könnte, aber schlecht oder gar nicht sozialisierte Hunde kompensieren, das selten bis nie. Es gibt Hunde die leben hier ein gutes Leben und es gibt welche die mit diesen ganzen Umständen im neuen Leben nicht zurecht kommen.

 

Aufgrund der Größenangabe vermute ich da einen Herdenschutzhund. Die sind nicht ohne.

 

Klar kann man ihn hier in einen Zwinger sperren, ob er jemals richtig gassi gehen wir, wer weiß. Ich kenne Hunde aus der Rettung die dieses Leben nicht verkraften und nur sehr gesichert, den Zwinger verlassen dürfen, oder eben eingeschläfert werden.

 

Also was sicher auf dich zukommt, ist ein Haufen Arbeit, wenn du ihn holst.

 

Noch dazu kommt, das ich mir nicht vorstellen kann, das ein Vermieter den Kompletten Garten als Zwinger zulässt, der Hund wird auch da Wachen und wahrscheinlich viel bellen.

 

Ich würde versuchen mit den Besitzern erstmal zu sprechen, weil evtl rettest du den einen Hund und der nächste kommt an die Kette.

 

Überlege es dir gut, es ist nicht immer nur mit Liebe und einem Sofa getan.

 

 

 

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@Holo Ich habe jetzt dreimal gelesen und finde es trotzdem nicht, darum frag ich jetzt mal ganz blöd: Katzen? 

 

Zum hund: Ich stimme Juline zu, so gut wie alles ist besser als die jetzige Situation. Schrecklich, wie kann man einem hochsozialen Tier so etwas antun?

 

 

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vor 1 Stunde schrieb Sabrina_:

Eine Nachbarin bringt ihm jeden Tag etwas Trockenfutter - ich selbst habe zwei Katzen und die beiden bekommen täglich mehr Futter als der Hund

@Annali

(Das kenne ich, passiert mir auch ständig) 

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Wenn ihr in der Lage seid, auch einen schlecht sozialisierbaren Hund (möglicherweise mit Deprivationsschaden) in eurem Wohnumfeld zu managen, dann wäre ich absolut dafür, ihn mitzunehmen.

Das müsstet ihr aber alles vorher abklären: Zwinger, Bellen, Eigentümer, Nachbarin deren Kinder, Katzen (reine Wohnungsktzen?) etc.

Wie man anhand der Angaben jetzt einen Herdenschutzhund herauslesen kan,n finde ich schon seltsam (und auch die sind erstmal nur Hunde), die Tatsache, dass er knurrt, ist an sich schon erstmal super. Er kommuniziert und warnt rechtzeitig. Darauf kann man aufbauen, gut ist auch, das er recht schnell Vertrauen fassen konnte. Für den Hund ist eine Ausreise ein wesentlich geringerer Schock, wenn er bereits eine Bezugsperson hat, der er vertraut.

 

Nur das Wohnumfeld und evtl. die Arbeitszeiten klingen etwas zu unflexibel, als dass man sich das nicht genau überlegen muss. Besonders in der Anfangsphase solltet ihr wahrscheinlich ein paar Wochen Urlaub einplanen. Er kennt weder Gassi noch enges Zusammenleben, noch fremde Menschen, da muss man ihn langsam heranführen und darf ihn auf keinen Fall überfordern.

 

 

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Schwierige Sache. Was mir spontan einfällt:

  • Bekommen die Eltern deines Freundes keinen Ärger, wenn ihr den Nachbarshund einfach mitnehmt?
  • Vielleicht kommt ja gleich ein neuer Hund da hin. Könntet ihr die Besitzer ggf. davon überzeugen, keinen neuen Wachhund unter diesen Bedingungen zu halten?
  • Könntet ihr ihn in Deutschland, oder wo ihr jetzt lebt, notfalls schnell und gut weitervermitteln?
  • Habt ihr ein gutes Tierheim in der Nähe mit hoher Vermittlungsquote (dort würde er ja im schlimmsten Fall landen) oder sind die alle überfüllt und er kommt dann vom Regen in die Traufe? Eine Idee: Wenn er dort hin müsste, könntet ihr seinen Unterhalt z.B. weiter bezahlen und bei der Vermittlung helfen.
  • Ich finde 15 qm Garten ziemlich wenig als ständigen Aufenthalt. Das wäre ja insgesamt ein einziger Zwinger ohne die Möglichkeit mal richtig loszurennen. (Der Hovawart meiner Nachbarn hat ca. 80 qm und er tut mir schon ein bisschen leid. Er kann aber auch mal rings um das Haus düsen, wenn ihm danach ist.) Ich sehe da auch das Problem, dass sein Auslauf dann außerhalb des Zwingers stattfinden muss. Wenn er mit der Außenwelt in DE nicht zurechtkommen sollte, hätte er nie richtig guten Auslauf und Abwechslung draußen. Dann könnte ein neues Zuhause besser sein.

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Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich würde vom Herzen her auch dem Hund ein besseres Leben bieten wollen. 

 

Aber: da bekommst du ein Ü-Ei, ein richtiges Ü-Ei.

Der Hund hatte kaum Kontakte zu Menschen, wahrscheinlich kaum zu Hunden, da er sein Leben an der Kette verbracht hat und reagiert auch noch aggressiv auf Menschen. 

 

Ehrlich gesagt finde ich es sehr blauäugig, sich einen solchen Hund ins Haus zu holen und ihn dann mal so eben in den Tagesablauf eingliedern zu wollen. 

Ein solcher Hund ist ein Vollzeitjob. 

 

Natürlich ist es für den Hund besser, bei dir zu leben.

Aber ist es für dich besser, wenn der Hund bei dir lebt? Was machst du im Urlaub oder wenn du als Bezugsperson ausfällst? 

 

Mein Rat lautet ganz klar: lass den Hund da, auch wenn dein Herz blutet.

 

 

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Ist eine blöde Situation in der du da steckst.

Ich würde den Hund auch nicht da lassen wollen, finde aber auch, dass das was du ihm bieten würdest ebenfalls nicht seinen Bedürfnissen entsprechen wird.

Mein Alternativ-Vorschlag wäre daher: Such nach einem geeigneten Zuhause. Ihm wäre schon geholfen, wenn er ein großes Grundstück und täglich seine Portionen Hundefutter bekäme.

 

Ich rate aber auch davon ab das Risiko einzugehen und ihn in eine Mietwohnung zu setzen. Im Zweifelsfall macht ihr euch richtig unbeliebt und bekommt damit richtig Probleme.

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