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Hundeforum Der Hund
Werniman

Problem mit Herrchen, Hund und Nachbarskatze

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Hallo,
ich muss mal etwas ausholen. Meine Frau und ich leben berufsbedingt räumlich getrennt. Meine Frau lebt auf dem Grundstück ihres Chefs Thomas, auch das Firmengebäude steht dort. Privat bewohnen sie gemeinsam ein größeres Einfamilienhaus, welches in 2 getrennte Wohnbereiche aufgetrennt wurde. Jeder hat seinen eigenen Wohnbereich, aber sie nutzen eine gemeinsame Küche.D.h. die Tür zwischen den Lebensbereichen steht deswegen sehr oft offen.  Meine Frau besitzt eine ca. 5 Jahre alte Katze, die auch das Wohnzimmer von Thomas als ihr Revier betrachtet,d.h. sie hat freien Zugang dazu, wenn die Tür offen ist.

Nun ist Thomas so ein Typ Mensch, den man gemeinhin als "Neidhammel" bezeichnet: Er will immer das haben, was die Leute aus seinem Umfeld auch haben. Auch, wenn er die betroffene Sache eigentlich nicht braucht und auch kein Interesse daran hat. Stattdessen interessiert er sich nur für Onlinespiele und wann er die nächste Frau ins Bett kriegt, mehr Interessen hat er nicht. Irgendwelche Vorhersagen von anderen Personen, dass seine ständigen Schnapsideen, dass er dieses oder jenes brauche, sowieso jedes Mal in die Hose gehen und er sich das 2x überlegen sollte, werden ständig mit "Das wird schon!" oder "Du siehst das zu eng!" von Tisch gewischt, weil er glaubt, dass sich sowieso alles im Leben von selbst regelt.

Warum schreibe ich das in einem Hundeforum? Nun, sein bester Freund hat sich vor wenigen Monaten einen Hund angeschafft, also kam Thomas auf die Schnapsidee, auch einen Hund zu wollen. Und fand den auch gleich, indem er einen ca. 5 Jahre alten deutschen Boxer von seiner Stieftochter übernahm, welcher nun seit ca. 3 Wochen in Thomas´ Haushalt lebt. Der Hund folgt ihm auf "Schritt und Tritt". Das macht übrigens auch die Katze bei meiner Frau. Sprich: tagsüber ist die Katze am liebsten mit in der Firma und schläft direkt neben dem Arbeitstisch meiner Frau. Und der Hund ist im Büro nebenan bei seinem neuen Herrchen.  Allerdings zeigt sich auch das, was ich schon im letzten Absatz ansprach: Thomas hat kein wirkliches Interesse am Hund:  2-3x am Tag zum Gassigehen mit dem Hund übers Grundstück laufen und mit ihm um das Hundespielzeug raufen ist schon das Maximum, was er ihm aktiv an Zeit widmet. Ausführlichen Auslauf bekommt der Hund nur, wenn meine Frau ihn mal auf ihren allabendlichen Spaziergängen mitnimmt. Soweit zur Vorgeschichte.

Natürlich hatten wir Bedenken, ob das gut geht, wenn ein ausgewachsener Hund in das "Revier" einer ausgewachsenen Katze kommt. Das wurde von Thomas natürlich auch wieder mit "Das wird schon!" vom Tisch gewischt.  Das erste Zusammentreffen von Hund und Katze war entsprechend "verhalten", d.h. die Katze hat den obligatorischen Katzenbuckel gemacht und ihn bei jeder Gelegenheit angefaucht, ohne ihn aber physisch anzugreifen. Der Hund hat natürlich ein paar Mal zurückgekläfft und auch 2x nach ihr geschnappt. Mit dem Ergebnis, dass sich die Katze 2 Tage lang unterm Bett versteckt hat und nur kurz zum Fressen und für ihr "Geschäft" hervorkam.  Die nächsten Tage waren dann von gegenseitiger Angst geprägt, Hund und Katze sind sich aus dem Weg gegangen und regelrecht hinter dem jeweiligen Herrchen/Frauchen versteckt, wenn sie sich gesehen haben. Kurz darauf schien sich die Lage beruhigt zu haben und beide konnten sogar im selben Zimmer sein, haben sich scheinbar ignoriert. Leider nur dann, wenn sie "unter Beobachtung" eines Menschen waren. Kaum waren Hund und Katze wieder vermeintlich unbeobachtet, flogen wieder die Fetzen, wobei die Aggression aber eindeutig vom Hund ausging (dank Webcams ist es ja kein Problem, sowas "remote" zu beobachten). 

Inzwischen ist der aktuelle Stand so, dass zumindest meine Frau drauf achtet, dass sich Hund und Katze möglichst nicht begegnen, wobei Thomas das natürlich nicht so sieht und den Hund auch dann auf den Hof lässt, wenn die Katze draußen ist. Mit dem Ergebnis, dass der Hund sofort anfängt, die Katze zu jagen und sich auch nicht durch Rufe dadurch abbringen lässt, sondern wirklich körperlich festgehalten werden muss.  Interessanterweise hat die Katze mit anderen Hunden kein Problem, die akzeptiert sie sogar im eigenen Revier (etwa wenn der Grundstückseigentümer mit seinem Schäferhund vorbeikommt).

Was denkt ihr, wie man weiter verfahren sollte ?  Thomas hat sich nun breitschlagen lassen, sich am kommenden Montag erstmal von einem Hundetrainer beraten zu lassen, aber ich fürchte, er glaubt, dass man dem Hund die Aggressivität gegenüber Katzen mal eben mit 1h Training abgewöhnen kann.  Besteht da eine Chance, dass man dem Hund das tatsächlich abtrainieren kann oder wird hier eher das Sprichwort greifen, dass man einem "alten Hund keine neuen Tricks mehr beibringt" ?  Wir erwarten ja nicht, dass Hund und Katze beste Freunde werden, es würde schon reichen, wenn sie sich einfach gegenseitig ignorieren.
Mal so dumm gefragt: wie lange dauert so eine "Hundeausbildung" eigentlich durchschnittlich, bis ein Hund lernt, dass er auf Zuruf zum Herrchen zurückkommt und "Platz macht" ? Das wäre nämlich die zweite Sache, die der Hund lernen sollte. 

 



 

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Wie man dieses Problem lösen kann? Wohl nur durch konsequente Trennung.

 

Mein Hund "liebt" Katzen über alles. 🙄 Ihn kann man auch nur durch Festhalten davon abbringen, einer Katze etwas anzutun. Man sollte die Situation aber schnellstens beenden, es könnte sein, dass er rund um sich rum schnappt bei dem Versuch an die Katze ranzukommen. Er ist dann ziemlich aggressiv, ich kann mir nicht vorstellen, dass man das abtrainieren könnte.

 

Sicheren Rückruf beherrscht er, ist in solchen Situationen allerdings wirkungslos. Wenn der Rückruf dazu dienen soll, dass der Hund nicht auf die Katze losgeht, naja, hängt wohl von der Entfernung ab, ob da noch eine Chance besteht, dass es funktioniert. Wenn er aber schon richtig im "Jagdrausch" ist ... besser nicht ausprobieren, Situation nicht entstehen lassen.

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Zunächst mal finde ich es unverantwortlich, die beiden, Hund und Katze, miteinander allein zu lassen. Es wurden in solchen Konstellationen schon Katzen getötet und Hunden die Augen zerkratzt,

 

vor 5 Stunden schrieb Werniman:

Besteht da eine Chance, dass man dem Hund das tatsächlich abtrainieren kann

 

Die Chance besteht, wenn das Verhalten des beiden mit Geduld, Geschick und dem nötigen Wissen und Können beeinflusst wird. Das dauert aber wesentlich länger als 1 Stunde und setzt voraus, dass sehr oft, am besten täglich trainiert wird, und zwar immer, wenn sich die beiden Tiere im gleichen Raum aufhalten.

 

vor 5 Stunden schrieb Werniman:

Mal so dumm gefragt: wie lange dauert so eine "Hundeausbildung" eigentlich durchschnittlich, bis ein Hund lernt, dass er auf Zuruf zum Herrchen zurückkommt und "Platz macht" ?

 

Das kann zwei Wochen oder ein Jahr dauern oder niemals funktionieren -zu viele Faktoren spielen da hinein, als dass man eine allgemeine Aussage treffen könnte.

 

Wenn ich deine Frau wäre, würde ich mir wahrscheinlich eine andere Wohnung suchen.

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Türe zwischen den Wohnungen geschlossen halten.

Alles andere setzt langwieriges Training voraus. Falls die Katze ein Freigänger ist, hat sie draußen das übliche Freigängerrisiko.

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Wenn ihr wisst das es mit Hund und Katze ohne Aufsicht nicht klappt, dann gehören sie zuverlässig getrennt wenn keiner da ist.

Außerdem würde ich der Katze im Haus einige Fluchtmöglichkeiten (nach oben - wie Katzenbaum oder Klettertreppe für einen Schnrank, Wandregale auf die sie kommt, keine Verstecke am Boden) damit sie mehrere sichere Zufluchtsorte hat.

 

Auch im Garten kann man ihr ein paar Fluchtmöglichkeiten anbieten. 

Allerdings muss man immer aufpassen, wenn es im Garten nicht funktioniert. Jede Katze kann in der Flucht mal einen Fehler machen, sich vertreten, die falsche Richtung einschlagen, die falsche Strategie wählen und dann reicht vielleicht die Zeit nicht mehr. Also da würde ich darauf bestehen, dass der Hund nicht gerade dann in den Garten darf wenn die Katze draußen ist. Andersrum kann die Katze mal warten, wenn der Hund gerade draußen ist. 

 

Bei eine Hundetrainerstunde lernt ist erster Linie der Mensch, nicht der Hund. Erst wenn der Mensch nach dem Training mit dem Hund arbeitet, ist die Zeit in der der Hund die Übungen verinnerlicht. Man muss schon am Ball bleiben und üben.

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Hallo,
vielen Dank für eure Antworten. Momentan ist es wirklich so geregelt, dass Hund und Katze voneinander getrennt sind. Frühs darf erst der Hund zum Gassigehen auf den Hof, danach die Katze für ihren "Inspektionsgang" im Revier. Vormittags bleibt dann immer einer von beiden im Haus (mal der Hund,mal die Katze) und nachmittags wird dann getauscht. Funktioniert, ist aber wohl keine Dauerlösung. Mittags und Abends das gleiche Spiel.

Da Thomas am Wochenende oft auf Messen unterwegs ist, bleibt der Hund dann auch bei meiner Frau. Dieses Wochenende war´s zum ersten Mal.  Allerdings kann sie halt nur immer bei einem von beiden sein..beim Hund oder bei der Katze.  Samstag war es absolut chaotisch, weil der Hund ständig nach seinem Herrchen gesucht hat und regelrecht aufgedreht war, weil er ihn nicht fand.
Sonntag war´s schon spürbar besser, was aber wohl eher dran lag, dass meine Frau heute frei hatte (sie arbeitet normalerweise 6 Tage/Woche) und der Hund durch die (geschlossene) Verbindungstür hörte, dass er nicht allein im Haus ist. Offenbar hat er Angst davor, alleine zu sein. Probehalber hat meine Frau dann heute Mittag mal auf dem Laptop ein Youtube-Video mit Hundemusik (ja..sowas gibts tatsächlich) gestartet...nach 10min schlief der Hund wie ein Baby. Das scheint ihn immens zu beruhigen. Sehr interressant. Nachmittags gabs dann noch einen ausführlichen Spaziergang, damit er nicht den ganzen Tag allein ist. Kann man so machen, aber optimal finde ich das nicht. 

Montag solls dann zum Hundertrainer gehen, um mal seine Einschätzung zu hören. Wie schon geschrieben, befürchte ich fast, dass Thomas wieder alles herunterspielen wird (deswegen will meine Frau auch mitgehen) und glaubt, man könne sowas mit 1-2h Training schon "hinbiegen".

Die Katze ist so ein kleiner Mischmasch aus Freigänger und Wohnungskatze. Sie hat zwar draußen ihr Revier (ca 60x60m groß) und verlangt 2-3x täglich ihren Auslauf auf dem Grundstück, aber meist ist sie nach spätestens 20-30min wieder da, weil sie eigentlich nur einen "Kontrollgang" macht. Wenns was Interessantes zu gucken gibt (etwa wilde Kaninchen oder Eichhörnchen), dann kann das auch schonmal 2h dauern. Nachts draußen zu bleiben ist ein No-Go, weil sich dann draußen Füchse rumtreiben und sie sich mit denen besser nicht anlegen sollte (das weiß sie auch).

 

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