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Hundeforum Der Hund
Frantack

Blickkontakt nach stressiger Situation

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Hallihallo, 

 

ich habe seit ca. 2 Monaten einen Hund aus dem Tierheim (5 Jahre alt) und wir sind fleißig am üben. Es läuft auch schon ziemlich gut, allerdings kommt es doch noch manchmal vor, dass er andere Hunde anbellt beim Gassi gehen, meistens wenn man nicht wirklich ausweichen kann. Jedenfalls, schaut er mich immer gleich nachdem er gebellt und die Situation eigentlich vorbei ist an und ich weiß nicht wie ich reagieren soll: 

soll ich ihn loben weil er mich dann anguckt und dann in dem Moment auch wieder ruhig ist 

oder soll ich’s ignorieren weil er Bestätigung möchte dass sein Verhalten (Bellen, Leine zerren) richtig war. 
 

Bin ziemlich unsicher wie ich mich bei diesem Blickkontakt verhalten soll und was er von mir in dem Moment erwartet.


Vielen Dank für eure Hilfe!

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vor 51 Minuten schrieb Frantack:

allerdings kommt es doch noch manchmal vor, dass er andere Hunde anbellt beim Gassi gehen

 

Warum bellt er andere Hunde an, weißt du das? Ist er eher ängstlich und will sie sich vom Leib halten? Oder ist er gefrustet, weil er nicht hin darf?

Wie trainiert ihr das?

 

Diesen Blick zum Mensch nach einer schwierigen Situation kenne ich gut :) denke aber, dass es -je nach Hund, je nach Situation- verschiedenes ausdrückt. Eine Rückversicherung, ein Abchecken der Stimmung des anderen, eine Geste der Einigkeit /des Zusammengehörens... letztendlich ist aber doch alles Vermutung, Interpretation und Spekulation, wissen werden wir es nie.

 

Loben oder ignorieren?

Ich habe immer ein paar freundliche Worte für einen Hund, der mich anschaut, egal was vorher war. Er hat ja nichts "falsch" gemacht, in seinen Augen war sein Verhalten immer richtig. Will ich ihm ein anderes Verhalten beibringen, werde ich vorher aktiv, zeige Alternativen, verändere Motivationen, stärke sein Selbstvertrauen oder seine Sozialkompetenz, je nachdem, wo seine Defizite oder Schwächen liegen.

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Am besten ist es schon vorher zu reagieren.

Schon wenn der Hund ortet, sich anspannt usw. " Ah ein Hund, das hast du gut gesehen-Loben Keks-, und "komm wir weichen aus/Loben Keks" (wenn er Kontakte unterbinden will) oder "warte, ich frag, mal ob der Kontakt will -Lobn Keks" (sich mit anderm Hundehalter absprechen zwecks Ableinen, wenn das Bellen aus Frust, nicht hinzudürfen geschieht).

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Ich kenn das jetzt meist nur so - und vor allem im Freilauf - dass mein Hund (Intakter Rüde, 2 Jahre alt) bereits vorher zu mir schaut (er unterbricht dann auch Fixierung) und manchmal zusätzlich danach. Vorher ist für mich die Aufforderung von seiner Seite, ihm eine Hilfestellung zu geben, die Situation zu lösen.Danach ist dann für mich oft die Aufforderung, dass er UNSERE Distanz zum Hund sucht und darauf wartet, dass ich ihm das als OK bestätige. Und diese Bestätigung bekommt er von mir, indem ich mit ihm weitergehe :) bisher hat sich das nicht negativ ausgewirkt sondern er sucht zunehmend den Blickkontakt in solchen Situationen und nimmt Hilfe zunehmend besser an. 


Allerdings gibt es bei ihm auch (wenn auch seltener) einen mehrfachen Blickwechsel zwischen mir und Fremdhund (Warnsignal für mich): Jetzt prüft er die Distanz und ab diesem Moment kann er nach vorne gehen, wenn es zur Distanzunterschreitung kommt.  Hier benötigt er sehr starke Hilfestellung zur Deeskalation bis hin auch mal zu reinem Management von meiner Seite.  

 

wie so oft denke ich: Situations-, Hunde- und HH-abhängig, was der Hund mitteilen möchte und was die richtige Reaktion ist. Im Zweifelsfall: guten Trainer hinzuziehen, der einem die „Hundesprache“ des eigenen Hundes situativ erklärt :) 

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Ich kenne das von einer Hündin als Rückversicherung nach schwierigen Situationen oder Aufgaben. Ich sage dann immer etwas freundliches - aber wenn ich möchte, dass sie ruhiger und gelassener wird (wenn sie zum Beispiel eine "Bedrohung" mehr oder weniger ignoriert hat) spreche ich auch bewusst ruhig und langsam mit ihr, wenn ein aufgedrehter Hund okay ist spreche ich auch dementsprechend aufgeregter mit ihr ( wenn zum Beispiel ein Rückruf gut funktioniert hat). 

 

Generell fällt es vielen Hunden schwer Blick-Kontakt auf zu nehmen, deswegen würde ich das immer positiv bestätigen.

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Bestätigen, evtl mit Leckerlie belohnen, mit einem Wort belegen, in unstressigen Momenten immer mal locker üben.

Dann in Bellsituationen immer früher abfragen. Also nicht mehr warten bis er dich anschaut, sondern ihn kurz vorher ansprechen, wenn er aufhört zu bellen. Dann ins Bellen reinsprechen. Ziel: Vor dem Bellen/Fixieren (was auch immer er macht) ansprechen und Blickkontakt halten bis die Situation vorbei ist. Dann belohnen. 

Das wäre dann reines Management für schwierige Situationen.

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Das wäre Gehorsam als Ablenkung und wie ja dazu erwähnt wurde reine Managementmaßnahme, die meiner Meinung nach voraussetzt,

 

- dass der Hund gerne Gehorsam und will to please zeigt

- es mehr oder weniger sinnlos ist, einen Auslöser positiver zu verknüpfen

- andere Alternativverhalten schlechter angenommen werden

Kommt sehr auf den Hund an, ob man in die Richtung trainieren sollte- bei meinem Hund wäre das unmöglich bis kontraproduktiv, die will die Gefahr im Auge behalten und wissen, dass ich den Überblick und eine Handlungsmaßnahme habe. Deswegen (und primär weil ich will, dass die Auslöser nicht mehr so negativ empfunden werden) wird benannt, idealerweise jeder Blick zum Auslöser belohnt und ein wohlfühlabstand gehalten.

Wenn es dann doch zu plötzlichen zu dichten Situationen kommen sollte, breche ich ruhig ab, je nach Schwierigkeit mit einem poitiven Unterbrecherkeks und wir bewegen uns ein paar Schritte vom Auslöser weg "Komm mal her, wir gehen da lang ". So wird auf Dauer der negative Reiz abgeschwächt, die Gefahr nicht mehr so schlimm empfunden, das dauert aber und braucht viele gute Erfahrungen, dass das Alternativverhalten (wie Ausweichen, Bogenlaufen) auch klappt.

 

Will heissen: sehr viele Leute trainieren in die Gehorsamsrichtung, aber nur beim entsprechenden Hundetypus kann das überhaupt funktionieren.

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Ein bißchen stimme ich hier @gebemeinensenfdazu zu. Ich übe zwar auch ein Aufmerksamkeitssignal, aber dafür ist mein Hund in solchen Situationen nur wenig empfänglich. Im Gegenteil, es bestärkt sogar eher seine Skepsis. Er muss es von selbst anbieten und eine entsprechende lösungsorientierte Antwort von mir darauf erhalten. Dann entsteht bei ihm ein nachhaltiger „Lerneffekt“, durch den er sich zunehmend in solchen Situationen an mir orientiert. So zumindest mein Eindruck. Reinen Gehorsam kann ich bei ihm (derzeit) nicht abrufen. 

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Man kann problemos beide Varianten nebeneinander trainieren. Mache ich und es funktioniert. 

Und es ist kein reiner Gehorsam, sondern ein Umlenken/Ablenken, was ich als Management nicht nur ok, sondern als völlig richtig erachte, wenn man nicht ausweichen kann. Es mag Hunde geben, bei denen das nicht funktioniert. Aber für die meisten funktioniert IRGENDWAS als Ablenkung.

 

Natürlich trainiere ich mit Zeigen und Benennen. Knallt der Hund trotzdem häufig in die Leine, weil ihn viele Situationen noch überfordern, muss ich den Stresslevel möglichst niedrig halten, indem ich ihn so selten wie möglich der Überforderung aussetze und das tue ich, indem ich ihn - wenn nicht physisch möglich - zumindest psychisch rausnehme. 

Jeder kann ja hier nur von eigenen Erfahrungen berichten und der TE sucht sich Passendes für sich und seinen Hund raus.

Bei uns ist es so, dass Zeigen und Benennen mit Ausweichen/Bogenlaufen dann besonders gut funktioniert, wenn wir zuvor auch mit Management ohne Probleme an Hunden vorbeigegangen sind und er gemerkt hat, dass nichts passiert.

Manage ich nicht, sondern versuche zwanghaft nur durch Ausweichen und Benennen durch den Spaziergang zu kommen, um den Hund ja nicht zu überfordern, stresst das uns beide und seine Individualdistanz wird größer. 

 

Es kommt natürlich auf die Motivation des Hundes an und wie stark das Verhalten ausgeprägt ist. Für manche reicht vielleicht das “vernünftige Trainieren“ bzw das Management wäre ein Rückschritt. Manchmal kann das aber noch zusätzlich frustrieren, wenn der Hund zu schnell gestresst ist. 

 

Also antworte ich auf die Frage, ob bestätigen oder nicht: Unbedingt ja, wer weiß, wofür es noch gut ist. ;)

 

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vor 3 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Wenn es dann doch zu plötzlichen zu dichten Situationen kommen sollte, breche ich ruhig ab, je nach Schwierigkeit mit einem poitiven Unterbrecherkeks und wir bewegen uns ein paar Schritte vom Auslöser weg

Na das ist doch dasselbe wie bei uns. :D

Nur dass Femo Situationen schon zu dicht empfindet, die deine Hündin noch ok findet. Er zeigt das dementsprechend früh an und teilweise versuche ich dann Variante 1 (Z&B) nicht mehr, weil es zu nah/zu spät ist. 

 

vor 3 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

bei meinem Hund wäre das unmöglich bis kontraproduktiv, die will die Gefahr im Auge behalten und wissen, dass ich den Überblick und eine Handlungsmaßnahme habe.

Deine Hündin hat von Welpenbeinen an gelernt, dass du Dinge regelst. Du hast da seit jeher einen Fuß in der Tür. Ich finde das nicht so vergleichbar. 

Aber auch da: Wir machen nichts anderes, ich muss ihn nur noch mehr daran erinnern, dass er nicht nach Vorne gehen braucht. 

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