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Hundeforum Der Hund
Kanae

Scheu nehmen/ An Knurren arbeiten?

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Hallo liebes Forum, mal wieder eine Frage :)

 

Vorab sag ich schon mal, dass mein Hund in keiner dieser Situationen Anstalten gemacht hätte, nach vorn zu gehen, er ist auch nicht panisch, also verliert nicht völlig den Verstand und flippt aus vor Angst. Es ist wirklich Skepsis, die in Ängstlichkeit umschlägt, er bleibt ansprechbar.

 

Von Anfang an war mein Hund sehr skeptisch und auch etwas ängstlich bei Menschen, die er gruselig findet, das wären Kleinkinder, manche Rentner und die meisten- sorry für die Formulierung- dicken älteren Männer. 

Kleinkinder sind nicht das Problem, die darf er komisch finden, er weicht ihnen einfach aus und meistens sind ja Eltern dabei, die das Kind auch zurücknehmen und wenn man ihn lässt, schnuppert er vorsichtig und beobachtet dann weiter aus der Ferne, bei Kindern ab sechs Jahren lässt er sich auch streicheln, aber das sind auch keine Kleinkinder mehr.

 

Mehr Probleme bereiten die Rentner und die Männer, die es oft gut meinen und sich dann über ihn beugen und auf ihn einreden, das unterbinde ich dann, indem ich sie bitte, den Hund in Ruhe zu lassen. Wenn diese Art Männer in meine Wohnung kommt, hat er früher geknurrt, das habe ich bearbeitet, indem ich solchen Besuch gemeinsam mit ihm von der Straße abgeholt und in die Wohnung gebracht hab, wenn er dann noch knurrte, schickte ich ihn auf seinen Platz. Inzwischen knurrt er nicht mehr, ist auch neugierig, tigert dann aber um die Personen herum und versucht möglichst unauffällig zu schnuppern. Nach einer Weile beruhigt er sich, anfassen lässt er sich meist sogar auch, wenn er vorher eine ganze Weile in Frieden gelassen wurde und man ihm den ersten Schritt lässt. 

 

Seit kurzem wird das ängstliche Verhalten aber auch draußen wieder etwas stärker, in einem Wartezimmer hat er letztens einen Rentner angeknurrt, weil der ihm eh schon unheimlich war und dann noch ihn anstarrend auf den Hund zukam. Auch meine Großmutter hat er letztens angeknurrt, aber erst nach einer Weile, als sie ihn zu sehr bedrängte.

Wenn er kann, sucht er Schutz bei mir, also er versucht, sich hinter mir zu verstecken, meistens hört dann auch das Knurren auf. Ich mache mir keine Sorgen, dass er nach vorn gehen könnte, dafür müsste man ihm jede Fluchtmöglichkeit abschneiden. Wenn er knurrt, will er einfach mehr Raum haben, trotzdem nehme ich das ernst, weil er schon vorher sehr deutlich und klar kommuniziert, das Knurren ist eine wichtige Warnung, die ich ihm eigentlich nicht verbieten will.

Nur ging es vorher monatelang auch ohne knurren, ich weiß nicht, warum er sich jetzt wieder bedrängter fühlt. Auch in einem vollen Bus oder belebten Straßen sind Männer und Rentner kein Problem, er weicht aus, wenn er kann, knurrt aber nicht und macht auch sonst nicht mehr als einen Bogen oder möglichst nah bei mir zu laufen.

Kann ich etwas tun, um es ihm angenehmer zu machen? Ich denke, dadurch dass diese Sorten Menschen in seiner Sozialisierungsphase gefehlt haben, wird er sie wohl eher nie auf Anhieb lieben?

Bei Menschen, die ich kenne, wie meiner Oma etwa, konnte ich darum bitten, dass sie ihm einfach Futter aus der Hand gibt oder hinwirft, wenn er sich nicht rantraut, das hat es aber nicht wirklich besser gemacht. Muss oder sollte ich das überhaupt bearbeiten? Ich verstehe, warum er es macht, er "sagt" nur, was ihm zu weit geht, wenn ich ihm dann mehr Raum ermögliche, ist alles gut. Aber gibt es etwas, um es ihm leichter zu machen? 

Ich habe irgendwie die Angst, dass er mir bis vor kurzem mehr vertraut hat, diese Situationen für ihn zu regeln, aber ich könnte mir nicht erklären, woher der Vertrauensverlust kommen sollte. Er orientiert sich immer noch stark an mir und sucht Schutz bei mir, aber eben wieder mit Knurren... 

 

Liebe Grüße, ich freu mich über Antworten :)

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vor 20 Minuten schrieb Kanae:

Ich habe irgendwie die Angst, dass er mir bis vor kurzem mehr vertraut hat, diese Situationen für ihn zu regeln, aber ich könnte mir nicht erklären, woher der Vertrauensverlust kommen sollte.


Das glaube ich nicht. Ich denke eher, dass es daran liegt, dass er langsam erwachsen wird und aus der Pubertät rauskommt. Meine Hündin ist heute auch viel deutlicher im kommunizieren, wenn sie etwas doof findet. Sie nimmt nicht mehr so viel hin, gibt früher Bescheid, wenn sie mehr Abstand will. Das jugendliche Verhalten verschwindet einfach, der Hund wird selbstsicherer und selbstbewusster. Meine Hündin ist jetzt 4 Jahre und 5 Monate alt und heute deutlich „ungeduldiger“ mit Menschen oder Hunden, die sie nicht mag oder die ihr suspekt sind, als sie das vor 2,5 Jahren war (Shibas sind „Spätentwickler“ und erst mit 4-5 Jahren so richtig erwachsen).

 

Ich finde du machst das gut so. Dein Hund muss nicht jeden gutfinden, auch nicht jeden „Typ“ von Menschen. Ich finde es wichtig, dass die Individualdistanz des Hundes respektiert und beachtet wird. Bei Personen im Bekannten- und Verwandtenkreis kann schönfüttern aber sicher nicht schaden und sehr zur Entspannung von Besuchen beitragen.  :)

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vor 21 Minuten schrieb Annali:


Das glaube ich nicht. Ich denke eher, dass es daran liegt, dass er langsam erwachsen wird und aus der Pubertät rauskommt. Meine Hündin ist heute auch viel deutlicher im kommunizieren, wenn sie etwas doof findet. Sie nimmt nicht mehr so viel hin, gibt früher Bescheid, wenn sie mehr Abstand will. Das jugendliche Verhalten verschwindet einfach, der Hund wird selbstsicherer und selbstbewusster. Meine Hündin ist jetzt 4 Jahre und 5 Monate alt und heute deutlich „ungeduldiger“ mit Menschen oder Hunden, die sie nicht mag oder die ihr suspekt sind, als sie das vor 2,5 Jahren war (Shibas sind „Spätentwickler“ und erst mit 4-5 Jahren so richtig erwachsen).

 

Ich finde du machst das gut so. Dein Hund muss nicht jeden gutfinden, auch nicht jeden „Typ“ von Menschen. Ich finde es wichtig, dass die Individualdistanz des Hundes respektiert und beachtet wird. Bei Personen im Bekannten- und Verwandtenkreis kann schönfüttern aber sicher nicht schaden und sehr zur Entspannung von Besuchen beitragen.  :)

Interessanter Punkt, tatsächlich hab ich vor kurzem auch das erste mal erlebt, dass er einem Hund beim Spielen eine kurze Ansage gemacht hat, dass ihm etwas zu doll wurde, vorher hat er dann immer eher den Rückzug angetreten, wenn es zu doll wurde, also entweder ist er zu mir gerannt oder hat mit komplett aufgestelltem Fell das Tempo angekurbelt und die andern hinter sich zurückgelassen- ist ja ein Windhundmix. Aber das werde ich beobachten, ob er jetzt einfach insgesamt "mehr für sich einsteht" 

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Wie alt ist er denn jetzt ?

 

Bei Lotti ist es dasselbe, nur das sie Kinder noch einen Tacken gruseliger findet ;) - insgesamt wurde sie mit jeder Läufigkeit ernsthafter, mit der ersten Läufigkeit mit einem Jahr fing sie an Rüden anzugehen die ihr zu aufdringlich waren und beim Spielen andere Hunde anzumosern -oder durch die Gegend zu jagen- wenn es zu grob wurde - sie hat mit 2 Jahren angefangen, am Zaun auch zu Bellen und nicht nur zu glotzen...  und auch das Schutzverhalten im Dunklen hat sich verstärkt, komische Menschen - grade jetzt wieder mit Kapuzen/ Mützen werden mit dem zarten Stimmchen von 5 ausgewachsenen Rottweilerrüden "begrüßt" :P Lotti würde jedoch bei sozialen Konflikten nicht weglaufen sondern nach Vorne gehen.

 

Auf der anderen Seite ist sie Frauen gegenüber inzwischen richtig offen und klettert gerne im Zooladen jeder auf den Schoss und schlabbert die ab.

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vor 3 Stunden schrieb pixelstall:

Wie alt ist er denn jetzt ?

 

Bei Lotti ist es dasselbe, nur das sie Kinder noch einen Tacken gruseliger findet ;) - insgesamt wurde sie mit jeder Läufigkeit ernsthafter, mit der ersten Läufigkeit mit einem Jahr fing sie an Rüden anzugehen die ihr zu aufdringlich waren und beim Spielen andere Hunde anzumosern -oder durch die Gegend zu jagen- wenn es zu grob wurde - sie hat mit 2 Jahren angefangen, am Zaun auch zu Bellen und nicht nur zu glotzen...  und auch das Schutzverhalten im Dunklen hat sich verstärkt, komische Menschen - grade jetzt wieder mit Kapuzen/ Mützen werden mit dem zarten Stimmchen von 5 ausgewachsenen Rottweilerrüden "begrüßt" :P Lotti würde jedoch bei sozialen Konflikten nicht weglaufen sondern nach Vorne gehen.

 

Auf der anderen Seite ist sie Frauen gegenüber inzwischen richtig offen und klettert gerne im Zooladen jeder auf den Schoss und schlabbert die ab.

Er ist ungefähr zwei, man weiß es nicht ganz sicher, es könnte sein, dass er auch etwas jünger ist. Wie hast du es hingekriegt, dass sie Frauen gegenüber offen ist? Meiner fand Frauen von Anfang an super, auf die geht er meist auch gleich zu, bis auf einige Ausnahmen

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vor 7 Stunden schrieb Kanae:

und sucht Schutz bei mir, aber eben wieder mit Knurren... 

Daran ist doch gar nichts verkehrt, er teilt dir seine Ansicht und sein Unbehagen mit- super! Beste Grundlage für Zeigen und Benennen mit anschliessendem Alternativerhalten zum Abstandgewinnen. Ich würde ihn sich nur dem Auslöser nähern lassen, wenn er das will . Dass er das nicht will, teilt er ja mit- Insofern: "Ahh ein Kind. Gut geshen! Lob/Keks. "Komm wir gehen zur Seite und warten!" Abstandkriegen/Ausweichen- im sicheren Abstand beobachten lassen. , Lob Keks.

Knurren ist Kommunikation. Wenn du nicht sein "Ich mag nicht" respektierst, riskierst du, dass er irgendwann selber Abstand schaffen muss, weil er sich belästigt oder bedroht fühlt. Er soll sich aber ganz auf dich verlassen können und die Auslöser sollen wenigstens für Kekse gut sein. So wird der Hund langsam sicherer, und kann gelassener beobachten, sich sukzessive auf Kekse freuen.

Das mit dem Anfassen Lassen würde ich komplett lassen. Er fiddlet- es ist ihm unangenehm. Schnuppern soll er dürfen, aber er muss sich nicht anfassen lassen und darauf vertrauen können, dass du ihm das ersparst.

Das ist kein "Erfolg", wenn er fiddlen muss. Der Hund zeigt deutliches Konfliktverhalten.

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Schutzverhalten sehe ich da gar nicht (würde ich auch nicht da mit reinpacken), sondern reine Selbstschutzversuche.Das hat wenig mit Erwachsenwerden aber eine Menge mit Überforderung und grundsaetzlichem Vertrauen dem Besitzer gegenüber zu tun und wie gesagt: es ist gut, dass er sich mitteilt! Ich würde das permanent positiv bestätigen.

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vor 5 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

Daran ist doch gar nichts verkehrt, er teilt dir seine Ansicht und sein Unbehagen mit- super! Beste Grundlage für Zeigen und Benennen mit anschliessendem Alternativerhalten zum Abstandgewinnen. Ich würde ihn sich nur dem Auslöser nähern lassen, wenn er das will . Dass er das nicht will, teilt er ja mit- Insofern: "Ahh ein Kind. Gut geshen! Lob/Keks. "Komm wir gehen zur Seite und warten!" Abstandkriegen/Ausweichen- im sicheren Abstand beobachten lassen. , Lob Keks.

Knurren ist Kommunikation. Wenn du nicht sein "Ich mag nicht" respektierst, riskierst du, dass er irgendwann selber Abstand schaffen muss, weil er sich belästigt oder bedroht fühlt. Er soll sich aber ganz auf dich verlassen können und die Auslöser sollen wenigstens für Kekse gut sein. So wird der Hund langsam sicherer, und kann gelassener beobachten, sich sukzessive auf Kekse freuen.

Das mit dem Anfassen Lassen würde ich komplett lassen. Er fiddlet- es ist ihm unangenehm. Schnuppern soll er dürfen, aber er muss sich nicht anfassen lassen und darauf vertrauen können, dass du ihm das ersparst.

Das ist kein "Erfolg", wenn er fiddlen muss. Der Hund zeigt deutliches Konfliktverhalten.

Zum Anfassen lassen: Wenn unheimlicher Besuch ihn lange genug ignoriert, legt er sich manchmal sogar zu der Person auf die Couch und klappt ein Bein hoch, um am Bauch gekrault zu werden oder er legt den Kopf auf´s Knie, also wenn man ihm die Zeit gibt, beruhigt er sich und macht selbst den ersten Schritt, er findet es also nicht 100% alles doof, er braucht nur länger, um die Situation einschätzen zu können

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@Kanae 

Das heisst nicht unbedingt, dass er dann die Situation positiv beurteilt.

Ich habe lang gebraucht zu kapieren, dass bei unserer Kissy dieses 'unbedingt vom Besuch gestreichelt werden wollen' besonders auch in neuen Situationen bei z.B. fremdem Besuch ein Ausdruck ihrer Unsicherheit ist. 

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vor einer Stunde schrieb gatil:

@Kanae 

Das heisst nicht unbedingt, dass er dann die Situation positiv beurteilt.

Ich habe lang gebraucht zu kapieren, dass bei unserer Kissy dieses 'unbedingt vom Besuch gestreichelt werden wollen' besonders auch in neuen Situationen bei z.B. fremdem Besuch ein Ausdruck ihrer Unsicherheit ist. 

Oh, okay, das werde ich nochmal beobachten, daran hab ich gar nicht gedacht..

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