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Hundeforum Der Hund
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Persönlichkeit

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Keine Ahnung, ob es hier reinpasst, aber angeregt von dem unsäglichen Rudelstellungsgedöns und anderen, die versuchen, Hunde in Typen zu packen, habe ich mir Gedanken gemacht. Natürlich ist der Mensch schnell verleitet, wenn man ihm einfache Schubladen zeigt, da sofort alles hineinstopfen zu wollen, aber sobald ich eine Krücke in Form von Mischtypen brauche, hinkt das ganze doch, und nicht alles, was hinkt, taugt zum Vergleich...

 

Also was sind die Eigenschaften, anhand derer man eine Persönlichkeit "erkennt", denn natürlich gibt es "Typen" im weitesten Sinne, es gibt Hunde, die andere Kompetenzen als andere Hunde haben, und die sie zu bestimmten Funktionen/Aufgaben befähigen, oder eben nicht befähigen. Nur, wie setzen sich diese Kompetenzen zusammen, welche Eigenschaften stecken in welcher Kombination dahinter ?

 

Es gibt für Menschen die sog. Big Five. als Hauptdimensionen um eine Persönlichkeit zu beschreiben, die da wären:

 

Offenheit für Erfahrungen (Aufgeschlossenheit),

Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus),

Extraversion (Geselligkeit),

Verträglichkeit (Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft, Empathie) und

Neurotizismus (emotionale Labilität und Verletzlichkeit).

 

Ich habe die letzten Tage ein wenig rumgedacht und versucht, etwas ähnliches zu finden, womit man Hundepersönlichkeiten beschreiben kann - und auch die jeweiligen Gegenpole dazu gesetzt, um das Spektrum zu verdeutlichen. Eigeschaften- angelehnt an die Big Five- und von denen ich ausgehe, daß sie A: Grundlage für viele andere Verhaltensweisen darstellen und B: auch für gewisse Kompetenzen innerhalb eines Familienverbandes Vorraussetzungen sein dürften.

 

(An einer Visualisierung bin ich bisher grandios gescheitert)

 

Explorativ - Gebunden

Reguliert - Impulsiv

Extravertiert - Introvertiert

Flexibel - Regide

Emotional stabil - Instabil

 

Gedanken, Anregungen ? Totaler Quatsch ?

 

 

 

 

 

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Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was das bringen soll. :???
Hunde sind total individuelle Persönlichkeiten, jeder Jeck ist anders...
Ich finde auch bei Menschen diese Einteilungen überflüssig...
Warum? Es reduziert, es engt den Blick ein, es führt zu schnell dazu, Hunde in eine Schublade zu stecken und sie nicht als das zu sehen, was sie sind:
Total individuelle Persönlichkeiten!

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Hm, keine leichte Frage (eine sehr bunte Website sagt übrigens, ich bin hypersensibel und es mangelt mir an Extraversion und Verträglichkeit). Ich würde für Hunde Verträglichkeit mit den selben Kriterien wie für Menschen. Das sollte messbar sein. Gibt es einen Grund, warum du das rausgelassen hast?

 

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@benno0815 Eigentlich ging es mir genau darum, diese Schubladen zu vermeiden.... :(

 

Und innerhalb eines Trainings ist es ja auch Sinnvoll die Stärken und auch die Schwächen eines Hundes zu erfassen, und eben nicht nach Schema F zu arbeiten.

 

So habe ich z.B bei Lotti den Fokus auf ihre Instabilität als Auslöser für unerwünschtes Verhalten und ihre hohe Regulationsfähigkeit als Ressource bei Haku viel mehr auf der Impulskontrolle und ihre Stabilität als Ressource.

 

@Holo Das habe ich versucht, auf eine Metaebene zu bekommen, Flexibel und Regide -"Verträglichkeit" ist im Hundebereich als Begriff so wenig neutral.

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Ich find dieses Thema überhaupt nicht blöd :) finde es durchaus sinnvoll, die Kompetenzen eines Hundes losgelöst von Rasse, Rudelverhalten etc. zu (er)kennen und daraus Rückschlüsse ziehen zu können. Mit Schubladen hat das für mich auch weniger zu tun sondern viel mehr mit Verhaltenspsychologie - entsprechend komplexes Thema ;) aber interessant ... man spricht doch gerne von „der Hund ist nicht der Typ für ...“.Aber welcher Typ ist er denn oder ist er nicht? Woran machen wir das fest? 

 

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Ich tendiere auch dazu, dass solche Schematisierungsversuche am Wesen vorbeigehen, u.a. weil sie auslösergebunden sind. Eine Persönlichkeit kann konstellationsabhängig gleichzeitig intro- und extrovertiert sein (mein Hund kann das beispielsweise) und beim Menschen sehe ich das genauso.

Mit "emotional stabil" habe ich auch meine Probleme, ich finde da kingt viel Wertung mit, jemand Hypersensibles empfinde ich z.B. überhaupt nicht als labil, jemand Anderes würde das darunter verstehen. Rein zu Unterhaltungszwecken könnte man vielleicht dieselben Kriterien wie beim Menschen ansetzen eben um ein paar amüsante Parallelen gegenüber z.B. dem Halter festzustellen.

Gerade die Scheinwidersprüche und Komplexitäten machen doch die Dimension einer Persönlichkeit aus. Sobald man labeled tappt man leicht in die Falle bestimmte Entwicklungspotentiale nicht mehr zu erkennen.

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Ich schließe mich den Worten von  @Bable an.

 

Selbstverständlich sind alle Hunde, auch alle Menschen, ganz für sich stehende Persönlichkeiten,

aber auch die beschreiben wir mit Begriffen, weil wir nun mal in Worten denken.

Wenn man meinen Spock unter anderem als sehr sozial beschreibt, tut man ihm sicher nicht unrecht,

wenn man seine Freundin Pepper als extrem unsozial beschreibt, würde ich das auch unterschreiben.

 

Gutes Thema, wie ich finde!

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Ich habe auch Schwierigkeiten.

Minos (intakter Rüde)  reagiert und benimmt sich noch mal unterschiedlich in Bezug auf männlich oder weiblich. Dazu muss ich sagen, dass er auch viele Jahre mit unserer Hündin zusammengelebt hat. Er toleriert bei Hündinnen sehr viel, was er dann uU beim Rüden aber wieder nicht täte.

Das gleiche gilt für kleine Hunde, die sehr viel dürfen.

Er ist ein sozialer Hund.

Bei intakten Rüden, die noch jung und unerfahren sind, sieht das aber wieder anders aus, die putzt er runter. Ist das dann wieder unsozial (wäre es ja irgendwie), andererseits aber auch wieder hormongesteuert, weil er die als Konkurrenz sieht und das klammert man dann aus?! 

 

 

 

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@gebemeinensenfdazu Ich denke, das Hauptproblem ist die Begriffe neutral zu sehen deswegen nahm ich Abstand von Verträglichkeit als Begriff. Sprachlich steht labil zwischen stabil und instabil - es geht ja nicht ums Labeln sondern um Skalierung und Tendenzen. Die Begriffe an sich sind wertneutral, ich sehe aber das Problem, und danke für den Hinweis.

 

Gelabelt wird doch sowieso ständig und oft ohne jegliches Nachdenken über die Hintergründe oder das individuum: Unsicher, Angsthund, Auslandshund, Arbeitshund, Urhund, usw.... 

 

Die Gemeinsamkeiten wären nicht überraschend - nicht umsonst wachsen einige Menschen mit und durch ihre Hunde.

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Begriffe werden aber nunmal sehr unterschiedlich interpretiert.

Nehmen wir mal "Sozial"--------

Ich würde darunter verstehen, dass das voraussetzt, dass man eine gewisse Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Aufgeschlossenheit, Einschätzungs- und Unterscheidungsvermögen mitbringt.

Am Hund: Dass ein Hund sowohl im Sozialverband  als auch gegenüber fremden Hunden generell massvoll ist und bereit zu kommunizieren. Der durchschnittliche Schäferhundbesitzer empfindet seinen Hund völlig sozial, weil er sich im Familienumfeld nett verhält, Fremdhunde aber grundsätzlich erstmal angeht.

Artübergreifend sozial ist so eine Sache, das Verhalten gegenüber Menschen oder anderen Tieren.. da spielt noch einmal mehr mit hinein. Wenn meine z.B. Mäuse nicht tötet oder sich mit einem "ne lass mal, der hat Angst" umstimmen lässt, empfinde ich das als sozial, beim Hund spielen aber wahrscheinlich ganz andere Faktoren mit.

Auch gegenüber Menschen, "sozial" heisst ja nicht pauschal "Nettsein" (das wäre hypersozial). Ein Hund kann "nett" erscheinen, aber eigentlich gibt er sich bloss opportunistisch, weil er sich davon was verspricht.

Generell ist die Perspektive beim Hund eine andere, manchmal ist man auch einfach nicht in der lage bestimmte Sachverhalte zu erkennen..

Wenn meine einen 8-10monatigen Junghund maßregelt, empfinde ich das als übertrieben und bedingt sozial, das so am Alter festzumachen. Mein Hund würde aber vielleicht sagen: "Ey der hat mich gerade Olle genannt!"

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