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Hundeforum Der Hund
gebemeinensenfdazu

Herdenschutzhunde / Hirtenhunde Haltungsbedingungen

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Im Ärgr- Thread wurde von "sachkundigen Händen" geschrieben und dabei könnte man den Eindruck kriegen (auch wenn das ziemlich sicher gar nicht so von den Schreiberinnen gemeint war), dass die Hunde gar keinen Familienanschluss bräuchten, sondern denen der Sozialverband der Herde reicht und sie ohne diesen Verwendungszweck nicht "hierhergehören".

Von allen Hunden und Haltern, die ich aus der Richtung mitgekriegt habe, ist aber gerade der Familienverband das wichtigste Standbein für diese sehr personenbezogenen Hunde (und insbesondereu der hat dem betroffenen Hund gefehlt).

Die lebten auch in ihrem ursprünglichen Einsatzgebiet eng mit den Familien zusammen und wurden nicht lediglich als Sicherheitsautomat für die Herde irgendwo abgestellt, wie man es in deutscher Gebrauchsmentalität gerne hätte.

Was hierzulande Probleme bereitet sind meiner Meinung nach die menschliche Enge, Reizdichte und die Entfremdung vom Wesen des Hundes. In einem Gebrirgsdorf würde sich niemand über einen wachenden Hund wundern oder sich beschweren und wüsste, wie man sich dem gegenüber verhält.

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Ich fand dieses Video über den Einsatz von Herdenschutzhunden sehr schön. Die Beteiligten machen alle klar, dass man diese Arbeitshunde (hier: Spanische Mastiffs) unbedingt mit Menschen und auch Hunden sozialisieren sollte. Im Video leben sie bei den Landwirten mit den Tieren draußen und haben auch eine Prüfung über ihre Ungefährlichkeit bei der Arbeit auf der Weide gemacht.

Wolf in Bayern gesichtet: Hunde schützen Herde | Zwischen Spessart und Karwendel | Doku | BR

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vor 1 Stunde schrieb gebemeinensenfdazu:

Im Ärgr- Thread wurde von "sachkundigen Händen" geschrieben und dabei könnte man den Eindruck kriegen (auch wenn das ziemlich sicher gar nicht so von den Schreiberinnen gemeint war), dass die Hunde gar keinen Familienanschluss bräuchten, sondern denen der Sozialverband der Herde reicht und sie ohne diesen Verwendungszweck nicht "hierhergehören".

 

Für alle die suchen. Es ist im Thread "Was mich traurig macht".

 

 

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Ich habe vor Jahren das Leben eines Kangal am Rande begleitet, Kübra. Ihr "Züchter" war ein türkischer Schafhirte, der in D lebte und mit dem Verkauf von Welpen etwas Zubrod verdiente <_<

Er ging nur zum Füttern der Mutterhündin und später der Welpen zu den Hunden, ansonsten waren die mehr oder weniger sich selbst überlassen bei der Schafherde. Das sei in der Türkei so üblich: die Hunde sollen sich nicht eng binden. Nur an die Schafe, die sie zu beschützen haben. Sonst schludern sie mit ihren Aufgaben. So sagte er.

 

Diese Hündin war dementsprechend schlecht (nämlich so gut wie nicht) mit Menschen sozialisiert, von anderen Hunden ganz zu schweigen -acht Wochen lang nur der Züchter 3x am Tag, paar Interessenten, die aber wegen der Mutterhündin nicht nah an die Welpen rankamen. Von dort in ein Leben halb im Zwinger :( Allerbeste Voraussetzungen an ein Leben in der Stadt! Kübra war so eine Art hündische Katastrophe! Und eine solche Aufzucht ist ganz klar eine Sünde am Hund (an jedem, aber bei HSH kann`s eben dann später richtig gefährlich werden)

 

Ich habe sie dennoch sehr geliebt, und sehr viel über Hunde gelernt.

 

vor 2 Stunden schrieb gebemeinensenfdazu:

ist aber gerade der Familienverband das wichtigste Standbein für diese sehr personenbezogenen Hunde

 

Es ist wohl ihre einzige Chance, wenigstens halbwegs mit den hiesigen Bedingungen klarzukommen.

Die Frage, ob sie das "brauchen" für ihr Wohlbefinden, würde ich so beantworten: vielleicht (aber das ist meine persönliche These) weniger als andere Rassen, die genetisch mehr auf Kooperation programmiert sind.

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vor 35 Minuten schrieb Juline:

Er ging nur zum Füttern der Mutterhündin und später der Welpen zu den Hunden, ansonsten waren die mehr oder weniger sich selbst überlassen bei der Schafherde. Das sei in der Türkei so üblich: die Hunde sollen sich nicht eng binden.

Fies, aber genauso miese Leute, die nur den "Gebrauch" sehen gibt's eben überall. Die Tatsache, dass er solche üblen Bedingungen herstellt, damit "sie sich nicht eng binden sollen" heisst ja, dass sie das unter normalen Bedingungen tun. Und ich glaube, dass da die Beziehung ähnlich eng ist, wie bei jedem Hund der beschützt.

Unkooperativ sind diese Hunde ja nicht wirklich sie arbeiten doch auch gemeinsam mit dem Hirten.

Ich glaube eher nicht, dass Kooperativität dafür das Kriterium ist. Einen Vizsla kenne ich- und das sind hochkooperative Jagdhunde- der ist einmal (und nur dieses eine Mal) als er über ein Reh stolperte im Flash verlorengegangen und hat sich dann einer Familie mit deren Hund angeschlossen- das waren völlig fremde nette Leute.

Die Leute wählten dann zuhause die Telefonnummer im Adressanhänger und als die Besitzerin kam, fand sie einen völlig entspannten Hund vor. Die Frau ist sehr nett zu ihrem Hund...

Fremden skeptisch gegenüberzustehen bringt meiner Meinung nach mit sich, dass der Hund in der engen Familie umso mehr Halt sucht.

 

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Herdenschutzhunde sind nicht kooperativ, sie sind extrem selbständig, sie sollen Herden vor Wölfen, Bären und anderen Räubern beschützen. Das tun sie ohne jede Hilfe vom Hirten.
Wenn diese Hunde mit Menschen in einer Familie zusammen leben, schützen sie die Familie, das muss man wissen. Selbst wenn sie gut sozialisiert werden, sind sie gemäß ihres Wesens immer reserviert Fremden gegenüber und wenn sie den Eindruck haben, dass von diesen Gefahr ausgeht, werden sie genau so selbständig ihre Entscheidung teffen, dass der dort nicht hingehört.
Die meisten Leute kapieren einfach nicht, dass diese Eigenschaft kein abweichendes oder gar auffälliges Verhalten ist, sondern dass es zu diesen Hunden einfach dazugehört. Sie tun das, wofür sie gemacht sind.
Wenn ich Leute mit HSH besucht habe, hieß das, warten, bis man abgeholt wird. Wenn der Besitzer dem Hund signalisiert, der darf hier reinkommen, war das O.K. Genau so musste man hinausbegleitet werden. Außerhalb des Territoriums sind die Hunde cool, es sei denn jemand bedroht ihre Menschen.
Ich finde die Hunde übrigens überhaupt nicht personenbezogen, sondern in sich ruhend, sie machen ihr Ding. Das ist ja gerade das, was den Hund ausmacht.

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Ich kenne das nur so, dass Herdenschutzhunde, deren Arbeit darin besteht z. B. eine Schafherde vor Wölfen zu schützen zu 100 % in der Herde leben.

Ein Maremmano in den Abruzzen lebt 24/7 in und mit seiner Schafherde.

Die einzigen Bezugspersonen sind der Hirte und evtl. seine Familie, alle Anderen wird er nicht bei den Schafen dulden und dementsprechend angreifen.

 

 

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@Bimbam Genau so

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vor 14 Minuten schrieb Bimbam:

Ich kenne das nur so, dass Herdenschutzhunde, deren Arbeit darin besteht z. B. eine Schafherde vor Wölfen zu schützen zu 100 % in der Herde leben.

Ein Maremmano in den Abruzzen lebt 24/7 in und mit seiner Schafherde.

Die einzigen Bezugspersonen sind der Hirte und evtl. seine Familie, alle Anderen wird er nicht bei den Schafen dulden und dementsprechend angreifen.

 

 

Kennst du den Hund persönlich? Wie wurde er aufgezogen? Das ist doch der Punkt. Jeder nichtsozialisierte wehrhafte Hund mit Beschützerinstinkt würde das tun.

vor 18 Minuten schrieb benno0815:

Herdenschutzhunde sind nicht kooperativ,

Das kommt auf die Begriffsinterpretation an. Ich unterschiede zwischen will to please und Kooperationswille. Einen will to please haben sie nicht- sie lassen sich nicht für irgendeine Sache begeistern, bloß weil der Mensch dazu Lust hat, sind also nicht so "korrumpierbar" wie ein wtp Hund. Es kommt ihm auf die Tätigkeit an.

Ein Hund der im Team ein gemeinsames Interesse verfolgt, verhaelt sich doch kooperativ.  Nicht alle Herdenschutzhunde sind allein (und ganz alleine sind sie sowieso nicht, es sind immer mehrere). Anwesende Hirten geben bei Angriffen auch Anweisungen und die Hunde arbeiten nicht alleine sondern im Team. Der Schutz der Herde und der Familie ist ein gemeinsames Interesse und auch da verhalten sich die Hunde kooperativ, solange man das Vertrauen der Hunde hat.

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Vielfach haben die Hunde doch Allroundaufgaben (Hof bewachen. Herde beschützen, manche treiben auch), der Thread hätte genauso gut in der FCI Gruppe 1 einsortiert werden können, aber dann hätte ich zwei Threads aufmachen müssen.

Es geht ein bisschen darum wie sehr der Hund so eine Aufzucht braucht oder vielmehr, wie sehr man da seine Anlagen für den eigenen Zweck missbraucht.

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