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Hundeforum Der Hund
Natoli

Knurren = Vertrauen(sbruch)?

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Hallo ihr Lieben,

 

Oli ist mein erster Hund, ein Chihuahua-Rüde, 7 Monate alt. Ich habe ihn erst seit 3 Wochen.

Ich würde sagen, wir waren (sind?) auf einem guten Weg, was unsere Beziehung angeht. Klar, er testet hier und da mal Grenzen und manchmal ist es ganz schön anstrengend, stets schnell genug zu reagieren 😜, aber wir lernen ja beide noch.

 

Vom Typ her ist er ruhig, bellt fast nicht und guckt eher erst mal, ehe er handelt, ist aber dennoch neugierig und gewöhnt sich schnell an neue Reize.
Dinge, die er nicht mag (Geschirr anziehen, Pfötchen sauber machen,...) lässt er geduldig über sich ergehen. Ich mache gerade solche Handlungen auch betont ruhig und lobe ihn danach.
 

Sein sicherer Ort ist seine Transportbox. Da galt von Anfang an die Regel - wenn er in der Box ist, wird er in Ruhe gelassen. Das hat er schnell begriffen und zieht sich dort hin auch gern mal zurück, wenn es an der Zeit ist, das Geschirr anzuziehen 😉 Optimal ist das noch nicht, weil ich es manchmal ganz schön nervig finde, ihn betteln zu müssen, dass er rauskommt, damit wir Gassi gehen können... Und ich hab auch etwas Sorge, wie sich das auf lange Sicht hin entwickeln wird. (Also wer da eine Idee hat, auch gern her damit 😄 Box soll weiterhin der sichere Ort sein, aber ich will nicht mit ihm über die notwendigen Dinge des Lebens "diskutieren" müssen).

So und nun zum "Vorfall": Gestern war es wieder so, er war in seiner Box, ich musste recht eilig los und wollte Oli mitnehmen ohne in in der Box zu tragen. Also öffnete ich die Box, bat ihn nach draußen, bat ihn noch mal, natürlich tat sich nichts. Dann legte ich ihm sein Geschirr in der Box an und zog ihn (vorsichtig) am Geschirr aus der Box raus. Er ging ein paar Schritte, ich stand auf, er schaute weg von mir und knurrte auf einmal sehr laut (vielleicht so 3 Sekunden lang). Ich hab mich erschrocken, aber nicht darauf reagiert. Natürlich habe ich ihn dann auch nicht angefasst oder so.
Ich bin mir nicht mal sicher, ob er _mich_ angeknurrt hat oder die Situation im Allgemeinen. Er hatte gerade geschlafen, im Zimmer war es kalt (in der Box warm), ich war im Stress und ich habe ihn einfach aus der Box rausgeholt. Im Nachhinein tut es mir Leid und ich finde, ich hätte bewusster handeln müssen. Ich _weiß_ von ihm, dass er ein bisschen Zeit braucht, um wach zu werden. Das hätte ich respektieren müssen.

Nun mache ich mir etwas Sorgen, dass unser Vertrauen gestört ist durch meine unbedachte Aktion gestern. Ich mag es auch nicht, wenn meine Grenzen überschritten werden und bin dann skeptisch gegenüber dem, der es getan hat. Und so eine Grenzüberschreitung habe ich Oli gestern "angetan". Wie fehlertolerant sind Hunde denn so im Allgemeinen? Wie nachhaltig kann so was die Beziehung stören?
Ich bin heute total unsicher ihm gegenüber...und ich weiß, dass das gar nicht zuträglich ist, schließlich spürt er meine Unsicherheit und fragt sich dann zurecht, ob er meiner Kompetenz und Führung vertrauen darf 😕

Ich danke euch für jeden Gedanken zu der Sache :)

Liebe Grüße
Nathalie

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Gerade eben schrieb Natoli:

Also öffnete ich die Box

 

Warum wurde die Box verschlossen? Wie du richtig sagst: 

 

vor 1 Minute schrieb Natoli:

seine Transportbox

 

..Transportbox, und da sollte man sie auch zu machen.

 

Ansonsten darf sie gern sein sicherer Ort sein, aber dazu musst keine Tür verschlossen werden. Wenn du von Vertrauen sprichst, dann fang schon mal damit an, die Tür nicht zu schließen außer Oli wird von A nach B transportiert. 

Was du machst, nennt sich Crating und ist keine Erziehung oder Sozialisierung, sondern ein hanebüchener Unsinn, der seinen Anfang in den USA genommen hat und von vielen unbedarften "Hundetrainern" auch hier groß in Mode gebracht wurde.

 

Wenn dein Hund mal knurrt, dann passt ihm was nicht. Und zwar genau zu der Zeit, wo er knurrt. Normalerweise ist ein Hund nicht sonderlich nachtragend. 

 

so weit

Maico

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Mit der Box hat @mikesch0815uneingeschränkt Recht.

Ob er nachtragend ist, kommt auf den Hund an... das gibt es schon (ich schätze das). Ich würde was am Gassi verändern. Anderes Geschirr, gut sitzender Mantel, reizärmere Gegend draußen, wo er viel freilaufen kann. Und ich würde tatsächlich mit Überreden anfangen. Auch Kekse sind manchmal notwendige Argumente. An der Leine herausgezerrt zu werden ist wie du bereits schreibst, kein Argument, bessere Argumente verbessern die gemeinsame Kommunikation.

 

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Ja, also auf Dauer finde ich das mit der geschlossenen Box auch keine gute Lösung. Die erste Woche war es so, dass er nicht zur Ruhe kam, wenn die Box geöffnet war. Das hieß dann, dass er nur nachts geschlafen hat. Er war völlig überdreht. Ich habe dann mit einer Hundetrainerin gesprochen und sie meinte, wenn er in der geschlossenen Box Ruhe findet, dann hat der Schlaf erst mal Priorität. Er sollte so auf 17 Stunden mindestens kommen, besser 20.
Und dann könne ich daran arbeiten, dass er auch Ruhe findet bei geöffneter Tür oder auch außerhalb.

Ich glaube, dass es so erst mal eine gute Lösung war. Mittlerweile "übe" ich mit ihm, zur Ruhe zu kommen, wenn er nicht in der Box ist. Das heißt, ich sitze dann mit ihm an seinem Körbchen und streichle ihn dort, bis er sehr entspannt ist. Das funktioniert mittlerweile auch oft gut und dann bleibt er liegen und schläft ein. In den ersten Tagen ein Ding der Unmöglichkeit. Aber es funktioniert eben noch nicht sicher, manchmal springt er auch sofort auf, wenn ich mich bewege. Und ich hab natürlich auch nicht immer die Zeit, ihn zu streicheln, bis er tiefenentspannt ist. Manchmal finde ich es einfach wichtig, dass er schläft. Und dann schicke ich ihn in die Box, gebe ihm was zum Kauen und er schläft dort ein (bei geschlossener Tür).

Klar bin ich auch hier für Tipps und Ideen dankbar!

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Im Alter von 7 Monaten haben meine Hunde tagsüber nicht so viel geschlafen, wie im Welpenalter oder im Erwachsenenalter. Meine Meinung ist: Das mit der Ruhe finden spielt sich ein. Dazu braucht es keine geschlossene Box. Ich würde den Hund selbst entscheiden lassen, wann und wie lange er tagsüber schlafen möchte. 

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Das ist dumm gelaufen, aber das weißt du ja selber. 
Hak es für dich ab, dann wird der Zwerg das wahrscheinlich auch tun. Und mach dir einen anderen Plan für solche Situationen. 

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Würdet ihre cht nicht was am Gassi ändern, wenn der Hund nicht gerne rausgeht? Ich finde das dringend notwendige Ursachenbekämpfung. E hat einen Grund, dass er nicht gerne hinausgeht.

Wo geht ihr Gassi?

Friert er?

Hat er Angst?

Hat er Spielpartner?

Wieviel läuft er frei?

Wird zwischen Beschäftigungsphasen und Nichtbespasung getrennt? WIeviel Anteil haben die jeweils?

Das sind so Gründe warum ein Hund überdreht, einseitige Überforderung und Unterforderung. Daran würde ich arbeiten, nicht daran, wie ich einsperren und wieder freilassen kann. Das ist nur Symptombekämpfung.

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vor 22 Minuten schrieb Natoli:

Er ging ein paar Schritte, ich stand auf, er schaute weg von mir und knurrte auf einmal sehr laut (vielleicht so 3 Sekunden lang). Ich hab mich erschrocken, aber nicht darauf reagiert. Natürlich habe ich ihn dann auch nicht angefasst oder so.
Ich bin mir nicht mal sicher, ob er _mich_ angeknurrt hat oder die Situation im Allgemeinen.

Ich würde sagen, er wollte dir mitteilen, dass er mit der aktuellen Situation nicht einverstanden war. Dass er dich dabei nicht angesehen hat, war - ich nenne es mal Höflichkeit. Wegsehen ist ja gezieltes Deeskalationsverhalten bei Hunden, wie du sicher weißt. Er wollte dir also sagen, dass ihm das grade nicht passte, aber gleichzeitig, dass er keinen Streit deswegen sucht.

Aber du musst deswegen jetzt nicht in Sack und Asche gehen. Wiederhole so eine Aktion einfach nicht, und gut ist. Wie Mikesch schon sagte: Hunde sind normalerweise nicht nachtragend. 

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Also sobald wir draußen sind, ist er gern draußen. Er läuft super an der Leine, aber auch im Freilauf ist er (überwiegend) gut abrufbar. Er schnüffelt rum, markiert, wir spielen, üben manchmal Sachen wie Sitz, Bleib, Komm (nix Großes draußen). Andere Hunde ignoriert er meistens, außer sie sind auch klein und ruhig. Dann geht er hin und sagt, sehr vorsichtig, hallo. Gespielt hat er bisher tatsäechlich nur einmal mit einem anderen Hund, der ebenfalls ein Chihuahua war.
Dass er gern draußen ist, vermute ich, weil oft die Box dabei ist und er die Möglichkeit hätte, sich zurückzuziehen, wenn er wollte. Macht er auch manchmal. Wenn es sehr kalt draußen ist, dann reicht es ihm, das Notwendige zu erledigen. Sonst hab ich aber den Eindruck, dass er sich draußen wohl fühlt.
Das Geschirr ist ein Step-In-Geschirr. Es ist ja nicht so, dass er es hasst. Aber wenn ich ihn rufe und das Geschirr in der Hand habe, dann wirkt er auf mich irgendwie besonders ... hm... er kommt dann halt in extra großem Bogen zu mir gelaufen und hat die Rute etwas eingeklemmt. Hab halt das Gefühl, angenehm ist ihm das Prozedere nicht. Aber wie gesagt, wenn wir dann draußen sind, ist es gut.

So richtig gut trenne ich nicht zwischen Beschäftigungsphasen und Nichtbespaßung. Ich hab da noch keine Struktur gefunden. Es ist halt so, dass wenn er im Kopf hat, dass er spielen will oder Aufmerksamkeit möchte, er richtig penetrant wird. Er springt dann an mir hoch, bellt mich (ein, zweimal) an, verfolgt mich auf Schritt und Tritt und wenn ich ihn dazu anhalte, mir nicht zu folgen, dann steht er mitten im Raum und verfolgt mich halt mit seinen Blicken. Ich hab dafür noch keine Lösung gefunden. Es ist nicht immer so. Manchmal spielt er auch mit sich selbst und lässt mich in Ruhe.

Was gemeinsame Interaktion indoor angeht, würde ich sagen: Wenn das Wetter gut ist und wir länger draußen sind, dann bin ich im Büro/Zuhause ganz aktiv circa 1,5 Stunden mit ihm beschäftigt (spielen, kuscheln, clickern...). Wenn das Wetter sehr schlecht ist, sind es vielleicht 2 Stunden und dann biete ich ihm noch Schnüffelaufgaben an, die er allein machen kann (wie ich hörte, muss Nasenarbeit wohl auch sehr anstrengend sein und lastet Hunde gut aus.). Nichtbespaßung außerhalb der Box kann ich schlecht zeitlich benennen. Würde sagen, wir haben uns da auf eine Stunde gesteigert.

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vor 10 Minuten schrieb fritzthecat:

Ich würde sagen, er wollte dir mitteilen, dass er mit der aktuellen Situation nicht einverstanden war. Dass er dich dabei nicht angesehen hat, war - ich nenne es mal Höflichkeit. Wegsehen ist ja gezieltes Deeskalationsverhalten bei Hunden, wie du sicher weißt. Er wollte dir also sagen, dass ihm das grade nicht passte, aber gleichzeitig, dass er keinen Streit deswegen sucht.

Aber du musst deswegen jetzt nicht in Sack und Asche gehen. Wiederhole so eine Aktion einfach nicht, und gut ist. Wie Mikesch schon sagte: Hunde sind normalerweise nicht nachtragend. 

Danke für die Interpretation seines Verhaltens! Das ergibt Sinn für mich.

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