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Hundeforum Der Hund
Alanza

Blindenführ- & Assistenzhunde - Tierquälerei ja oder nein?

Empfohlene Beiträge

Hallo ihr Lieben :) 

 

@Zurimor Hat mich auf die Idee gebracht so einen Thread zu eröffnen. (Hoffe du nimmst es nicht böse, dass ich dich Zitiere 🙂 ) 

 

Zitat

Ich hatte ja schon geschrieben, daß das für mich an Tierquälerei grenzt wenn's nicht sogar darüber hinaus geht. Gehört eigentlich allerdings auch nicht in diesen Thread, wenn da Diskussionsbedarf besteht sollte jemand einen entsprechenden eröffnen.

 

 

Mich würde eure Meinung dazu interessieren! 

 

Ich habe früher in der Altenpflege/Sterbebegleitung gearbeitet, bin aber mittlerweile bei schwer geistig und/oder körperlich beeinträchtigten Menschen zuhause und helfe ihnen durch den Alttag. Daher habe ich einige Assistenzhunde und Therapiehunde Kennenlernen dürfen. Persönlich muss ich meistens die Frage mit ''Ja'' beantworten. Meine Erfahrungen sind leider so, dass die Hunde 1 - max 3 mal raus kommen und ansonsten im Garten sind. Sie werden geliebt und gekuschelt, keine Frage aber wirklich Hund sein dürfen, durften die wenigsten. Ganz schlimm war es dann, wenn die Person krank oder komplett bettlägrig für einige Wochen/Monate wurden. Meistens hat sich zwischen durch dann irgendwer gefunden, der mal kurz Gassi geht, ansonsten war der Hund auch 1 Woche nur im Garten. 

 

Ich hoffe ja wirklich, dass ich bisher immer 'pech' hatte mit meinen Klienten und es andere Assistenzhunde da besser haben :) 

 

Blindenführhunde bin ich aber lustiger weiße noch nie in meiner Arbeit begegnet, daher kann ich zu ihnen nichts sagen, wobei ich oft viel gutes gehört habe. 

 

Wie ist da eure Erfahrung zu? 

 

 

 

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Ich denke, das ist ähnlich wie bei Hunden ohne 'Arbeit'. 

Viele Hunde haben gerne eine Arbeit, ist doch besser als die Langeweile, die viele Hunde haben.

Auch bei Hunden, die keiner Arbeit nachgehen gibt es viele, die zu wenig rauskommen, je nach Lust des HH.

Andere sind vielleicht fast zu gestresst, weil sie immer und überall dabei sein müssen.

 

Wobei ich persönlich finde, lieber zuviel los, als ewige Langeweile.

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Die Ausbildung der Blindenführhunde ist oft eine einzige Katastrophe.
Jedoch ist das Leben eines Blindenführhundes bei seinem Menschen in den meisten Fällen sicher genau so schön, wie das unserer Hunde.
Ich habe jedenfalls blinde Menschen mit ihren Hunden kennen gelernt, die ihre Hunde sehr geliebt haben, mit ihnen durch dick und dünn gingen, immer darauf geachtet haben, dass sie ihre freie Zeit hatten, in der sie tun konnten was sie wollten.
Ein Hund, der gut auf Umwelt geprägt wurde, ist ja um vieles stressresistenter, als die, die das nicht ab können. Daher bin ich der Meinung, dass diese Hunde bei guter Haltung mit diesem Job ein ganz normales Leben haben. Viele Menschen mit Sehbehinderung sind ihren Hunden zutiefst dankbar, weil sie wieder selbständiger leben können und tun alles für ihren Hund.

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@Alanza Das interessiert mich: wie hoch ist deiner Erfahrung bei derart beeinträchtigten Menschen, dass sie einem Hund nicht gerecht werden können, der Anteil der Hundehalter?

Und wie groß unter denen der Anteil, wo auch keine Angehörigen dem Hund zu seinem Recht verhelfen?

Und eine andere Frage ergibt sich für mich aus deinem Text: du schreibst, die Hunde kommen nur 1 - max. 3x raus, und das liest sich für mich in dem Zusammenhang so, dass dir das zu wenig ist. Also lese ich das falsch, oder findest du 3x täglich mit dem Hund raus gehen zu wenig?

Ansonsten bin ich weitestgehend bei @Nebelfrei. Ich kenne etliche Hunde bei gesunden Haltern, die zwei für meine Begriffe kurze Spaziergänge am Tag bekommen und sonst halt den Garten haben. Ich habe jahrelang neben einer Famile gelebt, deren Hund so gut wie nie über den Garten hinaus kam. Der Garten hatte 100m², nebenbei bemerkt. Und auch wenn ich persönlich das für ein no go halte - der Hund wirkte nicht unglücklich. Er war ein geliebter und vermutlich auch verwöhnter und verhätschelter Familienhund, aber Spaziergänge gehörten nicht zu seinem Leben.

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Von nicht optimaler Haltung zu Tierquälerei ist es m.M.n. schon noch ein recht weiter Weg.

fragt doch einfach mal im nächsten Tierheim oder Tierschutzorganisation, was ihnen im vergangenen Jahr so an Tierquälerei in Deutschland begegnet ist...

Ich zumindest falle bei den Stories regelmässig vom Glauben ab. Als Laie fehlt einem da normalerweise schlicht die Phantasie

 

Wie viele “Nur-Familienhunde“ bekommen zu wenig Bewegung ?

Wie viele werden lebensverkürzend fett gefüttert ?

Dass aufgrund von Verletzung/Krankheit des Besitzers der Hund vorübergehend nur Minimalprogramm bekommt, kann jedem von uns mal passieren.

 

Mir ist im weiteren Freundeskreis nur ein Blindenhund (Golden Retriever) begegnet. Der war neben seinem Job ganz normaler Familienhund.

Zwar ist er bereits mit zehn Jahren verstorben; hab mir sagen lassen, dass Blindenhunde eher etwas früher sterben; vmtl. aufgrund der Arbeitsbelastung.

Aber hey, wieviele Retriever, die nie gearbeitet haben, sterben mit 10 oder gar früher ?

 

 

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@fritzthecat  Ich hoffe ich verstehe dich jetzt richtig, ansonsten bitte einfach noch mal nachfragen :) 

 

Zur 1 Frage : Puh das sind einige Menschen gewesen. Habe ich hatte bisher aber vielleicht 15? Leute mit Familie bei sich im Haus, wobei davon nur eine handvoll was mit dem Hund gemacht haben. Einige hatten Kinder im Haus, diese haben solange sie noch bei den jeweiligen Elternteilen gewohnt haben sich um den Hund gekümmert. Sehr viele hatten niemanden in unmittelbarer Umgebung. Sicher einige Nachtbar haben ihn öfter mit genommen. Bei einigen gab es einen Sitter. Ich glaube du hoffst auf genaue Zahlen, aber mit denen kann ich dir leider nicht dienen, dafür müsste ich jetzt all meine Unterlagen durchgehen, um niemanden zu vergessen. 

 

Was ist für dich ''derart beeinträchtigte Menschen''?  Die meisten waren so mobil wie es ihr Geldbeutel und Körper hergegeben hat. Es hält sich aber leider in Grenzen, wie lang man sitzen kann, wenn der Körper keine Muskeln und kaum Fettgewebe mehr hat. Es ist auch wirklich unschön, wenn der Körper nicht mehr schwitzen oder seine Körpertemperatur regulieren kann. Verminderte Wundheilung usw. Da reicht ein einziger, kleiner Kratzer und mit Glück dauert das einfach nur Wochen bis eben dieser kleine Kratzer sich schließt oder die Leute kommen ins KH, weil es sich entzündet hat und die Haut abstirbt. 

 

Dekubitus entstehen schnell, wenn man die Symptome übersieht oder durch gewisse Krankheiten/ Verletzungen kein Gefühl mehr hat. Und ein Tennis großes Loch, bis auf den Knochen dauert ewig um sich zu schließen, mal von den Schmerzen abgesehen.  Der nächste Punkt ist, sie müssen fast alles selbst bezahlen, das gilt auch für einen guten Rollstuhl, mit dem sie auch stehen können oder sehr gut gepolstert ist, damit sie länger mobil sein können. Wie reden da von Preisen, die einfach nur unverschämt hoch sind... Hast du genug Geld kannst du deine Lebensqualität um ein vielfaches steigern, hast du es nicht, naja, dann hast du eben Pech gehabt. 

 

Zu Frage 3, da ich die 2. bereits oben mit beschrieben habe, hoffe ich.: Das habe ich vielleicht ungeschickt geschrieben :) Ich finde generell 3x am Tag nicht zu wenig. Ich selbst, gehe auch nur 3-4x Gassi. Aber ich finde es zu wenig, wenn dieses 3x Gassi auf insgesamt 50 bis 60 Minuten und an der Leine ist.  Es gab da natürlich auch ausnahmen oder Tage, an denen der Hund länger draußen war, das ist klar. Aber es gab eben auch schon öfter die Fälle, als solche Hunde Wochen lang fast ausschließlich den Garten gesehen haben. 

 

Ich hoff ich hab jetzt nichts vergessen, wenn was unklar ist, einfach noch mal fragen. 

 

 

 

 

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vor 6 Minuten schrieb saicdi:

Von nicht optimaler Haltung zu Tierquälerei ist es m.M.n. schon noch ein recht weiter Weg.

fragt doch einfach mal im nächsten Tierheim oder Tierschutzorganisation, was ihnen im vergangenen Jahr so an Tierquälerei in Deutschland begegnet ist...

Ich zumindest falle bei den Stories regelmässig vom Glauben ab. Als Laie fehlt einem da normalerweise schlicht die Phantasie

 

Mir ist kein anderer Begriff, als Tierquälerei eingefallen. Ich setze die beiden Sachen auch nicht auf eine Ebene, da liegen Welten dazwischen. 

 

vor 8 Minuten schrieb saicdi:

Wie viele “Nur-Familienhunde“ bekommen zu wenig Bewegung ?

Wie viele werden lebensverkürzend fett gefüttert ?

Dass aufgrund von Verletzung/Krankheit des Besitzers der Hund vorübergehend nur Minimalprogramm bekommt, kann jedem von uns mal passieren.

 

Auch bei diesen ''Nur'' Familenhunden finde ich es scheiße und es hat nichts mit Artgerecht zu tun. 

 

Wenn ich 1 Monate ins KH oder in die Reha gehe, habe ich jemanden für den Hund, so einfach ist das. Wenn nicht, muss ich mir was einfallen lassen, aber sicher nicht nur der Garten. 

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vor 4 Minuten schrieb Alanza:

Ich glaube du hoffst auf genaue Zahlen, aber mit denen kann ich dir leider nicht dienen

Ich dachte mehr an einen ungefähren prozentualen Anteil der Assistenzhundehalter an den behinderten Menschen, die du betreust. Weil ich überhaupt keine Vorstellung davon habe, wie verbreitet die Haltung von Assistenzhunden ist. 

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Tierquälerei sind ja nicht nur die Extremfälle. Das Tierschutzgesetz fordert eine "artgerechte Haltung" ein.

Man kann sicher auch Tiere quälen, die man liebt, dafür gibt es leider genügend Beispiele.

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@fritzthecat So ich habe jetzt im schnell Durchlauf die Ordner durchgesucht. Weil mir das selbst keine Ruhe mehr gelassen hat. 

 

9 Hunde gab es wo entweder Familie/Kind oder Sitter dafür gesorgt haben, dass der Hund, Hund sein darf. 

18 Hunde, wo niemand in unmittelbarer Umgebung lebte. Davon gab es 7 Fälle wo der Hund längere Zeit, wegen KH/Reha und Bett den Garten heimsuchen durfte. 

1 Blindenführhund, wobei ich die Person nur 2 Wochen lang, als Aushilfe betreut habe, wenige Stunden in der Woche, daher habe ich das komplett verdrängt.  

Kann sein, dass ich trotzdem jemanden vergessen habe 🙈 

 

Jetzt bei der Auflistung ist das gar nicht so viel. Die schlechten Fälle haben sich wohl irgendwie in mein Hirn hinein gebrannt. 

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