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Hundeforum Der Hund
Terrier17

Hundebegegnungen nach Angriff wieder normal absolvieren

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Hallo Leute

Also, ich hab früher mit meinem Hund(Rüde, kastriert,4-6Jahre) nie Probleme mit Hundebegegnungen gehabt, er hat sich viel gefallen lassen. Knurrte oder bellte ihn ein anderer Hund an war es ihm oft sogar egal, selten dass was von ihm zurückkam.

 

Leider ist mir&Jack letzten Herbst beim Wandern was sehr unangenehmes passiert. Er wurde aus dem Hinterhalt angegangen.

Ich musste durch so eine blöde überfüllte Jausenstation um vom Parkplatz ins Tal zu gelangen.

Jack war an der Leine, trug seinen Ball und wir haben es fast an den ganzen Hunden die bei den Tischen pöbelten vorbei geschafft.

Und dann ist so ein Mistvieh an der schön unbeaufsichtigten 2m Leine unterm Tisch hervor und hat Jack gleich seitlich angefallen, der Hund war etwas grösser als meiner aber kräftiger gebaut.

Jack hat damit überhaupt nicht gerechnet, er hatte nicht mal Zeit gehabt auszuweichen oder sich zu verteidigen.

 

Aus Reflex hab ich Jack rübergezogen und nach dem angreifenden Hund getreten, der ließ sofort ab und wurde dann erstmal zurückgerissen vom Besitzer...

Mein Freund und Ich hatten dann eine sehr unschöne Diskussion mit dem uneinsichtigen depperten Hundebesitzer.

Gut dass Jack keine (körperliche) Wunde davongetragen hat, dann wäre die Situation wohl eskaliert.

 

Seitdem schieb ich jetzt immer Stress bei Hundebegegnungen :(

Und Jack knurrt jetzt generell jeden Hund an an dem wir vorbei müssen, auch wenn der andere Hund gar kein Interesse an ihm hat.

 

Ich hab jetzt angefangen ihn mit Futter abzulenken darauf reagiert er sehr gut.

 

Aber ich glaub dass grösste Problem ist meinen inneren Stress abzubauen, ich fang auch während der Situation teilweise zu schwitzen an weil es mich nervös macht. Gerade wenn ich den Abstand grösser hätte machen sollen und nicht ganz zufrieden aus der Situation rausgehe.

Macht die Situation natürlich nicht besser :(

 

Wie seid ihr mit sowas umgegangen?

Wie habt ihr wieder ruhig und gelassen Hundebegegnungen absolviert?

Lässt ihr euren Hund knurren?

Ich würde mich über Tipps sehr freuen!

lg

 

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Ich hatte bewusst den nächsten Fremdkontakt gesucht- der war aber auch garantiert stressfrei, da habe ich gebnau geguckt. Ich wollte nicht, dass sie mit der Angrifferinnerung nachhausegeht, sondern mit einer normalen.

Ansonsten: Du hast deinem Hund geholfen- er ist nicht verletzt worden. Darauf kommt es an.

 

Für die Begegnungen würde ich euch Zeigen und Benennen empfehlen.

Dein Hund soll dir bei Hundesichtung anzeigen durch Schauen, Knurren, Steifwerden wie auch immer. Oder du siehst einen. Für beides gilt:Du benennst freudig "Super, ein Hund" Sehr gut gesehen! (Keks/besser noch Tubenleberwurst).

Dann läufst du mit deinem Hund einen Bogen am Hund vorbei und kündigst das mit "Komm wir laufen einen Bogen!! an. Immer wieder loben währenddessen und KEKS. Lass deinen Hund ruhig schauen währenddessen. Er soll feststellen, dass alles gut läuft. Nachdem ihr den Hund passiert habt, wieder belohnen.

 

Bei bekannten und netten Hunden kann man nach Absprache ein festes Begrüßungsritual einüben.

"Warte

untereinander Absprechen

gemeinsam ableinen und begrüßen oder so.

Der Bogen bei fremden uneinschätzbaren Hunden ist momentan jedoch wichtiger.

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@gebemeinensenfdazu 

Danke für den tollen Tipp, Ich muss sagen Ich binn noch nie auf die Idee gekommen ihm Hunde zu zeigen.

 

Ich werde es dass nächste Mal gleich so machen, ich glaube Ich fühle mich selber sicherer wenn ich Ihm dass so sage und die Situation quasi so einleite.

So eine Tubenleberwurst muss ich mir besorgen, hab dass jetzt immer mit Sprotten gemacht aber es stresst zu sehr wenn Ich in der einen Hand die Leine habe&mit der anderen immer die Fischchen aus der Tasche fummeln muss 😕

 

Und wenn Ich auf gleicher Höhe mit Abstand  mit dem anderen Hund binn und meiner knurrt ist es ja kein Problem oder? Einfach unbeirrt weitermachen und vorbeifüttern oder?

 

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Anzeigen mit ausreichendem Abstand- lieber zuviel als zuwenig, den Bogen würde ich auch eher groß laufen zu Anfang, bzw. wenn das nicht machbar ist , im größtmöglichsten Abstand warten und  vorbeilaufen lassen mit "Warte, wir lassen die schnell vorbei". Dabei soll er gleichviel Belohnung und Lob kriegen dürfen.

Wenn er starke Unruhe zeigt ist der Abstand zu gering gewählt- beim nächsten Versuch vergrößern.

Knurren ist nie ein Problem. Du kannst ruhig und freundlich "Nee. keine Sorge" oder so sagen, wirklich relevant sind Abstand und ist die Belohnung. Er soll ein positives Gefühl mit Hundesichtungen verknüpfen.

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Es gibt deinem Hund evtl. zusätzlich Sicherheit, wenn du ihn auf der vom anderen Hund abgewandten Seite führst, also zwischen den beiden läufst.

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Oh klar- das hatte ich vorausgesetzt.:B)

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@Juline ja dass mach ich eh immer, habe ich früher auch so gehandhabt :)

 

@gebemeinensenfdazu okey, ich hab das Knurren jetzt einfach immer unkommentiert belassen, dann werd Ich sowas auch dazu sagen

Manchmal kommen mir Leute entgegen die selber mit ihren Hund üben oder so, die wollen nicht vorbeigehen sondern bleiben stehen&warten, an engen Stellen finde ich dass sehr unangenehm weil es mehr stresst, zumal die Hunde dann oft quitschen/bellen(auch wenn sie nur fröhlich gerne zu meinem Hund kommen würden)

 

Und wenn Ich mit meinem warte dass andere vorbeigehen, soll ich ihm dann ein "Schau" oder sowas sagen oder einfach Leberwurst rein&brav loben wenn er ruhig bleibt (er wird wsl natürlich zwischendurch kucken und vil knurren)

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Er darf gucken, er soll sich vergewissern dürfen, dass der andere nur vorbeigeht. loben und Leberwurst!

Wenn du siehst, dass der andere irgendwelche Anstalten macht,  Übungen vorzunehmen, sprich den ruhig freundlich an- Lächeln"Oh bitte einfach schnell vorbeigehen, oder genau da stehenbleiben- dann machen wir das - danke!" Hauptsache der Abstand stimmt. Du übernimmst aktiv Situationskontrolle und irgendwann kann er einschätzen, dass das wirkt und keimer etwas zu befürchten hat. Aber das dauert und braucht viele Wiederholungen- baut euch keinen Erwartungsdruck auf, sondern zieht das einfach schematisch durch.

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vor 15 Stunden schrieb Terrier17:

Seitdem schieb ich jetzt immer Stress bei Hundebegegnungen :(

Und Jack knurrt jetzt generell jeden Hund an an dem wir vorbei müssen, auch wenn der andere Hund gar kein Interesse an ihm hat.

 

Ich hab jetzt angefangen ihn mit Futter abzulenken darauf reagiert er sehr gut.

 

Aber ich glaub dass grösste Problem ist meinen inneren Stress abzubauen, ich fang auch während der Situation teilweise zu schwitzen an weil es mich nervös macht. Gerade wenn ich den Abstand grösser hätte machen sollen und nicht ganz zufrieden aus der Situation rausgehe.

Macht die Situation natürlich nicht besser :(

 

Wie seid ihr mit sowas umgegangen?

Wie habt ihr wieder ruhig und gelassen Hundebegegnungen absolviert?

Lässt ihr euren Hund knurren?

 

Wie du selbst schreibst, ist ja nicht das Verhalten deines Hundes das Problem, sondern deine eigene Unsicherheit - und davon kann ich ein Lied singen.

 

Meine Hündin wurde nun 2 x gebissen. Das erste Mal war sie angeleint und seitdem sind Hundebegegnungen für sie ein Gräuel, wenn sie angeleint ist. Sie knurrt auch wie deiner und ich lasse sie knurren. Irgendwie muss sie ihren Unmut/ ihre Unsicherheit zum Ausdruck bringen. Was soll ich ihr das also abtrainieren. Halte ich für Quatsch. 

 

Das größte Problem ist man selbst. Ich bin lange Zeit ziemlich angespannt spazieren gegangen - weil ich seitdem Hundehaltern nicht mehr vertraue. Vorher war mein Denken: Hunde, die frei laufen, tun nix. Seitdem kann ich so nicht mehr denken - weil es halt richtige Idioten unter den Hundehaltern gibt.

 

Dennoch wollte ich wieder entspannt spazieren können und habe hart an mir gearbeitet - nicht am Hund. D.h. zum Beispiel: Gedanken-Stopp und Gedanken umlenken. Google mal nach NLP. Das ist zwar nicht das A und O, aber gut, um erstmal wieder andere Gedanken zu bekommen und diese negativen Gedanken zu stoppen.

 

Was mir sehr half waren gute Hundebegegnungen mit "guten" Hundehaltern und friedlich, freundlichen Hunden. Zum Teil waren das Bekannte von mir und zum Teil Fremde. Dadurch ist auch meine Hündin wieder locker im Umgang mit Hunden geworden. 

 

Das Vertrauen in andere Hundehalter ist dennoch nicht mehr so vorhanden, wie es mal war. Deshalb weiche ich auch aus und gehe notfalls auch zurück, wenn ich bei einem entgegen kommenden Mensch-Hund-Team ein doofes Gefühl habe. Das mache ich aber ruhig und wenn es geht früh genug, sodass meine Hündin nicht mitbekommt, warum ich umdrehe. 

 

Wären es nur übliche Hunde-Unstimmigkeiten gewesen, hätte mich das nicht belastet. Das kann passieren und ist auch irgendwie normal. Bei uns waren es zwei Attacken mit Verletzungen und da die Hundehalter beim zweiten Vorfall so was von uneinsichtig sind - und ihre Hündin immer noch frei laufen lassen, ist meine Arbeit an mir selbst auch noch nicht beendet. Dennoch bleibe ich am Ball und halte mir ganz ganz bewusst bei jeder Hundebegegnung die guten Begegnungen vor Augen.

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vor 13 Stunden schrieb Terrier17:

@Juline ja dass mach ich eh immer, habe ich früher auch so gehandhabt

 

Ich wollt`s nur kurz erwähnen, weil es nicht für jeden selbstverständlich ist und weil hier sicherlich auch Unbedarfte mitlesen und man immer wieder sieht, wie der unsichere oder pöbelnde Hund ohne Mensch dazwischen am anderen Hund vorbeigeführt wird.

 

vor 19 Stunden schrieb Terrier17:

Aber ich glaub dass grösste Problem ist meinen inneren Stress abzubauen, ich fang auch während der Situation teilweise zu schwitzen an weil es mich nervös macht.

 

Es fängt schon beim ersten Gedanken an. Mir hat geholfen, statt "sch...it, schon wieder ein Hund" zu denken klasse, noch eine Trainingssituation :)

Dann gehst du da ganz anders rein. Überlegter, wacher, lenkend, handlungsbereit.

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