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Hundeforum Der Hund
Bable

Panik/Angst-Trauma nach Silvester

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Nunja, bis Silvester 2018/19 war Hund „schussfest“. Der Aufenthalt an einem Ort mit Feuerwerkverbot, an das sich keiner hielt, traumatisierte dann leider. Aber bereits am nächsten Tag war alles wieder gut. Nun kam Silvester 2019/20: Hund war 2 Tage völlig verstört (wollte nicht mal mehr die Wohnung verlassen aus Angst, dass etwas passieren KÖNNTE). Inzwischen geht es wieder einigermaßen aber alles, was an Böller & co erinnert, löst Angst aus (leider auch für das menschliche Ohr nicht hörbare Geräusche). Angst bedeutet: Hund rast mit aller Kraft los und sucht den nächstbesten sicheren Ort (Innenräume - Auto, Hauseingänge etc). 


Nun bin ich ein Anhänger der Konfrontation d.h. Hund muss durch und gleichzeitig bin ich aus gesundheitlichen Gründen darauf angewiesen, dass der Hund nicht wie irre in der Leine hängt (man mag jetzt aufschreien aber während der extremen Panikattacken hab ich den Hund im 5Sek Takt streng und laut kommandiert  mit „hier“ - was auch funktionierte und das Einzige war, was bei ihm durchdrang). 
 

meine Frage an die HH mit Erfahrung mit „Angsthunden“: welche Ideen habt ihr, um an der Traumatisierung zu arbeiten? Möchte den Kerl irgendwann wieder ableinen (Leine ist derzeit für mich Pflicht) können ohne Sorge haben zu müssen, dass er plötzlich panisch von dannen rast (womöglich vor Autos etc). natürlich geb ich dem Ganzen auch Zeit nach dem Motto „je länger nichts passiert umso sicherer wird Hund wieder“ aber was kann ich noch tun?

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Mein Hund ist eigentlich total cool und entspannt, hatte aber trotzdem einen epileptischen Anfall wegen der Knallerei und reagiert jetzt ängstlich auf knallende Geräusche.

 

Es kann bis zu einer Woche dauern, bis alle Stresshormone abgebaut sind. Bis dahin viel Ruhe und Sicherheit vermitteln.

 

Angst ist ein Gefühl und das kann man nicht abtrainieren. Bei Menschen mag Konfrontationstherapie funktionieren, weil man es mit Worten begleiten kann, die zu einer vernunftmäßigen Einsicht führen. Das geht bei Hunden nicht. Wenn ein Hund Sicherheit will, dann braucht er die auch in diesem Moment!

Wenn dir der Hund sehr vertraut und sich bei dir sicher fühlt, wird er dir auch durch eine Situation folgen, die ihn ängstigt. Aber es wird ihn sehr stressen.

 

Also: gemeinsam in den nächsten Hauseingang flüchten, gemeinsam zur Ruhe kommen und gemeinsam allen Mut zusammennehmen und weitergehen.

 

 

 

Und dann liest man an anderer Stelle (nicht in diesem Forum):

 

Zitat

Wir Menschen halten seit Jahrhunderten Haustiere wie Katzen und Hunde und wie durch ein Wunder sterben diese nicht plötzlich zum Jahreswechsel aus. Seit Jahrhunderten wird der Jahreswechsel mit Feuerwerk und Glockengeläut gefeiert, das Feuerwerk sollte im vorchristlich-animistischen Glauben früher „böse Geister“ vertreiben und drückt heute auch die Vorfreude auf das neue Jahr aus. Ein altes Brauchtum also. Und das weltweit!
Darum möchte ich alle Mitmenschen bitten, welche zuhause ein Tier "beherbergen", nicht so hysterisch auf diese eine Nacht im Jahr zu reagieren. Ihr und Eure oft nicht artgerecht gehaltenen, tierischen "Gefangenen" werden es zu 99,99 Prozent überleben, so wie seit zig 100 Jahren.

Zitat

....dein letzter Absatz gefällt mir !
„ Gefangenes Tier im Haus“ ...das trifft den Nagel auf den Kopf!! Egal ob gezüchtetes Haustier, es gehört nicht ins Haus, weil es nicht Artgerecht ist...

 

Zitat

Also weiter Feuerwerk wie es seit Jahren gehandhabt wird.Das neue Jahr einläuten und begrüßen.


Wer das nicht will kann es ja lassen. Is ja kein Zwang. Aber diese ständigen Verbote die langsam überhand in Deutschland nehmen, nerven nur noch.
Plus Greta und Klimahysterie...

 

Zitat

Wir haben Hunde, Katzen, Hühner und Enten ..... naja was soll ich sagen 😅 sie leben alle noch, haben die Nacht gut überstanden und wir hatten unseren Spaß

 

und so weiter ...

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@Bable Guck dich mal in dem Thread um

https://www.polar-chat.de/hunde/topic/109080-silvester-18-von-panischen-hunden/?page=6

weiterblättern, da sind Verhaltenstherapiestudien genannt, mit denen sich Geräuschangst sukzessive abschwächen lässt, sofern die Geräusche gut dosier- und reproduzierbar  -also steuerbar sind. ideal ist es z.B. wenn der Hund auf CD Aufnahmen reagiert.

Mit den gängigen Methoden Gegenkonditionierung und Desensibiliserung lässt sich Emotion umverknüpfen bzw. abschwächen.

 

Was du schilderst klingt mehr nach Gehorsamseinforderung und überdosierter Konfrontationstherapie.

Im Thread erwähne ich auch eine weitläufige Bekannte, die brutale Methoden anwendete: geräuschängstlicher, deprivierter Hund bekam nur Futter neben einem hämmernden Bohrmeißel : So soll man es natürlich nicht machen, weil dabei ganz viel kaputtgeht, aber wenigstens wurde im Sinne operanter Konditionierung vorgegangen: Sobald der Hund sich die 10 Schritte traute und anfing zu fressen, wurde der Lärm abgestellt. Das war bei deinem Hund nicht so- der Lärm ging weiter.

Das kann so nicht funktionieren.

Entweder es erfolgt sukzessive Umkonditionierung durch Hinzufügen eines positiven Reizes in ausreichendem Abstand

oder langsame Desensibilisierung in wohldosierten Abstand - und Zeitintervallen

oder man bietet dem Hund größtmöglichste Beruhigung und Schutz,

bei Konfrontationstherapie (die sehr kritisch zu bewerten ist und viele Risiken birgt) soll der Hund mit seinem Verhalten wenigstens den Reiz abschalten können.

Bitte mache so auf keinen Fall weiter.

 

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@DerOlleHansen erst mal danke für deine Antwort :) das strenge „hier“ dient auch dazu, an sichere Orte zu gelangen nur eben mit möglichst wenig Gezerre weil ich mir das gesundheitlich einfach nicht erlauben kann. Ich hatte auch den Eindruck, dass ihm das hilft als Orientierung. 
 

abtrainieren möchte ich auch gar nichts sondern Strategien zur Bewältigung entwickeln. Und Zeit sowie positive Erfahrung seh ich dabei als wesentlichen Faktor. Aber es gibt ja vielleicht weitere Ansätze :) 

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@gebemeinensenfdazu Äh nein! Ich habe auch gar nicht im Detail beschrieben, was ich wie mache. Deshalb kann ich persönlich deinen Beitrag nicht nachvollziehen. 
 

Konfrontation bedeutet bei mir nicht zwangsläufig, dass der Hund ständig mit seiner Angst konfrontiert wird sondern beängstigende Situationen nicht vermieden werden. 
 

keine Ahnung ob du schon mal einen panischen Hund an der Leine hattest. Ich bis vor kurzem nicht und kann nur sagen, dass man sämtliche Erziehungsmethoden über Board werfen kann: Der Hund ist NICHT mehr normal erreichbar und trotzdem muss man zurecht kommen. 

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vor 58 Minuten schrieb Bable:

keine Ahnung ob du schon mal einen panischen Hund an der Leine hattest.

Logisch hatte ich das schon, nicht nur beim eigenen Hund.

 

Streng und laut in einem wenige Sekundentakt kommandieren klang ziemlich unmissverständlich. Nicht meiden lassen ist eine Dosierungsfrage. Wenn man nicht dosieren kann, ist Meiden im Akutfall besser.

 

vor 58 Minuten schrieb Bable:

Der Hund ist NICHT mehr normal erreichbar

Zu nah/zu große Reizintensität/zu später Trainingsanfang usw.

 

Lies doch mal die verlinkten Studien.

Die Methoden wirkten korrekt, kontinuierlich und konsequent angewendet auch bei schwerer Geräuschangst, die Hunde wurden belastbarer und beruhigten sich schneller. Silvester ist schwer reproduzierbar, aber wenn dein Hund jetzt noch auf einzelne Knaller reagiert, dann dürfte sich eine Verbesserung erzielen lassen.

 

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Wie soll man denn Idioten die teilweise noch Tage später rund um die Uhr IRGENDWO ballern, meiden?

Wäre ja schön, wenn man das hinkriegen würde.

 

 

 

Was ich finde was ganz gut hilft und was man durchaus schon für nächstes Jahr zusamen mit dem Hund trainieren kann ist, zusammen zu knallen. Die meisten Hunde reagieren nämlich panisch und verstört, weil sie nicht wissen was überhaupt passiert.  

 

Jaro war zum Glück nur in der Situation total panisch, als Böller direkt  einige Meter neben ihm hochgegangen sind. Beim ersten Mal ist er 100 m wieder auf die Wiese gespurtet, beim zweiten Mal ( wir waren gerade auf dem Weg nach draussen, wieder ab ins Haus. Er ist zwar immer noch aufmerksam wenn es irgendwo knallt, aber solange es bei einem Mal bleibt tiefenentspannt. 

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Bei einem Training, das den Panikmodus dauerhaft und in jeder Situation auf Null setzen soll, habe ich so meine Zweifel, ehrlich gestanden.

Gibt es so etwas denn überhaupt? Erfolgreich?

Selbst wenn es im Alltag gelingt, wird dein Hund nach meinem Dafürhalten leicht wieder zurückfallen in seinen Angst Tunnel, wenn er mit Knallerei unerwartet und/oder verstärkt konfrontiert wird. Sprich spätestens nächster Jahreswechsel.

Kannst du denn nicht einplanen, über die Silvester Tage mit deinem Hund irgendwohin zu "flüchten", wo es ruhig zugeht? Glaub mir, das ist eine Erholung für alle Beteiligten!

 

Auch hier kann ich nur wieder vor der irrigen Annahme warnen, dass mit "nur" dem passenden Training dem Hund alles beizubringen ist: Alleinbleiben, Jagdpassion besiegen, Angst vertreiben....Oft genug muß man sich dann eben auf den Hund und seine speziellen Eigenschaften einlassen und (wie in diesem Fall relativ leicht möglich) auf Vermeidung problematischer Situationen setzen.

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Natürlich lässt sich ein Negativer Reiz abschwächen. Mit mehereren tausend korrekt aufgebautebn Wiederholungstrainingssituationen lässt sich sogar Angst in Freude umwandeln.

Jagen ist kein negativer Reiz, sondern ein sehr positiver- der lässt sich, wenn die Motivation ausgeprägt ist, entsprechend nicht mit einem positiven Reiz abschwächen, es gibt kaum etwas, was damit konkurriert . Da ist es besser umzulenken und Teilaspekte der Jagd zuzulassen.

 

Ich finde das sehr schade, dass nicht einmal in die Studien reingeguckt wird, das ist wirklich gut erforscht mittlerweile. Und klassische bzw. operante Konditionierung sind sehr lange bekannte Lernmodelle.

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vor 20 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Ich finde das sehr schade, dass nicht einmal in die Studien reingeguckt wird, das ist wirklich gut erforscht mittlerweile. Und klassische bzw. operante Konditionierung sind sehr lange bekannte Lernmodelle.

 

Ich bezweifle nicht, dass es diese Lernmodelle gibt. Sie sind uns wohlvertraut.

Studien gibt es zuhauf, keine Frage.

Nur Reingucken alleine hilft da wenig...

Das Problem bei einer Angst, die den Hund in Panik verfallen lässt, ist eine Umsetzung der Lernmodelle in ein Training, das kompetent aufgebaut und in der nötigen Frequenz erfolgt.

Der 0815 HH ist damit häufig überfordert und macht Fehler. Damit ist der (theoretisch durchaus erreichbare) Dauererfolg des Trainings gefährdet und ein Rückfall des Hundes in alte Verhaltensmuster mehr als wahrscheinlich.

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