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Hundeforum Der Hund
Bable

Panik/Angst-Trauma nach Silvester

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@gebemeinensenfdazu klar klingt streng und laut kommandieren nicht nett. Aber davon, das als gezielte Trainingsmethode zu nutzen, habe ich nichts geschrieben. Auch nichts davon, dass ich meinen Hund  gezielt mit knallenden Geräuschen konfrontiere und dazu zwinge, das auszuhalten. Ich renne aber auch nicht gemeinsam kopflos mit meinem Hund los, wenn er Angst hat. Letztlich geht es um zwei Ansätze: Management, wenn der Hund bereits ängstlich reagiert und Desensibilisierung, damit der Hund gar nicht erst ängstlich reagiert. Hinsichtlich Desensibilisierung lese ich mir auch gerne deine Links durch. Und zum Dosieren/Meiden: wie @Eifelkater schon sagte, lassen sich unerwartete Geräusche wie Böller um Silvester, Schuss, LKW etc. nicht meiden. Ich kann lediglich vermeiden, den Hund unnötig seiner Angst auszusetzen indem ich z.b. den Hund nicht zu Veranstaltungen mit Feuerwerk mitnehme (was beim ersten Silvester auch meine Intention war). 
 

@Renegade danke für deine Beiträge :) habe auch nicht vor, eine vollständige Desensibilisierung zu erreichen. Denke auch, dass man hier als 0815 HH zu viel falsch machen kann. Mir geht es vielmehr darum, den Hund in den nächsten Wochen positiv zu unterstützen, denn ich glaube, dass die Erfahrung „auf einen Knall folgt nichts weiter“ viel dazu beitragen wird, dass der Kerl wieder sicherer wird. Er ist von Grund auf nicht „geräuschängstlich“ und der Auslöser für das Trauma waren keine Böller (klar haben die ihn kurz erschreckt aber nicht in Panik verfallen lassen) sondern eine Rakete, die wenige Meter neben uns losgelassen wurde d.h. die Kombination von Zischen, Knall und Licht. Dadurch verfiel er in Panik und erlebte in dieser Panik die restliche Böllerei. Er hat ja nicht Angst vor dem Geräusch selbst sondern vor dem, was dem Geräusch folgt. 

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vor 24 Minuten schrieb Renegade:

Das Problem bei einer Angst, die den Hund in Panik verfallen lässt, ist eine Umsetzung der Lernmodelle in ein Training, das kompetent aufgebaut und in der nötigen Frequenz erfolgt.

Der 0815 HH ist damit häufig überfordert und macht Fehler. Damit ist der (theoretisch durchaus erreichbare) Dauererfolg des Trainings gefährdet und ein Rückfall des Hundes in alte Verhaltensmuster mehr als wahrscheinlich.

In der von mir verlinkten Studie wurden die Hunde in ihrer gewohnten Umgebung von ihren Haltern trainiert. Nach schriftlicher Anleitung scheinbar. Daraufhin gab es nur einen Hund aus der Gegenkonditionierungsgruppe, der sich mit dem Training stärker sensibilisierte, bei allen anderen war das nicht der Fall. Zu schnelle Trainingssteigerung wurde da als Ursache genannt uind dass die geforderten "leichten Stresszeichen" überreizt wurden.

So lange man nicht die reizintensität zu schnell steigerte und genug Abstand gewährte, profitierten die Hunde. Man hatte ja die Möglichkeit, wenn eine Übung zu stark dosiert war, die nächste wieder  anzupassen.

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Weil meine timeline auf Facebook rund um Silvester voll von Beiträgen durch entlaufene Hunde ist, tüftel ich gerade an einem Workshop fürs laufende Jahr.

 

Ziel soll es sein, dass der Hund, wenn er in Angst verfällt, sich an seinen Menschen wendet und nicht flüchtet.

 

Bei meinen eigenen Hunden habe ich das gut hin bekommen.

 

Bei Hunden von Bekannten auch.

 

Praktisch wird es so aussehen: Die Hunde werden anlongiert und wenn sie das Prinzip verstanden haben, kommt der angstauslösende Reiz hinzu.

 

Kein flooding oder sowas.

 

Ein Knall, Hund wird weiter in Bewegung gehalten, mit Kontakt zum Menschen.

 

Laufen baut Stress ab.

 

Ich hatte mit der dicken Paula, manche erinnern sich vielleicht an sie, einen Hund als Gassihund, die bei jedem Knall die Beine in die Hand nahm und rannte.

Spaziergänge waren die nächsten 24-36 Stunden unmöglich.

 

Nach 4 Einheiten am Kreis konnte es knallen. Paula wandte sich an mich, lief einige Meter neben mir und danach ging der Spaziergang normal weiter.

 

Paula hat ihre Angst nicht verloren, aber sie hat eine andere Lösung an die Hand bekommen.

 

Und das ist das entscheidende.

Angst kann man nicht weg therapieren.

 

Bei niemandem.

 

Wenn ich einen Hund hätte, der einige Tage nach Silvester noch so extrem auf sämtliche Geräusche reagiert, würde ich ihn ins Auto/die Bahn packen und weit raus fahren.

 

Der Stresspegel muss ja erstmal runter.

 

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vor 6 Minuten schrieb Tina+Sammy:

Bei niemandem.

Wieso ständig diese Pauschalaussagen? Dass es immer und überall locker geht, sagt doch keiner.:) Aber dass es nie geht, stimmt einfach nicht. Dann könnten sich alle Angstpatienten gleich den Strick nehmen, wenn es allein im Management hängenbliebe. Das ist so nicht. Du kriegst 'ne Arachnophobie weg. Es ist nicht so, dass du nur die Strategie wechselst.

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@Tina+Sammy klingt für mich gut :) entspricht meiner Denkweise: Orientierung zum HH und Bewegung. Mit dem „Hier“ lief das - wenn ich zurückdenke - auch komplett bewegungsbasiert ab.

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vor 1 Stunde schrieb Tina+Sammy:

 

 

Und das ist das entscheidende.

Angst kann man nicht weg therapieren.

 

Bei niemandem.

 

 

Das stimmt meiner Meinung nach nicht, da gibt es sowohl beim Mensch als auch beim Hund, sicherlich genetische Komponenten, die nicht komplett wegtrainiert können und aber auch erlernte Angst. Da kann man mit einer Umkonditionierung eine Menge schaffen. Solche Verallgemeinerung sind da schwierig.

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dafür, dass  Verhalten durch ein konsequentes Training umkonditioniert werden kann, ist Ramse wohl ein  guter Beweis.

Er kannte nur ein Verhalten --- nach vorne gehen.

 

Lucie wollte sich immer verstecken , wenn es knallte.

Da hatte ich einige Hunde, z.B. meine Schottische Schäferhündin, sie verkroch sich  im Bett, oder Ronja, die rannte panisch vor jedem Schuss weg (wäre mir fast verloren gegangen in Norwegen).

 

All diesen Hunden zeigten wir einen neuen Weg ,  ----- sich an den HH wenden .

Viel Leckerlis, viel Training, über mehrere Jahre.

 

 

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Also inzwischen waren ein paar normal Gassigänge möglich d.h. die grundsätzliche Angst, DASS es knallt hat sich schon ziemlich gelegt. Für mich schon mal ein kleiner Erfolg :) ein Trigger-Geräusch löst nach wie vor Angst aus allerdings wird die Panik dabei geringer/kürzer. Und auch das ist für mich ein Fortschritt :) wird aber noch ein langer Weg ... 

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vor 15 Minuten schrieb Bable:

wird die Panik dabei geringer/kürzer. Und auch das ist für mich ein Fortschritt 

Ist es auch! Erste Desensibilisierung: Hund beruhigt sich schneller.

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vor 17 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Ist es auch! Erste Desensibilisierung: Hund beruhigt sich schneller.

Naja, Phase „Angst statt Panik“. Stress ist es für ihn trotzde enorm, denn er beruhigt sich nur aufs Angstlevel und Adrenalin, Cortisol & co steigen entsprechend extrem an, so dass weitere Geräusche in der Situation schneller die nächste Panik auslösen. Aber es sind erst ein paar Tage und er schlägt sich tapfer :)  Daheim interessieren ihn Knallgeräusche draußen zb schon überhaupt nicht mehr :) 

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