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Hundeforum Der Hund
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Tierschutzhund > Panikbeißer > Kleinkind

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Hallo!

 

Folgende Problematik:

 

Tierschutzrüde (Willi), 25kg, kastriert, ca. 10 Jahre alt.  Willi lebt seit 6 Jahren bei mir und meiner Frau. Von Anfang an massiver Jagdtrieb und trotz diversen Trainings (wir haben wirklich so ziemlich alles Versucht, angefangen mit Reizangel, Füttern aus der Hand, Dummytraining, Nasen-Training usw.) absolut nicht abrufbar. Willi wird von uns ausschließlich an einer 8m Flexileine geführt, da er auf Grund seines Jagdtriebes jederzeit reißaus nehmen kann und von da an absolut nicht abrufbar ist.

Von Anfang an ist Willi extrem schreckhaft und neigt zu "Panikbissen" in Situationen in denen er sich vermeintlich bedrängt oder bedroht fühlt. Dies können kleinste Anlasse sein, wie z.B. schnelle Bewegungen, versehentliches rempeln oder berühren an einer falschen Körperstelle.

 

Gleichzeitig neigt Willi seit mehreren Monaten dazu, sobald sich fremde Hunde nähern an der Leine zu winseln und bei vermeintlichen "beschnuppern" (für mich) völlig grundlos den anderen Hund anzugreifen und diesen zu beißen. Für mich erscheint dieses Verhalten immer als Angstreaktion.

 

Willi hat keine Beißhemmung und lässt sich aus derartigen "Kämpfen" ebenfalls nicht abrufen sondern nur mit Gewalt trennen. Mehrfach biss Willi daraufhin auch als "Übersprungshandlung" in unsere Hände bzw. arme. (Nicht wild und offensichtlich tat er dies nicht mit Absicht sondern im Affekt)

 

Nun ist es so, dass wir vor etwas mehr als einem Jahr Eltern geworden sind und der Umgang mit unserem Sohn zunehmend schwieriger wird. Die Befürchtung ist groß, dass, sollte unser Sohn eine unbeabsichtigte Bewegung machen (und das machen die Kurzen in diesem Alter bekanntlich am laufenden Band) oder gar aus versehen ins Hundebett fallen wir davon ausgehen müssen, dass Willi schnappen könnte.

 

Willi geht leider, selbst wenn er sich bedrängt fühlt, nicht aus seinem Hundebett wo anders hin sondern verbleibt lieber dort und reagiert mit Bedrohungsgesten.

 

Faktisch ist es uns nicht möglich 24/7, jederzeit, jeden Schritt von Kind und Hund zu verfolgen und die Befürchtung ist groß, dass ein unbeabsichtigter "Griff" Richtung Hundeschnauze schon böse Konsequenzen haben könnte. 

 

Hund = Ruhe/Tabuzone für den Nachwuchs ist uns absolut bewusst. Temporär hatten wir ein Kindergitter um das Hundebett gebaut, was jedoch dazu führte, dass unser Sohn wie ein "Zaungast" am Kindergitter stand und dort auf Willi schaute / brabbelte. = keine wirkliche Ruhe und Rückzug für den Hund. Leider ist es baulich nicht möglich, Willi komplett von der Bildfläche Verschwinden zu lassen - außer er wohnt ab jetzt im Keller.

 

Die Überlegung geht nun natürlich in die Richtung die Trennung von Willi aus Sicherheitsgründen zu erwägen - ich / wir sind hier jedoch auf der Suche nach objektivem externen Input auf den wir vielleicht noch nicht gekommen sind.

 

In unserer Familie lebt noch ein zweiter, 3 jähriger Riesenschnauzer-Mix (Sirius) welchen wir als Welpen gekauft und erzogen haben. Mit ihm läuft alles ausgezeichnet, Kind und Hund verstehen sich prächtig und er geht bei "Bedrängnis" einfach aus dem Weg.

 

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Habt ihr kein Zimmer mit Tür, dass sich sich als Rückzugsort gestalten lässt? Der Rüde meiner Eltern hat das Gästezimmer zu seinem Reich auserkoren und zieht sich da gerne hin zurück. Wenn er seine Ruhe haben soll, machen sie die Tür zu- er öffnet sie oder meldet sich, wenn er wieder raus möchte. 

 

Ansonsten könntet ihr die Absperrung um sein Bett ja auch so erweitern, dass kein "zoo-Effekt" auftritt? Vielleicht erleichtert dadurch, das Bett um zu stellen? Es klingt ja so als hättet ihr ein Haus, da wird es ja eine Ecke geben die das Kind nicht zwangsläufig nutzen muss. 

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Ich würde auch mit Absperrgitter arbeiten.

Mann Leute,  6 Jahre Training verpasst...einen zehnjährigen Angstbeisser zu vermitteln ist extrem schwer, wenn ihr da keine guten Leute an der Hand habt, die ihn nehmen würden, dann würde ich die Abgabe -Option fallen lassen. Im Übrigen würde ich das Kind auch mit dem anderen Hund nie alleine im Raum lassen.

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Sonst vielleicht eine Hundeklappe in eine Tür bauen? 

 

Oder, falls möglich, den Hund innerhalb der Familie unterbringen. Wir wären hier auch für frisch gebackene Eltern eingesprungen, wenn das mit dem Hund nicht geklappt hätte. War zwar relativ unwahrscheinlich, aber die haben vorher nach den Alternativen geschaut, falls es eben nicht klappt.

 

Die Sicherheit des Kindes geht vor, für den Hund ist es daher immer schade, wenn scheinbar zu spät an ihn gedacht wird, sofern er bekannte Macken hat. Tut aber bitte dem Hund und dem Tierheim einen Gefallen und vermittelt ihn selbst (mit offenen Karten), da beißende oder schnappende Hunde es im Tierheim noch schwerer haben ein Zuhause zu finden, oder gar nie eines finden.

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Zuallererst geht das Kind natürlich vor. Dass das Training das ihr versucht habt leider nicht funktioniert hat ist natürlich schade. 

 

Ich würde tatsächlich Mal durchchecken lassen das der hund keine Schmerzen hat. Gerade mit der beschriebenen Reaktion bei Berührung werde ich schon ein wenig hellhörig. 

Man kann einen Hund auch zum Ausweichen motivieren, indem man positiv verstärkt wann immer er ausweicht/zurückweicht. 

Aber besser mit kompentem Trainer üben. 

 

Viel Glück.

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vor 10 Minuten schrieb Michelle003:

Dass das Training das ihr versucht habt leider nicht funktioniert hat ist natürlich schade.

Hab' da nur was von Training gegen das Jagdverhalten gelesen, aber nicht in Bezug auf Desensibilisierung und Angstabbau.

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Vielen Dank schonmal für die vielen Antworten.

 

Zum Thema räumliche Gestaltung: Weder ein Raum mit Klappe, noch eine Unterbringung in einem anderen Zimmer ist realisierbar. Das geben die Gegebenheiten leider nicht her. Eine "großzügigere" Absperrung um sein Bett herum leider ebenfalls nicht. (Bzw. nicht in der Form, dass es nicht trotzdem wie Zoo wirkt und Willi für jedes trinken rausgelassen werden müsste)

 

Bzgl. früh an den Hund denken wenn er bekannte Macken hat: Haben wir. Wir haben gezieltes Verhaltenstraining mit dem Kind und ihm durchgeführt und auch versucht seine Angstreaktionen besser zu kanalisieren. Er toleriert das Kind in geplanten Situationen auch absolut. Er nimmt Essen von ihm usw. - alles gut. Es geht leider ausschließlich um plötzliche Situationen, in denen offensichtlich seine einzige Handlungsalternative - Angriff ist.

Es kam heute zu folgender Situation: Willi in seinem Bett, Kind steht ca. 2m entfernt an einer Wand angelehnt und brabbelt in seine Richtung. Kind nähert sich dem Bett. Willi bleibt exakt in der vorigen Situation liegen und fixiert das Kind mit den Augen. Ich habe meinen Sohn dann aus der Situation weggeholt und Willi - Willi sein lassen...

 

Bzgl: Röntgen: Meint ihr in Richtung körperliche Beschwerden wie Arthrose bzw. gebrochener Rippen o.ä. oder in welche Richtung geht diese Idee?

 

Edit: Wir waren Anfang der Woche mit ihm beim Tierarzt (Nachdem er die Nachbarskatze getötet hat) und haben ein großes Blutbild machen lassen - alles gut. Werte top

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Lieber Zoo als Blut!

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vor 3 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Lieber Zoo als Blut!

 

da bin ich ganz bei dir. Die Frage ist halt: Ist diese Lösung wirklich das beste für alle Beteiligten?

Willi würde im Bekanntenkreis, entfernt von unserem Wohnort unterkommen. Von daher wäre die Abgabe realistisch.

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vor 10 Minuten schrieb gebemeinensenfdazu:

Hab' da nur was von Training gegen das Jagdverhalten gelesen, aber nicht in Bezug auf Desensibilisierung und Angstabbau.

 

Neusser schreiben meist nicht alles auf.

Wer mit Reizangel und Co. AArbeitet bearbeitet meiner Erfahrung nach Angstprobleme auch.

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