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Kanae

Mobbing?

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Hallo liebes Forum :)

Eine Bekannte hat mir vor einiger Zeit das Buch "Erziehungsprobleme beim Hund- Verhaltensprobleme verstehen und lösen" von Petra Führmann und Iris Franzke ausgeliehen, einfach, weil ich interessiert bin, größere Probleme habe ich mit meinem Hund eigentlich nicht. Beim Durchstöbern bin ich dann auf ein Kapitel zum Thema Mobbing gestoßen. Ich weiß leider nicht, ob ich die abfotografierte Seite hier reinstellen darf, darum zitiere ich mal etwas sinngemäß, was da so stand: 

 

Es wird gesagt, manche Hunde hätten einfach Spaß daran, andere Hunde und auch Menschen zu erschrecken, kneifen und jagen, wobei nicht Rangordnung oder so im Mittelpunkt stünde, sondern nur der Spaß daran. Bei manchen Hunden festige das Verhalten sich dann so, dass sie nur noch "Ausschau nach Opfern" hielten. Das Verhalten könne von Spielsituationen dann auch in ernsthaftes Jagdverhalten kippen. Es folgen Beispiele, etwa dass der Gemobbte beim Spielen überrannt werde, ein Hund unsichere Körpersprache zeigt und der Mobber sich dann auf ihn stürze, der Gemobbte auf den Rücken gedreht wird und nicht mehr aufstehen dürfe oder dass menschliche Passanten grundlos verbellt oder gezwickt würden.

 

In einigen dieser beschriebenen Situationen erkenne ich jetzt schon meinen eigenen Hund wieder, hatte das bisher aber nicht als Mobbing eingestuft. Öfters, wenn er auf einen neuen Hund trifft, duckt er sich hin oder pirscht sich an und sprintet dann die letzten Meter. Dabei stellt sich das Nackenfell auf, aber das ist, denke ich, einfach Erregung, weil das sehr schnell bei ihm passiert, egal, ob er sich erschreckt hat oder eine gute Runde mit Kumpels gerannt ist oder gerade ein tolles Loch in den Boden buddelt. Er überrennt den anderen Hund aber nicht, sondern bremst rechtzeitig oder geht sogar noch einen kleinen Bogen, dann beschnüffeln sie sich gegenseitig, dann ist gut. Nach gezielter Ausschau wirkt das auch nicht, denn manche Hunde bleiben einfach stehen und sind völlig unbeeindruckt von seinem Sprint, von anderen, oft etwas älteren, bekommt er eine wohlverdiente Ansage und noch andere Hunde kriegen kurz Angst und hüpfen selbst erstmal in Deckung. Es ist aber nicht so, dass er letztere dann gleich jagt oder so, er wirkt oft selbst irritiert und wartet, bis sie auf ihn zukommen und ihn beschnüffeln. Er scheint aber schon Spaß daran zu haben, die anderen zu erschreckt. Mir fällt auch auf, dass er nicht mit dem Schwanz wedelt sondern stillhält, wenn er fremde Hunde begrüßt, er hält ihn aber entspannt und ist auch körpersprachlich freundlich, nur viele andere Hunde wedeln ja richtig zur Begrüßung, keine Ahnung, ob ich ihm das irgendwie als Unfreundlichkeit auslegen kann, da es bei anderen Hunden nicht so angesehen zu werden scheint.

 

Bei drei Hunden, die er kennt, ist es aber schon noch etwas mehr. Bei zweien davon schiebe ich die Schuld etwas auf die Besitzer.

Die Besitzerin des einen Hundes ist generell sehr hysterisch und nach ihr dürfen die Hunde zwar spielen, dabei aber nicht zu wild rennen und sich nicht in Hals, Kopf oder Nacken schnappen. Das ist etwas schwer umzusetzen, denn bei meinem Hund gibt es in erster Linie Renn- oder Kabbelspiele im Park. Dadurch, dass sie dann schreiend hinter den Hunden herrennt, wenn die sich jagen oder ich mich in der Pflicht fühle, meinen Hund davon abzuhalten, dem anderen in den Hals zu schnappen, haben die zwei Hunde scheinbar ihren Spaß daran gefunden, dass wir zwei Frauchen mal so toll mitspielen und machen genau DAS jedes mal.. Weil mir das Heckmeck mit der Besitzerin zu doof ist, leine ich meinen Hund inzwischen immer gleich an, wenn ich sie treffe, und lasse ihn nicht mehr mit ihrem Hund spielen. Bei dem jedenfalls würde er sich direkt auf ihn stürzen, allerdings animiert der andere ihn auch. Es kam jedoch auch schon vor, dass ihr Hund gequiekt hat, weil meiner ihn auf den Boden gedrückt und zu feste gezwickt hat. Ich konnte da nicht testen, ob er ihn hätte aufstehen lassen, weil die Besitzerin möchte, dass man umgehend einschreitet. 

 

Beim zweiten ist der Besitzer sehr ängstlich. Mein Hund ist eine Ecke größer und die Hündin sehr unsicher und devot, will zwar spielen, gejagt werden ist dann aber doch gruselig, dann legt die sich lieber gleich hin. Da waren schon öfters Situationen, wo mein Hund gewartet hat, dass sie aufsteht und weiterrennt, dann aber direkt wieder auf sie gesprungen ist. Sozusagen ein Überrennen ohne Anlauf. Dass die Hündin dabei gequiekt hat, kam bisher nur einmal vor. Ich konnte dann in diesem Fall auch beobachten, dass er von ihr weggegangen ist und abgewartet hat, zwar noch aufmerksam und sprungbereit, aber er hat sie sofort aufstehen lassen. Meistens jedoch rennt gleich der Besitzer hin und guckt, ob mit der Hündin alles okay ist, sobald sie sich nur hinlegt, sodass ich gar nicht sehen kann, ob mein Hund sie jetzt weiter drangsaliert hätte oder sich das gleich auflöst.

 

Der dritte Hund ist seine beste Freundin, die nehmen sich eigentlich nicht viel beim gegenseitig Provozieren und Animieren und die Besitzerin bleibt auch ganz cool. Die beiden jagen sich meistens, sie vorne weg und er hinterher. Wenn er sie erwischt, dreht er sie auf den Rücken- meist am Geschirr, was ja schon nicht die feine englische Art ist- und kauf auf ihrem Kopf rum. Sie quiekt ab und an dabei, ist aber generell beim Jagen gerne vorne und beim Kabbeln gerne unten, weshalb sie sich teilweise auch einfach so hinwirft und ihn mit Tritten ins Gesicht animiert, auf ihr herumzukauen. Allerdings lässt er sie oft erst nach einer Weile aufstehen und weiterrennen und es macht ihm auch sichtlich Spaß, sie "niederzuringen". Manchmal kommt er auch ohne Anlass zu ihr und schnappt ihr in den Nacken, lässt davon aber ab, wenn sie sich gar nicht auf ein Spiel einlassen möchte. Sie jagt auch manchmal ihn und oft liegen sie auch beide auf dem Rücken und schnappen sich in die Pfoten oder was sie in der Position halt erwischen, also es ist nicht ganz einseitig. 

 

Und zum Thema Menschen: Fremde Menschen bellt er gar nicht an und zwicken tut er erst recht nicht, er bellt generell fast nie. Dafür hat sich zwischen uns eingebürgert, dass er zur Begrüßung, wenn ich meine Schuhe anziehe oder auch einfach mal so ohne Grund zu mir kommt und in Richtung meiner Nase schnappt. Ich hab keine Ahnung, ob das Verhalten irgendwas zu bedeuten hat, ich hab es auch als Spaß am Erschrecken eingeordnet, nehm es aber mehr als Spaß, da er nie wirklich in meine Nase beißt. Ich hab das Verhalten von ihm schon mal imitiert und dann die gleiche Geste Richtung seiner Schnauze gemacht und als er das zeitgleich auch bei mir machen wollte, haben wir ordentlich unsere Nasen aneinandergedonnert :D

Aber ich weiß, dass er nicht versucht mich zu erwischen und wenn wir mal raufen auch sofort lockerlässt, wenn ich "quieke"- allerdings kneift er bei mir auch nicht so fest zu wie bei anderen Hunden.

 

Kurz: Mein Hund scheint Spaß am Erschrecken zu haben und auch gerne andere Hunde auf den Rücken zu drehen und eine Weile unten zu halten. Meiner Beobachtung nach lässt er sie wieder aufstehen, sobald sie quieken, auch wenn ich ihn selbst oft einmal anschnauze, wenn ein Hund seinetwegen quiekt. Diese Vorliebe hat er bisher nur bei drei Hunden, das Anpirschen macht er bei fast jedem fremden Hund, dem wir begegnen. Verletzt hat er noch nie wen und wirklich Reißaus genommen hat vor ihm auch noch keiner, also auch, wenn ich die beiden dann trenne, kommt der andere meist animierend wieder auf ihn zu, also kann es ja nicht so dramatisch gewesen sein. Klar animiert er auch mal wen, der gerade gar keine Lust hat. Wenn der dann keine Ansage macht, unterbinde ich das auch und halt ihn eine Weile am Geschirr fest oder lenk ihn mit Kommandos wie "Guck" oder "bei Fuß" von seinen Animierungsvorhaben ab, das klappt meistens. 

 

Würdet ihr das Verhalten meinen Schilderungen nach als Mobbing einschätzen? Sollte ich im Auge behalten, dass es nicht stärker wird? Ist es schlimm, wenn er Spaß am Erschrecken hat? Sollte ich schon das Anpirschen an fremde Hunde unterbinden? Oder ist das alles noch altersbedingt (ca. 2 Jahre) vertretbar? Und bin ich zu rau in meiner Ansicht, dass es durchaus okay ist, wenn ein Hund beim Spielen mal "au" sagt, solange er nicht verletzt ist und der andere Hund dann auch aufhört? Viele Besitzer scheinen ja schnell einen Schreck zu kriegen, wenn der eigene Hund quiekt, dabei quiekt meiner selbst ab und an, wenn seine beste Freundin ihn mal wieder ganz fies in den Ellenbogen kneift und da ist noch nie was passiert. Habt ihr vielleicht selbst einen mobbenden oder gern erschreckenden Hund oder kennt ihr so einen? Wo würdet ihr die Grenze ziehen zwischen Spiel und Mobbing? 

 

Liebe Grüße :)

 

 

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vor 13 Minuten schrieb Kanae:

oder dass menschliche Passanten grundlos verbellt oder gezwickt würden.

Das würde mal ganz tief anzweifeln, dass das mit Mobbing (weil's Spaß macht) zu tun haben soll.

 

Was als Mobbing unter Hunden beschrieben wurde, trifft schon eher zu würde ich sagen, Bei deinem Hund würde ich vorher wahrscheinlich etwas mehr lenken, anhand von dem, was du beschreibst. Also z.B. keine Lauer/Hetzbegrüßungen bei fremden Hunden- ansonsten

wenn beide sich abwechseln in den Rollen ist es in Ordnung, wenn dein Hund aber immer derjenige ist, der auf dem anderen liegt und diesen dann wieder freigibt, dann musst du rechtzeitig bremsen bzw. umlenken.

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Nunja Anpirschen und Draufzustürzen ist eine blöde Angewohnheit, vielleicht verschafft ihm der Schreckmoment einen gefühlten Vorteil, den andere ja entsprechend Quittieren wenn sie sich nicht beeindrucken lassen. Daß es da vielleicht bessere Alternativen gibt, müsste er vielelicht noch lernen. Lotti kauert sich z.B hin, aber deeskalierend wenn der Hund dann nicht blöd ist spurtet sie auch hin .. ich lausche Lösungsansätzen. 

 

Beim Spielen denke ich, daß das schreiende Frauchen die Situation sicherlich verstärkt, evtl.spielt hier auch ein gewisses Maß an Maßregelung mit für daß die Aufregung den Auftrag gibt. Lotti spielt z.B sehr gerne den Soldaten und maßregelt Haku -spielerisch-  wenn ich mit ihr motze oder sie was verbootenes tut.

 

In dem Alter ist natürlich auch ein Ausprobieren dabei, und ich würde schauen, daß er weniger Kontakt zu Hunden hat, die sich als Opfer wie nr 2 anbieten, sondern eher Hunde, die ihm da auch mal Grenzen setzen, und Rollen tauschen

.

 

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Ich finde das Verhalten für einen Hund, der gerne körperlich spielt, recht normal.

Ich find auch nicht, daß es im Spiel immer Rolle tausch geben muß, manche Hunde laufen lieber weg als hinterher oder umgekehrr. Und manche Hunde liegen auch einfach gern auf dem Rücken und kämpfen nachvoben. Sollte man immer individuell beurteilen.

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Meine ist auch meistens Jägerin, aber merkt meist schon, wenn der andere damit nicht so glücklich ist und bietet dann an gejagt zu werden- oder sie verliert das Interesse.

Besonders bei leichteren Spielpartnern rufe ich öfter "Vorsichtig" rüber, dann passt sie mehr auf, dass sie nicht zu sehr rempelt. Das Kommentieren reicht da auch völlig aus, ich muss nicht ins Spiel eingreifen.

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Klingt mir bei deinem Hund nicht richtig nach Mobbing.

Nyla hat das Mobben v.a. von kleineren Hunden erst mit ca 3 Jahren "für sich entdeckt". V.a. so einige Wochen vor und zu Beginn der Läufigkeit muss ich da sehr intervenieren. Bei ihr sieht es dann so aus, dass sie sich mit steifer Körperhaltung "über" den anderen Hund stellt, den Kopf oder die Pfote auf dessen Rücken legt und wartet, ob der andere sich so provozieren lässt, um ihn dann "anzufranzen" (Keifen, Luftschnappen), wenn der sich das nicht gefallen lassen will. Wenn der andere stillhält und wartet dass sie wieder geht, macht sie dabei sprunghafte Pseudo-Spielaufforderungen, um den anderen zu Gegenreaktion zu bringen, um ihn dann unterzubuttern (auf den Rücken legen und drüberstellen)... das macht sie tatsächlich auch nur bei körperlich unterlegenen Hunden (ich lasse sie das natürlich nicht durchziehen), und in dieser ausgeprägten Symptomatik eigentlich nur in dieser hormonellen "Zickenphase". 

Insgesamt meint sie ja auch immer, bei anderen Hunden intervenieren zu müssen (Stallpolizei...).

Grundsätzlich würde ich schon sagen, dass sie eine Tendenz zum Mobben hat, so dass ich schon immer schaue ob ich regulieren muss, damit eine Situation nicht mal kippt. 

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vor 32 Minuten schrieb Myri:

Klingt mir bei deinem Hund nicht richtig nach Mobbing.

Nyla hat das Mobben v.a. von kleineren Hunden erst mit ca 3 Jahren "für sich entdeckt". V.a. so einige Wochen vor und zu Beginn der Läufigkeit muss ich da sehr intervenieren. Bei ihr sieht es dann so aus, dass sie sich mit steifer Körperhaltung "über" den anderen Hund stellt, den Kopf oder die Pfote auf dessen Rücken legt und wartet, ob der andere sich so provozieren lässt, um ihn dann "anzufranzen" (Keifen, Luftschnappen), wenn der sich das nicht gefallen lassen will. Wenn der andere stillhält und wartet dass sie wieder geht, macht sie dabei sprunghafte Pseudo-Spielaufforderungen, um den anderen zu Gegenreaktion zu bringen, um ihn dann unterzubuttern (auf den Rücken legen und drüberstellen)... das macht sie tatsächlich auch nur bei körperlich unterlegenen Hunden (ich lasse sie das natürlich nicht durchziehen), und in dieser ausgeprägten Symptomatik eigentlich nur in dieser hormonellen "Zickenphase". 

Insgesamt meint sie ja auch immer, bei anderen Hunden intervenieren zu müssen (Stallpolizei...).

Grundsätzlich würde ich schon sagen, dass sie eine Tendenz zum Mobben hat, so dass ich schon immer schaue ob ich regulieren muss, damit eine Situation nicht mal kippt. 

Hmm, also bei deiner Schilderung klingt das irgendwie nach Dominanz mit der steifen Körperhaltung und dem über den Hund stellen, das ist bei meinem anders. Ich kenn das Pfote auflegen oder die Schnauze so dominant über Kopf oder Rücken halten, aber meiner macht das nie, er ringt den anderen Hund zwar nieder, macht sich dann aber irgendwie weich im Körper, steht oft mit hochgerecktem Po, wie bei der Spielaufforderung, über seinem "Opfer" und knabbert auf dessen Kopf herum.. Dabei aber gar nicht statisch oder so, meist zappelt das "Opfer" und tritt um sich und meiner versucht halt noch, es mit den Pfoten zu halten und eine ideale Pose zum Kopfkauen zu finden. 

Bei so Situationen, in denen mindestens ein Hund sich sehr steif macht und dominiert, hab ich schon öfters gesehen, dass es kurz darauf gekracht hat, nie doll, aber schon mit Zähne zeigen und kurz laut knurren.

 

Aber das bei deiner Hündin klingt auch nach irgendwie einer anderen Art von Mobbing, tatsächlich irgendwie "zickig", während mein Hund dabei so eine "ätschibätsch, hab ich dich erwischt, jetzt bist du im Schwitzkasten"-Haltung zu haben scheint.

 

Wobei :D

Als Besitzerin bin ich vielleicht auch einfach eher geneigt, in ihm den kleinen Schelm zu sehen als den tyrannischen Unterdrücker :D

Aber ich gebe mein bestes, da halbwegs objektiv zu bleiben :D 

 

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vor einer Stunde schrieb gebemeinensenfdazu:

Das würde mal ganz tief anzweifeln, dass das mit Mobbing (weil's Spaß macht) zu tun haben soll.

 

Was als Mobbing unter Hunden beschrieben wurde, trifft schon eher zu würde ich sagen, Bei deinem Hund würde ich vorher wahrscheinlich etwas mehr lenken, anhand von dem, was du beschreibst. Also z.B. keine Lauer/Hetzbegrüßungen bei fremden Hunden- ansonsten

wenn beide sich abwechseln in den Rollen ist es in Ordnung, wenn dein Hund aber immer derjenige ist, der auf dem anderen liegt und diesen dann wieder freigibt, dann musst du rechtzeitig bremsen bzw. umlenken.

Ich hab nur zusammengefasst, was in dem Kapitel stand, mir kam auch gerade der Punkt etwas komisch vor, so habe ich das zumindest noch nie bei einem Hund erlebt, gerade nicht bei Fremden.

 

Danke für den Tipp, ich werde mal ein Abbruchsignal dafür einführen. Bisher schiebe ich das tatsächlich etwas vor mir her, weil ich es selbst ein bisschen witzig finde.. Also nicht, wenn die Hunde sich erschrecken, sondern diese komischen Fuchsjagdsprünge, die er auf die anderen Hunde zumacht. Aber klar, das findet nicht jeder amüsant und mir wird das Lachen auch spätestens dann vergehen, wenn er so richtig auf den Mobbinggeschmack kommt und ich dann ein größeres Problem mit ihm habe... 

 

Also bei seiner besten Freundin und ihm sind die Rollen relativ einseitig, zumindest draußen. Kommt auch daher, dass sie als super muskulöser etwas kleinerer, wendigerer Windhund-Mix einen Ticken schneller ist als meiner. Sie will aber auch lieber gejagt werden und die Kombination passt sorum besser, denn wenn sie mal ihn jagt, kann ich kaum hingucken, weil meiner im Spiel so verblendet rumrennt, dass ich ständig Angst hab,dass er irgendwann frontal gegen einen Baum knallt:D Die Hündin kann das irgendwie besser managen. Aber nein, gerade drinnen fällt auf, dass er sich beim Rangeln auch mal hinlegen will, sie aber nicht oben sein möchte, dann liegen sie beide auf dem Rücken und aalen sich. Und wenn sie ihn jagt, überholt sie meist nach kurzer Zeit wieder und es herrscht wieder die übliche Rollenverteilung. Grob geschätzt ist draußen vielleicht in vier von fünf Fällen er Jäger und Obenlieger, drinnen nur in zwei bis drei Fällen, ganz so schlimm eingefahren ist es nicht mit den beiden.

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vor einer Stunde schrieb pixelstall:

Nunja Anpirschen und Draufzustürzen ist eine blöde Angewohnheit, vielleicht verschafft ihm der Schreckmoment einen gefühlten Vorteil, den andere ja entsprechend Quittieren wenn sie sich nicht beeindrucken lassen. Daß es da vielleicht bessere Alternativen gibt, müsste er vielelicht noch lernen. Lotti kauert sich z.B hin, aber deeskalierend wenn der Hund dann nicht blöd ist spurtet sie auch hin .. ich lausche Lösungsansätzen. 

 

Beim Spielen denke ich, daß das schreiende Frauchen die Situation sicherlich verstärkt, evtl.spielt hier auch ein gewisses Maß an Maßregelung mit für daß die Aufregung den Auftrag gibt. Lotti spielt z.B sehr gerne den Soldaten und maßregelt Haku -spielerisch-  wenn ich mit ihr motze oder sie was verbootenes tut.

 

In dem Alter ist natürlich auch ein Ausprobieren dabei, und ich würde schauen, daß er weniger Kontakt zu Hunden hat, die sich als Opfer wie nr 2 anbieten, sondern eher Hunde, die ihm da auch mal Grenzen setzen, und Rollen tauschen

.

 

Ich bin selbst noch etwas ratlos, wie ich dafür ein Abbruchsignal einführe. Also wir sind soweit, dass ich ihn neben mir sitzen lassen kann, wenn ein anderer Hund kommt und er auf mein "Okay" wartet zum Lossprinten. Das habe ich deshalb eingeführt, um ihn rechtzeitig anleinen zu können, falls mal ein Hund an der Leine vorbeikommt, denn zu denen soll er nicht. Er guckt mich inzwischen auch kurz fragend an, wenn er einen Hund vor mir sieht, weil er weiß, dass er sitzen soll. Vielleicht könnte ich da einfach die Zeit verlängern, bis ich ihn zu dem Hund lasse, sodass die Distanz geringer ist, allerdings springt oder sprintet er meiner Erfahrung nach trotzdem, wenn auch nur einen Meter. Ansonsten klappt der Rückruf noch gut, selbst wenn er schon beim Anpirschen ist, darauf lässt er sich aber nur so gut ein, weil er weiß, dass er in fast allen Fällen danach trotzdem zu dem Hund darf, also dass zu mir kommen nicht mit Spaßende gleichzusetzen ist. Ihm zu geben, was er will, ist nach Futter die beste Belohnung bei ihm. Ich müsste mal versuchen, ihn danach nicht gleich wieder loszuschicken, sondern vielleicht die Konzentration noch etwas bei mir zu halten, vielleicht lenkt ihn das auch vom Springen ab... Muss ich mal probieren. 

 

Maßregeln denke ich bei meinem eher weniger, das kenne ich zwar auch, aber nur vom Sehen bei anderen Hunden. Aber das Frauchen bringt trotzdem totale Unruhe in die Situation, sie ist generell sehr hektisch, was sich enorm auf ihren Hund überträgt. Bei ihr ist der Hund immer das reinste Nervenbündel, gehen ihre Tochter oder ihr Mann mit ihm, ist er lebhaft, aber händelbar. Bevor meiner anfing, zu wild/grob/mobberisch zu werden, war die Besitzerin ganz begeistert von ihm. Ihr Hund hat meinen zu der Zeit unheimlich belästigt mit seinen übertriebenen Animationsversuchen, den Übersprungshandlungen und der Hibbeligkeit, davor hat meiner manchmal richtig Schutz gesucht. Dass er dann irgendwann selbst eher der zu wilde Part wurde, hat aber nichts damit zu tun, denke ich, das war eher wie ein genereller Schub von Pubertät oder Reife einhergehend mit mehr Selbstbewusstsein. 

 

Bei mir im Park gleich um die Ecke gibt es eine sehr nette Gruppe von Hundebesitzern aus der Gegend, die sich regelmäßig zu gemeinsamen Spaziergängen trifft (ich weiß, die Meinungen zu sowas sind gespalten, aber gerade im Winter stören wir abends im Dunkeln auch als Gruppe niemanden im Park und dass wir den Ärger vom Ordnungsamt verdient hätten, wenn es uns erwischt, ist auch allen bewusst). Da sind sehr verschiedene Hunde bei, von Ridgebacks, die gerne erziehen über ältere Jack Russell, die einfach in Ruhe schnüffeln wollen und da auch mal Ansagen verteilen, wenn die Jungspunde nerven, friedliche Labradore, die aber immer lieber nach Leckerlies von Frauchen gucken als zu spielen und ganz aufgeregte Junghunde ist wirklich alles vertreten. Meist sind wir so zwei bis fünf Leute und da wird meinem schon ordentlich die Meinung von den anderen Hunden gesagt, wenn er ihnen zu frech kommt. Das respektiert er allerdings auch und versucht gar nicht groß, die auf den Rücken zu drehen oder so, das macht er wirklich nur bei besagten drei Hunden.. Und anpirschen macht er auch nur bei Fremden, auf seine Kumpels rennt er zwar auch mal zu, aber ohne ducken oder pirschen. 

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vor 1 Stunde schrieb Zurimor:

Ich finde das Verhalten für einen Hund, der gerne körperlich spielt, recht normal.

Ich find auch nicht, daß es im Spiel immer Rolle tausch geben muß, manche Hunde laufen lieber weg als hinterher oder umgekehrr. Und manche Hunde liegen auch einfach gern auf dem Rücken und kämpfen nachvoben. Sollte man immer individuell beurteilen.

Kenn ich vom Raufen mit den Hunden, meiner legt sich da zwar auch auf den Rücken, nimmt aber gern meinen Arm ins Maul oder schnappt sich ein Spielzeug. Bei seiner besten Freundin fällt direkt auf, dass sie es liebt, wie eine Irre um sich zu treten. Von ihren vier strampelnden Pfoten hatte ich, im Gegensatz zu meinem Arm im Maul von meinem Hund, schon öfter eine Schramme :D Aber selbst schuld, wenn ich mit Hunden raufe und im Endeffekt überwiegt der Spaß die Sorge, von einem Hundefuß im Gesicht erwischt zu werden :D

 

Manche haben einfach ihre Lieblingsrolle und mir fällt auch auf, dass das je nach Hund zu wechseln scheint. Bei dem einen ist meiner viel öfter der Jagende, bei anderen Hunden ist er öfter der Gejagte. Dass das wirklich immer 50/50 im Wechsel ist, sehe ich sehr selten, aber ich denke, das ist okay, solange beide ihren Spaß dabei haben.

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