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Hundeforum Der Hund
Elli60

Hundebiss am Zaun.

Empfohlene Beiträge

vor 30 Minuten schrieb KuK:

Also nach meinem Verständnis z.B.: Anwalt fordert 75% vom Schaden, Versicherung erklärt sich bereit, 50% zu zahlen, man belässt es dabei: Versicherung bezahlt 2/3 der Geschäftsgebühr. Falsch gedacht? Meinen letzten Verkehrsunfall habe ich direkt vom Anwalt bearbeiten lassen, Schuldfrage war klar, ich habe gar nichts bezahlt


Wenn man einen außergerichtlichen Vergleich schließt, dann vereinbart man meistens dass jeder seine Anwaltskosten selbst trägt, aber auch andere Vereinbarungen sind natürlich zulässig - man muss es aber vereinbaren, ansonsten gilt dass jeder kostenschulder für seinen Anwalt ist.
 

Bei einem gerichtliche Vergleich oder auch bei einem Urteil, mit welchem z.B. nur ein Teil der Forderung zugesprochen wird, werden die Kosten üblicherweise im Verhältnis des Obsiegens/Verlierens gequotelt. Gewinnt einer ganz, muss der andere die Kosten tragen. Ist die Sache vor Gericht gegangen, dann werden die Frage der kostenverteilung und auch der Streitwert vom Gericht per Beschluss festgesetzt.

 

Gerichtskosten muss immer zunächst die klagende Partei einzahlen. Das Prozesskostenrisiko trägt also ersteinmal der Kläger. 

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Das Haftpfluchtversicherungen nicht zahlen wollen ist nicht unüblich. Egal welche vollmundigen Werbeversprechen  sie auch machen. Auch nicht, das bei Auseinandersetzungen zwischen Hunden oft nur die Hälfte gezahlt wird. ABER: Eine Haftpflicht muss schuldunabhängig zahlen. Sie muss Schäden, die der versicherte Hund verursacht hat tragen (zumindest die Hälfte). Das geht soweit, das auch für Fälle gezahlt werden muss, in denen der Hund gar nicht direkt involviert, sondern nur der Auslöser für Schäden war. Z.B. durch Erschrecken. Wenn man keine Rechtsschutzversicherung hat, könnte man die eigene Versicherung fragen, was die davon hält. Eine Gute würde da zumindest Hilfestellung leisten.

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vor 12 Minuten schrieb Herdifreund:

ABER: Eine Haftpflicht muss schuldunabhängig zahlen.


Nö, muss sie nicht. Diese Aussage ist schlicht falsch.

 

vor 14 Minuten schrieb Herdifreund:

Sie muss Schäden, die der versicherte Hund verursacht hat tragen (zumindest die Hälfte).


Auch das ist so pauschal nicht richtig.

 

vor 15 Minuten schrieb Herdifreund:

Das geht soweit, das auch für Fälle gezahlt werden muss, in denen der Hund gar nicht direkt involviert, sondern nur der Auslöser für Schäden war.


Das mag im konkreten Einzelfall stimmen, aber ist natürlich auch nicht allgemeingültig.

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@analie

 

Schau mal unter Gefährdungshaftung nach. Und danach erzähl nochmal so einen Blödsinn. Ganz pauschal bedeutet dies, das eine entsprechende Haftpflichtversicherung GRUNDSÄTZLICH für ALLE Schäden aufkommen muss, die der versicherte Hund hervorruft. Und zwar unabhängig davon, ob die Handlung durch das Verhalten des anderen (egal ob Hund oder Mensch) "provoziert" wurde. Nettes Beispiel ist der zerrissene Mantel, bei dem der Schaden dadurch entsteht, das der Hund einen ihn freundlich lockenden Menschen anspringt. Oder wenn jemand aus Angst vor dem freundlich auf ihn zulaufenden Hund in einen Graben fällt und sich das Bein bricht. Auch gern genommen: Ein Hund läuft auf einen anderen zu. Der andere empfindet das als Bedrohung und beisst zu.  Das sind alles Fälle, bei denen eine HaftpflIcht zahlen muss. Nicht weil sie es will, sondern weil das Bestandteil der gesetzlich  verankerten Gefährdungshaftung ist. Das sich diese Haftung bei Hund Hund Begegnungen oft auf die Hälfte reduziert, liegt hier in der Definition der "Sache" Hund und dessen Verhalten begründet. Nicht selten zu Unrecht, aber das muss dann erstritten werden. Hier gibt es längst höchstrichterliche Urteile, nach denen solche Entscheidungen einzelfallspezifisch zu betrachten sind. Und genau deshalb  kann man das nicht nur pauschal so schreiben, sondern es ist auch gesetzlich so verankert. Ausnahmen bilden nur grobe Fahrlässigkeit oder bewusstes Herbeiführen von Schaden hervorrufender Situationen. 

 

Wichtig ist eigentlich nur, zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung bei einer anderen Versicherung zu haben ( natürlich ohne SB). In knapp 80% der Fälle zahlt die Haftpflicht aktuell nach dem ersten "offiziellen" Anwaltsschreiben. Mit SB ist gerade bei Hund Hund Begegnungen kontraproduktiv.

 

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@Herdifreund Solche Google-Juristen liebe ich ja... Du vermischst hier einiges, zum Beispiel die Tierhalterhaftung und Versicherungsvertragsrecht. Außerdem pauschalisierst du einzelfallentscheidungen.
 

Aber ist auch egal, ich bin nicht hier um Jura-Vorlesungen zu halten und bin hier jetzt raus.

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 Ich hätte nicht gedacht, dass ein Hundebiss am Zaun, in der Rechtsprechung so kompliziert gehandhabt wird. Offensichtlich brauche ich einen Anwalt der sich zweifellos mit dieser Sache auskennt. Sind Online-Rechtsanwälte wirklich nicht so gut?

 

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vor 39 Minuten schrieb Elli60:

Sind Online-Rechtsanwälte wirklich nicht so gut?


Das würde ich gar nicht mal sagen, die können durchaus auch sehr gut sein. Aber die geben dir online halt nur eine Rechtsauskunft. Sie sagen dir quasi wie sie die Rechtslage anhand des von dir geschildertem Sachverhalts einschätzen. Bestenfalls hast du dann einen guten Überblick und die nötigen Vorschriften und kannst versuchen, deinen Anspruch selbst geltend zu machen.
 

Dein Problem ist, dass du eine Rechtsschutzversicherung auf der gegnerischen Seite sitzen hast. Die haben ihre Syndikusanwälte, also Rechtsanwälte, die bei der Versicherung angestellt sind. Und die sehen dich als „juristischen Laien“ und Privatperson auf der anderen Seite und lehnen die Forderung erstmal einfach ab. Dagegen kannst du dich natürlich wehren, aber wirklich wirksam wehren kannst du dich nur gerichtlich. Und da pokert die Versicherung einfach und setzt darauf, dass du dir eben keinen Anwalt nimmst, sondern versuchst es selbst irgendwie zu regeln und die Versicherung quasi zu überrreden. Du wirst schlicht nicht ernstgenommen.
 

Was du aus meiner Sicht brauchst ist ein Anwalt, der sich mit einem sogenannten anwaltlichen Aufforderungsschreiben an die Versicherung wendet und denen quasi schreibt „entweder ihr zahlt oder ich werde beim fruchtlosen verstreichen der von mir gesetzten Frist Klage einreichen.“ Dann erst wird die Versicherung ihre „Erfolgsaussichten“ mit der bisherigen Strategie „stur stellen“ und „pokern“ überdenken und neu bewerten und dann vermutlich eine Teilübernahme der Kosten anbieten. Ob man so etwas dann annimmt oder vielleicht doch Klage einreicht müsste man dann entscheiden - ich mag da keine Prognose abgeben. Einmal weil ich grundsätzlich keine „Fernrechtsberatung“ mache - das ist auch eine Haftungsfrage. Und außerdem kenne ich nicht alle Einzelheiten des konkreten Falls. Hier wäre zum Beispiel noch die genaue Beschaffenheit des Zauns wichtig und die Größe/Rasse deines Hundes. Und natürlich der genaue Wortlaut der Stellungnahmen des gegnerischen Halters, der Versicherung und eventueller Zeugen. Und selbst wenn ich alle Einzelheiten genau und unverfälscht kenne, bin ich mit Prognosen immer sehr vorsichtig - es gibt immer Spielraum bei richterlichen Entscheidungen und tatsächlich gibt es auch mal Fehlurteile, nicht viele und ständig, aber habe ich schon erlebt. 

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Lohnt sich eigentlich so ein Streit mit HILFE eines Anwaltes.?

RECHTSTREITSSUMME  500 EUro!

mal abgesehen meiner Nerven, komme ich da nicht in die Verlegenheit, eventuell noch mal 

Für Anwlt und eventuell  verlorenen Rechtsstreit echt noch mal was zahlen zu müssen.

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vor 3 Minuten schrieb agatha:

mal abgesehen meiner Nerven, komme ich da nicht in die Verlegenheit, eventuell noch mal 

Für Anwlt und eventuell  verlorenen Rechtsstreit echt noch mal was zahlen zu müssen.


Aus diesem Grund habe ich der TE die Beantragung eines Beratungshilfescheins empfohlen - das würde ihre Kosten (im außergerichtlichen Verfahren) auf 15 € beschränken. Was sie nun macht, muss sie selbst entscheiden. Ich kann nur sagen, was ich an ihrer Stelle machen würde.

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