Jump to content
Hundeforum Der Hund
Eifelkater

Mein Kampf gegen das "Schalentier"....

Empfohlene Beiträge

Jetzt geht es erstmal weite in der Historie meiner Diagnostik ( ich denke ich werde die immer irgendwie mit grün Kennzeichen, für die die später mal kein Geplauder lesen möchten).

 

Meine Gynäkologin vereinbarte für mich einen Op-Termin für die Gewebeentnahme zum 07.02. also ziemlich genau eine Woche später.

Dieser sollte ambulant in der Tagesklinik stattfinden. 

Für ich kein Problem, ambulante Behandlungen sind für mich unproblematisch, spannender wird es mit stationären....ich habe nämlich eine ausgewachsene Phobie was das angeht. 

Das liegt zum einen an der totalen Fremdbestimmung, zum anderen an der mangelnden individuellen Zone und letztendlich auch daran, dass mir da jegliches Sicherheitsgefühl abhanden kommt. 

Nachdem zwei Tage vorher die ganzen Narkosegespräche und Vorsorgeuntersuchungen stattfanden, sollt ich morgens um 7.30 in der Tagesklink sein. Op-Termin gegen 9.30Uhr

Mein Mann begleitete mich ( ebenso wie meine Migräne) und wartete auch bis ich fertig war. Allerdings dann gleich der erste Schock. Er darf nicht mit mir zusammen warten. 

Prima. Ich saß 2 Stunden auf meinem Bettchen und er wartete 5 m weiter draußen im Gang. 

Zu meiner großen Freude stand mein Bett auch noch genau gegenüber der im gleichen Raum untergebrachten Teeküche der Schwestern. Super....nüchtern ohne Kaffee und die Kaffemaschine 2,5m entfernt. FOLTER!

 

Nachdem ich mal wieder die Prämedikamente abgelehnt hatte wurde ich dann pünktlich in den Op transportiert. Dort Infusiongelegt, verkabelt und erstmal stehen gelassen. Danach kamen die üblichen Witze mit dem Anästhesisten, der mir versicherte das Narkosemittel wäre auch gut gegen Migräne.

Ich hoffe sehr, dass das der einzige Irrtum des Anästesisten an diesem Tag war.....

 

Keine Ahnung wann ich wieder aufwachte, war allerdings sehr flott, zumindest habe ich das extubieren noch mitgekriegt.....

Im Aufwachraum wurde mir dann erstmal mitgeteilt, dass ich dort auf die Oberärztin warten müsste, ich müsste nämlich doch auf Station. Die plötzliche Blutdruck und Pulsexplosion irretierte das Überwachungsgerät ein bisschen.

 

Das Warten auf die Oberärztin zog sich deutlich hin, und die Aufwachschwester wollte mich langsam loswerden. Die arme war wohl derart gesprächige Patienten nicht gewohnt....

 

Nach knapp 1,5 h kam dann die Oberärztin und erklärte mir das es ziemlich eindeutig Krebs wäre, und sie große Problem gehabt hätte die Blutung wieder in  den Griff zu bekommen. 

Deswegen sollte ich zur Überwachung auch stationär bleiben.  Nach einiger Diskussion einigen wir uns darauf, dass ich heim kann, wenn die Blutung bis 16 Uhr nicht nachgeblutet habe. 

 

Ich wurde dann auf Station geschoben, wo mein Mann schon ziemlich aufgelöst auf mich wartete. Ihm hatte man in der Tagesklinik meine Sachen in die Hand gedrückt....Dejavu für ihn,. Das hatte er schon bei seiner verstorbenen Frau.

 

Langsam fing mich die Situation an zu überfordern, da auch meine Migräneübelkeit stetig zu nahm. Die Stationsärztin spendierte mir auf meine Bitte zwar eine Infusion mit MCP, die aber nicht half ( okay wenigstens eine brauchbare Erkenntnis des Tages).  

Ich sah die Chancen auf Heimfahrt schon deutlich schwinden, weil Übergeben und Blutung....*doof*

 

Nachdem ich zum ersten Mal mit der Schwester Richtung Wc getorkelt bin ( leider nicht im Zimmer, sondern auf dem Gang), sah die Blutung aber noch gut aus.

 

Bis dahin war das Drehbuch des Tages schon echt bescheiden, aber es sollte noch schlimmer kommen....

 

Aus irgendeinem Grunde beschloss ich meine Emails zu checken. Darunter auch eine THW- interne Mail: "Trauer um den Kollegen xy. Nach langer schwerer Krankheit, ist heute morgen xy verstorben"....

 

Was zum Teufel.....

 

Mein Magen beschloss, dass es Zeit war um einen neuen Rekord im "mit Infusionständer zum Klo rennen" aufzustellen.  Ich schaffte es nur bis zum Waschbecken, was aber nicht schlimm war, da ich in den nächsten drei Stunden noch mehrere Versuche bekommen sollte, das Klo zu erreichen. 

 

Übergeben bei Migräne ist an sich schon ziemlich anstrengend, wenn man aber damit rechnet das dadurch die Blutung wieder anfängt ein Desaster. 

Hier ein Lob an die Gyn....die Verödung hielt zum Glück.

 

Ich erwähnte das Huldigen an den Abflußgott auch gar nicht erst und durfte dann endlich ( das Austellen der Krankmeldung dauerte fast 1,5 h...) gene 19 uhr endlich nach Hause. meine Kollegin hatte sich bereit erklärt mich zu fahren. Was sich aber durch ihr Auto und die kurvige Strecke als semigute Idee entpuppte.

 

Endlich zu Hause beruhigte sich einige Zeit später auch mein Magen und ich konnte mein eigenes Bett genießen. 

 

Jetzt hieß es erstmal warten auf das Ergebnis der Pathologie....

 

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@Eifelkater was die Reaktion der Mitmenschen  angeht, habe ich folgende Erfahrungen gemacht.

 

Als es sichtbar wurde , dass mein Mann sehr krank war (Rollstuhl), waren alle sehr interessiert.

Aber nur im  ersten Gespräch .

Wir haben immer sofort offen von der Krankheit gesprochen,zumal ja gerade Angehörige, Nachbarn, Freunde und Kollegen bei Nichtinformation alles mögliche spekulieren.

Z B.; Mein Mann konnte am Anfang immer komischer Reden-----Trinkt der zuviel??

 

 

Ab dann mieden alle das Thema super bewußt. (fast alle)

Bis zum Abbruch des Gespräches, Blickkontakt meiden  usw.

 

Aber alle Menschen unserer Umgebung sind echt lieb, freundlich,nicht aufdringlich,

aber das Thema umgehend.

Freunde kommen, geben sich echt Mühe da zu sein.

Aber sie wissen eben nicht,wie sie da sein können.

 

Wir lachen und scherzen viel, etwas sehr "englicher Humor".

Wir fragen an, wenn wir Hilfe brauchen, ohne Scheu.

Und jeder , selbst Nachbarn ,die weiter weg wohnen, sind  sichtlich froh,

was Konkretes tun zu können.

 

Alles Liebe Dir.

 

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Eine Hundehalterin hier im Dorf hatte Brustkrebs und ich hatte mich innerlich schon verabschiedet von ihr als sie sagte, sie wird die Chemo ablehnen und es nur mit Naturheilkunde versuchen. (Ihre Schwester hat die Chemo nicht vertragen und furchtbar gelitten.) Sie war sehr leutselig und gesprächsfreudig und erzählte jedem vom aktuellen Stand der Dinge. Ich fand das so viel einfacher mit ihr umzugehen als wenn die Leute ein Geheimnis daraus machen. Alle merken ja, dass etwas nicht stimmt. Sie hat dann doch Chemo gemacht und ist wieder ok.

 

Aber es stimmt, alles was mit Tod und Krankheit zu tun hat, wird ausgegrenzt und verunsichert die Leute sehr. Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sind ja auch sehr wichtig für den Wert eines Menschen in dieser Gesellschaft. Wer hat schon Bock auf kränkelnde Mitarbeiter und Kollegen ... fitter Ersatz steht schon bereit. Wenn man nicht fest im öffentlichen Dienst arbeitet, dann sind Krankheit und höheres Lebensalter schon ein dickes Minus, egal wie es sich auswirkt. Manchmal glaube ich auch, die Leute meinen, Krebs sei ansteckend. Im Zweifel und auf die Schnelle, setzt man sich im Bus lieber woanders hin oder geht einen anderen Weg. Eine gute Perücke, die aussieht wie vorher, hilft. Geht man im Hochsommer nur mit Kopftuch los, wird halt geglotzt. Ist eben menschlich würde ich sagen, aber zusätzlich blöd für die Betroffenen. Auch wohlgemeinte Sonderbehandlungen können nerven.

 

Ich denke, man sollte deshalb gut abschätzen, wie man mit seinem Umfeld umgeht und wem man davon erzählt. Als die erwähnte Hundehalterin in einer schlimmen Phase war, ging sie mir aus dem Weg. Ihr Hund war auch noch urplötzlich gestorben und das letzte was sie wollte, war wohl reden. Ich hab dann so getan, als hätte ich sie nicht bemerkt. Ich habe sie lange nicht gesehen und das mit ihrem Hund habe ich erst erfahren, als sie wieder viel fitter und fröhlicher war. Nach dem Krebs habe ich nicht gefragt, brauchte ich nicht, aber wie es ihrem lieben Hund geht wollte ich doch wissen. Die Frage hat sie ziemlich aus der Fassung gebracht. Tat mir richtig leid. Meine Angst, etwas Blödes bei emotionalen und sehr privaten Dingen zu sagen, haben vermutlich viele. Menschen reagieren auch nicht immer konstant, habe ich daraus gelernt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

 

 

Das Ergebnis der Pathologie

 

Die Pathologie war zwar sehr schnell, trotzdem kamen mir die 4 Tage wie eine Ewigkeit vor. Wie versprochen rief mich die Oberärztin am folgenden Dienstag an und bestätigte den Verdacht. allerdings verstand ich am Telefon nur etwas von einer Größe von 7mm.

Sie würde sich Donnerstag oder Freitag zwecks Termin für CT und MRT melden.

 

Freitags rief dann nur die Sekretärin an, erwischte mich im Bus und meinte

Kommen sie am Montag (17. und 18.02)  um 8Uhr zum Gesprach in die Gyn. Ambulanz und bringen sie eine Einweisung mit.

 

Was zu einer dezenten Panikattake bei mir führte. Zwischen meinen beiden Arbeitstellen verlief ich mich zweimal und stieg auch noch eine Haltestelle zu spät aus. Eine Einweisung bekam ich Freitags um 11 Uhr natürlich auch nicht mehr.

 

Den Krampf mit dem CT habe ich ja im Ärgertread schon geschrieben. 

Wieder hieß es auf die Ergebnisse warten, Gesprächstermin wurde auf den 21.02 terminiert.

Wenigstens hatte ich jetzt die Ergebnisse der Pathologie schriftlich in der Hand. Da wurde der Tumor als deutlich größer angegeben und leider auch als ziemlich aggressiv. 

 

Das schlimmste bis hierhin war und ist tatsächlich die Warterei auf Ergebnisse und das Kopfkino.

Solange man kein Ergebnis hat, geht man irgendwie immer vom schlimmsten aus. Dazu kommt das der Körper dann anfängt überall weh zu tun, und man sich automatisch fragt, ob das nicht vll schon Metastasen sind.

 

Ich: "Ich habe zum Beispiel sehr heftige Schmerzen im unteren Rücken.....da gibt es gerne Metastasen" , Mein Hirn:".....ähm du hast die Schmerzen da schon seit 25 Jahren Jahren und es ist eine diagnostizierte Athrose"....

 

Ich:" Kurzatmigkeit = Lungenmetastasen"......Mein Hirn: "Dann sei glücklich. Du bist vermutlich der einzige Mensch der seit 7 oder 8 Jahren mit unbehandelten Lungenmetastasen leben kann" 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Das Ergebnis vom CT und MRT:

 

Erfreulicherweise wurden bei beiden Untersuchungen keine Fernmetastasen gefunden. Allerdings scheint zumindets ein, möglicherweise auch mindestens zwei Lmpfknoten befallen zu sein.

 

Das heißt jetzt wird erst eine Lmphknotenentnahme gemacht.

 

Das kleine Krankenhaus würde sie mir zum 13.03 anbieten.

 

Mittlerweile hatte ich einen Termin in der Uniklinik Köln, da soll ich am Montag Bescheid bekommen.

 

 

Ich bin mir noch nicht 100%ig schlüssig wo ich hin will.

 

Sieglar ist klein und sehr unkomfortabel, hat tolle Ärzte und die Frau einen THW-Kollgen war da sehr zufrieden.

 

Uniklinik ist moderner, hat auch hinterher den rundum-Service und ist moderner. Ich habe schon von betroffenen aus Hamburg gehört, dass sie da hin sind....

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@Eifelkater Ich wollte Deinen Thread in Ruhe lesen, deshalb melde ich mich auch erst heute zu Wort.

 

Ich finde es gut, dass Du hier schreibst. Lass einfach das raus, was raus muß :knuddel

 

Wir kennen uns persönlich und ich schätze Dich als eine starke Frau.

Du bleibst positiv in "Deiner Denke" und das ist gut.

 

... und ich denke, die "Kölner Runde" wird Dich unterstützen, wenn Dir nach Kuchen ist ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Krankheiten lieben das dunkle ,geheime,schweigende....

Zerrt sie ans Licht, ins Leben .

 

1000 Dank auch dir 

Eifelkater.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Nachbarsfreundin aus der Kindheit hatte denselben Befund am Oberkörper. Brustamputation beidseitig und Lymphknotenentfernung und Chemo- seither ist nichts mehr aufgetaucht. bitte nachmachen!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

@all

Bitte haltet Euch zurück, das ist @Eifelkater 's Thread,

der ist sehr persönlich und muß nicht "gesprengt" werden.

Danke.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Am 26.2.2020 um 20:42 schrieb Eifelkater:

Hier darf natürlich jeder der möchte mitschreiben, kommentieren oder nachfragen  :)

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

  • Das könnte Dich auch interessieren

    • Mayas Kampf zurück ins Leben

      Ich hatte im Thema Sauerlandtreffen schon kurz drüber geschrieben, hier nun also Mayas eigener thread.   Am Dienstag, den 9. April wurde Maya von einem wesentlich größerem Hund attackiert und geschüttelt. Nachdem der andere weg war, lag Maya regungslos, lautlos auf der Wiese. Lediglich ihre Augen bewegten sich. Vorsichtig nahm ich sie auf, eilte zum Auto und fuhr zum Tierarzt. Unterwegs rief ich an, damit man alles vorbereitete. Als wir in der laufenden Sprech

      in Hundekrankheiten

    • Zecken-Alarm! Füchse sind schlagkräftige Verbündete im Kampf ...

      Auch wenn jetzt nicht ganz die Jahreszeit für Zecken ist, bin ich aber trotzdem eben über diesen sehr interessanten Artikel gestolpert und stelle ihn deshalb auch ein:   http://www.rotorman.de/zecken-alarm-fuechse-sind-schlagkraeftige-verbuendete-im-kampf-gegen-die-borreliose/   Jetzt müsste man nur noch aufhören, Füchse zu bejagen, was ohnehin total blödsinnig ist, denn sie regulieren ihren Bestand immer noch am Besten selbst.     

      in Andere Tiere

    • Ferun`s Kampf um die Weltherrschaft

      Untertitel: ...oder Zumindest ums Sofa   Gääähn , was ist das heute langweilig....   Was könnt ich denn mal machen? Grübel...   Ich hab`s, ich fang Stunk an . Yeahhh   Hey , Du !   Hey, dich mein ich , ich rede mit dir !!!   Na endlich . Komm her hör zu und lerne.   Ich sag dir jetzt mal eins   ....nur damit du es weißt   solange ich hier kein richtiges Körbchen beko

      in Hundefotos & Videos

    • Ressourcenverteidigung...der Kampf um die letzte Kaffeekapsel

      Wir sind kein Stück besser / vernünftiger als Hunde, das habe ich gerade eben wieder am eigenen Leib erfahren.   M. und ich haben eine unweltschädliche Kapselmaschine zur Zeit. Die Auswahl an Kapseln ist riesig, mir ist Kaffee gar nicht sooo wichtig, aber M. hat seine Favoriten (die Blauen) schnell ausfindig gemacht. Weil er sie so abfeiert, bin ich da jetzt auch total scharf drauf (Futterneid). Manchmal vergessen wir Kaffee zu kaufen und gucken dann morgens in die Röhre (Ressourcenknappheit

      in Plauderecke

    • Mein Hund die "Nicht-Maschine" - Der Kampf mit Vorbehalten

      Hallo liebe Polar-Chat Community,    Ich weiß nicht, ob das Thema hier im richtigen Thread ist, da es für mich aber mit sehr viel "Kummer" behaftet ist, poste ich einfach mal drauf los und freue mich auf spannende Antworten/Meinungen eurerseits.    Vor vier Monaten hat unser junger Schäferhund Raski unsere Familie zu einem kleinen "Rudel" gemacht. Wir haben den Bub aus Ungarn adoptiert, abgemagert bis auf die Knochen, verwahrlost und ein nervöses Häufchen Elend, das mit sich und der Welt kom

      in Kummerkasten

×
×
  • Neu erstellen...

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie zu, dass wir Cookies verwenden, um unser Angebot zu personalisieren. Mehr erfahren.